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Welthandel in Bewegung: Argentinien, Afrika, China, EU, USA

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Durch Donald Trumps Aktionen ist der Welthandel in Bewegung gekommen. Aber genau so wanken derzeit diverse Schwellenländer, weil die US-Notenbank die Zinsen immer weiter anhebt. Das sorgt für einen mächtigen Kapitalsog Richtung USA, welcher die Schwellenländer mehr als nur schwächeln lässt. Aber auch ohne die Faktoren Trump und Fed kommt einiges in Bewegung im Welthandel. Hier drei Beispiele, was sich aktuell tut.

China und Afrika

Schauen wir uns mal an, was China gestern auf einem Kongress mit afrikanischen Staaten verkündet hat. So will China wie in den letzten drei Jahren auch in den nächsten drei Jahren erneut 60 Milliarden Dollar nach Afrika pumpen, über Investitionen, Hilfen und Kredite. Auch sollen teilweise Schulden erlassen werden. Und dies, so Präsident Xi, ohne Bedingungen. Na ja… wer es glaubt… China wird kein Geld verschenken.

Und die Investitionen in Afrika tätigt man auch nicht als reiner Nächstenliebe. Genau wie Amerikaner und Europäer zielen die Chinesen im Ausland auf Rohstoffe uns Abstatzmärkte. Aber im Gegensatz zum Westen, der noch schläft, vereinnahmen sich die Chinesen Afrika in großen Schritten. Über Handelsabkommen, Kredite, Investitionen uvm werden Abhängigkeiten geschaffen. Wer zuerst da ist, bekommt den Zugang zum Markt – so einfach kann man wohl Chinas Strategie in Sachen Afrika beschreiben.

Laut Xi sollen chinesische Unternehmen zunehmend in Afrika in Sektoren investieren wie Energie, Telekommunikation, Infrastruktur und Transport. Auch sollten Chinas Unternehmen in Afrika produzieren – ferner will man zukünftig auch Lebensmittel nach Afrika exportieren, und Bauern vor Ort bei der Optimierung ihrer Ernten helfen. Afrikanischen Unternehmen solle es erleichtert werden in China Kredite aufzunehmen. All das schafft Abhängigkeiten. Wie gesagt: USA und EU wären da kaum besser mit ihren wirtschaftlichen Interessen – nur ist China eben zuerst am Drücker.

EU will USA beruhigen

Offenbar will man in Brüssel alles tun um weitere US-Zölle gegen europäische Produkte (vor allem Autos) zu verhindern. So will die EU-Kommission mehr Importe von US-Rindfleich zulassen, und dafür Import-Kontingente anderer Länder senken. So steht es in einer aktuellen Veröffentlichung der EU-Kommission. So eine Nachricht kann Donald Trump natürlich wunderbar bei seinen Landwirten im Mittelwesten präsentieren. Unter seinem Druck gibt die EU nach.

Und in der Tat, das ist es ja auch. Trump macht Druck, Juncker weicht zurück – wenn auch in kleinen Schritten. Zunächst einmal geht es um eine Bitte der EU-Kommission an die Mitgliedsstaaten, dass man diese Importquoten zu Gunsten der USA verschiebt. Seit neun Jahren dürfen maximal 45.000 Tonnen Rind in die EU importiert werden – aber auch nur, wenn es beispielsweise keine Wachstumshormone enthält, wie sie in den USA in der Regel verwendet werden.

Die Kommission schreibt sogar offiziell, dass die EU mit diesem Angebot Richtung USA Spannungen im aktuellen Handelsstreit abbauen wolle. Was für ein Zeichen ist das, wenn man ohne Not freiwillig weitere Zugeständnisse anbietet? Es ist ein Zeichen der Schwäche! Hat Angela Merkel Druck bei Juncker gemacht vor lauter Angst vor Auto-Importzöllen der USA? Verlieren bei so einer Verschiebung der Rindfleisch-Importquoten werden demnach andere ausländische Exporteure, die weniger Richtung EU verschiffen dürfen.

Argentinien

Argentinien ist arg angeschlagen. Die neue IWF-Hilfe über 50 Milliarden Dollar beginnt gerade erst. Und die Regierung muss und will kräftig einsparen, und muss auch die Einnahmeseite hochfahren. Nur wie macht man das? Präsident Macri hatte diverse Beschränkungen und Steuern der Vorgänger-Regierung abgeschafft, und damit eine Zeit lang das Vertrauen der Märkte ein ein frei zugängliches Argentinien zurück gewonnen.

