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„Weltweit klügster Kopf“ Paul Krugman vs Trumponomics: Verzweifelt im Kampf gegen das Böse

Der angeblich weltweit klügste Kopf unter den Ökonomen Paul Krugman, Princeton-Professor und Nobelpreisträger, ist erschüttert und überrascht von der Trump-Wahl, und zeigt sich aktuell „verzweifelt kämpferisch“ in seinem…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der angeblich weltweit klügste Kopf unter den Ökonomen Paul Krugman, Princeton-Professor und Nobelpreisträger, ist erschüttert und überrascht von der Trump-Wahl, und zeigt sich aktuell „verzweifelt kämpferisch“ in seinem Glauben „das Böse“ doch noch zu besiegen zu können, so fassen wir mal seine Aussagen sinngemäß zusammen. Auch hat er ein ganz neues Wort erfunden. Die „Trumponomics“. Angelehnt ist dieses Wortspiel an die „Abenomics“, die totale Verschuldung des Staates um die Wirtschaft anzukurbeln, wie sie in Japan offiziell durch Ministerpräsident Abe betrieben wird. Daher taufte man für Japan das Wort „Abenomics“.

paul-krugman
Paul Krugman. Foto: David Shankbone/Wikipedia (CC BY 3.0)

Jetzt hat Krugman in seiner aktuellsten Kolumne das Wort „Trumponomics“ eingeführt, was er wohl eher als Oberbegriff für all das Böse benutzt, was uns bevorstehen könnte. Krugman ist sich sicher, dass die Trump-Administration umfassenden Schaden in allen Bereichen anrichten wird. Dies gehöre zur „intellektuellen Ehrlichkeit“. Jeder müsse die Realität anerkennen. Zitat:

„And once we’re talking about intellectual honesty, everyone needs to face up to the unpleasant reality that a Trump administration will do immense damage to America and the world. Of course I could be wrong; maybe the man in office will be completely different from the man we’ve seen so far. But it’s unlikely.“

Auch ist für Krugman klar: Der Trump-Wähler ist dumm und leicht zu manipulieren, Zitat:

„God knows it’s clear that almost everyone on the center-left, myself included, was clueless about what actually works in persuading voters.“

Krugman erinnert daran, dass bei den Wahlen entschieden wird, wer die Macht erhält, und nicht wer die Wahrheit verkünde. Der Trump-Wahlkampf sei beispiellos und unehrlich gewesen. Die Tatsache, dass all die Lügen von Trump so vielen Wählerstimmen brachten, würden diese Lügen deswegen nicht weniger falsch machen. Denn die Innenstädte der USA seien eben keine Kriegsgebiete, die USA seien eben nicht das Land mit den weltweit höchsten Steuersätzen, und der Klimawandel sei auch keine Erfindung der Chinesen, so Krugman. Lügen blieben Lügen, egal von wie viel Macht sie überstützt würden.

Krugman klingt in seiner Kolumne arg verzweifelt und völlig überrascht vom Trump-Sieg, den auch er so nicht vorausgesehen habe. Aber, so möchten wir es sinngemäß zusammenfassen, glaubt er nicht, dass der Kampf des Guten gegen das Böse endgültig verloren ist. Man müsse weiterkämpfen. Schreckliche Trump-Folgewirkungen, die auf Jahrzehnte oder sogar Generationen negative Folgen haben, sieht Krugman zum Beispiel beim Klimawandel. Auch würden neu ernannte Richter im Obersten Gericht langfristig negativ wirken.

Auch wichtig: Krugman sieht vor allem, das diejenigen, die voller Hoffnung Trump wählten, am Ende noch schlechter dastehen werden als jetzt. Das ist gut möglich. Auch zum Klimawandel und anderen Themenbereichen sind negative Auswirkungen gut möglich oder sogar wahrscheinlich. Aber wie wir letzte Woche schon schrieben: In einem Bereich müsste Krugman Donald Trump eigentlich zujubeln. Denn Krugman ist ein Verfechter des brutalen und ständigen Schulenmachens durch den Staat, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Bei den von Trump angekündigten gigantischen Infrastrukturmaßnahmen basierend auf neuen Schulden müsste Krugman eigentlich (!) weinen vor Glück, aber kein Wort dazu. Das würde wohl auch schlecht ins Gesamtbild passen, dass Krugman aus nachvollziehbaren Gründen von Trump zeichnet.

