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Weltwirtschaftskrise 1929 und 2020 – ein Vergleich für etwas Optimismus

Der Vergleich mit der großen Weltwirtschaftskrise nach 1929 macht derzeit die Runde. Aber es gibt ein paar gravierende Unterschiede zur damaligen Zeit

Wolfgang Müller

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am

Der Vergleich mit der großen Weltwirtschaftskrise nach 1929 macht derzeit die Runde. Aber muss es überhaupt dazu kommen? Es gibt ein paar gravierende Unterschiede zu der damaligen Zeit.

Wir leben in Zeiten der wirtschaftlichen Superlative, zumeist im negativen Sinne. Aber gelegentlich auch im positiven: Der Dow Jones schloss gestern mit dem größten Anstieg seit 1933. Noch nie stürzten Aktienindizes in so kurzer Zeit so schnell ab – und noch nie wurde die Weltwirtschaft außerhalb der Weltkriege in bestimmten Ländern so schnell abgebremst wie heute.

Weltwirtschafrtskrise: Die Roaring Twenties

Zwar gibt es derzeit auf den Finanzmärkten große Analogien zu den Verhältnissen der 1920-er-Jahre, also bevor es zur Weltwirtschaftskrise kam: die Ausweitung der Verschuldung, Aktienspekulation auf Kredit, Aktienrückkäufe und vieles mehr, was wir aus heutiger Zeit kennen. Ein Anstieg des Dow Jones von 100 (1923) bis auf 381 Punkte (1929), zum Beispiel. Aber es gibt auch große Unterschiede zwischen der Weltwirtschaftskrise 1929 und heute:

  • Die US-Notenbank ging im Jahr 1929 zu einer Hochzinspolitik über.
  • Die Reaktion der Federal Reserve auf die Kursexzesse war, dass sie die Geldmenge im Anschluss an den „Schwarzen Donnerstag/Freitag“ 1929 um 30 Prozent verknappte.
  • Der Staat kürzte drastisch seine öffentliche Ausgaben, eine Austeritätspolitik, die rasch zur Rezession und Deflation führte. Dies und die Kontraktion der Geldmenge wird von vielen Ökonomen als Verursachung der Weltwirtschaftskrise angesehen
  • Die Deflation führte zur Bankenkrise, zur Kreditklemme und zu massenhaften Firmenpleiten.

Und was werden gerade von Staaten und Notenbanken an Maßnahmen zur Abwendung des Supergaus infolge des Coronavirus getroffen? Extreme Zinssenkungen, extreme fiskalpolitische Maßnahmen und damit Flutung der Märkte mit Liquidität. So ziemlich das Gegenteil von dem, was in der Weltwirtschaftskrise 1929 und in den Folgejahren passierte.

Von US-Finanzminister Andrew Mellon stammt aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise der Spruch: abwickeln, abwickeln (liquidate, liquidate!) – Arbeitsplätze, Landwirte, Kapital liquidieren und Immobilien veräußern. Das würde die Fäulnis aus dem System spülen, die Menschen würden härter arbeiten und es würde ein höherer Lebensstandard daraus resultieren. Was war die Folge? Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise sank die Industrieproduktion in den USA um 46,7 Prozent, die Arbeitslosigkeit stieg in den Industrieländern auf 25 Prozent – und zwar dauerhaft. Es entstand unsagbare Not.

Der vorletzte Fed-Chef Ben Bernanke hat die Weltwirtschaftskrise sehr genau studiert und sogar mit dem Thema „die große Depression“ promoviert (hier im Original Bernankes „Money, gold and the Great Depression“ – lesenswert!). Von ihm stammt auch der Vorschlag des Helikoptergeldes, um eben so eine Verknappung des Geldes wie 1929 zu verhindern. Die USA werden nicht mehr den gleichen Fehler wie damals machen, deshalb ist die Vorstellung, dass sich die Geschichte diesbezüglich wiederholt, nicht sehr realistisch.

