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Wenn der Staat „Business“ macht – zwei desaströse schwarze Löcher in Berlin und Rom

Claudio Kummerfeld

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Business

Der Staat kann Business einfach nicht, das ist eine altbekannte Weisheit. Das Gute bei staatlichen Projekten ist: Hat man erst mal eine richtig große Geldsumme in ein Projekt gesteckt, kann man der Öffentlichkeit relativ gut verklickern, dass man immer weiter, weiter, weiter, und weiter frische Steuergelder nach-verfeuern muss – denn sonst wären ja die ursprünglichen Hilfsgelder alle weg. Also, man rettet das tote Projekt mit immer neuem Steuergeld – ähnlich wie in der Griechenland-Krise, wo de facto auch jeder Beobachter weiß, dass Athen die 86 Milliarden Euro Schulden „nicht so schnell“ an seine EU-Partner zurückzahlen wird. Auch hier wird man diese Schulden (wenn überhaupt) nur zurückzahlen können, in dem man frische Schulden am Kapitalmarkt aufnimmt. Linke Tasche Rechte Tasche. Der Staat kann es einfach nicht – Betätigungsfelder wie Wasserwerke oder Krankenhäuser, wo es um die Kernelemente der menschlichen Grundversorgung geht, sollten nicht aus einem rein finanziellen Blickwinkel betrachtet werden – aber abgesehen von solchen Bereichen sollte der Staat nicht die Gelder der Bürger verpulfern, nur um die vermeintliche Staatsraison (wir haben eine eigene große Airline etc) hochhalten zu können.

Italien

Es kam exakt so wie es kommen musste. Die Alitalia, Italiens Pendant zu Lufthansa oder Air France, gehört quasi zu Italiens Staatsraison. Der Laden muss am Laufen gehalten werden. Und eine Brutal-Sanierung kommt aufgrund der starken Gewerkschaften auch nicht in Frage. De facto ist keine Konkurrenz-Airline so blöd diesen Dauer-Patienten ohne Sanierungsmöglichkeit zu übernehmen. Daher muss der italienische Steuerzahler die Verlustlücke schon seit geraumer Zeit schließen. Ein desaströses Beispiel von Staatswirtschaft. Laut aktuellen Berichten aus Italien pumpt die Regierung in Rom einen erneuten Überbrückungskredit in Höhe von 400 Millionen Euro in die Alitalia. Eine bisherige Lösung aus teils privaten und staatlichen Investoren (Delta aus den USA wäre fast mit an Bord gewesen) für die Alitalia funktionierte bislang nicht.

Die Lufthansa will sanieren (Jobs abbauen), aber das ist ja nicht erwünscht. Also muss weiter Steuergeld gepumpt werden. Bisher waren es schon 900 Millionen Euro seit der Insolvenz vor 2 1/2 Jahren. Die Bude macht strukturell jährlich dreistellige Millionenverluste, und diese nun frische Finanzhilfe soll Alitalia den Flugbetrieb bis Mai 2020 garantieren. Damit bis dahin hoffentlich ein Käufer gefunden ist. Aber diesen Spruch hört man nun seit 2 1/2 Jahren. Nur ein ganz klein wenig kurze staatliche Hilfe – man will die Steuerzahler ja nicht überstrapazieren? Und jetzt? Man sieht, es geht immer so weiter.

Deutschland

Für unsere Bundeshauptstadt lautet die Staatsraison „Wir wollen endlich einen tollen modernen Hauptstadtflughafen haben, egal was es kostet. Denn schließlich sind wir ja Hauptstadt“. Und wer es bezahlt, ist gerade den Berlinern grundsätzlich eh nicht so wichtig? Wann sollte der Flughafen an den Start gehen? Man weiß es schon gar nicht mehr. Gefühlt haben die Römer vor 2000 Jahren schneller Aquädukte aus den Bergen nach Rom gebaut, ohne moderne Hilfsmittel. Laut jüngsten Berechnungen wird der BER insgesamt 7,1 Milliarden Euro kosten. Die Stadt Berlin zahlt davon lediglich Kosten in Höhe von 1,08 Milliarden Euro. Raten Sie mal, wer den Großteil der Kosten zahlen darf… zusätzliche 2,3 Milliarden Euro soll ein weiterer Ausbau des BER auf eine Kapazität von 48 Millionen Passagieren bis zum Jahr 2030 kosten. Halleluja. Vorher besser nochmal eine Messe lesen lassen, möchten wir da empfehlen!