Aber nun weiß Macri nicht mehr weiter. Er führt eine Steuer auf argentinische Exportwaren wieder ein. Alle Güter, die ins Ausland verkauft werden, sollen mit 10% Steuer versehen werden. Das soll 6,5 Milliarden Dollar pro Jahr in die Staatskasse spülen. Diese Steuer sei laut Macri ein Beitrag der Exporteure zur Überwindung der derzeitigen Krise im Land. Er sagte auch, dass diese Steuer sehr schlecht sei – aber es gebe aktuell nun mal einen Notstand im Land.

Das Standard-Muster der IWF-Kredite scheint sich zu wiederholen. Die Regierung des „Partner-Landes“ muss ihre Ausgaben stark kürzen, Steuern erhöhen uvm, um die Vorgaben des IWF zu erfüllen. Nur dann fließen auch die Kredite des IWF, und nur so kann das Land wohl auch die Kredite zurückzahlen. Den Preis zahlen Bevölkerung und Wirtschaft, und Länder wie Argentinien drohen damit erneut jahrelang in einer Art Depression zu verfallen, weil die Nachfrager keine Kaufkraft haben, woraus ein Wirtschaftswachstum entstehen könnte. Den selben Fehler machte die Eurogruppe in den letzten Jahren mit Griechenland – das hatte Ex-Eurogruppen-Chef Dijsselbloem gerade erst eingestanden.

Welthandel - Containerschiffe
Welthandel: Containerschiffe in der Bucht von San Francisco.

8 Kommentare

8 Comments

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    Kritisch on fire

    4. September 2018 09:57 at 09:57

    Vielleicht ein wenig sarkastisch!
    Die EU sollte CHINA auf Händen tragen, denn mit deren Politik der Unterstützung am afrikanischen Kontinent könnte dieser so furchtbare Flüchtlingsstrom nach Europa eingedämmt werden.
    So, jetzt aber meine subjektive Meinung!
    Meiner Meinung nach macht das China nicht uneigennützig aber ist zumindest so schlau, dass man sich als Helfende Hand in den Köpfen der Afrikaner festsetzt, was in Zukunft, nach wirtschaftlichem Aufschwung am schwarzen Kontinent wohl keine Nachteile für die chinesische Wirtschaft nach sich ziehen wird. Und in der EU?
    Meine Überzeugung dazu lautet: Fördert EU-Unternehmen für die Gründung von Betrieben oder Joint Ventures in Afrika. Bildet Afrikaner in diesen Unternehmen aus. Schafft so weit wie möglich Rechtssicherheit in diesen Ländern auf Basis bilateraler Verträge, etc, etc. Aber, bitte, bitte hört endlich auf mit der Gießkanne Gelder unkontrolliert zu verteilen um das eigene Gewissen zu beruhigen und den EU-Bürgern etwas zu „verkaufen“ was nichts wert ist.

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      tm

      4. September 2018 10:34 at 10:34

      „mit deren Politik der Unterstützung am afrikanischen Kontinent könnte dieser so furchtbare Flüchtlingsstrom nach Europa eingedämmt werden“

      Leider nicht. Steigender Wohlstand führt zunächst nicht zu weniger, sondern zu mehr Migration. Es sind nicht die Bauern in Subsistenzwirtschaft, die noch nie eine Schule besucht haben, die sich auf den Weg nach Europa machen. Migration erfordert zumindest ein gewisses Niveau an Bildung, Flexibilität und Vermögen.

      Gibt es zahlreiche Artikel zu. Hier schon von 2015:
      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/einwanderung-aus-afrika-mit-dem-wohlstand-kommen-die-fluechtlinge-13856864.html

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        Kritisch on fire

        4. September 2018 11:00 at 11:00

        @tm!
        Bei aller Wertschätzung ihrer Meinung. Die aktuelle Flüchtlingssituation zeigt doch eindeutig, dass die Ärmsten der Armen und vornehmlich junge, ungebildete Männer übers Mittelmeer kommen. Wenn man den FAZ Kommentar liest schreibt man dort ziemlich genau das was ich meine. Es kann durchaus sein, dass nach Erreichen einer gewissen Stabilität gebildetere Menschen nach Europa kommen. Mit diesen könnte ja auch die Wirtschaft in Europa wesentlich mehr anfangen. Fest steht aber, dass nur gezielte, strukturierte Hilfe vor Ort die Lösung sein kann und nicht, wie von den populistischen, nationalen Strömungen geforderte Abschottung und Grenzschließung das Problem lösen wird.

