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Indizes

Welchen Weg gehen Dollar, Gold und Aktienmarkt mit den US-Arbeitsmarktdaten?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von Naeem Aslam, Chief Market Analyst von ThinkMarkets

Die europäischen Märkte handeln heute höher, weil die deutsche Industrieproduktion die Prognose übertraf und sich die Handelsbilanz in Frankreich verbesserte.

 

Heute ist der große Tag

Heute ist der wichtigste Tag für Wirtschaftsdaten im gesamten Monat: es kommen die US-Arbeitsmarktdaten – und die Daten haben die Fähigkeit, den Handelston für den Rest des Monats festzulegen.

Die Frage ist also, wie diese Zahl den Dollar-Index und die Aktienmärkte beeinflussen wird?

Nun, um mit den US-Aktienmärkten zu beginnen: Wir haben eine astronomische Performance für die wichtigsten Benchmark-Indizes gesehen. Im Jahresverlauf sind der S&P 500-Index um 14,86 Prozent, der Dow Jones um 13,11 Prozent und der Nasdaq-Index mit einem atemberaubenden Plus von 18,94 Prozent führend.

Es besteht kein Zweifel, dass die Gewinne an den Aktienmärkten in erster Linie auf die dovishe Haltung des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell zurückzuführen sind. Händler fühlen sich sicher, wenn sie ihr Geld in die riskanteren Anlagen investieren, weil sie wissen, dass die Fed „auf ihrer Seite ist“. Es gibt wenig bis gar keine Chancen, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr anhebt.

Die Fed kann ihre Einschätzung jedoch recht schnell ändern, wenn die Wirtschaftszahlen sich wieder verbessern. Wenn ich mir den Zustand der US-Wirtschaft ansehe, scheint es mir nicht, dass der Motor nach wie vor gut läuft.

In dieser Woche hatten wir einen seltsamen Mix von wirtschaftlichen Daten: Ja, es gab einige Schwachstellen, aber das endgültige Bild sieht immer noch solide aus.

 

Der Dollar

Die Dollarbären wetten darauf, dass sich der Dollar-Index nach unten bewegt, und ihre These basiert auf der Tatsache, dass es eine Schwäche bei den US-Einzelhandelsumsatzzahlen, dem ISM Dienstleistungsindex und den Aufträgen langlebiger Wirtschaftsgüter gab. Allerdings befindet sich der ISM Dienstleistungsindex fest im Expansionsbereich, der Wert lag bei 56,1. Die Zahl, die Expansion und Kontraktion unterscheidet, ist 50, eine Lesung über 50 zeigt, dass die Wirtschaft expandiert.

Dennoch steht der Dollar-Index steht vor einer weiteren Schwäche. Diese Woche schloss sich auch Morgan Stanley dem Bärenlager an: Die Bank geht davon aus, dass der Dollar-Index bis Ende dieses Jahres um bis zu 6 Prozent fallen könnte.

In diesem Sinne haben die US-Arbeitsmarktdaten für Investoren eine entscheidende Bedeutung. Die Prognose liegt bei 172.000 – die Zahl des Vormonats Februar war nicht weniger als eine Katastrophe mit 20.000 Stellen. Auch die durchschnittliche Stundenverdienstzahl wird voraussichtlich auf 0,3 Prozent sinken, gegenüber dem vorherigen Wert von 0,4 Prozent. Sollte die Zahl über 200.000 Stellen hereinkommen, wird der Dollar steigen,  liegt die Zahl unter 100.000, würde dies die dovishe Haltung der Fed bestätigen und den Dollar-Index schwächen.

Es ist jedoch unerlässlich, im Hinterkopf zu behalten, dass – wenn wir über den Dollar-Index sprechen – dies in einem größeren Kontext gesehen werden muß: Betrachtet man die aktuelle wirtschaftliche und geopolitische Situation in Großbritannien, der EU und Japan, so erscheinen die USA als ein sehr attraktiver Investitionsstandort. Das erklärt, warum wir nicht so viel Schwäche beim Dollar gesehen haben.

Betrachten wir zum Beispiel die Jahres-Performance von Gold, so liegt sie nur bei +0,56 Prozent, und das trotz der Tatsache, dass es einen großen Unterschied in der aktuellen Haltung der Fed im Vergleich zu dem gibt, was sie zu dieser Zeit im vergangenen Jahr dachte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nur eine deutliche Verbesserung des durchschnittlichen Stundenverdienstes und der US-NFP-Zahl den aktuellen geldpolitischen Kurs der Fed ändern würde. Der Dollar könnte fallen, wenn die Zahlen schwach sind, aber es ist wichtig zu bedenken, dass die wirtschaftliche Situation in Europa dramatisch ist, das Vereinigte Königreich mit dem Brexit-Chaos konfrontiert ist und die Bank of Japan bislang vergeblich darum kämpft, die Lage nachhaltig zu verbessern.

 

Naeem Aslam, häufiger Studiogast etwa bei CNBC

 

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