Im Jahr 2004 wurden die Gesamtkosten (!) für den BER mit nur 1,98 Milliarden Euro beziffert. Und wie oft wurde nachgelegt, wie viele „Unternehmensberater“ haben sich die Taschen seitdem vollgemacht usw. Es geht immer so weiter. Ach ja… jetzt, ganz aktuell, hat der Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup bestätigt, dass es für die jetzige Fertigstellung (angeblich bis Oktober 2020) noch mal zu Mehrkosten komme. Angeblich sollen es nochmal 300 Millionen Euro sein. Zum Beispiel benötige man nochmal 200 zusätzliche Mitarbeiter um den BER sicher betreiben zu können. Wie bitte? Das fällt ihm erst jetzt ein? Hatte man in den bisherigen Planungen vielleicht die Fluglotsen, Vorfeldmitarbeiter oder die Security in den Terminals vergessen, vielleicht auch die Feuerwehr? Es wirkt wie in riesiger Selbstbedienungsladen auf Kosten der Bundes-Steuerzahler. Wird sich (wie in anderen Ländern) jemals ein Staatsanwalt den ganzen Vorgang anschauen, um nach Fällen von Untreue, Korruption etc zu suchen? Nein, doch nicht in Deutschland. Hier geht alles mit rechten Dingen zu.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    sabine

    3. Dezember 2019 13:03 at 13:03

    Schon unter den Germanen und später Karl dem Großen waren die Deutschen obrigkeitshörig. Das hat sich auch heute nicht geändert. Darum wird es, qualitätsmedial sowieso, bei uns durchgewunken. Höchstens macht die Bild mal eine Schlagzeile, alle regen sich auf und gut ist. Zurück zur Arbeit.
    Wie diese 320 Millionen Überweisung nach der Insolvenz der Lehman Bank – Swap-Zahlung Montag vormittag.
    @FAZ: Die vereinbarte Gegenzahlung von 500 Millionen Dollar bleibt aus, denn Lehman hat in der Nacht zuvor Insolvenz angemeldet. In der KfW hat dies niemand bemerkt – und das, obwohl die amerikanische Investmentbank seit Wochen um ihre Existenz kämpft und die Medien in dieser Nacht Alarmmeldungen senden. Grundregeln scheinen unbekannt: Jeder Devisenhändler lernt schon zu Beginn seiner Ausbildung, dass der Tausch von Währungen insbesondere über Zeitzonen hochsensibel ist, weil erst die eine Seite überweist und dann die andere. … Um 07.47 Uhr deutscher Zeit stellt Lehman Brothers Insolvenzantrag. … Nach einigem hin und her zwischen KFW und der deutschen Bundesbank wird um 8.55 Uhr überwiesen…
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/320-millionen-fuer-lehman-die-beruehmteste-ueberweisung-11040466-p3.html
    Das ist Staat!

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      Claudia

      3. Dezember 2019 13:11 at 13:11

      @sabine, schon wieder eine Quellenangabe auf die verpönten linksgrünen und politisch gesteuerten Qualitätsmedien? Wie können Sie diesen Mist nur lesen? ;)

      • Avatar

        Andreas

        3. Dezember 2019 14:55 at 14:55

        Claudia, bist du ein heimlicher Fan von Sabina? Scheint mir fast so, wilderst ja wie eine verrückte hinter jedem Kommentar von Sabine rum.

        • Avatar

          Claudia

          3. Dezember 2019 16:35 at 16:35

          @Andreas, ich versuche nur verzweifelt, ein einziges Mal eine Antwort zu erhalten, warum sie nun GEZ-Fernsehen guckt, obwohl sie sich als radikale Verweigerin darstellt. Und warum sie dauernd gegen die „manipulierten“ Mainstreammedien aka Qualitätsmedien wettert, diese aber anscheinend gerne und regelmäßig liest und auch zitiert, wenns ins Weltbild passt. Ich will sie nur verstehen. Und es ist höchstens jeder dritte Kommentar.