        • Avatar

          Wolfgang M.

          4. September 2018 11:21 at 11:21

          @Kritisch on fire. Glauben Sie wirklich, dass die Ärmsten der Armen nach Europa kommen? Diese armen Menschen, von denen es weltweit immer noch hunderte Millionen gibt, müssen mit 2 $ pro Tag auskommen. Wie soll da eine Flucht möglich sein, wenn Schleuser 1000 $ pro Flüchtling für die verbrecherische Überfahrt verlangen? Allein die Zahlen der Schleusereinnahmen von der Türkei nach Griechenland 2015/16 schockieren, angesichts der Dimensionen dieses Menschenhandels. Es kommen in unserem Sinne arme Menschen, aber die Ärmsten der Armen sterben an Hunger und Krankheiten.
          Gruß

        • Avatar

          tm

          4. September 2018 11:30 at 11:30

          Vieleicht reden wir hier aneinander vorbei, weil wir ein unterschiedliches Verständnis davon haben, wer die „Ärmsten der Armen“ sind und was ich mit „gewisser Bildung“ meine. Die Reise bis ans Mittelmeer und die Überfahrt kosten viel Geld. Das können sich die allerärmsten Menschen gar nicht leisten. Die Menschen sind natürlich für unsere Begriffe dennoch arm, aber nicht hungernd/unterernährt. Und die sind nicht so gebildet, wie es für unseren Arbeitsmarkt hilfreich wäre, aber mehr als der afrtikanische Bauer, der täglich ums Überleben kämpft.

          https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/das-ifw-in-den-medien/2017/november/mit-steigendem-einkommen-nimmt-die-migration-zu/

          https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/studie-zu-fluchtursachen-mehr-wohlstand-fuehrt-nicht-zu-weniger-migration-31109204
          “ Dieser Frage ist das Washingtoner Center for Global Development (CGD) in einer aktuellen Studie nachgegangen – mit bemerkenswerten Ergebnissen. Danach führen wachsender Wohlstand, bessere Bildung und geringere Kindersterblichkeit keineswegs automatisch zu einem Rückgang der Wanderungsbewegungen. Im Gegenteil bringt ein höherer Lebensstandard in armen Ländern zunächst einmal steigende Auswanderungszahlen mit sich. Demnach trüge die „Bekämpfung von Fluchtursachen“ faktisch zu mehr Migration bei anstatt sie zu begrenzen.“

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            Kritisch on fire

            4. September 2018 18:59 at 18:59

            „Je weniger Kinder vor ihrem fünften Geburtstag in einem Land sterben, desto mehr Menschen wandern aus“. Auszug aus BERLINER ZEITUNG!
            Einen zynischeren Satz im Zusammenhang mit Bekämpfung von Immigration habe ich überhaupt noch niemals gelesen!
            Wenn man so in der westlichen Welt denkt und nach den sog. „Studien“ verfährt liegt der Schluss nahe, dass:
            Keine Hilfe für den Ausbau der Wirtschaft und die Ausbildung.
            Keine Unterstützung zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge.
            Keine Aufklärung und Unterstützung zum Thema Verhütung.
            Etc. etc.
            Also, Grenzen mit Unterstützung des Militärs dicht machen und weiterhin die Bodenschätze des schwarzen Kontinents ohne Rücksicht auf deren Bevölkerung und Natur ausbeuten. Die sollen doch schauen wo sie bleiben und haben eben einfach Pech gehabt, dass sie auf diesem Kontinent georen wurden!
            Ich sage damit nicht, dass es eine einfache Aufgabe ist, halte es aber für unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit alles dafür zu tun, dass dieser Wahnsinn endlich aufhört.

          • Avatar

            tm

            5. September 2018 09:00 at 09:00

            Naja, wenn das die Tatsachen sind, kann das zynisch sein? Es gibt nun einmal einen Zusammenhang zwischen Kinderzahl und Migration.

            Der Schluß, den Sie daraus ziehen, der ist zynisch. Ich halte es sowohl moralisch wie auch ökonomisch geboten, in Afrika zu investieren. Afrika ist das neue Asien. Ändert aber nichts daran, dass dies die Migration zunächst verstärken wird.

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    Denker

    4. September 2018 10:09 at 10:09

    Seit Ernst Wolf weiß man doch was dahintersteckt….
    Das Ponzischema muß sich weiterdrehn.