Und wie endet Krugman seine Kolumne? Mit nachdenklichen und emotionalen Worten. Vielleicht seien die USA gar nichts Besonderes. Vielleicht sei das Land nur eine von vielen Republiken, die ihre gute Zeit hinter sich haben, und sich jetzt in Richtung einer korrupten Nation bewegt, die von starken Männern regiert wird. (ähhh, und was war/ist Hillary Clinton?). Er sei aber noch nicht bereit zu akzeptieren, dass dieser Zustand unumgänglich sei – der Weg zurück zu dem Zustand, wie die USA eigentlich sein müssten, sei doch viel länger und härter als viele erwartet hätten. Vielleicht schaffe man es nicht, aber man müsse es versuchen.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Werner

    14. November 2016 11:56 at 11:56

    Reaganomics, Abenomics, Trumponomics, (oder Yellenomics, Draghinomics?) sind alles Bezeichnungen für „more of the same“, mehr vom immer gleichen:
    Schulden mit (neuen) Schulden ablösen, Geldmenge erhöhen, Wert (Kaufkraft) des Geldes verringern – kurz eine wirklich nachhaltige Politik: die Schulden werden nachhaltig erhöht, die Urenkel werden schon zahlen, man braucht nur genügend von ihnen…. Also mir fällt hierzu ein Gute-Nacht -Spruch ein: Buona notte, liebe Lotte, bona nox, bist a rechter Ochs, bonne nuit pfui pfui. Gute Nacht!

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    Jörg

    14. November 2016 12:23 at 12:23

    Dieser widerliche Krugman ist ein neokonservatives A****loch, der die Ausplünderung unserer Bürger und Volkswirtschaften, die Bereicherung der Reichen auf Kosten der Armen und auch noch alles das zu verantworten hat, was wirt derzeit erleben und noch zukünftig erleben werden.

    Durchschaut hat Krugman der Ökonom Michael Hudson. Als Merkantilist bin ich zwar sowieso Feind dieser Liberalen. Aber der Ökonom Michael Hudson hat auch mich belehrt, daß das was uns heute als „Liberalismus“ angedreht wird, mit dem echten Liberalismus nichts zu tun hat – und sogar das glatte Gegenteil ist! : Adam Smith hat ausdrücklich darauf verwiesen, daß Einnahmen/Profite der „Landlords“ (das entspricht unsern heutigen Oligarchen und Superreichen), der „Banken“(!) und der „Monopolisten“ als parasitäres „unearned income“ („unverdientes Einkommen“) zu behandeln ist – und keinesfalls als Bonus auf das nationale Bruttosozialprodukt verrechnet werden darf, sondern sogar von diesem in Abzug gebracht werden muß.
    Siehe das tolle Interview: https://www.youtube.com/watch?v=mH8FWrbzxEs oder die website von Michael Hudson: http://michael-hudson.com/ .

  3. Avatar

    gerd

    14. November 2016 12:36 at 12:36

    Übrigens gabs nicht nur die Abenomics sondern auch die Reagennomics, benannt nach einem USA-Präsidenten, der im Verlaufe seiner Amtszeit von eher skeptisch betrachtet hin zu einem der Beliebesten wurde. Im Videoausblick wurde er erwähnt.

    Sein Programm war wirtschaftspolitisch vergleichbar mit dem von Trump. Und es war von Erfolg gekrönt.
    Und der Crash von 1987 war nicht sein Verschulden, sondern weil die Gierigen am Aktienmarkt zunächst mal ignoriert hatten, dass die Zinsen nach und nach bis auf rund 10% angestiegen waren. Die Verhältnisse von 1987 waren das Gegenteil von TINA, was die Aktien anbetraf.

    Reagan wurde Anfang November 1981 gewählt. Der Dow Jones lag in den Monaten davor bei rund 800 Punkten. Zwei Monate nach Reagans Wahl lag er schon bei 1000 Punkten. In den darauffolgenden 2 Jahre tat sich dann zunächst kaum was. Er pendelte so zwischen 1000 und 1100.
    Aber ab 1983 ging die Post ab. Es gab etliche Jahre mit Steigerung von guten 20%.
    Bis zum Oktober-Crash stieg der DJ bis auf 2700 und hatte damit im Vergleich mit der Vor-Reagan-Zeit (von 800 kommend)
    innerhalb von 7 Jahren rund 330% zugelegt!
    (von 1983 bis 1987 270%)
    Und da gings dann halt mal kurz 1000 Punkte runter auf 1700.
    Ein Jahr später (zum Amtsende von Reagan) war der Verlust schon wieder zur Hälfte ausgebügelt. Ein weiteres Jahr später waren die 2700 wieder da.

