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Weltwirtschaft: Warum der Rebound trügerisch ist

Hannes Zipfel

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Weltwirtschaft in der Krise - leere Regale im Höhepunkt der Coronakrise

Nach dem heftigen Einbruch der Konjunkturindikatoren beginnt sich der ökonomische Datenkranz langsam wieder aufzuhellen. Diese Entwicklung ist jedoch trügerisch und im Wesentlichen auf Basiseffekte zurückzuführen. Der eigentliche Lackmustest für die Weltwirtschaft steht erst noch bevor.

Vollzieht die Weltwirtschaft einen „Dead Cat Bounce“?

In dieser Woche wurden eine Reihe von Konjunkturindikatoren veröffentlicht, die sich in Reaktion auf die Lockerung der Covid-19-Beschränkungen wieder aufhellen. Vor allem Stimmungsindikatoren wie der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen in Deutschland springen dynamisch nach oben. Nach einem Wert von 28,2 im April sind die rund 400 befragten Analysten und institutionellen Anleger bezogen auf ihre mittelfristigen Erwartungen bezüglich der deutschen Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung nun wieder deutlich optimistischer. Der Wert für Mai spring auf 51 Punkte nach oben – erwartet waren 32 Punkte. Damit hat die Zuversicht der vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Teilnehmer den höchsten Stand seit über fünf Jahren erreicht. Dies ist im Wesentlichen der Kellerperspektive vom jetzigen Konjunkturniveau aus geschuldet. Interessanterweise erreichte die Komponente „Aktuelle Lageeinschätzung“ im ZEW-Index mit -93,5 den schlechtesten Wert seit August 2003. Erwartet wurde hingegen eine Verbesserung von 91,5 Punkten im April auf 88 Punkte.

Auch in den USA drehen die ersten Frühindikatoren deutlich nach oben, nachdem sie zuvor bedingt durch den Shutdown auf historische Tiefststände abgestürzt waren. An der Wall Street nennt man so etwas bezogen auf die Kurse von Aktien einen „Dead Cat Bounce“. Dies ist eine gebräuchliche Metapher für eine nicht nachhaltige Erholung eines Vermögenspreises nach einem starken Einbruch. So könnte man auch den gestern veröffentlichten Anstieg bei den US-Einkaufsmanagerindizes (EMI) für den Dienstleistungssektor sowie das verarbeitende Gewerbe interpretieren. Beide erholten sich deutlich stärker, als der Analystenkonsens dies im Vorfeld prognostizierte. Der Gesamtindex stieg von 27,0 im April auf 36,4 im Mai. Erwartet wurde ein Anstieg auf lediglich 32,8 Punkte.

Alles eine Frage der Perspektive

Solche Daten sehen im ersten Moment gut aus und untermauern die These, dass mit dem Ende des Shutdowns die Wirtschaft in den Erholungsmodus übergeht. Das erscheint auch logisch und anhand der vorlaufenden Entwicklung in China, das diesen Prozess bereits durchlaufen hat, auch nachvollziehbar. Dennoch muss man bedenken, auf welchem Niveau die Stabilisierung der Konjunkturindikatoren stattfindet und die Frage stellen, ob sie nachhaltig sein kann.

Bezogen auf die Einkaufsmanagerindizes (EMI) sei noch erwähnt, dass es sich hierbei um einen sogenannten Diffusionsindex handelt. Das bedeutet, dass ein Wert von 50 die Demarkationslinie zwischen Expansion und Kontraktion darstellt. Gehen über die Hälfte der befragten Einkaufsmanager von einer Verbesserung der Lage aus, springt der Index über 50. Sind wie aktuell nur 36,4 Prozent der Befragten optimistisch, bedeutet das für den gesamten Sektor immer noch, dass 63,3 Prozent oder knapp zwei Drittel der Befragten eine Verschlechterung der Lage sehen. Die Interpretation des Indikators ist also eine Frage der Perspektive.
Basiseffekte und dann?

