Folgen Sie uns

Aktien

Wasserstoff: Deutsche Anleger mit klarer Meinung – jetzt Aktien kaufen?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Das Thema Wasserstoff ist eines der Themen dieser Tage. Und wird es in Zukunft noch viel wichtiger als die E-Autos von Elon Musk und seinen Nachzüglern aus der alten Autoindustrie? Im Juni verkündete die Bundesregierung ihre „Nationale Wasserstoffstrategie“. Es gehe für Deutschland um die globale Führungsrolle bei Wasserstofftechnologien, und dass man sich hier einen Platz ganz vorne sichern müsse (hier nachzulesen).

Deutsche Anleger favorisieren Wasserstoff als Zukunfts-Technologie

Aber was sagt der deutsche Börsianer dazu? Denn es gibt ja für den Börsenanleger bereits Aktien aus dem Bereich Wasserstoff, in die man investieren kann? Jetzt auf den Zug aufspringen? Ist es die richtige Technologie? investing.com hat unter gut 1.000 deutschen Anlegern eine Umfrage zum Thema Wasserstoff durchgeführt (hier die Details). Geht man danach, dann werden Wasserstoff-Antriebe die Verbrennungsmotoren verdrängen, und nicht die Elektroautos. Denn 78 Prozent der Befragten favorisieren die Wasserstoff-Technologie.

Sie halten diese unter anderem in punkto Effizienz und Umwelt für die bessere Technologie. Die Deutlichkeit dieser Einschätzung dürfe man laut investing.com als überraschend bezeichnen. Dass im „Auto-Bundesland“ Baden-Württemberg sogar rund 88 Prozent der Befragten Wasserstoff gegenüber der E-Batterie vorne sehen, sei dabei zumindest eine interessante Randnotiz. Die teilnehmenden Börsianer nennen Nel ASA und Ballard Power als bekannte Anbieter aus dem Wasserstoff-Bereich. Unter den acht meistgenannten Aktien aus dem Segment wird in der Umfrage mit Linde nur ein einziger Wert aus Deutschland genannt.

Jetzt in den Hype investieren?

Auch wenn diese Umfrage nicht repräsentativ ist, zeigt es dennoch, dass E-Autos nicht alles sind! Sind die deutschen Autobauer also besser beraten nicht nur stumpf Herrn Musk zu folgen in die Elektroauto-Euphorie, sondern vor allem in das Thema Wasserstoff zu investieren? Mr Dax Dirk Müller hatte sich vor zwei Wochen kritisch zum Thema Wasserstoff geäußert. Zwar sei das Thema hochinteressant. Aber es habe schon seit einiger Zeit an der Börse einen Hype bei bestimmten Aktien gegeben. Nun gelte es abzuwarten, und erst nach einer Marktbereinigung einzusteigen. Mehr zu seinen Aussagen beim Klick an dieser Stelle.

Eine Wasserstoff-Tankstelle im Hamburger Hafen
Eine Wasserstoff-Tankstelle im Hamburger Hafen. Foto: Medvedev Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Mike Lohmann

    24. Juli 2020 17:57 at 17:57

    Die vorzeigbaren Resultate dieses Experten sollen ja bei seinem Fond seit 5 Jahren immer noch Null oder sogar im Minus sein, wie man hört. Was muss man von Beratern halten, die gegen üppiges Honorar dem Kunden anbieten sein Vermögen zu mehren, aber selber nichts zustande bringen?

    • Avatar

      Martin Ebner

      25. Juli 2020 12:49 at 12:49

      Aber, aber. Warum sind die Menschen online immer so negativ und gehässig?

      Für den visionären Experten selbst lohnen sich Ausgabeaufschlag + Verwaltungsvergütung wahrscheinlich auf jeden Fall. „Aktives Management“, d.h. die reflektiert-getimte Auswahl von Qualitätsaktien wie z.B. Wirecard, SES oder Wasserstoff-Firmen, und „Absicherung“ haben halt ihren Preis…

      Ob sich das Gedöns für die Kunden lohnt, ist natürlich eine andere Frage. Der Ausgabepreis von DE000A111ZF1 anno 2015 war 100,- Euro; zuletzt war ein Anteil für 98,40 Euro zu haben. Im Vergleich zum ebenfalls US-lastigen MSCI World ist das eine „Outperformance“ von -0,81 % (1 Jahr), -9,79 % (3 Jahre), bzw. -22,50 % (5 Jahre). [Zahlen von ING]

      Witwen & Waisen wären also bis dato mit einem entsprechenden, hirnlos-passiven, aber billigen ETF besser gefahren. Auch ein Schimpanse, der nach dem Zufallsprinzip Dartpfeile auf einen Kurszettel wirft, wäre mit großer Wahrscheinlichkeit besser gewesen. (Ich würde allerdings Oktopusse vorziehen, denn Kraken sind wirklich intelligent und können bekanntlich nicht nur Fußballergebnisse vorhersagen.)

      -> Fondsmanager und andere Hellseher kann man sich sparen. Q.E.D.

