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Weltgrößter Öl-Ausrüster mit tollen Non GAAP-Zahlen: Nebenbei kauft man trotz Sanktionen den größten russischen Anbieter

Der weltgrößte Öl-Ausrüster Schlumberger hat heute seine Quartalszahlen vermeldet. Wie auch bei anderen Unternehmen sehen die tatsächlichen Zahlen alles andere als gut aus. Aber was täte man nur ohne die…

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FMW-Redaktion

Der weltgrößte Öl-Ausrüster Schlumberger hat heute seine Quartalszahlen vermeldet. Wie auch bei anderen Unternehmen sehen die tatsächlichen Zahlen alles andere als gut aus. Aber was täte man nur ohne die alternative Betrachtungsweise „Non GAAP“, wo man „Sonderposten“ herausrechnen kann, wodurch die Zahlen deutlich besser aussehen.

So auch heute bei Schlumberger. Der Umsatz steigt binnen eines Jahres von 7,2 auf 7,5 Milliarden Dollar im 2. Quartal 2017. Aus einem Verlust von satten 1,56 Dollar pro Aktie vor einem Jahr wird heute ein Verlust von 0,05 Dollar pro Aktie. Bereinigt mit der Non GAAP-Betrachtung wird aber aus einem Vorjahresgewinn von 0,23 Dollar heute ein Gewinn von 0,35 Dollar pro Aktie. Also alles bestens!

Auch gibt die Firma heute Überraschendes bekannt. Man kauft 51% des größten russischen Branchenführers Eurasia Drilling. Ein Preis wurde nicht genannt. Man erwähnt, dass man für den Kauf noch die Zustimmung der russischen Kartellbehörde benötige. Von einer Zustimmung der US-Behörden wird aber nichts erwähnt. Das wirkt aber mehr als merkwürdig.

Denn seit 2014 laufen die westlichen Sanktionen gegen Russland aufgrund der Ukraine-Krise. Daher wäre es Schlumberger verboten Technologie für die Ölindustrie nach Russland zu liefern. Aber ein Kauf des größten Anbieters der Branche aus Russland soll glatt durchgehen? Im Jahr 2015 scheiterte der erste Kaufversuch eines Minderheitsanteils schon einmal. Aber diesmal ist Donald Trump Präsident, und der ehemalige Exxon-Chef Rex Tillerson ist Außenminister.

Es dürfte wohl kein Zufall sein, dass Schlumberger es gerade jetzt nochmal versucht. Man darf wohl vermuten, dass man genau darauf pokert, dass der Ölmann Tillerson die Angelegenheit „durchwinkt“. Das ist eine pikante Nummer, denn wenn Schlumberger die Mehrheit an Eurasia erwirbt, ist es doch so gut wie sicher, dass neueste Technologie von Schlumberger auch in russischen Fördergebieten zum Einsatz kommt. Aber die offensive Art der Veröffentlichung scheint dafür zu sprechen, dass man sich wegen der Sanktionen keine Sorgen macht.

Und Wladimir Putin? Dem dürfte jedes Zeichen von ausländischen Investitionen gelegen kommen als Zeichen dafür, dass die westliche Privatwirtschaft anders als die westliche Politik auf Russland setzt! Es wäre in der Ölbranche der erste Kauf eines US-Konzerns in Russland seit dem Start der Sanktionen!


Die Schlumberger-Zentrale in Houston, Texas. Foto: WhisperToMe / Gemeinfrei

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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