    Weltmacht IWF: Chronik eines Raubzugs | Ernst Wolff | ISBN: 9783828833296

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Warum eine Stagflation sehr gefährlich wäre

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Containerterminal - Symbol für den Welthandel - eine Stagflation droht

Durch die Coronavirus-Epidemie droht den großen Volkswirtschaften eine Kombination aus stagnierender Wirtschaftsleistung und steigenden Preisen – die Stagflation. Warum sie so gefährlich ist und warum die Notenbanken in diesem Fall kaum Handlungsspielräume hätten.

Die Weltwirtschaft kühlt sich bereits merklich ab – eine Stagflation käme zur Unzeit

Belastet durch die teilweise Rückabwicklung der Globalisierung im Zuge der diversen Handelsstreitigkeiten sowie die globale Überschuldung hat sich das Weltwirtschaftswachstum bereits merklich abgekühlt. Nach noch 3,8 Prozent globalem Wachstum im Jahr 2017 waren es im Folgejahr, trotz massiver Steuerstimuli in den USA und ultralockerer Geldpolitik weltweit, nur noch 3,6 Prozent Wachstum. Im vergangenen Jahr brach die Expansionsrate dann auf 3,0 Prozent ein, vor allem wegen des Handelskriegs zwischen den USA und China sowie den Schuldenkrisen in diversen Schwellenländern (z. B. in Argentinien, der Türkei, Brasilien, Chile, Venezuela, etc.).

Für dieses Jahr hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen gemäß dem World Economic Outlook aus dem Februar bereits von 3,4 auf 3,0 Prozent abgesenkt. Doch der IWF behält sich weitere Revisionen vor und die Schätzungen diverser Bankenökonomen aus Nordamerika und Europa gehen mittlerweile nur noch von einer Wachstumsbandbreite zwischen 2,3 und 2,8 Prozent für das Gesamtjahr 2020 aus. Diese nochmalige Wachstumsabkühlung entspräche der geringsten Wirtschaftsdynamik seit der Finanzkrise. Bereits bei einer Wachstumsrate von global zwei Prozent spricht der IWF von einer „gefühlten weltweiten Rezession“.

Die größte Gefahr sieht der IWF in einer Unterbrechung der Lieferketten in Folge der Eindämmungsmaßnahmen der Coronavirus-Epidemie (sie verursacht aktuell auch Turbulenzen an den Börsen, siehe beispielsweise hier). Die betroffenen Unternehmen sind dadurch gezwungen, alternative aber auch teurere Quellen für Vorleistungsgüter und Zwischenprodukte zu nutzen, wenn es sie denn überhaupt in ausreichendem Maße gibt. Diese erzwungene Umorientierung in der Beschaffungskette führt zu steigenden Inputpreisen bei den verarbeitenden Unternehmen, die aber nicht durch eine höhere Nachfrage, sondern durch einen Angebotsschock verursacht werden.

Eine solche Situation gab es zuletzt in den 1970-er Jahren, als eine künstliche Verknappung der Angebotsmenge von Rohöl zu explodierenden Energiepreisen führte. Die wirtschaftliche Aktivität in den westlichen Ländern litt stark unter dem Ölpreisschock. Mit einer Kombination aus Zinsanhebungen und Lohnsteigerungen wurden damals die Inflationserwartungen eingedämmt und die reale Kaufkraft der Endverbraucher stabilisieret. Beides ist heute jedoch nicht möglich. Höhere Löhne zum Ausgleich gestiegener Preise würden die Margen der Unternehmen noch stärker belasten. Die Kapazitätsauslastung der US-Industrie befindet sich beispielsweise mit nur 76,8 Prozent bereits auf dem Niveau früherer Rezessionen. Zinsanhebungen zur Inflationsbekämpfung wären aufgrund des globalen Schuldenniveaus der „Sudden Death“ für den modernen Finanzkapitalismus. Eine Stagflation käme daher für die Weltwirtschaft zur Unzeit.

Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock

Dass die Preise wegen Lieferverzögerungen und dem Ausfall von Zulieferbetrieben bereits ansteigen, haben die jüngsten Daten von IHS Markit zu den Einkaufsmanager-Indizes für den Monat Februar gezeigt. So ist der für Deutschland erhobene Index für das verarbeitende Gewerbe im Wesentlichen nur deshalb angestiegen, weil sich die beiden Unterkomponenten für die Lieferzeit und die Inputpreise signifikant erhöht haben. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte an diesem Montag vor sich verstärkenden Lieferengpässen in den kommenden Wochen und Monaten, vor allem aus Fernost. BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang spricht sogar von „Schweren Auswirkungen auf die Konjunktur“ durch den Angebotsschock aus China.

