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Weg von der Produktion, hin zu Dienstleistungen – so stark ist dieser Trend sichtbar

Grundsätzlich wird sich jeder Arbeitslose erst einmal freuen Arbeit zu haben, und natürlich sind neue Stellen immer erst einmal etwas Gutes! Wir haben es schon oft angesprochen im Rahmen von Arbeitsmarktzahlen – der Wandel auch in Deutschland weg von produzierenden Arbeitsplätzen hin zu Dienstleistungen ist deutlich sichtbar. Was ist daran so schlimm?

Nun, Industriejobs bilden die Basis für den Wohlstand einer großen Volkswirtschaft mit vielen Einwohnern. Kleine Länder wie Luxemburg können sich auf Banken und Unternehmensberatungen spezialisieren, aber Länder mit 60 oder 80 Millionen Einwohnern bekommt man damit nicht satt. Es muss etwas produziert werden. Außerdem sind die Löhne in der Produktion durchschnittlich deutlich besser als bei Dienstleistungen.

Es gibt zwar zahlreiche Dienstleistungsjobs mit hohen Gehältern (Steuerberater, Architekten uvm), aber die große Masse verdient dort deutlich schlechter als Arbeiter am Fließband bei Volkswagen. Es geht um Gastronomie, Pflege, Wachschutz, Call-Center, Zeit- und Leiharbeit etc. Mit solchen Gehältern von unter 10 Euro kann kein Urlaub angespart und kein Auto finanziert werden. Wenn sich eine Volkswirtschaft auf diese Schiene begibt (siehe USA und UK), hat man zwei Alternativen. Entweder die breite Masse der Bevölkerung senkt bei sinkenden Löhnen ihren Lebensstandard ab – oder man hält seinen Lebensstandard, und lebt zunehmend auf Pump.

Das ist ein gigantisches Problem. Der Trend ist auch in Deutschland voll im Gange. Schaut man auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus Mai, so wurden im 1. Quartal 2018 im Vergleich zum 1. Quartal 2017 auf den gesamten Arbeitsmarkt gesehen insgesamt 1,4% mehr Jobs geschaffen. Wie eine ganz aktuelle Statistik vom selben Amt zeigt, ist im selben Zeitraum die Zahl der Jobs bei Dienstleistungen um 2,9% gewachsen. Also wachsen neue Jobs bei Dienstleistungen doppelt so stark wie der Gesamtschnitt aller neuen Jobs. Es ist eine kaum spürbare, aber statistisch deutlich sichtbare Verschiebung am Arbeitsmarkt.

Die Umsätze der Dienstleistungsbreiche sind übrigens in nur einem Jahr um 5,2% gewachsen. Die Entwicklung der Beschäftigung im Bereich Dienstleistungen kann man in diesem Chart seit 2008 sehen. Es geht konstant nach oben. Kurzfristig ist es für die Politik immer gut zu sagen, dass breite Bevölkerungsschichten (auch die Ungelernten) mit Arbeit versorgt sind. Die Probleme werden aber erst auf ganz lange Sicht erkennbar sein (Altersarmut, Konsumschulden etc).

Dienstleistungen



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