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Wenn die Rezession in Deutschland kommt – was macht dann der Dax?

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Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland steckt zweifellos in einer Rezession. Der dazu korrelierende Einkaufsmanagerindex liegt schon seit längerer Zeit deutlich unter der Schwelle von 50 Punkten, der Dax-Wert BASF schockte erst in der letzten Woche mit Gewinn- und Umsatzwarnung. Sehr beachtet, denn dessen Produkte werden in vielen anderen Branchen als Grundstoffe benötigt – kein gutes Signal. Rutscht Deutschlands Wirtschaft gesamt also in eine Rezession? Da dies zwei schrumpfende Quartale voraussetzt (Q2 und Q3), wird man dies erst Mitte November erfahren, denn erst dann sind die Daten für das Herbstquartal offiziell verfügbar. Wie gestaltete sich die Korrelation Leitindex und Konjunktureinbruch in der jüngeren Vergangenheit?

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Rezession in Deutschland – ein Blick in die Vergangenheit

Beispiel Finanzkrise: Im Jahr 2009 fiel das deutsche BIP um 5,6 Prozent, der stärkste Rückgang seit dem 2. Weltkrieg. Der Dax erreichte sein Tief am 3. März des Jahres mit 3667 Punkten. Noch vor dem Jahresende sah man bereits wieder die 6000 Punkte-Marke, die Rezessionsdaten kamen erst im neuen Jahr. Die Wirtschaft wuchs 2010 um deutliche 4,1 Prozent.

Beispiel 2003: Im Jahr 2003 war das BIP um 0,7 Prozent gefallen, das Dax-Tief wurde bereits am 3. März mit 2202 Punkten erreicht, ein historischer Einbruch um 73 Prozent seit dem Jahr 2000. Noch im gleichen Jahr stieg das Barometer über 3800 Punkte, auch bevor die Rezessionsdaten herauskamen. Zwei Beispiele für die These, dass die Dax-Wende schon deutlich vor der Bestätigung einer Rezession erfolgt.

Wie schwer es ist, den Zeitpunkt des Auftretens einer Rezession überhaupt vorherzusagen, zeigt die Tatsache, dass dies seit dem Krieg keiner der großen Prognosestellen bisher gelungen ist. Trotz der Expertise zahlloser Ökonomen, die sicher umfassende Kenntnis der vorliegenden Indikatoren hatten. Es scheint noch etwas Entscheidenderes zu geben – der Konsument und Investor, das unbekannte Wesen.

Was könnte dies in der aktuellen Lage bedeuten?

Aufgrund der sich eintrübenden Indikatoren und der ständig steigenden Anzahl an Gewinnwarnungen ist in den kommenden Wochen mit einem Rückgang der Kurse im DAX zu rechnen. Das wäre die fundamental-logische Folge, indem die Investoren die veränderten Kennziffern in den Kursen einpreisen und abdiskontieren. Dann würde die Baisse im Dax seit dem Hoch im Januar 2018 schon über eineinhalb Jahre andauern. Aktuell liegen die Kurse bereits auf einem Niveau wie im Frühjahr 2015, bei einer stärkeren Korrektur müsste man noch weiter zurückblättern.

Der Dax ist in den letzten sieben Tagen sechsmal gefallen und verhält sich atypisch zur Weltleitbörse in den USA.

Unser Leitindex befindet sich zu circa 55 Prozent in ausländischen Händen. Da ist es schwer vorstellbar, dass viele Investoren „long“ auf BASF, BMW, Daimler und Co positioniert sind, angesichts der Vorberichte. Deshalb könnte es kurzfristig aus meiner Sicht zu recht eigenartigen Kursentwicklungen kommen. Viele versuchen den Markt „zu timen“, die Shortquote ist derzeit erstaunlich hoch. Die Schwäche der deutschen Industrie ist „Mainstream“, da sich die Indikatoren im Industriesektor schon seit Monaten unter 50 Punkten und damit im rezessiven Bereich befinden. Wird es wieder ein paar Eindeckungstage (Shortsqueezes) geben?

Mittelfristig stellt sich nach wie vor die Frage, warum man auf Halbjahressicht auf eine Erholung der Deutschen Konjunktur setzt?

Wird es tatsächlich die ominöse Erholung zu Jahresende geben, oder den ganz starken Einbruch? Für den Fall, dass Donald Trump den Handelsstreit weiter eskalieren wird. Dies erscheint aber nicht sehr wahrscheinlich aus den bereits mehrfach beschriebenen Gründen: Die Wahl 2020, die konzertierten Aktionen der Notenbanken zum Hinausschieben der Bereinigung und nicht zu vergessen die fehlenden Alternativen durch negative Realzinsen (das von Bären ungeliebte TINA-Szenario). Aber wann gab es in den letzten 70 Jahren schon einmal die Situation, dass für ein Viertel der Staatsanleihen weltweit keine Zinsen (Rendite) mehr gezahlt wurden?