Dennoch ist in den nächsten Wochen durch die Lockerung der Corona-Beschränkungen mit einer Aufhellung der Lage in den meisten Sektoren zu rechnen. Was bleibt, ist die Unsicherheit von zwei Seiten: Erstens bleibt die Frage offen, ob die Lockerungsmaßnahmen die Infektionszahlen wieder erhöhen – in den nächsten Wochen oder im kommenden Herbst. Einen Impfstoff wird es bis dahin, da sind sich die Experten einig, noch nicht geben. Der zweite Punkt in Sachen Unsicherheit ist noch entscheidender: der Knockout der bereits vor Covid-19 taumelnden Weltwirtschaft. Nicht umsonst war die US-Notenbank (Fed) bereits im Herbst 2019 mit Zinssenkungen und einem Anleihekaufprogramm in Höhe von 60 Mrd. US-Dollar pro Monat in den Rettungsmodus übergegangen. Vor allem, um den Zusammenbruch des Repo-Marktes zu verhindern und um eine Kettenreaktion zu unterbrechen, die den US-Dollar-Geldmarkt vollständig eingefroren und die Finanzmärkte in Turbulenzen gestürzt hätte. Schon vor Covid-19 stand also die Weltwirtschaft nahe am Abgrund.

Nun ächzt die ohnehin angeschlagene Weltwirtschaft unter einer noch höheren Schuldenlast. Die Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück, Lieferketten sind dauerhaft zerstört oder teilweise unterbrochen, nationale Egoismen brechen wieder auf (siehe US-China-Konflikt) und Verbraucher sind verunsichert, da sie spürbar weniger frei verfügbare Mittel für den Konsum zur Verfügung haben. Selbst Unternehmen wie die Deutsche Bahn, die bis vor Kurzem noch händeringend Lokführer, Ingenieure, Servicepersonal und IT-Spezialisten suchte, setzt nun den Rotstift an. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) befürchtet mehr als 10.000 Arbeitsplatzverluste. „Es droht ein dramatischer Stellenabbau“, zitierte die „Bild am Sonntag“ den Vorsitzenden der EVG Klaus-Dieter Hommel. Eine der weltweit größten und luxuriösesten Fluggesellschaft, die „Emirates“ mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, plant den Abbau von 30.000 Stellen und die Stilllegung ihrer kompletten A380-Flotte.

Der Automobilkonzern Volkswagen fuhr erst am 27. April die erste Produktionsstätte in Deutschland im sächsischen Zwickau wieder hoch. Doch die Erleichterung bei den Mitarbeitern und den Zulieferern währte nicht lange. Weil sich die Autos bei den Händlern stapeln und sich die Kunden beim Kauf hochpreisiger Konsumgüter zurückhalten, fuhr VW die Produktion bereits am 13. Mai teilweise wieder herunter. Kein Wunder, bei mehr als 10 Millionen Kurzarbeitern in Deutschland, von denen viele nicht wissen, ob sie in ihren Betrieben in Zukunft noch gebraucht werden. Da stehen Autos nicht ganz oben auf der Shopping-Liste. Davon abgesehen warten die meisten potenziellen Käufer auf die u. a. von der Beratungsgesellschaft PwC vorgeschlagene Abwrackprämie und halten sich mit Käufen vorerst zurück. Bereits 2009 sorgte diese Prämie für erhebliche Nachfrageimpulse. Noch wehrt sich die Politik gegen eine Neuauflage dieses Konjunkturprogramms. Auf europäischer Ebene wird gerade ein Wiederaufbauprogramm in Höhe von 500 Mrd. US-Dollar diskutiert. Doch dessen Ausgestaltung und Finanzierung ist unter den Mitgliedsstaaten hochumstritten. Ohne ein solches Programm werden die Volkswirtschaften Südeuropas kaum wieder auf die Beine kommen, wie die Entwicklung Italiens nach der Weltfinanzkrise gezeigt hat.

Auch in den USA mehren sich die Stimmen, die ein weiteres billionenschweres Konjunkturprogramm für die Zeit nach der Krise fordern. So z. B. der US-Notenbankchef Jerome Powell, der bedingt durch die Verwerfungen in der Weltwirtschaft eine tiefe Rezession auf die USA zukommen sieht, die die schwerste seit dem Zweiten Weltkrieg werde. Doch noch können sich das demokratisch dominierte Abgeordnetenhaus und der republikanische Senat in den USA nicht einigen. Die US-Notenbank (Fed) stünde jedenfalls bereit, wie die EZB in der Eurozone, die finanzpolitischen Maßnahmen mit der digitalen Notenpresse zu finanzieren. Doch umso länger um diese konjunkturpolitischen Maßnahmen gerungen wird, umso wahrscheinlicher ist ein Wiederabdriften der Weltwirtschaft nach einem kurzen „Dead Cat Bounce“ in die Rezession.