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    Kritisch on fire

    3. Dezember 2019 15:09 at 15:09

    Im Grunde genommen sind doch Staats-u staatsnahe Betriebe und staatliche Projekte vorwiegend deshalb in staatlicher oder halbstaatlicher Hand um Posten für seine eigenen Partei-od. sonstige Freunde(rl) sicherzustellen – idealerweise geht das auch in Absprache mit dem politischen Koalitionspartner und nennt sich Proporz. Nachdem durch die adverse Selektion in der Politik (siehe Ausführungen von Dr. Krall) immer mehr und mehr wenig geistige Größen in der Politik ankommen werden die Staatsbeteiligungen an Unternehmen eher zu als abnehmen, was man durchaus als gwisse Sovietisierung bezeichnen darf. Brüssel ist ohnehin schon überflutet von den ganz großen „Blitzgneisern“. Also, wohin mit der ständig wachsenden Heerschar an Unfähigen? Ganz genau – ab in die staatsnahen Betrieb und Projekte. So sollte man sich nicht über BER und unzähliger anderer solcher Steuergeldvernichtungsprojekte wundern sondern handeln – an der Wahlurne! Was jedoch, siehe FPÖ in Österreich, auch ein Schuss ins Knie sein könnte. Kaum an den Hebeln der Macht sind diese Emporkömmlinge noch unverschämter als die sorg. Altparteien. Für meine Kinder und Enkelkinder sehe ich daher wohl oder übel nur einen Neustart nach einer grandiosen Bruchlandung des jetzigen Systems.

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Ernst Wolff über das globale Finanzsystem – Geld und Demokratie

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Spätestens die Wirtschaftskrise 2007/2008 ließ an der Seriosität des globalen Finanzsystems zweifeln. Wer seine Zweifel allerdings durch Sachkenntnis untermauern möchte, bekommt schnell ein Problem: Er trifft auf ein Dickicht aus komplizierten und oft widersprüchlichen Informationen, die noch dazu in einer für Laien unverständlichen Fachsprache gehalten sind. Kein Wunder also, dass der Versuch, das Finanzsystem zu verstehen, häufig schon in der Anfangsphase scheitert. Genau hier setzt Ernst Wolff an. Im Folgenden ein Ausschnitt auf der Einleitung meines neuen Buches (hier zu kaufen).

Die zwei großen Fehleinschätzungen unserer Zeit

Es gibt in unserer Gesellschaft zwei Ansichten, die von der überwiegenden Mehrheit der Menschen geteilt und von fast niemandem angezweifelt werden. Sie betreffen zum einen die politischen Strukturen, unter denen wir leben, und zum anderen die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Realität, auf der diese politischen Strukturen basieren. Zusammen bilden beide so etwas wie eine von der breiten Allgemeinheit stillschweigend akzeptierte Übereinkunft. Ansicht Nr. 1 lautet: Bei uns regiert das Volk. Ansicht Nr. 2 lautet: Das Finanzsystem ist nur ein Teilbereich unserer Gesellschaft, den man nicht unbedingt verstehen muss.

Geht man diesen Ansichten auf den Grund, dann stellt man allerdings fest, dass sie nicht etwa auf intellektueller Einsicht oder auf Erfahrungswerten basieren, sondern den Menschen zunächst von Elternhaus, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Universitäten mit auf den Weg gegeben und später ein Leben lang von Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eingetrichtert werden – mit dem Ergebnis, dass ihr Wahrheitsgehalt kaum jemals in Frage gestellt wird.

Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass sich hinter diesen Ansichten ganz handfeste Interessen verbergen, deren Durchsetzung nur einem kleinen Teil der Bevölkerung nützt. Im Grunde handelt es sich also um zwei vorsätzlich herbeigeführte Fehleinschätzungen, die weitreichende Konsequenzen haben. Sie tragen nämlich entscheidend dazu bei, die bestehende Ordnung und ihre Machtstrukturen zu festigen und verhindern so, dass die Menschen diese Strukturen durchschauen – mit der Folge, dass sie dadurch unfähig werden, an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern.

Sehen wir uns beide Fehleinschätzungen deshalb etwas genauer an:

Fehleinschätzung Nr. 1: „Bei uns regiert das Volk“. In einem Obergeschoss des Berliner Hauptbahnhofs hängt ein Schild mit der Aufschrift „400 Meter von hier regiert das Volk“. Der Hinweis gilt dem südlich vom Bahnhof gelegenen Reichstagsgebäude, Sitz des deutschen Parlaments, und soll dem Betrachter ganz offensichtlich eine uns allen bekannte Botschaft vermitteln:

Wir leben in einem Gesellschaftssystem, in dem wir als Volk das Sagen haben. Und da das Volk zu groß ist, um als Ganzes regieren zu können, übergeben wir diese Aufgabe an sogenannte Volksvertreter. Die bestimmen wir, indem wir sie alle vier Jahre wählen. Sollten sie nicht so handeln, wie wir das von ihnen erwarten, dann können wir sie nach dem Ablauf ihrer Amtszeit wieder abwählen und durch andere ersetzen.

