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Wenn das mal kein Nord-Süd-Gefälle ist: Diese Grafik zeigt die EU in ihrer Grundstruktur

Nord gegen Süd. Als gäbe es zwei getrennte Blöcke. Die Arbeitslosigkeit deckt sich sehr gut mit diesem unterschiedlichen Grundverständnis der EU. Und nein, damit wollen wir nicht automatisch sagen, dass die...

FMW-Redaktion

Obwohl es hier und jetzt nur um die Höhe der offiziellen (!) Arbeitslosenquoten in der EU geht, kann man diese Grafik fast 1:1 übertragen auf die Grundideen von Haushaltsdisziplin bei der Neuverschuldung, oder auch auf das Abstimmungsverhalten der Mitglieder bei der EZB. Nord gegen Süd. Als gäbe es zwei getrennte Blöcke. Die Arbeitslosigkeit deckt sich sehr gut mit diesem unterschiedlichen Grundverständnis der EU. Und nein, damit wollen wir nicht automatisch sagen, dass die Südländer aufgrund ihrer „Mentalität“ mehr Arbeitslose haben. Es geht schlicht und einfach um eine Zweiteilung der EU, die sich graphisch hiermit gut belegen lässt. Und es ist nun mal ein Fakt, dass bei Budgets und EZB-Entscheidungen die europäischen „Meinungsblöcke“ der Entscheider im Großen und Ganzen genau so aussehen wie in dieser Grafik.

Die Grafik zeigt aufgeteilt nach einzelnen Regionen die Arbeitslosenquoten. Blau zeigt die niedrigen Quoten runter bis auf 2,1%, rot die höchsten Quoten rauf auf bis zu 31,3%. Dabei darf man nie vergessen, dass diese Quoten das widerspiegeln, was wir in Deutschland als Erwerbslosenquote bezeichnen. Hier werden europaweit von den Arbeitsämtern alle Arbeitslosen herausgerechnet, die sich angeblich zuletzt nicht ausreichend genug um Arbeit bemüht haben. Als Faustformel kann man sagen, dass die tatsächlichen Quoten gut 30-50% höher liegen. In Deutschland sind es beispielsweise gut 50%. Und auch die Quote ist noch schön gerechnet, wie wir schon oft dargelegt haben.

Am Stärksten betroffen von diesen offiziellen Arbeitslosenquote der EU von mehr als 6,6% und oft sogar mehr als 10,9% sind Spanien, Italien und Griechenland. In Italien wird durch die Darstellung einzelner Regionen die Aufteilung in das arme Süditalien und das industrielle noch relativ gesunde Norditalien sichtbar. Details von Eurostat im Wortlaut:

Die regionalen Erwerbslosenquoten unterschieden sich jedoch immer noch deutlich zwischen den EU-Regionen. Die niedrigsten Quoten verzeichneten Niederbayern (2,1%) in Deutschland und Praha (2,2%) in der Tschechischen Republik, gefolgt von den deutschen Regionen Oberbayern (2,4%), Mittelfranken und Unterfranken (je 2,5%) und Tübingen (2,6%). Am anderen Ende der Skala wiesen Dytiki Makedonia (31,3%) in Griechenland, Ciudad Autónoma de Melilla (30,8%) in Spanien, Dytiki Ellada (29,8%) in Griechenland, Andalucía (28,9%) und Extremadura (27,5%) in Spanien sowie die französische Überseeregion Mayotte (27,1%) die höchsten Erwerbslosenquoten auf.

Sechzig EU-Regionen mit einer Erwerbslosenquote von maximal der Hälfte des EU-Durchschnitts

Von den 275 EU-Regionen, für die Daten verfügbar sind, wiesen 60 im Jahr 2016 eine Erwerbslosenquote von 4,3% oder weniger auf, was der Hälfte des Durchschnitts der EU (8,6%) entspricht. Dazu zählten vierundzwanzig Regionen in Deutschland, achtzehn im Vereinigten Königreich, sechs in der Tschechischen Republik, jeweils drei in Ungarn und Österreich, jeweils zwei in Belgien und Rumänien und jeweils eine in Italien und den Niederlanden. 32 Regionen wiesen hingegen eine Quote von mindestens 17,2% auf, was dem Doppelten des EU-Wertes entspricht: zwölf der dreizehn Regionen in Griechenland, zehn in Spanien, jeweils fünf in Italien und Frankreich (alle Überseedepartements).


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1 Kommentar

  1. Westungarn mit Vollbeschäftigung, eine Arbeitslosigkeit so niedrig wie in Bayrisch-Schwaben. Orban macht eben doch alles richtig, auch wenn die EU-Granden es nicht gerne hören.

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