Kommt es also nun zu steigenden Preisen, dann nicht aufgrund einer prosperierenden Wirtschaft, sondern wegen der Knappheit bestimmter Güter. Gleichzeitig leidet auch die Nachfrage unter der eingeschränkten Bewegungsfreiheit von zig Millionen Konsumenten in den von der Epidemie betroffenen Regionen. Ganz abgesehen von der eingetrübten Stimmung der Verbraucher, die in solchen Ausnahmesituationen andere Sorgen haben, als dem Konsum zu frönen. Der drastische Einbruch der Automobilabsätze in China in den letzten beiden Monaten von 20 Prozent im Januar und 92 Prozent im Februar gibt hier einen Vorgeschmack auf das, was bei einer globalen Pandemie, die nach wie vor nicht gebannt ist, zu erwarten wäre.

In der Folge von Knappheit bestimmter Güter und Lebensmittel stieg die Inflationsrate im Reich der Mitte bereits massiv an, auf 5,4 Prozent im Januar. Im Vorjahresmonat, also im Januar 2019, lag die offizielle Inflationsrate noch bei moderaten 1,7 Prozent. Die Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock kann in Kürze zu dem gefürchteten Phänomen der Stagflation führen. Dass die chinesische Wirtschaft im Auftaktquartal 2020 überhaupt gegenüber dem von Handelsstreitigkeiten weniger belasteten und vor allem virusfreien Vorjahresquartal 2019 wachsen kann, bleibt Wunschdenken des Regimes in Peking. Auch die westlichen Industriestaaten werden im ersten Quartal 2020 im besten Fall mit einer wirtschaftlichen Stagnation aufwarten können.

Den Notenbanken wären bei einer Stagflation die Hände gebunden

Die Bekämpfung einer Stagflation stellt die Fiskal- und Geldpolitiker in der heutigen Gemengelage vor besondere Herausforderungen. In China versucht die Notenbank auf Geheiß der Regierung, die Kreditvergabe massiv zu stimulieren, indem die Kreditkosten (Zinsen) sowie die Kreditanforderungen drastisch gesenkt werden. Andernfalls würden Millionen bereits angeschlagener Betriebe aus dem Markt ausschieden – ein Horrorszenario auch für den Westen. Bestimmte Vorprodukte werden nur noch in China produziert. Insofern offenbart die Coronavirus-Pandemie die enorme Abhängigkeit des Westens von China, was aus politischen Gründen in der Konsequenz ebenfalls zu einer Rückabwicklung der Globalisierung führen wird, um die Autarkie der westlichen Länder von essenziellen Produkten, wie zum Beispiel Arzneimitteln, sicherzustellen.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Drei der fünf großen Schweizer Banken bestehen Stresstest nicht

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Die schweizerische Finanzmarktaufsicht FINMA hat heute die Ergebnisse eines Stresstests veröffentlicht. Drei von fünf großen Schweizer Banken bestanden diesen Stresstest nicht, beziehungsweise sie haben die Vorgaben der Aufseher noch nicht vollständig umgesetzt. Die fünf großen für die Schweiz systemrelevanten Banken sind die UBS, Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen und Zürcher Kantonalbank. Probleme machen laut FINMA die drei zuletzt genannten. Die folgende Grafik zeigt einzelne Abschnitte des Tests und zeigt was gut läuft, und was noch nicht so gut läuft. Bevor Sie die Worte der FINMA lesen, möchten wir noch allgemein anmerken: Ob die Stresstests der Notenbanken für einen echten Notfall überhaupt irgendeine Aussagekraft haben, darf bezweifelt werden. Die griechischen Banken zum Beispiel, die nachweislich längst platt sind dank gigantischer ausgefallener Kredite, haben die Stresstests ja auch bestanden. Und Institute wie UBS, Credit Suisse oder auch die Deutsche Bank – sie sind so groß von ihrem Geschäftsvolumen her, dass selbst das schönste Notfallkonzept in einer echten Krise wohl nichts nützen würde.

