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Wells Fargo-Skandal: Schnell aufräumen vor 2. Senatsanhörung bei Bonus, Abfindung etc

Wir haben in den letzten Tagen mehrmals über den hochinteressanten Fall bei Wells Fargo berichtet, dem größten Hausfinanzierer der USA, und einer der Top 5 Privatkundenbanken des…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wir haben in den letzten Tagen mehrmals über den hochinteressanten Fall bei Wells Fargo berichtet, dem größten Hausfinanzierer der USA, und einer der Top 5 Privatkundenbanken des Landes. Für bestehende Kunden hatten Bankberater jahrelang ohne deren Wissen zwei Millionen Konten und Kreditkartenkonten eröffnet, damit sie ihre eigenen Vertriebsziele überhaupt erfüllen konnten. Laut Wells Fargo-Chef John Stumpf gab es hierfür keinerlei Anweisungen oder Verkaufsdruck von oben. Es habe sich hierbei um die kriminellen Machenschaften der Mitarbeiter gehandelt. In diesem Zusammenhang wurden bereits 5.300 Mitarbeiter entlassen, meistens „kleine“ Angestellte in Filialen oder deren direkte Vorgesetzte.

In den USA sorgte die Tatsache in der Öffentlichkeit für grenzenlose Wut, dass die Direktorin des Privatkundengeschäfts von Wells Fargo Carrie Tolstedt sich im Juli offiziell in den Ruhestand verabschiedete mit einem Renten- und Abfindungspaket von sagenhaften 125 Millionen Dollar. Ihr Abschied habe laut der Bank natürlich rein gar nichts mit diesem Skandal zu tun, obwohl das alles in ihrem Ressort stattfand. In US-Medien wird Tollstedt teilweise schon als „der böse Schurke“ der Finanzbranche bezeichnet.

Nachdem CEO John Stumpf letzte Woche von Senatoren im Bankenausschuss des US-Senats öffentlich drastisch angegangen wurde, muss er dort morgen erneut vor dem Senat aussagen. Nachdem letzte Woche Senatorin Elizabeth Warren sogar offen das Wort „Kriminell“ gegenüber Stumpf ausgesprochen hatte, dürfte der Druck morgen weiter steigen. Strafrechtliche Ermittlungen die US-Justiz dürften auch bald anrollen, so darf man es eindeutig vermuten. Interessant wird nämlich der Email-Verkehr von Stumpf + Tollstedt sein in Sachen Vertriebsziele, und was man seinen Untergebenen in dieser Angelegenheit alles gemailt hat. Hey Leute, mehr verkaufen – wie ihr das schafft, ist eure Sache? Mag der Email-Verkehr so ausgesehen haben?

Wie auch immer. Bei Vorstand + Aufsichtsrat von Wells Fargo liegen die Nerven wohl jetzt schon blank. Deswegen entschied man sich jetzt ganz kurz vor der zweiten Senatsanhörung in die Image-Offensive zu gehen. So hat man ein Statement veröffentlicht, dass man seitens des Aufsichtsrats eine externe Firma mit der Prüfung der Vorfälle beauftragt habe. John Stumpf werde sich bei dieser Prüfung raushalten. Auch schreibt die Bank, dass die Vorstände der Bank für das Jahr 2016 auf ihren Bonus verzichten würden (gibt es dann 2017 einen doppelten Bonus?). John Stumpf selbst verzichtet während der gesamten Prüfungsdauer auf sein Gehalt sowie auf Vergütungen in Form von Aktien in Höhe von 41 Millionen Dollar.

Naja, der gute Man wird wohl vorher schon derart viel verdient haben, dass er nicht arm sterben wird. laut WSJ würde er mit dem Verzicht dieser 41 Mio 1/4 dessen verlieren, was er in seiner gesamten Laufbahn bei Wells Fargo (35 Jahre) verdient hat. Und Carrie Tolstedt, die Hauptakteurin in der Sache, von der man nichts hört und sieht? Wells Fargo schreibt sie habe mittlerweile auch offiziell die Bank verlassen. Ihre Abfindung werde gestrichen. Sie habe auch auf Vergütungen in Form von Aktien in Höhe von 19 Millionen Dollar verzichtet. Auch werde sie auf die Ausübung ihr zustehender Aktienoptionen verzichten, solange die Untersuchung laufe. Das heißt was? Dann bleiben ihr aus ihrem „Rentenpaket“ immer noch wie viel Dollar übrig? 50, 70, 90 Millionen?

