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Welthandel: Erholung im 4.Quartal? Eher nicht

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Wird sich der Welthandel und damit die Weltwirtschaft im 4.Quartal erholen? Bislang waren die Finanzmärkte davon ausgegangen, dass die Weltwirtschaft nach einer Delle dann im 4.Quartal wieder an Fahrt gewinnen wird. Heute hat die Welthandelsorganisation WTO neue Zahlen zum Welthandel präsentiert, das sogenannte „Goods Trade Barometer“. Dieses Barometer zeigt zwar einen leichten Anstieg (96,6) im Vergleich zu den letzten Zahlen aus dem August diesen Jahres (95,7), bleibt aber unter dem Trendwachstum, das bei 100 liegt.

Folgende Grafik zeigt die abnehmende Wachstums-Dynamik im Welthandel – im 3.Quartal lag der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresquartal nur noch bei 0,2% (im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch +3,5%):

Stabilisierungen sind erkennbar in den Bereichen Exportaufträge (97.5), Autoprodukte (99.8) und container shipping (100.8) – während Internationaler Flugzeugtransport (93.0), Elektrokomponenten (88.2) und Roh-Materialien (91.4) weiter nach unten tendieren:

Der Welthandel und seine Sektoren

Elektronikkomponenten sind derzeit im Welthandel im freien Fall

(Alle Grafiken: WTO)

Die schwache Zahl bei den Elektronikkomponenten ist besonders interessant, denn zu dieser Kategorie gehören auch Halbleiter, also faktisch Chips für Desktop-Computer, Smartphones etc. Sieht man sich an, wie in diesem Jahr diese Halbleiter-Werte an den Börsen bewertet werden (mit einem Anstieg von über 50% seit Jahresbeginn), so kommt der begründete Verdacht auf, dass die Märkte gelegentlich an der Realität vorbei Bepreisungen vornehmen:

 

So oder so: die besonders stark betroffenenen Sektoren dürften vor allem von den Zöllen belastet worden sein, wie die WTO vermutet („possibly reflecting recent tariff hikes affecting the sector“). Die Organisation hatte erst im September ihre Wachstumsprognosen für den Welthandel im Jahr 2019 deutlich gesenkt: im April ging man noch von +2,6% im Vergleich zum Vorjahr aus, im September dann nur noch von +1,2%. Der Grund aus Sicht der WTO: abnehmendes Wachstum der Wirtschaft, mehr und mehr Zölle, Brexit-Unsicherheit und – man höre und staune – die dovishe Wende der Notenbanken („substantial deceleration to slowing economic growth, increased tariffs, Brexit-related uncertainty, and the shifting monetary policy stance in developed economies“).

Insgesamt also sieht man in einigen Bereichen eine Stablisierung oder gar Verbesserung (vor allem im Container-Bereich), aber auch das vierte Quartal dürfte keine substantiellen Verbesserungen bringen, wie die WTO formuliert:

„The latest barometer reading suggests that goods trade will likely remain below trend in the third quarter and into the fourth quarter“.

Aber vielleicht geschehen ja doch noch Wunder – an den Aktienmärkten jedenfalls scheint man an das Wunder nach wie vor und unabhängig von jeder Evidenz zu glauben. Besonders drastisch sichtbar vor allem sichtbar im SOX (Philadelphia Semiconductor Index), der auf einem Allzeithoch handelt, während das faktische Handelsvolumen in diesem Bereich weiter im freien Fall ist..

Der Welthandel wird auch im vierten Quartal unter seinem Trend bleiben

 

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Aktuell: US-Verbraucherstimmung Uni Michigan besser – wegen der Aktienhausse!

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Die US-Verbraucherstimmung Uni Michigan (1.Veröffentlichung für Dezember) ist mit 99,2 besser ausgefallen als erwartet (Prognose war 97,0; Vormonat war 96,8).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei 115,2 (Prognose war 112,4; Vormonat war 111,6)

Die Konsumentenerwartung liegt bei 88,9 (Prognose war 88,0; Vormonat war 87,3)

Dazu schreibt Richard Curtin, der die Umfrage verantwortet: Die Wohlhabenden freuen sich über die Rekorde an der Wall Street!

„Consumer sentiment rose to the upper end of the favorable range it has traveled since the start of 2017. The Sentiment Index has averaged 97.0 in the past three years, the highest sustained level since the all-time record in the Clinton administration. Nearly all of the early December gain was among upper income households, who also reported near record gains in household wealth, largely due to increased stock prices. Indeed, among households with incomes in the top third of the distribution, their overall assessment of their current finances was the third highest in the past twenty years. These gains were aided by declining inflation expectations, with long term inflation expectations returning to an all-time low.