Hier die FINMA auszugsweise im Wortlaut:

Alle fünf systemrelevanten Schweizer Banken haben der FINMA Stabilisierungspläne (Recovery-Pläne) unterbreitet. Die FINMA konnte diese Pläne alle genehmigen. Bis Ende 2019 mussten die beiden Grossbanken überdies umsetzbare Schweizer Notfallpläne erstellen. Die FINMA hat diese geprüft. Bei der Credit Suisse beurteilt die FINMA den Notfallplan als umsetzbar. Die FINMA beurteilt die gesetzlichen Vorgaben für einen umsetzbaren Notfallplan auch bei der UBS als erfüllt, mit dem Vorbehalt, dass bestimmte Eventualverbindlichkeiten noch zu hoch sind.

Auch die drei inlandorientierten systemrelevanten Banken haben je einen Notfallplan eingereicht. Die Banken sind aber mit der Umsetzung per Ende 2019 unterschiedlich weit. Als umsetzbar gilt noch keiner dieser Pläne. Bei der Zürcher Kantonalbank besteht ein plausibler Plan, wie die für den Krisenfall notwendigen Ressourcen in den Bereichen Kapital und Liquidität vervollständigt werden können. Bei Raiffeisen und PostFinance fehlt insbesondere noch ein plausibler Plan für den Aufbau der erforderlichen verlustabsorbierenden Mittel für den Krisenfall. Alle drei inlandorientierten Banken arbeiten weiterhin an der Bereitstellung eines umsetzbaren Notfallplans.

Und hier die FINMA zu den Großbanken im Wortlaut, auszugsweise:

Die FINMA muss für beide Grossbanken einen sogenannten Global-Resolution-Plan erstellen. Im Gegensatz zum Notfallplan, der nur die systemrelevanten Funktionen in der Schweiz umfasst, bezieht dieser globale Abwicklungsplan die gesamte Bankengruppe weltweit mit ein. Die FINMA beurteilt diese globale Abwickelbarkeit (Resolvability) anhand des Kriteriums, ob die Grossbanken die für die Umsetzung des Abwicklungsplans notwendigen Vorbereitungen getroffen haben. Sie kommt dabei zum Schluss, dass beide Banken hierfür bereits wesentliche Vorbereitungsmassnahmen getroffen und damit grosse Fortschritte in ihrer globalen Abwickelbarkeit erzielt haben. So beurteilt die FINMA insbesondere die Anforderungen an die strukturelle Entflechtung als erfüllt. Mit Blick auf diese Entflechtung sind beispielsweise Holdingstrukturen und Schweizer Tochtergesellschaften geschaffen worden. In anderen Bereichen, namentlich der Liquidität für den Krisenfall, stehen jedoch noch Umsetzungsarbeiten an. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die regulatorischen Anforderungen in diesem Bereich noch fehlen.

Schaubild der großen Schweizer Banken unter dem Stresstest der FINMA

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Exporte der deutschen Industrie mit mauen Aussichten

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Kurzzeitig sah es in den letzten Monaten so aus, als würde die deutsche Konjunktur gerade eben so an der Rezession vorbei schrammen. Die Industrie ist längst in einer heftigen Rezession, aber Bau und Dienstleistungen haben das aufgefangen, sodass die gesamte Wirtschaftsleistung derzeit glatt bei 0,0% liegt. Auch die Exporte schienen sich ganz vorsichtig zu erholen. Aber gerade erst letzte Woche meldet das Institut ZEW schwache Exporterwartungen. Und heute folgt das ifo-Institut mit seinem Index für die Exporterwartungen. Der Chart zeigt die Entwicklung der Erwartungen seit 2014. Der Index ist für den Monat Februar von +0,8 auf -0,7 Indexpunkte gefallen, was man am Endes des Chart sehen kann. Die ifo Exporterwartungen basieren auf 2.300 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Sie können angeben, ob sie für die nächsten drei Monate die Exporte erwarten mit „zunehmen“, „gleich bleiben“ oder „abnehmen“. Aus allen Antworten wird dann dieser Index errechnet. Hier noch einige Detailaussagen von ifo im Wortlaut:

Die Entwicklungen rund um das Corona-Virus lassen kurzfristig kaum auf Besserung hoffen. Die Autobranche befürchtet einen verstärkten Rückgang ihrer Exporte in den kommenden Monaten. Auch in der Chemischen Industrie ist die Skepsis zurück, nach einem zuletzt leicht optimistischen Ausblick. Im Maschinenbau gehen die Unternehmen ebenfalls tendenziell von einem leicht rückläufigen Auslandsgeschäft aus. Lichtblicke in diesem Monat waren die Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln sowie die Getränkehersteller. Sie erwarten deutliche Zuwächse bei ihren Exporten in den kommenden Monaten.

ifo-Chart für die Erwartungen der Exporte

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