  2. Avatar

    Jan

    24. Juli 2020 21:39 at 21:39

    Zum Thema Wasserstoff soll man vielleicht (endlich) mal den technikern fragen. Einige davon hatten noch nie hohe Erwartungen von E-Fahrzruge, weil die Umweltbilanz leider nicht positiv zu kriegen ist. Schon alleine der Produktions- und Entsorgungskette der Batterie ist dreckig und teilweise mit Tagebau verbunden wo Menschen weit unter unsere westliche moralische Standards schuften müssen. Und das Produktionsvolumen für die aktuelle Mobilität mag produktionstechnisch gehen aber Rohstofftechnisch? Wenn wir uns jetzt kaum einigen können über Stromtrassen durch Deutschland und Europa, hat jemand dann Vorstellungen davon, was passiert wenn nicht 3% sondern 97% des Straßenverkehrs von diesen Stromnetzabhängt?
    Wasserdtoff kann auf eine ähnliche und teils vorhandene Infrastruktur zurückgreifen, also muss nicht alles komplett auf den Kopf gestellt werden. Wasserstoff kann überall auf der Welt erzeugt werden, wo jetzt auch bereits große Energiedichten vorhanden sind. Da muss man nicht das ganze Land neu verkabeln. Tanklaster können wir schon. Das Fahrzeug wird nicht tonnen schwerer nur um 400km fahren zu können. Ja es gibt auch einige Probleme zu meistern bis flachendeckende Systeme bestehen. Aber zumindest der Ankündigung das Deutschland verstärkt auf Wasserstoff setzen wird ist für mich schon ein glückliches zmZeichrn, das einige Weisen einsehen, dass es nichts wird mit dam rollende Batterie. H2 Technik = Long mit Geduld!
    E Fahrzeuge= aufpassen, stürzt von alleine wieder ein und wird sich nur Halten in kleine Geräte, Werkzeuge, E-Bikes usw. wofür Wasserstoff zu komplex ist. Bis jemanden das auch klein bauen kann.

    • Avatar

      Lausi

      25. Juli 2020 21:29 at 21:29

      Alles hat so seine Vor- und Nachteile. Beim Wasserstoff ist es u.a. der miserable Wirkungsgrad – angefangen bei der Elektrolyse bis hin zu der Brennstoffzelle. Am Ende ist es nur ein kleiner Bruchteil der ürsprünglich durch Wind/Solar erzeugten Energie, die für den Antrieb eines H2-Fahrzeuges genutzt wird. Am besten wäre es, wenn der Markt entscheiden würde – durch einen angemessenen CO2-Preis.

      • Avatar

        leftutti

        26. Juli 2020 15:04 at 15:04

        @Lausi, immerhin ist der miserable Gesamtwirkungsgrad in der gesamten Well-to-Wheel-Betrachtung bereits heute besser, als bei „hochentwickelten“ Autos mit Verbrennungsmotor. Und richtig eklatant wird der Unterschied in der Tank-to-Wheel-Betrachtung, die aufzeigt, wie horrend ineffizient fossile Kraftstoffmotoren tatsächlich sind. In der Summe „retten“ sich Verbrenner einzig über die höchst umstrittene Kette Well-to-Tank. Umstritten deshalb, weil kaum exakte Daten vorliegen bzw. keine Daten genannt werden – so verweigern Raffinerien zumeist jede Aussage zum Energieaufwand der Kraftstoffproduktion. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Vorkette von Benzin und Diesel große Mengen an Energie im Allgemeinen und auch viel Strom im Speziellen benötigt, wesentlich mehr, als in den beschönigenden und nicht belegten „offiziellen“ Angaben gerne suggeriert wird.

        Ein höherer Gesamtwirkungsgrad – auch unter Annahme der Korrektheit offizieller Herstellerangaben in der Well-to-Tank-Kette – bei einer Technologie, die in Teilbereichen kaum über das Forschungs- und Prototypenstadium hinaus ist, in anderen Bereichen bestenfalls die Kleinserienfertigung erreicht hat. Die also noch weit von einer Massenproduktion mit den üblicherweise einhergehenden Kosten- und Effizienzsteigerungen sowie technischen Fortschritten entfernt ist.

        Sinnvollerweise sollte die Entscheidung für die jeweilige Technologie je nach Einsatzzweck getroffen werden: Langstreckenfahrer, hohe oder geringe jährliche Laufleistung, viel Stadtverkehr etc.

        Anbei mal ein paar interessante Artikel zu dem Thema:

        https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/wasserstoffauto-brennstoffzelle-co2-neutral-batterie-lithium/

        https://www.volkswagenag.com/de/news/stories/2019/08/hydrogen-or-battery–that-is-the-question.html#

        https://www.energieagentur.nrw/brennstoffzelle/brennstoffzelle-wasserstoff-elektromobilitaet/wirkungsgrad

        https://www.enbw.com/energie-entdecken/mobilitaet/brennstoffzellenantrieb/

        https://www.enbw.com/energie-entdecken/mobilitaet/brennstoffzellenantrieb/perspektiven.html

        • Avatar

          Lausi

          28. Juli 2020 11:05 at 11:05

          @Leftutti, danke für die interessanten Infos. Ob mal H2-Autos oder E-Autos in der Zukunft dominieren werden, scheint noch lange nicht entschieden zu sein. Keiner kann die technologischen Entwicklungen voraussehen. Wichtig ist, dabei eine ehrliche, detaillierte Kosten- und Ökobilanz aufzustellen, die alle Aspekte dabei berücksichtigt, wie Produktion, Treibstoffherstellung, Betrieb u.s.w.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

weiterlesen

Aktien

Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage