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Europa

Wenn der Handelskrieg von Trump kommt, dann..

Aus nicht erfindlichen Gründe glauben die Märkte nicht an baldige Handelskriege. Aber es sieht alles danach aus..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Was passiert, wenn die USA ernst machen und nicht nur gegen chinesische Waren Einfuhrzölle erheben? Heute sagte Trump bereits, dass es eine große Importsteuer geben werde: „we are going to impose a major border tax“. Dazu Steuersenkungen für die Mittelklasse (wirklich??) und für Unternehmen, und 75% der Regularien sollen abgeschafft werden (warum nicht gleich 100%?):

„What we’re doing is we are going to be cutting taxes massively for both the middle class and for companies, and that’s massively. A bigger thing, and that surprised me, is the fact that we’re going to be cutting regulation massively. We think we can cut regulations by 75 percent, maybe more, but by 75 percent.“

Dazu sollen die bestehenden Handelsabkommen neu verhandelt werden etc. ect. Mit anderen Worten: dass die USA ernst machen und Importzölle nicht nur gegen chinesische Waren erheben, ist also sehr wahrscheinlich – wird aber von den Märkten nach wir vor wie ein schwarzer Schwan-Ereignis gewertet, das irgendwie unwahrscheinlich ist, offenkundig weil man Trump nicht beim Wort nimmt!

Und vor allem China wird mit Gegenmaßnahmen antworten, das scheint klar. Peking hatte bereits 2012 gegen Japan Strafmaßnahmen erlassen, und es spricht alles dafür, dass die Chinesen auf ein solches Szenario vorbereitet sein werden. Und die offensichtlichsten Opfer sind die amerikanische Autoindustrie mit General Motors (jedes dritte Auto der Firma wird in China verkauft) und Ford, dazu Sportmarken wie Nike oder Luxusmarken wie Tiffany´s. Bei den chinesischen Firmen wären vor allem Elektronikunternehmen betroffen, neben den zahllosen Firmen, die etwa den amerikanischen Supermarktgiganten Wal-Marts beliefern. A propos Wal-Mart: sollten der Fluß billiger Waren abreißen aus China, müsste das Unternehmen nicht nur die Preise stark anheben, sondern wohl auch tausende, vielleicht hunderttausende Mitarbeiter entlassen (derzeit 1,5 Millionen Mitarbeiter).

Insgesamt will Trump ja mit diesen Importzöllen einhemische Unternehmen bevorzugen – und für nicht wenige US-Unternehmen ist das sicher positiv. Aber eben nicht für den US-Verbraucher: wenn weniger Konkurrenz herrscht, wenn die Globalisierung gewissermaßen ausgesperrt wird, dann werden diese Firmen in der Lage sein, höhere Preise aufzurufen. Mithin werden also Importzölle so oder so zu Preissteigerungen führen, kommen noch Maßnahmen gegen illegale Immmigranten hinzu, verstärkt das den Preisauftrieb zusätzlich. Das gilt auch für Lebensmittel: etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Produktion der USA findet in Kalifornien statt, meist mit Hilfe von für wenig Geld arbeitender Mexikaner. Sollten diese billigen Arbeitskräfte nicht mehr zur Verfügung stehen, kann man sich ausmalen, was passieren wird!

Sollte es so kommen, werden bislang kaum absehbare Prozesse in Gang gesetzt, die für die Amerikaner in ihrem Alltagsleben massive Veränderungen bringen werden. Es entstehen zwar sicher neue Jobs, aber es werden auch viele Jobs wegfallen, wenn die „Restwelt“ Gegenmaßnahmen erlassen wird. Etwa wenn Chinas Konsumenten keine amerikanischen Autos mehr kaufen, oder statt Nike-Shirts zu Adidas greifen.

Und auch Europa wird nicht still halten: der Wirtschaftsraum der EU ist mindestens so bedeutend wie der US-Binnenmarkt. Würde die EU Strafzölle hinnehmen, ohne seinerseits zu reagieren, wäre das eine Kapitulation vor Trump – er würde die Europäer verachten. Also muß man seitens der EU mit Gegenmaßnahmen drohen – und verhandeln. Und hier zeigt sich: so schlecht scheint die EU nicht zu sein, weil sie gegenüber Trump viel mehr Gewicht auf die Waage bringen kann, als die einzelnen Nationalstaaten Europas!