Diese Grundsätze der parlamentarischen Demokratie werden uns von Kindesbeinen an mit auf den Weg gegeben und im Verlaufe unseres Lebens durch eine Reihe weiterer Informationen ergänzt und untermauert. So erfahren wir unter anderem: Unsere Wahlen sind frei, gleich, geheim, allgemein und unmittelbar und werden auf der Grundlage einer Verfassung abgehalten, die unsere Würde für unantastbar erklärt und uns körperliche Unversehrtheit garantiert. Wir sind vor dem Gesetz alle gleich und haben das Recht, unsere
Meinung zu äußern und uns mit anderen zum Zwecke gemeinsamer Meinungsäußerung zu versammeln.

Die Formulierungen erwecken in uns den Eindruck, dass es sich bei der parlamentarischen Demokratie um ein zu unser aller Gunsten entwickeltes System handelt, das den Einzelnen schützt, dem Gemeinwohl dient und dessen oberstes Ziel darin besteht, den Willen
der Mehrheit der Bevölkerung in die Tat umzusetzen. Doch ist das tatsächlich so? Wollen wir alle, dass immer weniger Menschen immer größere Vermögen anhäufen, während der Lebensstandard der Masse bestenfalls stagniert, in vielen Fällen sogar sinkt? Dass der Niedriglohnsektor explodiert, dass Arbeits- und Obdachlosigkeit um sich greifen? Dass von Jahr zu Jahr mehr Geld für Rüstung und den Ausbau von Sicherheitsapparaten ausgegeben wird, während am Bildungs- und Gesundheitswesen immer drastischer gespart wird? Sind wir dafür, dass die Umwelt zunehmend zerstört wird? Dass in unserem Namen Kriegseinsätze unterstützt werden? Dass Persönlichkeitsrechte abgebaut und wir alle immer stärker überwacht werden?

Wendet man sich direkt an die Menschen und fragt sie, was sie von dieser Entwicklung halten, dann fällt die Antwort eindeutig aus: Die meisten sind damit nicht einverstanden, viele lehnen sie sogar rundheraus ab. Wie aber kann das sein? Wie kommt es, dass zwischen dem, was die Menschen wollen, und dem, was in ihrem Namen und auf Grund ihrer offensichtlich frei getroffenen Wahlentscheidung umgesetzt wird, ein solch krasses Missverhältnis besteht – in einer Gesellschaft, deren Verfassung doch besagt, dass alle Macht vom Volk ausgeht?

Wir lassen uns täuschen

Die Antwort auf diese Frage lautet: Wir lassen uns täuschen. Wir akzeptieren die wohlklingenden Formulierungen unserer Verfassung, die auf dem Gleichheitsgrundsatz basieren, und schließen daraus, dass wir alle nicht nur gleiche Rechte genießen und gleich behandelt werden, sondern dass wir alle gleich sind. Das aber stimmt nicht. In einer vom Geld beherrschten Gesellschaft wie der unseren können die Menschen auf Grund ihrer Vermögensverhältnisse gar nicht gleich sein. Wer über viel Geld und großen Besitz verfügt, ist nämlich nicht nur wohlhabender, sondern kann sich auf Grund seiner wirtschaftlichen Überlegenheit über diejenigen, die weniger besitzen, erheben, sie von sich abhängig machen und sie im Extremfall sogar vollends beherrschen. Die Vermögensverhältnisse entscheiden also nicht nur darüber, wer reich und wer arm ist, sondern vor allem darüber, wer in welchem Ausmaß Macht ausüben kann und welche gesellschaftlichen Hierarchien sich im Lauf der Zeit bilden.

Diese Aufspaltung der Gesellschaft hat schon lange vor der Einführung des Parlamentarismus und sogar schon lange vor der Einführung des Geldes begonnen. Ihre Anfänge gehen auf die Tauschwirtschaft zurück. Sie ist die Grundlage, auf der sich ein Zustand entwickeln konnte, der die gesamte bisherige Geschichte der Menschheit prägt: die soziale Ungleichheit. Sie hat es den Menschen, die mehr Besitz angehäuft und damit mehr Macht erlangt haben als andere, ermöglicht, Strukturen zu schaffen, die ihren privilegierten Status festigen, die sie einmal erworbene Privilegien auf Dauer beibehalten und diese sogar auf nachfolgende Generationen übertragen lassen.

