Allgemein

Weiterer Schub für die Inflation steht an – nicht nur durch den Ukraine-Krieg!

Brennender Geldschein als Symbol für Inflation

Man hat es gestern an den Kapitalmärkten gesehen. Die Energiepreise explodierten regelrecht. Der europäische Gaspreis stieg in der Spitze um 50 Prozent an. Auch wenn es heute eine Erholung gibt – die Energiemärkte sind unter Druck, und die Verbraucher in Europa werden sich auf weiter steigende Energiepreise einstellen müssen. Die Inflation dürfte nicht nur wegen der Ukraine-Krise ein heißes Thema bleiben.

ifo meldet massiv anstehenden Druck für die Inflation

Das Münchner ifo-Institut titelt heute „Neuer Rekord bei Preiserhöhungen“. Demnach sollten sich die Deutschen auf weiter steigende Preise einstellen. Viele Unternehmen planen laut ifo ihre Preise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen. Das geht hervor aus einer aktuellen Befragung im Februar. Dabei wurde ein neuer Höchstwert von 47,1 Punkten erreicht nach 46,1 im Januar und 44,7 Punkten im Dezember. Mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine drohen die Kosten für Gas und Öl weiter zu steigen und damit viele weitere Preise für die Verbraucher. Eine Fünf vor dem Komma der Höhe der Inflation im Gesamtjahr 2022 werde gerade wahrscheinlicher als eine Drei, so ifo.

Die enorm hohen Umfragewerte ziehen sich laut ifo durch alle Wirtschaftszweige. Besonders viele Unternehmen im Einzelhandel wollen ihre Preise anheben (63,3 Punkte) und dort vor allem die Lebensmittelhändler (85,9 Punkte). Es folgten der Großhandel mit 62,4 Punkten und die Industrie mit 55,8 Punkten. Das Baugewerbe lag bei 42,9. Nur bei den Dienstleistern ging die Preiserwartungen zurück von 41,9 auf 38,6 Punkte. Die Punkte bei den Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei plus 100 Punkten.

Lieferkettengesetz wird für steigende Preise sorgen

Vorgestern veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Studie zum Lieferkettengesetz. Es soll sicherstellen, dass Produktionsstandards wie Arbeitsschutz, Löhne etc in den Produktionsländern zum Beispiel für Kleidung gut sind. Die deutschen Importeure werden dann in die Mithaftung gezogen. Die Folgen sind logisch: Will man sich nun also an die höheren Standards halten, steigen die Kosten. Und die muss man wohl oder übel an die Endkunden weitergeben. So besagt eine Umfrage des IW bei Unternehmen, dass aufgrund des neuen Lieferkettengesetzes 41 Prozent der befragten Unternehmen direkt oder indirekt vom Gesetz betroffen sein werden. Weitere 20 Prozent können noch nicht einschätzen, ob sie vom Gesetz betroffen sind oder nicht. Wichtig: Jedes fünfte befragte Unternehmen beabsichtigt die Preise der eigenen Produkte zu erhöhen, um die zusätzlichen Kosten für die Einhaltung der Gesetze zu finanzieren. Also werden die Verbraucher vermutlich höhere Preise zahlen müssen – man sieht hier also einen weiteren Faktor für das Anheizen der Inflation!



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Russische Gasimporte: Deutschland 55%, Österreich 80%(!), Italien 40%.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage