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Konjunkturdaten

Welthandelsorganisation: Abschwung beschleunigt sich!

Die Welthandelsorganisation WTO hat in einem Update vor einer weiteren Abkühlung des Welthandels gewarnt..

Redaktion

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Die Welthandelsorganisation WTO hat in einem Update vor einer weiteren Abkühlung des Welthandels gewarnt. Darauf deutet der von der WTO ermittelte „World Trade Outlook Indicator“ hin, der im 4.Quartal auf 98,6 (von im 3.Quartal noch 100,3) gefallen ist. Der aktuelle Wert ist der niedrigste seit dem Oktober 2016:

 

„Trade growth is likely to slow further into the fourth quarter of 2018 according to the WTO’s latest World Trade Outlook Indicator (WTOI) released on 26 November. The most recent WTOI reading of 98.6 is the lowest since October 2016 and reflects declines in all component indices. It is below the previous value of 100.3 and falls under the baseline value of 100 for the index, signalling that trade growth in the coming months is expected to be below-trend.“

 

Dabei fallen alle Komponenten zum Vorquartal, lediglich Lufttransporte und Umsätze von Containern in Häfen fallen zwar, bleiben aber noch im Trend:

 

World Trade Outlook Indicator signals further loss of momentum in trade growth into Q4

Stark rückläufig sind insbesondere die Export-Aufträge mit dem schwächsten Wert seit dem Jahr 2012, Autoproduktion- und Verkäufe, Elekronik-Komponenten und Agrarprodukte:

„The continued moderation in the overall WTOI index was driven by the steady decline in the export orders index (96.6), which remains below trend and is approaching the weakest point recorded in 2012 during the eurozone crisis. Indices for automobile production and sales (96.9), electronic components (93.9), and agricultural raw materials (97.2) have meanwhile moved from on trend to below trend. International air freight (100.0) and container port throughput (101.2) have dipped but remain on trend.“

Damit setzt sich das deutlich verlangsamte Wachstum in 2018 im Vergleich zum Jahr 2017 fort, 2019 dürfte dann nochmals schwächer ausfallen:

„The latest results are consistent with the WTO’s downgraded outlook for global trade issued in September amid escalating trade tensions and tighter credit conditions in important markets. The revised forecast anticipated trade expansion to slow to 3.9% in 2018 and 3.7% in 2019 from 4.7% in 2017.“

Die große Frage ist, wie sich die Konjunktur in China entwickelt und wie der Handelskrieg der USA gegen China (und Europa?) weiter gehen wird. Die WTO ermittelt einen Ist-Zustand, der sich jedoch durch politische Entwicklungen rasant verändern kann. Sollten die USA die Zölle ab 01.Januar auf chinesische Waren von 10% auf 25% erhöhen und in der Folge dann auch noch die „restlichen“ Importe Chinas in die USA im Volumen von 267 Milliarden Dollar mit 10% oder 25% bezollen (so wie von Trump gestern in dem Interview mit dem „Wall Street Journal“ angedroht), würde sich der Abschwung deutlich beschleunigen..

 

Containerschiffe im Hamburger Hafen. Foto: Gunnar Ries/Wikipedia (CC BY-SA 2.5)

 

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    27. November 2018 14:00 at 14:00

    Jetzt wird es (auch) durch die WTO amtlich. Die Weltwirtschaft kühlt sich ab. Seit Wochen und Monaten berichten wir hier schon über die rückläufigen Frühindikatoren und vor allem über die mögliche Dimension des US Zollstreits mit China. Hatten nicht jüngst die dritt- und viertgrößten Wirtschaftsnationen, Japan und Deutschland, für das bis Ende September laufende Quartal Q3 rezessives Wachstum gemeldet?
    Deshalb habe ich auch schon „gefühlt zehnmal“ darüber geschrieben, welche Auswirkungen die Umsetzung von 25 % Zoll auf die gesamten chinesischen Exporte in die USA (517Mrd.) bedeuten würden. Zwar wäre die Summe an Verteuerung der Waren von gut 125 Mrd. $ für die USA zunächst schon irgendwie verkraftbar, aber was geschähe mit dem Rest der Welt?
    Zuerst leidet China mit seinen hochverschuldeten Unternehmen (160% zum BIP), die Frühindikatoren taumeln schon seit geraumer Zeit an der Wachstumsschwelle von 50 Punkten herum. Dann erst die Emerging Markets. Bekanntermaßen haben insbesondere die ASEAN-Staaten große Geschäftsbeziehungen zum taumelnden Riesen. Und dann Europa als Chinas wichtiger Partner – und vor allem Deutschland. Das Beispiel unseres Automobilriesen VW, der 4 Mio. seiner 10 Mio. Fahrzeuge in China verkauft hat und der Blick nach Hamburg in dessen Hafen ein Drittel!! der Warenumsätze aus China kommt oder dahin geht, stehen symbolisch für die wirtschaftliche Verknüpfung.
    Der Rückgang im Welthandel und die steigenden Kosten würde aber auch die USA empfindlich treffen – zuerst reagieren die Aktienmärkte. Erst gestern, in der Diskussion mit @Macwoiferl wurde klar, welche Folgen stärkere Aktienrückgänge auf das Volk von Aktionären (>70%) hätte und damit direkt auf die US-Konjunktur. Ich behaupte, dass die Wall Street bei (einer für mich unwahrscheinlichen Umsetzung von 25% Zöllen auf 517 Mrd.$ Einfuhren) extrem korrigieren würde und dann könnte Donald Trump 2020 seine Wahlauftritte aus eigener Tasche berappen. Seine Feinde und „Ex-Sponsoren“ säßen dann im Finanzzentrum in Manhattan.
    Ich bin sehr gespannt auf den Deal des „Dealmakers“.