Problem für die Aktienmärkte

Ein solches Szenario, wie es sich derzeit abzeichnet, wäre auch ein Problem für die Aktienmärkte, die einerseits auf einer Welle der Notenbank-Liquidität reiten und anderseits auf eine konjunkturelle Verbesserung in naher Zukunft bauen. Bleiben weitere Konjunkturprogramme aus und damit auch eine schnelle Erholung der Weltwirtschaft, dann können auch die Notenbanken nicht mehr viel tun. Deren Hauptinstrument wäre ja die Finanzierung fiskalpolitischer Maßnahmen – und zwar unlimitiert. Doch wo es keine Konjunkturpakete gibt, da gibt es für die Notenbanken auch nichts zu finanzieren. Damit bleibt die potenziell freisetzbare Notenbankliquidität in der digitalen Notenpresse stecken.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Druckenmiller

    22. Mai 2020 09:36 at 09:36

    Mindestens das von Politikern dauernd erwähnte Fachkräftemangel- Problem wäre somit gelöst.War aber schon vorher keines, hat man doch die wirklichen Fachkräfte über 55jährig schon vorher ausgemustert.
    Jetzt kann die Limite dann noch tiefer gesetzt werden, dann können die 25bis45 Jährigen Alles erwirtschaften u.bezahlen, Zum Glück hat man das Gelddrucken erfunden, wer war eigentlich der geniale Erfinder ?

  2. Avatar

    Lausi

    22. Mai 2020 10:19 at 10:19

    Bei einem Glas Wein (ich wohne in einer anderen Zeitzone) wird mir ganz schwindelig bei diesen Zahlen. Die Katastrophe scheint wirklich vorprogrammiert zu sein. Irgendwie scheinen die handelnden Akteure das noch nicht realisiert zu haben, oder etwa doch? Die Kapitulation, d.h. die Inflations-Bombe, wird irgendwann kommen, die Frage ist nur wann. Ich denke mal, dass sich die Politiker & Notenbanker damit noch etwas Zeit lassen werden. Na dann, Prost! :-)

  3. Avatar

    thinkSelf

    22. Mai 2020 17:49 at 17:49

    Viele „liberale“ sprechen ja von einer sozialistischen Geldwirtschaft. Aus meiner Sicht ist das so nicht richtig. Tatsächlich sehen wir eher eine Rückkehr feudaler Strukturen. Unter diesen Bedingungen kann die Wirtschaft nicht wachsen, denn in feudalen Strukturen wird der Masse die Kaufkraft entzogen. Die zunehmende Vermögenskonzentration erzeugt dann ein Race to the bottom.

    Um das zu verhindern, bleibt den Staaten nichts anderes übrig, als die Massenkaufkraft hoch zu halten. Dazu werden aktuell alleine in Frankreich, Spanien, Deutschland und den USA etwa 100 Millionen Einkommensbezieher mit staatlich gedrucktem Geld alimentiert. Plus die 100 Millionen die noch an ihnen dran hängen, bzw. sonst über deren Abgaben finanziert werden.
    Nur so kann man überhaupt eine Basis der Wirtschaft erhalten. Und das wird so lange notwendig sein, bis sämtliche einschränkenden Maßnahmen wieder aufgehoben sind.

    Die aufgehäuften Schulden sind nicht abtragbar, denn Feudalisierung und Zombifizierung der Wirtschaft verhindern ein ausreichendes Wachstum. Also bleiben die Zinsen langfristig bei 0.
    Obwohl damit die Geldvermögen real entwertet werden, reicht das nicht. Denn die Entwertung ist langsamer, als der Neuschuldenaufbau.

    Schulden kann man nur auf zwei Arten abbauen:
    1. Der GLÄUBIGER gibt sein Geld für noch zu produzierende Güter aus, wodurch der Schuldner die Transaktion schließen kann (Schuldenabbau = Geldvermögensabbau)
    2. Die Schulden werden in irgend einer Form gestrichen (Inflation, Abwertungen, Schuldenschnitte)

    Egal welchen Weg man wählt, er endet immer im Desaster. Entweder im kurzen und schnellen Schmerz (was ich präferiere, denn dann kann man schnell wieder durchstarten) oder im langfristigen Siechtum. Es geht nur noch darum, wer die Schmerzen trägt. Wir können ja mal eine Wette machen, wer das am Ende ist.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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