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Welthandel: Sondereffekt macht die Schifffahrt ab Januar teurer

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Welthandel über Containerschiffe - die San Francisco Bay

Über 90 Prozent im Welthandel wird über Schiffe abgewickelt. Der Konzentrationsprozess bei den Reedereien, der Abbau von Überkapazitäten und vor allem strengere Umweltauflagen verursachen höhere Kosten.

Bislang hingen die Frachtraten vom Welthandel und den Kapazitäten ab

Im Jahr 2008 erreichte der Boom bei den Frachtraten dank des florierenden Welthandels und knapper Kapazitäten seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Frachtraten für Container und Schüttgut erreichten neue Allzeithöchststände. Seitdem sind die Preise dramatisch eingebrochen.

In den letzten elf Jahren haben sich die Transportkosten für Schüttgut, also z. B. Erz, Kohle, Zement, Sojabohnen oder Getreide, im Schnitt um 90 Prozent reduziert. Die Transportpreise für Schiffscontainer haben sich ebenfalls dramatisch zurückgebildet: Kostete im Februar 2008 die Tagescharter für ein Schiff mit einer Ladekapazität von 8.500 TEU (TEU: Twenty-foot Equivalent Unit ≙ einem 33 m³ Cntainer) im Schnitt noch stolze 54.000 US-Dollar, so sind es aktuell gemäß dem HARPEX Index des Brokers Harper Peterson & Co. nur noch 30.000 US-Dollar pro Tag. Der Tiefpunkt wurde im Jahr 2017 bei 8.000 US-Dollar erreicht. Der Anschaffungspreis für einen neuen Standardcontainer (TEU) liegt aktuell bei ca. 3.000 bis 5.000 US-Dollar.

Die Flaute in der Handelsschifffahrt dauerte vom Hochpunkt der Finanzkrise bis vor zwei Jahren an. Überkapazitäten durch zu optimistisch geplantes Volumenwachstum, der sich abschwächende Welthandel sowie die Flut von Investorengeldern in neue Container und Schiffe hielten die Transportpreise am Boden. Selbst die Insolvenz einer der damals größten Reedereien der Welt, der südkoreanischen Hanjin Shipping, im Februar 2017, brachte nur kurzzeitig Erleichterung. Das Problem waren nicht primär zu viele Reedereien, sondern die Überkapazitäten bei Schiffen und Containern.

Seit 2016 erholen sich die Charterraten, nachdem sich die Überkapazitäten durch Stilllegungen, Verschrottungen und höhere Frachtvolumina sukzessive abgebaut haben. Der für Containerschiffe relevante HARPEX erholte sich im Durchschnitt aller Schiffsgrößen von seinem Tiefststand bei 314 Punkten auf aktuell 727 Punkte. Die Raten für Schüttguttransporte erholten sich ebenfalls: Der Baltic Dry Index (BADI) stieg von Februar 2016 bis September 2019 von 295 auf 2.518 um 754 Prozent an.
Wegen der erneuten Abschwächung im Welthandel im Zuge des globalen Handelskriegs und der damit einhergehenden schwächeren Rohstoffnachfrage gingen die Frachtraten für Schüttgüter zuletzt wieder deutlich zurück. Der BADI fiel in den letzten 11 Wochen um 49 Prozent auf 1.284 Punkte. Im Mai des Jahres 2008 lag der Index noch bei 11.440 Punkten.

Umweltauflagen – der neue Faktor für die Charterraten

Durch die internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO sowie die UN-Agentur für die Gewährleistung einer sauberen, sicheren und effizienten globalen Seeschifffahrt werden ab dem 1. Januar 2020 neue Vorschriften umgesetzt, die massive Auswirkungen auf die Kosten der Reedereien haben werden.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    leftutti

    25. November 2019 23:10 at 23:10

    Vom Zeitpunkt her ist diese zusätzliche Kostenbelastung für den Welthandel suboptimal.
    Diese zusätzliche Kostenbelastung ist nur ein lächerlich geringer Bruchteil der Folgekosten, die uns nun langsam aufgrund der Umweltschäden einholen. Wer Jahrzehnte lang nicht hören will, muss fühlen, muss zahlen, muss spüren.

    Die Meere und Luftschichten sind zwar groß, aber keine Müllkippe für verantwortungsloses Profitstreben. Wer Müll und Gift produziert, muss seinen Dreck auch wegräumen oder besser gleich vermeiden. Wie ein weiser Kommentator heute meinte: Tja,irgendwann muss die Realität den Sozialismus ins richtige Verhältnis zum Kapitalismus rücken, gilt umso mehr:
    Irgendwann muss die Realität den Kapitalismus ins richtige Verhältnis zum Planeten, zur Biologie seiner Bewohner, seinen fatalen und lange unterdrückten Folgen rücken. Seit mindestens 35 Jahren wird gewarnt, verschwiegen, verharmlost und verantwortungslos abkassiert. Diese Zeiten dürften nun vorbei sein.

    Bis die Verantwortlichen auch Verantwortung übernehmen müssen, dürfte noch ein paar Äonen dauern.

  2. Avatar

    barthez72

    26. November 2019 10:22 at 10:22

    OH,vielen Dank für die Blumen.Da fällt mir dann das noch zu ein.

    „Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. Denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, daß sie erfahren sollen. Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe.“

    • Avatar

      Thomas

      26. November 2019 15:46 at 15:46

      @barthez72
      Ich hoffe, Sie wissen, das was Sie zitieren ist eine sehr freie Ausformulierung der eigentlichen Stellen in der Bibel. Und existiert so in dieser Form gar nicht.

      • Avatar

        leftutti

        26. November 2019 16:57 at 16:57

        @Thomas, wer weiß, vielleicht zitiert der Gottgleiche und Allwissende sich ja selbst?!

  3. Avatar

    barthez72

    26. November 2019 10:36 at 10:36

    Und wenn wir grade dabei sind gibbet dat och noch.
    „Der Kluge lernt aus seinen Fehlern,der Weise lernt aus den Fehlern der Anderen“
    tja, „die Biologie seiner Bewohner“ ,an der Stelle fängt sicherlich die Diskussion an,dann sind
    wären wir aber „OffTopic“

    • Avatar

      leftutti

      26. November 2019 13:01 at 13:01

      Und was lernen wir daraus?
      Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.

    • Avatar

      Sokrates

      26. November 2019 14:46 at 14:46

      „Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.“

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Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

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Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

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Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

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Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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