Und eines ist auch klar: wenn Trump umsetzt was er umsetzen will, stehen Firmen wie Google, Apple, Amazon etc., die ihre innereuropäischen Steuerparadiese nutzen, in Europa vor schweren Zeiten. Man kann, das sollte sich die EU klar machen, Trump nur mit Stärke begegnen – aber man muß es auch wollen und notfalls den Konflikt nicht meiden. Das werden also spannende Zeiten – wir wiederholen die Erafhrungen der 1930er-Jahre – ob wir wollen oder nicht!

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    verinet

    23. Januar 2017 17:20 at 17:20

    ….im Grunde genommen müssten die Märkte so um 10% einbrechen Minimum
    Handelskriege sind Gift für das weltweite Wachstum….im Grunde genommen schlimmer als in den 30’ern da die Wirtschaften viel vernetzter sind….rational ist dass alles nicht mehr

    • Avatar

      bauer

      23. Januar 2017 17:40 at 17:40

      Jetzt bist auf dem richtigen Weg…mußt jetzt nur noch das richtige tun,um sich zur ruhe zu setzen!
      2020 kannst dann mit mir um die Häuser ziehen und wen auch immer,die Archkarte zu zeigen.
      Die Daxler sind dann eh alle OFW(o.festen Wohnsitz)

      • Avatar

        verinet

        23. Januar 2017 17:48 at 17:48

        OK bin schon dabei

    • Avatar

      Emm wie Meikel

      23. Januar 2017 23:11 at 23:11

      5-10% sind ein gewöhnlicher Rückgang. Leider erwarten so etwas überraschend viele Investoren (-> Gegenwind). Ein Bärenmarkt herrscht gemeinhin erst bei einem Rückgang von mind. 20% (ich habe meine eigenen Signale, aber als grobe Richtschnur reichen die 20%).

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    Michael

    23. Januar 2017 23:53 at 23:53

    Jetzt kommt die Zeit der Wahrheit, die Realität auf den amerikanischen Superunternehmer zu.
    Wirtschaftlich (wo er ja bereits als Einzelunternehmer mehrmals versagt hat) und politisch (wo er keinerlei Erfahrung hat).
    Weltweit in beiden Sektoren auf Elefant im Porzellanladen zu machen und sich gleich mal der Welt als Chaot vorzustellen, der heute sagt, was er morgen bekämpft, na habedieehre!

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    Ulrich

    24. Januar 2017 10:03 at 10:03

    Importieren die USA iber ihre Verhältnisse ist es auch nicht recht. Versuchen sie den Mittelstand wieder aufzubauen ist es auch schändlich.
    Was nun?

    • Avatar

      verinet

      24. Januar 2017 10:19 at 10:19

      die eigene Wirtschaft mit proektionistischen Maßnahmen aufzubauen ist nicht nur schändlich sondern schädlich für alle, da die anderen Nationen sich dass nicht so einfach gefallen lassen werden….back to the 30’s mal ins Geschichtsbuch schauen

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    gerd

    24. Januar 2017 10:39 at 10:39

    Vor 10 oder 15 Jahren oder so, da galt die Globalisierung als das Schlechteste, was dem Arbeitnehmer passieren konnte. Nur die Unternehmen profitierten und die Reichsten. Da waren alle am schimpfen, auch Gewerkschaften. Immer mit dem Hinweis, dass man dagegen letztlich leider wohl nix machen könne.
    Als NOKIA ein Werk in Bochum dichtmachte und nach Rumänien ging, da war der Teufel los. Obwohl das ja die Globalisierung nur am Rande tangierte.
    Schröder mit der Argenda 2010, Hartz4 – wir müssen die Löhne niedrig halten, sonst sind wir im Zeitalter der Globalisierung nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Unternehmen hauen ab und gehen dahin, wo es am günstigsten für sie ist.

    Ein quälender Wettlauf der Nationen begann, wer weltweit am billigsten produzieren kann.