Morgen kommt der US-Senatsausschuss für Bankangelegenheiten endlich zum Kernpunkt des Skandals, jenseits von Bonuszahlungen. Behandelt wird dann nämlich die Frage, ob Wells Fargo seinen Mitarbeitern schlicht und einfach zu hohe Vertriebsziele aufgedrückt hat, wodurch sie gezwungen waren solche Praktiken zu ergreifen. Das ist der Kern des Problems, dass auch in Deutschland so ziemlich jede Bank hat. Der Aktionär, der Vorstand, alle wollen jährlich ein Wachstum sehen bei der Anzahl der Konten, der Anzahl der abgeschlossenen Geldanlageprodukte, bei der Bilanzsumme, beim Gewinn. Nur was ist, wenn man sich mit der Konkurrenz über einen nicht mehr wachsenden Markt streitet? Wie sollen die Filialmitarbeiter jährlich steigende Vertriebsvorgaben erfüllen? Man sieht ja, wie man dieses Problem in den USA gelöst hat. Und wie wurde es in Deutschland gelöst? Interessiert sich die deutsche Finanzaufsicht für dieses Thema?

Hier der Originialtext der aktuellen Veröffentlichung von Wells Fargo:


The Independent Directors of the Board of Directors of Wells Fargo & Company (NYSE: WFC) today announced that they have launched an independent investigation into the Company’s retail banking sales practices and related matters. A Special Committee of Independent Directors will lead the investigation, working with the Board’s Human Resources Committee and independent counsel Shearman & Sterling LLP. Chairman and CEO John Stumpf, a member of the Board, has recused himself from all matters related to the Independent Directors’ investigation and deliberations.

The Independent Directors have taken a number of initial steps they believe are appropriate to promote accountability at the Company. They have agreed with Mr. Stumpf that he will forfeit all of his outstanding unvested equity awards, valued at approximately $41 million based on today’s closing share price, and that he will forgo his salary during the pendency of the investigation. In addition, he will not receive a bonus for 2016. Carrie Tolstedt, until recently Head of Community Banking, has left the Company, and the Independent Directors have determined that she will forfeit all of her outstanding unvested equity awards, valued at approximately $19 million based on today’s closing share price. Ms. Tolstedt will not receive a bonus for 2016 and will not be paid severance or receive any retirement enhancements in connection with her separation from the Company. She has also agreed that she will not exercise her outstanding options during the pendency of the investigation. These initial actions will not preclude additional steps being taken with respect to Mr. Stumpf, Ms. Tolstedt or other executives as a consequence of the information developed in the investigation.

Stephen Sanger, Lead Independent Director, said, “We are deeply concerned by these matters, and we are committed to ensuring that all aspects of the Company’s business are conducted with integrity, transparency, and oversight. We will conduct this investigation with the diligence it deserves — and will follow the facts wherever they lead. Our thousands of outstanding team members and millions of loyal customers and shareholders deserve no less. Based on the results of the investigation, the Independent Members of the Board will take such other actions as they collectively deem appropriate, which may include further compensation actions before any additional equity awards vest or bonus decisions are made early next year, clawbacks of compensation already paid out, and other employment-related actions. We will proceed with a sense of urgency but will take the time we need to conduct a thorough investigation. We will then take all appropriate actions to reinforce the right culture and ensure that lessons are learned, misconduct is addressed, and systems and processes are improved so there can be no repetition of similar conduct.”