While impeachment has dominated the media, virtually no consumer spontaneously mentioned impeachment in response to any question in early December–just 1%. Nonetheless, the data indicate the strong impact of partisanship on economic expectations, which has widened in the past few months. Moreover, the gap has grown considerably in the past decade. The average gap between Democrats and Republicans was 18.7 points in the Obama administration and 41.6 points since Trump took office. Importantly, the views of Independents closely track the overall Sentiment Index, with a mean of 96.6 versus 97.0 for all consumers (see the chart). While the implications of the economic expectations of Democrats and Republicans are clearly exaggerated, the Independents, who represent the largest group and are less susceptible to maintaining partisan views, hold very favorable expectations, indicating the continuation of the expansion based on consumer spending.“

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US-Arbeitsmarktdaten im Detail: GM-Streikende hilft, nur Dienstleistungen liefern neue Stellen

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Die US-Arbeitsmarktdaten wurden vorhin veröffentlicht mit 266.000 neuen Stellen im November, was deutlich besser war als erwartet (180.000 Stellen). Bezüglich der Gesamtzahl von 266.000 neuen Stellen gab es 12.000 neue Jobs beim Staat. Somit gibt es 254.000 neu geschaffene Stellen im US-Privatsektor. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden insgesamt 48.000 Stellen hinzugefügt. Im Untersektor Bergbau lag die Veränderung genau bei -7.000. Auf dem Bau wurden 1.000 neue Stellen geschaffen. Die Industrie schuf 54.000 neue Stellen. Aber halt! Dazu muss man erwähnen, dass das Streikende bei General Motors alleine rechnerisch 50.000 von diesen 54.000 neuen Stellen ausmacht. Dies sind also keine wirklich neuen Jobs! Dennoch sind insgesamt 266.000 neue Stellen eine so gute Zahl, dass derzeit wirklich alle Beobachter in den USA positiv überrascht sind – auch wenn man den GM-Effekt herausrechnet!

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

US-Arbeitsmarktdaten im Detail

Verbleiben 206.000 neu geschaffene Arbeitsstellen im US-Dienstleistungssektor. Die Einzelhandelsbranche bringt nur 2.000 neue Stellen unterm Strich. Während 17.800 Stellen in Bekleidungsgeschäften verloren gehen, können Kaufhäuser und große Supermärkte mit 21.900 neuen Stellen zulegen (Black Friday Effekt?). Auch Kurierdienste und Lagerhäuser legen um 13.100 Stellen zu (Amazon-Effekt zum Black Friday?).

Der Sektor „Professional and business services“ bringt mit vielen einzelnen Berufen 38.000 neue Stellen. „Bildung und Pflege“ bringt 74.000 neue Stellen, wobei alleine der Pflegesektor davon 60.000 Stellen liefert. „Freizeit und Bewirtung“ ist mit 45.000 neuen Jobs dabei, von denen 25.300 durch neue Kellner-Jobs entstanden sind. Ein vereinfachtes Fazit: Ohne die buchhalterische Hinzufügung der nicht mehr streikenden GM-Arbeiter hätte die Industrie gar nichts beigetragen. De facto kommen die neuen Stellen alle aus dem Dienstleistungssektor – und der zeigt sich stark in vielen Einzelbereichen.

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Aktuell: US-Arbeitsmarktdaten deutlich besser

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Die US-Arbeitsmarktdaten (November) sind mit 266.000 neuen Stellen deutlich besser ausgefallen als erwartet (Prognose war 180.000 neue Stellen – die beiden Vormonate wurden um insgesamt 41.000 Stellen nach oben revidiert).

Die US-Stundenlöhne liegen bei +0,2% zum Vormonat und bei +3,1% zum Vorjahresmonat (Prognose war +0,3% zum Vormonat und +3,0% zum Vorjahresmonat; Vormonat war +0,2% und +3,0%).

Die US-Arbeitslosenquote liegt bei 3,5% (niedrigster Stand seit 50 Jahren; Prognose war 3,6%; Vormonat war 3,6%).

Die Beteiligungsquote liegt bei 63,2% (Prognose war 63,3%; Vormonat war 63,3%).

In einem Folgeartikel werden wir die Daten genauer analysieren..

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