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Wells Fargo-Skandal: Der „Ich wusste von gar nichts“ CEO geht sofort in Rente

Der Wells Fargo-Skandal zieht immer weitere Kreise. Der Chef John Stumpf tritt per sofort zurück und geht direkt in Rente. Frage: Wie hoch ist sein "Rentenpaket"? Immerhin wurden 5.300 kleine Filialmitarbeiter fristlos...

FMW-Redaktion

Der Wells Fargo-Skandal zieht immer weitere Kreise. Der Chef John Stumpf tritt per sofort zurück und geht direkt in Rente. Frage: Wie hoch ist sein „Rentenpaket“? Immerhin wurden 5.300 kleine Filialmitarbeiter fristlos entlassen, weil sie angeblich alle kriminell und ohne Wissen des Vorstands für bestehende Kunden 2 Millionen Zusatzkonten und Kreditkartenkonten eröffneten, um Vertriebsziele erfüllen zu können. Interessant auch: Die Posten des CEO + Chairman, die John Stumpf bisher in Personalunion inne hatte, werden nach seinem Ausscheiden auf zwei Personen verteilt. Was für ein Fortschritt! Aber genug der Häme. Was dürfte der Grund für Stumpf sein sich jetzt zu verabschieden, oder besser gesagt gegangen zu werden? Erst gestern wurde bekannt, dass es nun definitive Belege gibt, dass er möglicherweise vor dem US-Kongress unter Eid gelogen hat. Denn dem Bankvorstand war anscheinend schon 2005 bekannt, dass dieser Skandal in der Bank stattfand, und nicht erst 2011, wie er behauptete.

Gut, er kann immer noch sagen 2005 waren das Einzelfälle, die andere Vorstände bearbeitet haben. Aber warum in Rente gehen? Es mag von ihm aus gesehen der Versuch sein für weitere Anhörungen und eventuelle Strafverfahren schon mal Schönwetter zu machen, nach dem Motto „Schaut her, ich habe meine Verantwortung wahrgenommen, und bin abgetreten. Das muss doch wohl reichen als Buße, oder?“ Die Aktie von Wells Fargo stieg nachbörslich um 2%. Wird das neue Management jetzt Rentenbezüge und Optionen von Stumpf auch zurückhalten wie schon bei der ebenfalls zuständigen Carrie Tolstedt, die schon Wochen zuvor auf die Idee gekommen war sie könne sich leise in den Ruhestand verabschieden – aus den Augen, aus dem Sinn?

Wells Fargo im Original:


Wells Fargo & Company (NYSE: WFC) announced today that Chairman and Chief Executive Officer John Stumpf has informed the Company’s Board of Directors that he is retiring from the Company and the Board, effective immediately. The Board has elected Tim Sloan, the Company’s President and Chief Operating Officer, to succeed him as CEO, and Stephen Sanger, its Lead Director, to serve as the Board’s non-executive Chairman, and independent director Elizabeth Duke to serve as Vice Chair. Sloan also was elected to the Board.

Sloan’s appointment to CEO and election to the Board are effective immediately. He will retain the title of President.

Sanger said, “John Stumpf has dedicated his professional life to banking, successfully leading Wells Fargo through the financial crisis and the largest merger in banking history, and helping to create one of the strongest and most well-known financial services companies in the world. However, he believes new leadership at this time is appropriate to guide Wells Fargo through its current challenges and take the Company forward. The Board of Directors has great confidence in Tim Sloan. He is a proven leader who knows Wells Fargo’s operations deeply, holds the respect of its stakeholders, and is ready to lead the Company into the future.”

Stumpf, a 34-year veteran of the Company, joined Wells Fargo in 1982 as part of the former Norwest Bank, becoming Wells Fargo’s CEO in June 2007 and its chairman in January 2010.

“I am grateful for the opportunity to have led Wells Fargo,” Stumpf said. “I am also very optimistic about its future, because of our talented and caring team members and the goodwill the stagecoach continues to enjoy with tens of millions of customers. While I have been deeply committed and focused on managing the Company through this period, I have decided it is best for the Company that I step aside. I know no better individual to lead this company forward than Tim Sloan.”

Sloan said, “It’s a great privilege to have the opportunity to lead one of America’s most storied companies at a critical juncture in its history. My immediate and highest priority is to restore trust in Wells Fargo. It’s a tremendous responsibility, one which I look forward to taking on, because of the incredible caliber of our people, and the opportunity we have to impact the lives of our millions of customers around the world. We will work tirelessly to build a stronger and better Wells Fargo for generations to come.”



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5 Kommentare

  1. Wie wäre es denn, wenn man – ebenso bei der Deutschen Bank – die realen Täter in Privathaftung für ihr Handeln nehmen täte?

  2. Moin, moin,
    Nieten in Nadelstreifen. Was soll man dazu auch sagen. Wo liegt eigentlich deren fachliche Qualifikation? Er ist m.E. kein Einzelfall. Hafengesang überall aus den Führungsetagen. Mehr bleibt da auch nicht zu sagen.

  3. Ich bin mal gespannt, ob die Falschaussage unter Eid auch zu strafrechtlichen Konsequenzen führt.
    Oder sind die etwa nicht zu erwarten?

  4. Ich bin der Meinung und auch davon überzeugt, das die masse es einfach duldet. Es schmeisse niemand einen Stein der im Glashaus sitzt. Fast alle bringen es nur zu etwas, in dem sie Loyal bleiben und im Boot sitzten. Andere die etwas können, kommen erst garnicht in solche Positionen. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

    Grüße

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