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Weitere Börsenöffnung in China – die KP aber scheint dem eigenen Kleinanleger nicht zu trauen

Sie können als Ausländer bald Hightech-Aktien an der Börse in Shenzhen kaufen, solange sie ein Brokerkonto in Hong Kong haben. Also nichts mit chinesischen Aktien über das heimische...

FMW-Redaktion

Sie können als Ausländer bald Hightech-Aktien an der Börse in Shenzhen kaufen, solange sie ein Brokerkonto in Hong Kong haben. Also nichts mit chinesischen Aktien über das heimische Direktbank-Konto. Eine Öffnung nach außen, ein wenig. Jüngst hat der Staatsrat in Peking beschlossen, dass nach dem ersten sogenannten Börsenverbindungsprogramm zwischen der „Festlandbörse“ in Shanghai und der „Offshore-Börse“ in Hong Kong (ehemals britische Kolonie), welches 2014 gestartet wurde, jetzt ein zweites Programm zwischen der Hightech-Börse in Shenzhen und Hong Kong etabliert wird.

An den Start geht es gegen Ende des Jahres. Dann können Ausländer auf 800 Aktienwerte in Shenzhen zugreifen, als Ergänzung zu den bereits 567 in Shanghai zugänglichen Werten. Nach dem „normalen“ Aktienmarkt in Shanghai kann der ausländische Zocker dann ähnlich wie bei anderen Hightech-Segmenten an westlichen Börsenplätzen zukünftig in Shenzhen auf Aktien mit hohen KGV´s (Kurs Gewinn-Verhältnis) und vermeintlichen tollen Zukunftsstorys setzen. Grob geschätzt kann man sagen, dass die KGV´s bei Aktien aus Shenzhen gut doppelt so hoch sind wie bei denen aus Shanghai.

Da ist sicherlich alles drin, hohe Gewinne, aber auch genau so hohe Verluste! Generell kann man für China, und ganz besonders für Festland-China (Shenzhen und Shanghai) sagen, dass es größtenteils Zockermärkte für kleine Privatanleger sind, ganz anders als an den großen westlichen Börsen, wo der absolut überwiegende Teil der Kleinanleger ihr Geld über Fonds an den Börsen arbeiten lässt. In China zockt oft der wenig bis gar nicht informierte und mit Grundkenntnissen nur sehr gering ausgestattete Privatanlager mit kleinen Beträgen. In der Summe verursacht er extrem emotionale Kursbewegungen – schnell rauf, schnell runter. Das muss ein westlicher Privatanleger wissen, wenn er sich auf dieses exoitische Abenteuer einlässt.

Aber der neue Zugang nach Shenzhen bietet eben auch die Chancen an möglichen Wachstumsstorys chinesischer Überflieger teilzuhaben! Es ist durchaus möglich, dass noch mehr als 2014 bei der Öffnung von Shanghai ausländisches Kapital kräftig an die Börse in Shenzhen fließen wird. Die KP in Peking scheint dem chinesischen Kleinanleger aber nach 2015 nicht (mehr) über den Weg zu trauen. Noch letztes Jahr gab es nämlich einen großen von oben angeordneten Aufruf an die Kleinsparer, ihr Geld jetzt doch bitte massiv in Aktien zu stecken. Das Volk tat wie ihm „empfohlen“ wurde.

Viele machten schnell viel Geld – dann kam der Crash, und durch die vielen unerfahrenen Kleinstanleger entstand ein richtiges Chaos an den chinesischen Börsen. Daher wurde jetzt beim 2. Börsenverbindungsprogramm zwischen Shenzhen und Hongkong beschlossen, dass Privatinvestoren vom chinesischen Festland nur in den Genuss dieses Zugangs kommen, wenn sie mindestens 500.000 Yuan (ca. 66.000 Euro) als Investmentkapital vorweisen können. Somit bleibt dieses Programm Gutverdienern und Reichen vorbehalten. Damit will man wohl vermeiden, dass der „kleine ungebildete“ Anleger aus dem nächsten normalen Kurseinbruch ein schlimmes Chaos macht.



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