    Und heute sind wieder alle nur am Meckern, wenn es ein bisschen wieder in die andere Richtung gehen sollte

    • Avatar

      verinet

      24. Januar 2017 10:55 at 10:55

      …die Gewerkschaften jubeln ja auch Trump in den USA immer noch zu
      das Ganze wird aber definitiv kräftig in die Hose gehen….gegen die Globalisierung arbeiten da kann man auch gleich gegen die Schwerkraft oder Windmühlen kämpfen, wenn alle jetzt anfangen Schutzzölle oder ähnliches aufzubauen stehen wir definitiv vor einer neuen Weltwirtschaftskrise außerdem wird Trump die Inflation anheizen das wird die FED auf den Plan rufen steigende Zinsen bedeutet steigender Dollar sinkende Wettbewerbsfähigkeit….irgendwie bezahlen kann er sein Strofeuer ja eh nicht

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        24. Januar 2017 11:01 at 11:01

        @verinet, so ist es! Aber viele hier scheinen Lust zu haben, die Erfahrungen der 1930er-Jahre zu wiederholen. Aus einem Handelskrieg wird dann schnell auch ein richtiger Krieg, boah, supergeil, oder??

        • Avatar

          verinet

          24. Januar 2017 11:40 at 11:40

          Trump tickt doch nicht ganz richtig was man ja wieder an dem peinlichen Gezanke um die Zuschauerzahlen bei seiner Vereidigung sehen konnte der Typ steckt voller Komplexe und führt jetzt die größte Wirtschafts- und Militärmacht der Erde…die Märkte machen den Fehler ihn nicht ernst zu nehmen. Man kann auch nicht eine Nation wie ein Bauunternehmen führen bei dem es darum geht Zitat Trump :“Zaudern Sie nicht. Zielen Sie auf die Halsschlagader (des Gegners)“

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          Gixxer

          25. Januar 2017 08:56 at 08:56

          Meiner Meinung nach ist die Welt extrem kriegsgefärdet.
          Beschließt Trump Zölle, China und EU beschließen ebenfalls Zölle, gibt es einen Handelskrieg.
          Durch das zerrüttete Verhältnis zu Russland stehen wir (meiner Meinung nach) kurz vor einem Dritten Weltkrieg. Zumindest dann, wenn sich das noch verschlimmert.
          Wird gar nichts geändert und alles bleibt so wie es ist (Arme werden immer ärmer, Reiche immer reicher), werden früher oder später die Menschen auf die Barrikaden gehen und wir haben einen Bürgerkrieg.

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    gerd

    24. Januar 2017 11:47 at 11:47

    Nur die ewig Gestrigen leben stets in der Vergangenheit, statt im Hier und Jetzt. Das bringt nichts. Es gilt die heutigen Probleme zu lösen. Davon gibt es mehr als genug.

    Die Gegebenheiten sind heute anders als 1930. Die Technik, die Kommunikation, die ganze Welt in allen Facetten ist anders und überhaupt nicht mehr vergleichbar mit irgendwelchen Ereignissen der Vergangenheit. (Es hat auch noch nie Minuszinsen gegeben)

    Zusätzlich merkwürdig, dass sich die Mehrheit der Deutschen zwar ständig wegen Ereignissen aus der Vergangenheit sorgt und die als Argument hervorkramt, diese Vergangenheit sich aber meistens auf die 1. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts beschränkt. Davor gab es für sie demnach keine Jahrhunderte und danach keine Jahrzehnte.

    Ich mache jetzt auch keine Vorhersage für die Zukunft, ob alles super wird. Wahrscheinlich wird es für Deutschland sogar nachteilig. Aber die im Schlusssatz genannten Folgen, ein Krieg, resultiert daraus eher nicht, da stehen ganz andere Gründe für vor der Tür.

    Und übrigens: einen Handelskrieg haben wir bis jetzt nicht. Aber mit echten Kriegen ist die Welt trotzdem jetzt schon übelst heimgesucht – und das ist weiß Gott nicht geil.

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      verinet

      24. Januar 2017 11:57 at 11:57

      Trump hat sich doch klipp und klar zu Schutzzöllen geäußert….jetzt hoffen alle das er nur spielen will, wenn er aber das macht was er sagt und bisher ist er konsequent dann werden andere Nationen darauf reagieren müssen und dann ist er da der Handelskrieg. Es heißt doch immer man soll aus der Geschichte lernen….und tatsächlich kann man dass indem man nicht Sachen wiederholt die nie funktioniert haben wie eben Protektionismus oder auch eine Währungsunion zwischen selbstständigen Staaten.
      Was wir jetzt an Kriegen haben ist nicht schön aber peanuts zudem was im letzten Jahrhundert passiert ist.