    • Avatar

      Mhhhh

      27. November 2018 19:16 at 19:16

      Es gibt auch 2 Strategien sich auf den bevorstehenden Kollaps des Systems vorzubereiten.

      China und die EU werteten ihre Währungen ab. China durch Manipulation und die EU durch ihren Zusammenschluss. Fakt ist wenn das System kolabiert sitzt die Industrie in China und der EU.

      Die Strategie der USA ist auf Pump weiterzuleben und die anderen mittels Zölle für einen bezahlen lassen. Der Clou ist die Abhängikeit. Mittels Zölle bezahlen die anderen einem die Steuererleichterungen.

      Nun kommt das große Puzzelteil das noch fehlt. Welches System kollabiert zuerst. Die Schuldenblase in China oder der überbewertete USD. In der EU sehe ich eher ein politisches Problem. Die Schuldenlast ist gemittelt nicht so hoch wie in den USA. Da der Rest der Welt, selbst die EU anfängt den Petrodollar zu untergraben, wird man sehen wie mächtig die USA wirklich sind.

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Konjunkturdaten

US-Einkaufsmanagerindizes bester Wert seit 2015, Preise mit Rekoranstieg, Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

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Soeben wurde die Einkaufsmanagerindizes für die USA (Markit PMI; November) veröffentlicht:

Verarbeitendes Gewerbe: 56,7 (Prognose war 53,0; Vormonat war 53,4)

Dienstleistung: 57,7 (Prognose war 55,0; Vormonat war 56,9)

Gesamtindex: 57,7 (Vormonat war 56,9)

Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

“The November PMI surveys provide the first postelection snapshot of the US economy, and makes forvery encouraging reading, though stronger economic growth is quite literally coming at a price.
“First the good news: business activity across both manufacturing and services rose in November at the strongest rate since March 2015. The upturn
reflected a further strengthening of demand, which in turn encouraged firms to take on staff at a rate not  previously seen since the survey began in 2009. “However, the surge in demand and hiring has pushed prices and wages higher. Average selling prices for goods and services rose at the fastest rate yet recorded by the survey, with shortages of supplies also more widespread than at any time previously reported.
“Firms are scrambling for inputs and workers to meet the recent growth of demand, and to meet rising future workloads. Expectations about the year ahead have surged to the most optimistic for over six years, reflecting the combination of a post-election lift to confidence and encouraging news that vaccines may allow a return to more normal business conditions in the not too distant future.”

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanager – Lage mau, aber Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für November) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Gesamtindex: 52,0 (Prognose war 50,4; Vormonat war ,)

Verarbeitendes Gewerbe: 57,9 (Prognose war 56,5; Vormonat war 58,2)

Dienstleistung: 46,2 (Prognose war 46,3; Vormonat war 49,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 49,1 für Gewerbe (Prognose war 50,1; Vormonat war 51,3) und mit 38,0 für Dienstleistung (Prognose war 37,7; Vormonat war 46,5) veröffentlicht worden.

Zu den Daten aus Deutschland kommentiert Phil Smith von Markit, das die Umfrage ausgeführt hat:

„Wie erwartet wirkten sich die neuerlichen Lockdown-Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie negativ auf die deutsche
Wirtschaft aus. Die aktuellen PMI-Vorabschätzungen zeigen, dass der Servicesektor aktuell wieder so tief in der Krise steckt wie im Mai.
Die Widerstandskraft der Industrie, die vor allem von den Exportsteigerungen nach Asien profitierte, bekräftigt uns allerdings in der Annahme, dass ein möglicher Abschwung im vierten Quartal 2020 deutlich schwächer ausfallen dürfte als im ersten Halbjahr. Die positiven Nachrichten um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs verliehen der Stimmung unter den deutschen Unternehmen jedenfalls Auftrieb, von denen viele jetzt auf eine Rückkehr zur Normalität in den nächsten zwölf Monaten hoffen. Dies dürfte auch den jüngsten Daten zum Arbeitsmarkt zu Gute gekommen sein, die zeigen, dass sich die Lage in der Industrie der Stabilisierung weiter angenähert hat und die Beschäftigung im Servicesektor weiter gestiegen
ist.“

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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Verkäufe bestehender Häuser – Boom!

Markus Fugmann

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Die Verkäufe bestehender US-Häuser (Oktober) sind mit 4,3% auf eine Jahresrate von 6,85 Millionen deutlich besser ausgefallen wie erwartet (Prognose war -1,2% auf eine Jahresrate von 6,45 Millionen; Vormonat war +9,4% auf eine Jahresrate von 6,54 Millionen). Damit geht der Boom am USImmobilienmarkt weiter!
Die Daten aus dem Oktober sind Transaktionen, die in der Regel im September abgeschlossen und dann im Oktober finalisiert werden..

Die Verkäufe bestehender Häuser machen etwa 90% des amerikanischen Immobilienmarkts aus und sind daher von besonderer Bedeutung!

—–

Die US-Frühindikatoren liegen bei +0,7% (Prognose war +0,7%; Vormonat war +0,7%)

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