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Weltwirtschaft: Gute Argumente gegen die große Krise

Wolfgang Müller

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Positive Argumente gegen Krise in Weltwirtschaft

Derzeit machen sie die Runde, die Prognosen des großen Einbuchs an den Börsen mit der Ankündigung von verheerenden Auswirkungen auf die Gesellschaft. Das Wort Crash wird geradezu inflationär verwendet, schließlich befinden wir uns am Ende des längsten Aufschwungs seit dem 2.Weltkrieg. Eine Bereinigung der Finanzmarktexzesse tut bestimmt Not, aber muss sich daraus bereits gleich eine Krise à la 1929 entwickeln für die Weltwirtschaft entwickeln?

2019, das Jahr des Abschwungs in der Weltwirtschaft und des Börsenaufschwungs

Das Wirtschaftsjahr 2019 hatte es wirklich in sich. Nicht zuletzt aufgrund des Handelsstreits mit seinen permanenten Eskalationen war das Wachstum für die Weltwirtschaft durch die großen Organisationen (IWF, OECD, Weltbank) nach unten gesetzt worden. 90 Prozent der OECD-Staaten erlebten einen parallelen Abschwung. Nur die Börsen sahen und sehen etwas anderes mit opulenten Kursgewinnen bei den Hauptindizes: Stellvertretend sei hier nur der S&P 500 mit seinem 27 Prozent-Anstieg genannt auf 3200 Punkten, dem besten Jahr seit 1997 oder der breite MSCI World, der es zum jetzigen Stand auch auf über 23 Prozent plus geschafft hat.

Und zum Ende des Jahres stabilisieren sich sogar manche Indikatoren, im Bereich der Industrie auf sehr niedrigem Level, so dass Ökonomen die drohende Rezession 2020 quasi ad acta und die Konjunkturaussichten für das kommende Jahr bereits wieder etwas nach oben gesetzt haben. Auch der Ifo-Index ist im Dezember um 1,2 Punkten auf 96,3 Punkte gestiegen – auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr. Zusätzlich spricht man aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte bei einem dreimaligen Anstieg von einem Trend. Analysten hatten mit einem geringerem Anstieg gerechnet, für eine Rezession müsste er schon in Richtung 90 Punkte oder darunter fallen. ifo-Chef Fuest erklärte dazu: „Die deutsche Wirtschaft geht zuversichtlicher ins neue Jahr.“

Über die Gründe der Börsenhausse braucht man sich nicht mehr auszulassen, bei einer weltweiten Zinssenkungsorgie ohnegleichen, die „momentan“ zu einer Akternativlosigkeit ohnegleichen geführt hat. Das alles schreit nach einer gewaltigen Korrektur, die selbst dann eintreten kann, wenn sich die Wirtschaft wieder erholt. Eben weil dann die Kapitalmarktzinsen steigen und das können weder die Zombiefirmen noch der gehebelt verschuldete US-Konsument verkraften. Aber muss es gleich zu einem Crash biblischen Ausmaßes kommen, mit heftigsten gesellschaftlichen Verwerfungen? Der ehemalige Chefredakteur des Handelsblattes, Gabor Steingart, hat ein paar Thesen aufgestellt, die sogar auf eine prosperierende Periode in den 20-er-Jahren hindeuten:

1)
Das Wachstum der Bevölkerung von derzeit 7,75 Milliarden Menschen auf 9,75 Milliarden in 30 Jahren, wie es die OECD prognostiziert. Dies bedeutet aktuell eine Zunahme von 78 Millionen Erdenbürger und neuer Konsumenten p.a. – annähernd eine jährliche Zunahme in der Größenordnung der Bevölkerung von Deutschland.

2)
Der Autor geht von einer weiteren Geldflut durch die Notenbanken in Europa, den USA und Asien aus. Ein Treiber für Aktienkurse und zugleich eine wundersame Geldvermehrung für die Kreditvergabe der Banken auf ihrem Weg in die Realwirtschaft. Anmerkung: Eine sehr gewagte These angesichts der fatalen Wirkungen der Niedrigzinsen auf Vorsorgesysteme u.ä.

3)
Die ungebremste Lust der Welt auf Konsum. Man redet über Ökologie und lebt Ökonomie. Die Kursentwicklungen der großen Konsumartikelhersteller sprechen Bände.

4)
Digitalisierung bei gleichzeitiger Globalisierung könnte noch nie erlebte Innovationen kreieren, stärker als die Fließbandentwicklung von Henry Ford vor 100 Jahren.

5)
Die scheinbare Immunität der Welt gegenüber Politikern wie Trump, Johnson, Putin, Erdoğan und Bolsonaro, die die Welt nicht ängstigen, sondern teilweise amüsieren, so die Sicht Steingarts.

6)
Eine Steigerung der Produktivität durch den Eintritt gut ausgebildeter Frauen in das Erwerbsleben. Seit 2002 ist die Erwerbstätigenquote von Frauen von 62 auf zuletzt 76 Prozent gestiegen.

7)
Auch die Qualifizierung der Menschen auf dem Bildungsweg schreitet in Europa voran. Seit dem Jahr der Finanzkrise verfügen rund 50 Prozent der EU-Bürger über einen Bildungsabschluss im Sekundarbereich II (Abitur). Im tertiären Bildungsbereich (zum Beispiel Universitäten und Hochschulen) stieg die Quote von über 22 auf knapp über 30 Prozent.