Ein weiterer Grund für die extreme Not in der damaligen Weltwirtschaftskrise war die Dominanz der Landwirtschaft in der US-Wirtschaft. Nach deren Zusammenbruch kam es zu einer dramatischen Unterversorgung der Bevölkerung und es mussten damals sogar ganz junge Menschen auf den Feldern mitarbeiten, um nicht zu verhungern. Und heute? Aktuell macht die Agrarwirtschaft nicht einmal ein Prozent des US-Bruttoinlandsprodukt aus. Wenige Bauern mit riesigen Farmen und überdimensionalen computergesteuerten landwirtschaftlichen Maschinen versorgen das Land, die Produktivität hat sich seither vervielfacht. Auch hat die Produktion von Gütern heute einen ganz anderen Automatisierungsgrad erreicht: es gibt menschenleere Fabrikendie R, obotisierung hat eine große Dimensionen angenommen.

Weltwirtschaftskrise und heute: Hoffnungsschimmer – die Entwicklung in Asien

Die große Hoffnung der Optimisten ruht auf der Entwicklung in Fernost.

Allen voran in der Entwicklung im Ursprungsland für das Coronavurus, China, der Werkbank der Welt mit ihren 1,4 Milliarden Menschen.

So zum Beispiel Volkswagen: man hat in China die Produktion in allen 23 Werken wieder aufgenommen und möchte von dort aus Europa beliefern. Oder Apple, wo sowohl die Stores in China wieder geöffnet wurden als auch bei Foxconn die Produktion wieder hochgefahren wird. Es gibt viele Anzeichen dafür (nicht nur durch Satellitenbilder), dass das Reich der Mitte acht Wochen nach dem Shutdown selbst in Wuhan wieder zu ein bisschen Normalität zurückkehrt.

Positive Signale auch aus Japan oder Südkorea, wo die aktuellen Infektionen deutlich nach unten zeigen. Im Übrigen liegen in ganz Fernost die Infektionszahlen niedriger als in Europa und auf die Weltwirtschaft bezogen, gibt es einen großen Trend zu Wachstum in den ASEAN-Staaten, deren Wirtschaftsblock von 3,5 Milliarden Menschen künftig eine ganz andere Rolle in der Welt übernehmen wird. Großes Sorgenkind ist derzeit das 1,3 Milliarden Menschen-Land Indien, welches gerade den großen Shutdown zur Verhinderung des Ausbruchs angeordnet hat. Angesichts der Bevölkerungsexplosion, der Bevölkerungsdichte und der kritischen hygienischen Verhältnisse (über eine halbe Milliarde Bewohner haben nicht einmal eine Toilette) und der Gesundheitsversorgung weiter Teile der Bevölkerung, ist dieser Staat eine Dauerquelle für den Ausbruch einer Epidemie.

Damoklesschwert westliche Gesundheitssysteme

Betrachtet man sich die Ausbreitung von Covid-19, so muss man feststellen, dass es gerade in den Gesundheitssystemen der hochentwickelten Industrieländer hapert. In Italien und auch in den USA werden in Kürze die Zahlen an Infizierten die von China weit überschreiten. Es fehlt an ausreichend Notfallbetten sowie an Beatmungsgeräten. Auch hat in den USA Präsident Trump mit seiner Verharmlosung der „Grippe“ wertvolle Zeit verschenkt. Es gab und gibt zu wenig Test-Kits. Bis vor zwei Wochen gab es in den gesamten Vereinigten Staaten nur 10.000 Testungen, in Südkorea allein gibt es bereits über 20.000 Tests – täglich. In den USA haben insbesondere die Gouverneure das Heft des Handelns in die Hand genommen, aber zunächst werden die „Drive-In“-Testungen noch ganz andere Zahlen offenbaren.

Die Unterschiede zwischen der Cornavirus-Krise und der Weltwirtschaftskrise ab 1929

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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