      • Avatar

        gerd

        24. Januar 2017 14:06 at 14:06

        Sollte man ja auch nicht gänzlich vernachlässigen, was Sie beschreiben.

        Aber können Sie sich auch noch an die Schlagzeilen ebenfalls aus der Vergangenheit, und zwar aus der jüngeren, erinnern?
        Vor einem Jahr?
        „EU belegt China mit Strafzöllen.
        Mit Strafzöllen gegen China und Russland soll die heimische Produktion geschützt werden“

        Im Sommer letzten Jahres?
        „Allein in Deutschland protestieren Hunderttausend gegen das Freihandelsabkommen TTIP“

        Wie gesagt, und jetzt wird wieder andersherum kritisiert, als wenn die Welt unterginge. Dabei steht noch überhaupt nichts fest.

        Zudem hätte ich besser schreiben sollen:
        „Mit echten Kriegen wird die Welt auch ohne Handelskrieg übelst heimgesucht. Und Kriege gab es nicht nur in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts.“

        Und für die jeweils Betroffenen ist das nicht weniger schrecklich als die Schandtaten in der Zeit vor rund
        70 – 80 Jahren.

        Was übrigens die wenigsten wissen – kein Krieg aber trotzdem grausame Schande – allein durch Mao-Tse-Tung kamen mehr Menschen ums Leben als im 2. Weltkrieg.

  6. Avatar

    Gixxer

    25. Januar 2017 09:05 at 09:05

    Ich mag mich irren, aber was ist, wenn Trump folgenden Gedankengang verinnerlicht?:
    „Ich beschließe Zölle gegen alle anderen Länder, Amerika wird great again und alles ist super. Es wird schon keiner wagen, uns anzugreifen (zuerst natürlich nur mit Gegenzöllen), da wir die Supermacht sind und niemand gegen uns eine Chance hat. China wird es sich nicht getrauen, da wir militärisch stärker sind als sie und die EU wird sich schon zweimal nicht getrauen, was zu machen, da sie ohne uns praktisch wehrlos sind.“

    Das ganze hat irgendwas von Schutzzöllen bei Kriminellen.

    • Avatar

      verinet

      25. Januar 2017 10:48 at 10:48

      Das ganze hat irgendwas von Schutzzöllen bei Kriminellen…..ja erinnert mich an die „Fischmiete“ für die Fische im Aquarium chinesischer Restaurants die Fische werden gerne von der Mafia vermietet….das Baugewerbe in dem Trump tätig war ist ja auch von der Mafua durchseucht

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanager – Lage mau, aber Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für November) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Gesamtindex: 52,0 (Prognose war 50,4; Vormonat war ,)

Verarbeitendes Gewerbe: 57,9 (Prognose war 56,5; Vormonat war 58,2)

Dienstleistung: 46,2 (Prognose war 46,3; Vormonat war 49,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 49,1 für Gewerbe (Prognose war 50,1; Vormonat war 51,3) und mit 38,0 für Dienstleistung (Prognose war 37,7; Vormonat war 46,5) veröffentlicht worden.

Zu den Daten aus Deutschland kommentiert Phil Smith von Markit, das die Umfrage ausgeführt hat:

„Wie erwartet wirkten sich die neuerlichen Lockdown-Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie negativ auf die deutsche
Wirtschaft aus. Die aktuellen PMI-Vorabschätzungen zeigen, dass der Servicesektor aktuell wieder so tief in der Krise steckt wie im Mai.
Die Widerstandskraft der Industrie, die vor allem von den Exportsteigerungen nach Asien profitierte, bekräftigt uns allerdings in der Annahme, dass ein möglicher Abschwung im vierten Quartal 2020 deutlich schwächer ausfallen dürfte als im ersten Halbjahr. Die positiven Nachrichten um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs verliehen der Stimmung unter den deutschen Unternehmen jedenfalls Auftrieb, von denen viele jetzt auf eine Rückkehr zur Normalität in den nächsten zwölf Monaten hoffen. Dies dürfte auch den jüngsten Daten zum Arbeitsmarkt zu Gute gekommen sein, die zeigen, dass sich die Lage in der Industrie der Stabilisierung weiter angenähert hat und die Beschäftigung im Servicesektor weiter gestiegen
ist.“

