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Europa

Wenig beachtet, aber hochinteressant: Deutsche Importpreise stark deflationär!

Und was kommt noch vor den Erzeugerpreisen? Deutschland als rohstoffarmes Land muss für die Veredelung von Produkten erst einmal die Rohstoffe importieren. Und wenn diese Importpreise ebenfalls rückläufig…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Und erneut ein weiteres Kapital unserer Serie „Mario, wo zauberst Du Dir die 2% Inflation her?“. Die deutschen Verbraucherpreise wie auch Erzeugerpreise geben hierfür nichts, aber auch wirklich gar nichts mehr. Die Erzeugerpreise kann man gewissermaßen als Vorläufer der Verbraucherpreise betrachten. Denn wenn die Erzeugerpreise nicht steigen, warum sollten Groß- und Einzelhandel bei dem extrem scharfen Wettbewerb in Deutschland versuchen vom Verbraucher höhere Preise zu verlangen? Die Erzeugerpreise waren zuletzt auf Jahresbasis um 1,6% gefallen!

Und was kommt noch vor den Erzeugerpreisen? Deutschland als rohstoffarmes Land muss für die Veredelung von Produkten erst einmal die Rohstoffe importieren. Und wenn diese Importpreise ebenfalls rückläufig sind, können die Erzeugerpeise ja wohl kaum steigen. Und diese Kette in der Produktion setzt sich in der Tat fort. Keine steigenden Verbraucherpreise, stark rückläufige Erzeugerpreise, und wie man heute sieht, auch stark rückläufige Importpreise für die deutsche Industrie mit -2,6% im August gegenüber dem Vorjahresmonat. Das wird aktuell wenig beachtet, ist aber hochinteressant.

Denn daraus kann man auch Rückschlüsse ziehen, ob denn die Verbraucherpreise (Inflation) in den nächsten Monaten steigen werden – nämlich nicht! Hochinteressant ist heute auch die Betrachtung der Einzelkomponenten. Denn einmal mehr wird klar, dass eben nicht nur die Energiepreise rückläufig sind. Auch trifft dies zu auf Milch, Rind, Getreide, Holz, Kupfer, Aluminium, Erze und Stahl. Dass die Energieprodukte zweistellig zurückgehen auf Jahressicht, war klar. Aber die vorher aufgezählten Grundstoffe haben auch deutlich fallende Importpreise für die deutschen Abnehmer – es handelt sich hier als NICHT um ein reines Ölpreis-Phänomen – auch wenn natürlich der Ölpreis der Hauptfaktor für eine Erholung der Inflation sein würde!

Die einzigen Anstiege bei Importpreisen gibt es bei Schweinefleisch und Kaffee. Ob diese beiden Kategorien etwa Posten wie Erze, Getreide, Stahl etc auffangen? Wohl kaum. Der Schnitt liegt wie gesagt bei -2,6%. Ohne Energie sind es immer noch -1,5%. Aus Deutschland kann sich Mario D. wohl kaum Grundlagen für sein 2%-Inflationsziel heranziehen. Seit März 2015 mehr als 1 Billion Euro an Anleihen aufgekauft, und passiert ist nichts. Ähhhhh, doch gestern betonte Draghi in einer Rede erneut die EZB-Maßnahmen würden ihre Wirkung immer besser entfalten. Wie und wo genau sie dies tun, bleib wohl sein Geheimnis!

importpreise

importpreise-2

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Dreistein

    27. September 2016 15:27 at 15:27

    Leute in ganz Europa verarmen, dann haben wir noch die Leute die sich gerade noch über Wasser halten können und eine immer kleiner werdende Mittelschicht, wer soll denn dann noch den Konsum steigern?
    Solange es in Europa keine festen gut bezahlte Jobs mehr gibt kommt auch die Wirtschaft nicht in Schwung. Von 1€ Jobs und 450€ Jobs oder 8,50€ Mindestlohn kann sich keiner ein Auto leisten.
    Leider haben unsere Politiker eine Weitsicht von 12 bis Mittag, bestes Beispiel Franz Müntefering der ca. 20000€ Rente im Monat bekommt sagte doch glatt mit 600€ Rente ist man nicht arm, folglich muss man Reich sein. 450€ Miete sagen wir warm und 30€ Strom bleiben noch 120€ da geht aber jetzt die Post ab. Ab zum Amt und aufstocken und so sieht es mit den 1€ / 450€ Jobs und den 8,50€ Mindestlohn auch aus, ab zum Aufstocken. Damit finanzieren /Subventionieren wir die Arbeitgeber wieder auf Kosten der Steuerzahler. Da immer mehr abrutschen wird die Steuerlast auch größer also Steuererhöhung. Es ist ein Teufelskreislauf. Höhere Löhne, Investitionen der Wirtschaft / Bund /Länder in unsere Marode Infrastruktur und die Wirtschaft fängt wieder das Laufen an.

    • Avatar

      Gixxer

      28. September 2016 08:08 at 08:08

      Muss Ihnen zustimmen.
      Die Mittelschicht bröckelt immer mehr ab und rutscht sozusagen nach unten weg.
      Und genau das ist meiner Meinung nach auch der Grund für das Erstarken sogenannter rechtspopulistischer Parteien, denn was die Menschen nun machen, ist zu denken, es sei die Schuld der Flüchtlinge. Der Fisch stinkt aber immer vom Kopf her.

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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