    Noch mal zu Krugmann und ein paar andere Preisträger.
    Wie schon mal erwähnt, Obama war ja einer Präsidenten, die am meisten Frieden auf die Welt gebracht hatten. Dafür bekam er ja schon vorher den Friedensnobelpreis.
    Das Nobelkomitee irrt sich niemals.

    Und Klugmann hat den Wirtschaftspreis verdient. Er ist der klügste Kopf der Welt. Das Komitee irrt sich nie.

    In diesem Jahr bekamen gleich zwei Leute den Wirtschaftsnobelpreis. Wofür?
    Hierfür:
    Wie muss ein Vertrag ausgestaltet sein, damit er funktioniert?
    Auf das Ergebnis ihrer Forschungsarbeiten haben alle Wirtschaftssubjekte, die völlig unbedarft und stümperhaft Verträge eingegangen sind, lange gehofft und gewartet.
    Weil ohne dem läuft da in der Wirtschaft nichts. Denkt das Nobelpreiskomitee.
    Und das Komitee irrt sich nie.

    • Avatar

      gerd

      14. November 2016 13:16 at 13:16

      Muss mal wieder eine Korrektur für meinen eigenen Kommentar bringen.
      Da Komitee irrt sich nie – ich schon.

      Der DJ ist nicht u m 330% gestiegen (sondern um 230%) .Er hat sich mehr als verdreifacht (ver-3,3facht).
      Gleiches gilt für die 270%. Gestiegen u m 170% (ver-2,7facht).

  4. Avatar

    frank.trg

    14. November 2016 13:07 at 13:07

    Paul Krugman hat 2008 den Wirtschaftsnobelpreis bekommen, zu einer Zeit als Obama zum US-Präsidenten gewählt wurde. Seit dem wird er auch in der Deutschen Presse als der klügste Ökonom gepriesen und ähnlich wie Obama verehrt. Kern seiner Weisheit ist Gelddrucken bis zum Gehtnichtmehr. Die Obama-Regierung hat genau das getan, Geld gedruckt bis zum Anschlag. Heute beträgt die US-Verschuldung knapp 20 Billionen USD. 2008 waren es „nur“ 11 Billionen. Obama hat es also geschafft die US-Verschuldung in 8 Jahren fast zu verdoppeln. Obama hat somit mehr Schulden angehäuft wie die letzten 35 Jahre davor nicht. Trotz dieser gigantischen Summe hat sich die US-Wirtschaft nur minimal verbessert. Nur durch Schönrechnen gibt es schöne Zahlen. Profitiert hat vor allem die Wall Street und Großkonzerne. Die Deindustrialisierung ist unter Obama und Krugman weit vorangeschritten, Massenarbeitslosigkeit und Massenverelendung waren die Folge davon. Und nun kommt Paul Krugman und predigt immer noch seine Weisheiten. Naja ich würde ja behaupten dass genau wegen solcher Heilsbringer die Menschen das Vertrauen ins System verlieren und Trump wählen.

    • Avatar

      Wolfgang Koch

      14. November 2016 14:34 at 14:34

      „Wählen“konnten die Amis nur zwischen Pest&Cholera.Wurde ja auch auffällig häufig gesagt!Das Establishment,die Grosskopfeten,sagt man bei uns,hatte die Wahl von Anfang an im Sack!Ob Killary oder der Pseudoarbeiterführer Trump.Ihre Aufgabe war,Sanders zu verhindern.Well done Boy’s! The „Land of the Free“,war seit seiner Gründung nur einmal ähnlich zerrissen.Zu Zeiten des Sezessionskriegs von 1861-1865!Welcome back?

    • Avatar

      Gixxer

      14. November 2016 15:57 at 15:57

      So sehe ich das auch, genau diese Menschen sind der Grund, warum die Trumps auf dieser Welt Zulauf haben.

  5. Avatar

    Papayu

    15. November 2016 03:38 at 03:38

    Welche Nationalitaet hat Herr KRUGMANN ? Das wuerde sehr viel ueber seine Aeusserungen klar stellen! Als Deutscher kann ich nur froh sein, dass ein Herr Trump Praesident wird und nicht die CLINTONS !!
    Es gibt viel zu viel Waffen, die nicht gebraucht werden, es sei denn usw….!!
    Dann waere ALLES ZERSTOERT und auch Frau Clinton waere dabei!! 70 Jahre alt, will sie Herrn Schaeuble die Altersgrenze abnehmen ???

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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am

Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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