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Welche Botschaft kommt von Jerome Powell?

In den letzten Tagen hat sich an den Aktienmärkten die Meinung durchgesetzt, wonach im Grunde mit dem neuen Fed-Chef Powell alles beim Alten bleiben würde. Das könnte ein Irrtum sein..

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

In den letzten Tagen hat sich an den Aktienmärkten die Meinung durchgesetzt, wonach im Grunde mit dem neuen Fed-Chef Powell alles beim Alten bleiben würde. Ok, moderate Zinsanhebungen, aber eine starke Wirtschaft, und wahrscheinlich, so der Konsens, werde Powell entspannter sein in Sachen Inflation. Das ist einer der zentralen Gründe für die Rally nach dem herben Abverkauf zuvor: es hat sich doch nichts geändert, die Fundamentaldaten sind gut, der neue Fed-Chef wird uns schon nicht weh tun. Und so macht sich wieder eine Sorglosigkeit breit, der herbe Abverkauf davor wird als kleiner Betriebsunfall deklariert, der schnell vergessen sein werde.

Vielleicht stimmt das – vielleicht aber auch nicht. Dass die Fed nicht allzu streng vorgehen werde, lasen die Aktienmärkte, aber auch die Anleihemärkte, aus den Aussagen von St. Louis Fed-Chef James Bullard (der jedoch nicht einmal stimmberechtigt ist), der vor zu schnellen Zinsanhebungen warnte. Seine größte Sorge sei, so Bullard, dass die Fed einen Fehler mache mit zu schnellen Zinsanhebungen – was ja darauf schließen läßt, dass Bullard eigentlich weiß, dass die meisten anderen Fed-Mitglieder die Zinsen eher schneller als langsamer anheben wollen. Diese Dialektik haben die Märkte nicht wahrnehmen wollen, wie es scheint.

Man läßt sich lieber von Aussagen berieseln wie gestern vom neuen Fed-Mitglied Quarles, der aufgrund der US-Steuerreform ein starkes Momentum in der US-Wirtschaft sieht, jedoch kein Problem in anziehender Inflation. Wie eine überhitzende US-Wirtschaft aber keine inflationäre Tendenzen ausbilden sollte, bleibt dabei völlig offen – meist geht das eine eben nicht ohne das andere.

Da ist also viel Hoffnung im Markt – die Hoffnung nämlich, dass erstens die Inflation trotz der hochgradig inflationären Politik der Trump-Adminstration (Importzölle, Steuersenkungen, zunehemende Verschuldung etc.) nicht anziehen werde. Und zweitens die Hoffnung, dass der Fed-Put, also das Bereitstehen der Fed, bei jeder Turbulenz an den Aktienmärkten stützend einzugreifen, genau so hoch sei wie in der Bernanke/Yellen-Ära. Sollte Powell aber heute klar machen, dass das Auffang-Netz der Fed deutlich tiefer – nämlich nicht direkt unter dem Hintern der Aktienmärkte – aufgespannt ist, könnte es für die Aktienmärkte kritisch werden. Als es kürzlich richtig krachte an der Wall Street, schienen Fed-Mitglieder wie William Dudley das eher gut zu heißen, eine notwendige und überfällige Korrektur zu sein, oder wie Dudley wörtlich sagte: „small potatoes“.

Die Aktienmärkte haben in den letzten Tagen die Beste aller Welten eingepreist, sie glauben weiterhin an das Goldilock-Szenario. Powell selbst aber hat sich in der Vergangenheit schon mehrfach kritisch geäußert darüber, dass die Märkte die Fed als Sicherheitsnetz verstehen würden – er selbst ist eher Markt-liberal und schätzt solche Sicherheitssysteme daher nicht.

Sollte Powell heute dennoch das Goldilock-Szenario spielen, indem er sich vor allem die Inflation „herunterredet“, wäre damit die Erwartung der Märkte getroffen. Wäre das dann ein weiterer Kaufgrund? Das müsste man dann abwarten. Sollte aber Powell eine sehr eigene Note bringen heute, dürfte das die Märke auf dem falschen Fuß erwischen. Von daher könnte für die Aktienmärkte das Risiko nach unten auf dem gegenwärtigen Niveau höher sein als die Chance nach oben, zumal die US-Indizes wie der S&P 500 in der Zone 2790/2810 nun wichtige Widerstände angelaufen haben!

So oder so: das wird ein wichtiger Tag heute!

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    leser

    27. Februar 2018 11:28 at 11:28

    Was soll der arme Mann machen? Er ist von Trump bestellt und weiß, dass der 2019 eine neue Rekordverschuldung im Markt unterbringen muss. Das verträgt sich nicht mit stark steigenden Zinsen.

    Andererseits kann er nicht zu dovish daher reden, ohne gleich zu Beginn seiner Amtszeit jede Glaubwürdigkeit zu verlieren.

    Also wird er in blumigen Worten (alles auf gutem Weg, wir werden alles gut beobachten und zur gegebenen Zeit das richtige tun) nichts sagen. Und jeder Beobachter kann dann das für sich passende heraussuchen.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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