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Europa

Verbraucherpreise in Eurozone dritten Monat in Folge in Deflation – Zweiteilung des Kontinents

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in der Klemme

Die europäische Statistikagentur Eurostat hat heute die ausführlichen und endgültigen Ergebnisse für die Verbraucherpreise im Oktober veröffentlicht. Mit -0,3 Prozent im Jahresvergleich hängen sie nun den dritten Monat in Folge in der Deflation (Vormonate -0,3 Prozent und -0,2 Prozent). Auffällig bleibt wie in den Vormonaten, dass Osteuropa zu großen Teilen eine Art Deflations-Abwehr darstellt. Wo einige Länder noch nicht den Euro haben, ist Inflation klar erkennbar – oft sogar mehr als deutlich. So hat die Gesamt-EU im Oktober auch einen Wert von +0,3 Prozent hingelegt. Man muss es sich mal vorstellen. Länder wie die Slowakei, Rumänien, Tschechien, Ungarn und Polen liefern Steigerungen der Verbraucherpreise zwischen +1,6 Prozent und 3,8 Prozent (siehe rechter Teil der Grafik).

Grafik zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise pro Land

In den Details für die Eurozone sieht man: Die Verbraucherpreise für Lebensmittel legen zu, jetzt mit einer Steigerungsrate von +2,0 Prozent. Die Energiepreise ziehen mit -8,2 Prozent den Schnitt weiterhin kräftig nach unten. Aber auch die Dienstleistungen sind mit schuldig mit nur noch +0,4 Prozent, wo man noch im Juni Steigerungsraten über 1 Prozent sah. Hier schlägt wohl auch die deutsche Mehrwertsteuersenkung zu Buche, die seit Juli in Kraft ist. Aber abwarten. Ab Januar, wenn die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland wieder rückgängig gemacht wird, dürften die Verbraucherpreise wieder auf die Null-Linie kommen – auch für die Eurozone?

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise

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Europa

Autozulassungen in EU im Oktober schwach? Die Statistik kann täuschen

Claudio Kummerfeld

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Autos auf Parkplatz

Die Autozulassungen zeigen für Oktober eine Konjunkturschwäche dank des zweiten Corona-Lockdowns? Na ja, das kann man auch anders sehen. Im Oktober wurden laut heutiger Meldung des europäischen Automobilverbands ACEA in der EU 953.615 Autos zugelassen. Das sind 7,8 Prozent weniger als im Oktober 2019, wo noch 1.034.669 Autozulassungen registriert wurden.

Aber: Man schaue bitte vier Wochen zurück, wo ACEA Daten für die Autozulassungen im September meldete. Da waren es nämlich nur 933.987 Zulassungen. Also gab es von September auf Oktober einen Zuwachs von 20.000 Autozulassungen. Es ist also ein aktuell spürbares Wachstum vorhanden. Das ist wichtig, weil die Coronakrise normale saisonale Zyklen derzeit aushebelt. Momentan ist eher wichtig, dass die Zahlen von Monat zu Monat ansteigen, als Zeichen einer aktuellen Nachfrage-Erholung.

Normalerweise schwören wir bei FMW auf die Zahlen für den Jahresvergleich. In diesem Fall kann man das Jahresminus im Oktober auf die starken Zahlen für die Autozulassungen im Oktober 2019 zurückführen, die das jetzige Ergebnis schwach erscheinen lassen. In der folgenden Grafik finden Sie die Datenübersicht der heutigen Veröffentlichung. Übrigens: Im viel aussagekräftigeren Zeitraum Januar-Oktober 2020 im Vergleich zu Januar-Oktober 2019 sind die Autozulassungen in der EU immer noch um 26,8 Prozent rückläufig. Die extrem harten Corona-Monate aus dem Frühjahr wirken halt immer noch nach.

Datenblatt zeigt Autozulassungen in der EU im Oktober

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