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Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Aktuell: Grenke veröffentlicht ausführliche Stellungnahme

Claudio Kummerfeld

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Die Grenke AG (notiert im MDax) ist seit Tagen massiv unter Beschuss nach harten Manipulationsvorwürfen a la Wirecard (wir berichteten). Nachdem man die Vorwürfe bereits zurückwies, erfolgt ganz aktuell eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens. Hier zeigen wir die wichtigsten Passagen im Wortlaut. Vorab noch die Info, dass Grenke heute beschlossen hat, dass man ein Sondergutachten beim Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gibt, welches die massiven Vorwürfe entkräften soll. Nun geht es aber los, mit ausgewählten Passagen aus dem aktuellen Text von Grenke (hier in voller Länge).

Headline-Aussage:

Die GRENKE AG, globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, weist auch nach genauer Prüfung des 64-seitigen Berichts von “Viceroy Research” die darin erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet. Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG: „Die Behauptungen in dieser sogenannten Analyse entbehren jeder Grundlage. Wir verwehren uns gegen jeglichen Vergleich mit Wirecard. Die Anschuldigungen eines Leerverkäufers, der mit dem von ihm ausgelösten Kursverfall Geld verdient, sind ein Schlag ins Gesicht unserer über 1.700 Mitarbeiter, unserer 40.000 Händler und unserer langfristig orientierten Aktionäre.“

Entscheidend – Vorwurf zu fehlenden Geldern:

Viceroy behauptet ferner, dass ein substanzieller Anteil von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1.078 Mio. Euro liquiden Mitteln nicht existiere. Diese Behauptung – einer der zentralen Vorwürfe von Viceroy – ist frei erfunden. 849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank – wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Am 15.9.2020 betrug das Guthaben bei der Bundesbank, wie bereits mitgeteilt, 761 Mio. Euro. Die Differenz von rund 20 Prozent befindet sich überwiegend auf Konten bei deutschen Großbanken.

Zum Franchise:

Viceroy unterstellt, dass die Franchise-Akquisitionen von GRENKE in der vergangenen Dekade mit nicht offengelegten verbundenen Parteien stattgefunden hätten und diese Beziehungen hätten offengelegt werden müssen. Das ist falsch.

Die GRENKE AG betont zudem, dass unter den Geschäftsführern der Franchise-Unternehmen durchaus ehemalige GRENKE-Mitarbeiter sind, diese aber alle spätestens mit Aufnahme ihrer Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der Franchise-Unternehmen keine Rolle im GRENKE Konzern mehr innehatten.

Viceroy behauptet zudem, die von Grenke akquirierten Franchise-Unternehmen hätten keinen reellen und tangiblen Wert und seien „underperforming“. Dennoch tauchten sie in den Büchern des Konzerns mit Goodwill auf.

Dazu erläutert GRENKE: Die Franchise-Unternehmen werden gerade deshalb nach vier, fünf oder sechs Jahren akquiriert, weil sie dann schon ein gutes Händlernetz aufgebaut und gleichzeitig viel Potenzial haben. Es ist völlig normal, dass die Franchise-Unternehmen zum Zeitpunkt des Verkaufs als wachsende Start-ups noch Verluste machen.

Geldwäsche:

Viceroy stellt außerdem die Wirksamkeit der Geldwäsche-Prävention bei GRENKE in Frage. Als vermeintlicher Beleg dafür wird angeführt, dass drei GRENKE-Bank-Kunden Geldwäsche über ihre Konten bei der GRENKE Bank hätten betreiben können, obwohl die BaFin bereits rechtlich gegen sie vorging. Auch dieser Vorwurf ist falsch: Die regulatorisch vorgeschriebenen Prozesse für „Know your customer“ (KYC) und Anti-Money-Laundering (AML) werden bei GRENKE vollumfänglich umgesetzt und regelmäßig überprüft. Als KYC-Tool nutzt GRENKE ein leistungsfähiges System, das dem Branchenstandard entspricht und unter anderem von einer dreistelligen Zahl von Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls einsetzt wird.

Zentrale von Grenke
Firmengelände des Unternehmens. Foto: © GRENKE AG

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Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

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Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

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