Im ausgehenden Mittelalter sind die Besitzer großer Vermögen noch einen Schritt weiter gegangen und haben sich das Geldsystem und damit den Blutkreislauf der Gesellschaft unterworfen, indem sie Banken gegründet und sich so das Recht der Geldschöpfung angeeignet haben. Später, nach der Gründung der Nationalstaaten, haben die von ihnen beherrschten Banken sich dieses Recht auf der Grundlage nationaler Währungen mit den Zentralbanken geteilt und damit als „Finanzwesen“ einen ganz eigenen Wirtschaftszweig geschaffen, der mit der Zeit immer einflussreicher wurde. Da dem Rest der Bevölkerung nicht entging, dass auf diese Weise einige Wenige zusehends reicher und mächtiger wurden, hat sich immer stärkerer Widerstand gegen diese Entwicklung gebildet. Als mit der Industrialisierung dann Schulen eingeführt, der Analphabetismus nach und nach überwunden und das allgemeine Bildungsniveau immer weiter angehoben wurde, nahm dieser Widerstand für die Privilegierten zunehmend bedrohlichere Formen an, sodass sie sich gezwungen sahen, Zugeständnisse zu machen.

Ein historisches Zugeständnis

Das historisch wichtigste Zugeständnis – und die zugleich geschickteste Täuschung der Öffentlichkeit – war die Einführung des Parlamentarismus. Indem die Gleichheit der Menschen in einer von Ungleichheit geprägten Welt zum Verfassungsgrundsatz erhoben wurde, entstand mit der parlamentarischen Demokratie eine Fassade, hinter der sich die tatsächlichen Machtstrukturen nicht nur hervorragend verbergen, sondern ungehindert weiter ausbauen ließen. Das Prinzip dieser Täuschung ist im Grunde recht einfach: Man unterschlägt einen fundamental bedeutsamen Mechanismus, der die gesellschaftliche Realität seit Jahrhunderten prägt, und übertüncht ihn mit hochtrabenden Worten. So gibt es bis heute weltweit keine einzige parlamentarische Demokratie, in deren Verfassung die Bedeutung des Geldes für die Entstehung von Machtstrukturen erwähnt oder in der das Prinzip der Geldschöpfung auch nur angesprochen wird. Dafür aber wird in den meisten Verfassungen, verbrämt mit blumigen Formulierungen über die soziale Verpflichtung von Eigentum, der Schutz desselben garantiert – und zwar ohne jede Begrenzung nach oben.

Auf diese Weise ist eine Herrschaftsform entstanden, die sich vordergründig auf den Willen der Mehrheit des Volkes stützt, die aber tatsächlich einer Minderheit nützt und die es darüber hinaus geschafft hat, die soziale Ungleichheit in krassem Widerspruch zum offiziell beteuerten Gleichheitsgrundsatz zu einem akzeptierten und gesetzlich geschützten Dauerzustand werden zu lassen.

Ernst Wolff über das Finanzsystem und die Politik
Der Buchautor Ernst Wolff

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Das sind die Informationsquellen der Profis – Werbung

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Lieber Börsianer,

gelegentlich werde ich als Börsenanalyst oder Vermögensberater gefragt, woher ich meine Informationen beziehe? Oder anders gefragt: Wie recherchiert ein Profi eine Aktie? Zunächst möchte ich mein Berufsbild etwas entmystifizieren. Auch Profis kochen nur mit Wasser und stützen ihre Entscheidungen wesentlich auf öffentlich zugängliche Informationen. Am Anfang steht also immer die Lektüre des Geschäftsberichts und die harte Analyse der Geschäftszahlen.

Dann beginnt die Arbeit des Analysten erst richtig. Aktienanalyse ist People´s Business. Zu Deutsch: Wir müssen mit den handelnden und verantwortlichen Personen des Unternehmens in Kontakt kommen. Als Vermögensverwalter lässt man durchblicken, dass man umfassende Investitionen im Unternehmen beabsichtigt. Damit haben Sie schon einmal das Ohr Ihres Gesprächspartners.

Zunächst werden Sie abgespeist mit professionellem Werbeversprechen. Etwa so: Wir setzen voll auf die Elektro-Mobilität und expandieren derzeit proaktiv im chinesischen Wachstumsmarkt.

Das ist eine absolute Null-Information. Als Analyst haken Sie jetzt konkret nach. Zum Beispiel: Mit welchen Produkten geht das Unternehmen nach China? Wer sind die Konkurrenten? Was ist der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens? Warum soll der Kunde ausgerechnet ihre Zylinderdichtung (beispielhaft) kaufen? Wie funktioniert der Vertrieb?

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Ihr Gesprächspartner bleibt hartnäckig im Ungefähren. Dann sind die Expansionspläne wohl noch nicht weit gediehen. Die Aktie ist also eher kein Kauf. Oder aber: Ihr Gegenüber packt…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

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Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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