Fazit

Der Autor kommt zu der Schlussfolgerung, dass es nicht leicht fallen sollte, die Weltwirtschaft anhand der beschriebenen Faktoren abzuwürgen. Die Risikofaktoren seien weltweite Terrorserien, ein massiver Ölpreisanstieg sowie die Ansteckungseffekte von Bankenzusammenbrüchen. „Dieses Szenario beschäftigt bisher lediglich das Genre der Crash-Literatur“, so Steingart. Aber gerade auf Letzteres läuft die weit verbreitete Prognose des Bankenexperten Dr. Krall hinaus.

Damit stellt sich wieder einmal die Frage: Kann man Einbrüche, Rezessionen oder Unheil als solches überhaupt seriös prognostizieren? Rezessionen sind Teil der Marktwirtschaft, alles andere sind „schwarze Schwäne“, die man deshalb so bezeichnet, weil sie weder erahnt noch getimt werden können.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    sabine

    20. Dezember 2019 10:22 at 10:22

    Das Aufblasen der Immobilien 2006/7 in den USA geschah durch die FED. Banken „mußten“ nicht zahlungsfähigen Kunden Kredite geben, Befehl von oben!
    „Fannie and Freddie are collectively known as “government-sponsored enterprises.”“
    https://fee.org/articles/how-the-federal-government-created-the-subprime-mortgage-crisis/
    (By the way: Die Silberposition der beiden mußte nach dem Zusammenbruch derselben JPM übernehmen.)

    Danach haben sie es fortgesetzt, mit Hilfe von Steuergeldern. (Man hat Wirtschaftswachstum mit Armutsbekämpfung gleichgesetzt, so sind dabei auch nicht Arme in den Genuß dieser Rettungen gekommen!)
    https://www.welt.de/wirtschaft/article3171014/US-Regierung-zwingt-Banken-zu-guenstigen-Krediten.html
    Das ist nicht „die Marktwirtschaft“, sondern der Anteil des Staatskapitlismus im Land erhöht sich gewaltig, und verdrängt gesunde wirtschaftliche Mechanismen. Zum Wohl der Lenker.
    Dasselbe jetzt mit den Minuszinsen. Es erhöht die Fallhöhe der natürlichen Wellen von Rezession und Hochkonjunktur.

    • Avatar

      sabine

      20. Dezember 2019 10:23 at 10:23

      Korrektur: Statt „geschah durch die FED“ muß es „Regierung“ heißen.

      • Avatar

        Ice 9

        20. Dezember 2019 16:48 at 16:48

        Die FED ist die Regierung.

  2. Avatar

    Columbo

    20. Dezember 2019 10:53 at 10:53

    Der Eine sagt dies, der Andere das und ein Dritter ganz was anderes.
    Steingart war Journalist, Krall Banken-Risikomanager.
    Im Zweifel traue ich doch Zweiterem auf Grund seines Lebenslaufes bessere analytische und prognostische Fähigkeiten zu, auch wenn ich nichts dagegen hätte, wenn Steingarts Prognosen einträfen.

  3. Avatar

    Lausi

    20. Dezember 2019 11:40 at 11:40

    Wenn jetzt noch einmal die Aktienmärkte und die Konjunktur nach oben schießen, könnte das auch das Ende des Bullenmarktes bedeuten, gemäß dem Klassiker: Bullenmärkte sterben in der Euphorie. Im kommenden Jahr könnte es dann soweit sein, und der Kipppunkt erreicht werden.

    Und was Steingart’s Bemerkung zu Trump, Bolsonaro und Konsorten betrifft: Amüsieren kann man sich über diese Gestalten vortrefflich – es gibt wunderbare Karikaturen – aber trotzdem bleiben sie für mich Verbrecher, die hoffentlich irgendwann mal ihrer gerechten Strafe unterzogen werden.

  4. Avatar

    Hesterberg

    20. Dezember 2019 13:29 at 13:29

    @Wolfgang Müller
    Alle Prognosen, die nicht mit 100-prozentiger Sicherheit gestellt werden können, könnte man deshalb im engeren Sinne bereits als unseriös abtun. Eine Prognose als unseriös hinzustellen, ist daher ein beliebtes Mittel all derer, die eine andere, meist gegenteilige Prognose aufstellen. Diese wäre dann aber zwingend ebenfalls unseriös.

    Ich denke, eine Prognose darf als seriös gelten, wenn sie hinreichend mit Fakten und Erfahrungswerten untermauert ist. Von daher sind z. B. die Prognosen von Dr. Krall, Friedrich & Weik und Otte absolut seriös, selbst dann, wenn sich später herausstellen sollte, dass die prognostizierten Ereignisse erst später, in anderer Form oder gar nicht eingetreten sind.

    Wer bei Prognosen stets auf wissenschaftliche Beweise pocht, der mag sich in Erinnerung rufen, dass die sogenannte Wissenschaft sich derart häufig irrt, dass sie aufgrund dieser Tatsache schon unseriös sein müsste. Die meisten Vorhersagen von Wirtschaftsinstituten z. B. stellen sich als falsch heraus, schon deshalb, weil sie politisch gewollt geschönt sind. Und wer immer auf Faktenuntermauerung pocht, sollte sich ins Gedächtnis rufen, was man mit faktenbezogenen Statistiken so alles anstellen und angeblich beweisen kann.

    Grundsätzlich würde ich Ihre in Ihrem Fazit gestellte Frage mit „Ja“ beantworten.

  5. Avatar

    Gixxer

    23. Dezember 2019 11:27 at 11:27

    Nach der Invertierung der Zinskurve dauert es im Mittel noch knapp ein Jahr bis die Rezession kommt. Während dieses Jahres kommt es aber meist noch mal zu einem neuen ATH an den Börsen. Von daher liegen wir voll im Plan.
    Jochen Stanzl hatte das mal in seiner Sendung morgens gegen acht genauer erläutert.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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