 

Was passiert mit dem Dax bei einer Rezession?

Foto: Deutsche Börse AG

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Roberto

    16. Juli 2019 10:08 at 10:08

    @Wolfgang. Vielen Dank für diesen guten Bericht. Es zeigt deutlich das es in der Tat die Zeit vor offizieller Bekanntgabe der Rezession ist, die schwächere Kurse hervorbringt. Ab der offiziellen Gewissheit ist der Boden erreicht und man kann sich mit Aktien eindecken. Ich denke das wird auch diesmal nicht anders sein ( trotz der aktuellen Situation der Geldpolitik). Die Börsen sind konditioniert und werden stupide abgespult.

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Dax: Neutrale Stimmung lässt Fortsetzung der Rallye vermuten – nur wann?

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So viel passiert und so wenig zu sehen: Nach einer ereignisreichen Woche notiert der DAX nahezu unverändert auf dem Niveau von vor einer Woche. Dabei haben wir diverse Übernahmen, Börsengänge und Tech-Ausverkäufe gesehen, sowie eine Notenbankentscheidung und Betrugsvorwürfe verarbeitet. Wenn ich mir das vor Augen führe, dann hat sich der Aktienmarkt doch erstaunlich robust gezeigt.

Auch unsere Sentiment-Analyse zeigt erstaunlich wenig Bewegung: Die Stimmung bleibt auf einem neutralen Niveau bei -0,1. Die Verunsicherung unter den Anlegern bleibt moderat bei -1,4. Sogar die Zukunftserwartung bleibt mit einem Wert von +1,2 auf dem gleichen Stand wie vor einer Woche. Das ist mäßiger Optimismus, eine dünne Mehrheit für die Optimisten vor den Pessimisten, wobei die neutral gestimmten Anleger die größte Gruppe bilden.

Einzig bei der Investitionsbereitschaft gibt es ein wenig Bewegung: Nach 2,0 in der Vorwoche ist der Indikator nun auf 1,1 gesunken. 2% der Umfrageteilnehmer, die vor einer Woche noch Kaufen wollten, sind nun ins Lager derer übergesiedelt, die Verkaufen möchten. Kaufabsicht ist eine wichtige Voraussetzung für steigende Kurse, doch nur eine von vielen. Es kann auch sein, dass bereits ein nachlassender Verkaufsdruck für steigende Kurse sorgt.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert ebenfalls unverändert bei neutralen -2. Profis, die sich über die Eurex absichern, verhalten sich ebenfalls neutral. Das Put/Call-Verhältnis von 1,3 liegt nur leicht unter dem Durchschnitt von 1,4.

In den USA sieht es da anders aus. Das Put/Call-Verhältnis der CBOE notiert weiterhin bei 0,45 Punkten und damit in einem Bereich, der so bullisch ist wie in den vergangenen fünf Jahren nicht. Das Vertrauen in Präsident Trump, bis zu den Wahlen eine gute Börsenstimmung zu schaffen (wichtiger Faktor für Wiederwahl!), ist sehr groß.

Ganz anders sehen dies Fondsmanager, deren Investitionsquote vor einer Woche um 40% auf 53% eingebrochen war. Diese Woche folgte nur eine leichte Gegenbewegung auf 59%. Jetzt wird ein Schuh draus: Fondsmanager haben schon vor einer Woche Cash generiert, um für die anstehenden Börsengänge von Snowflake, Amwell und bald folgend vielleicht auch Palentir und AirBnB gerüstet zu sein. Ohh, und nicht zu vergessen, vielleicht besteht Trump auf einen Börsengang der US-Sparte von TikTok?

Unter US-Privatanlegern dominieren die Pessimisten, das Bulle/Bär-Verhältnis steht bei -8,4%.

Die technisches Verfassung der US-Märkte ist neutral, wenn wir dem Angst & Gier Indikator des S&P 500 glauben (53%).

Dax Sentiment – die Interpretation

Es hat den Anschein, Anleger sind erst einmal überfordert, die vielen Ereignisse der abgelaufenen Woche einzuordnen, denn die Stimmung hat sich seit der vergangenen Woche kaum verändert. Es bleibt bei der Aussage der vergangenen Wochen: Rotation! Es gibt einige Aktien, die sind bereits zu hoch gelaufen. Gleichzeitig gibt es aber noch viele Aktien, die besser aus der Coronakrise kommen, als viele das erwartet haben.

Aus Sicht der Sentiment-Theorie kann ich keine künftige Richtung ableiten. Grundsätzlich würde ich die Stimmungslage dahingehend interpretieren, dass noch reichlich Luft nach oben für diese Rallye besteht. Der Optimismus ist überaus moderat und in der Regel enden Rallyes mit überschäumender Feierlaune bei großem Optimismus. Davon sind wir weit entfernt.

Doch ich kann der aktuellen Stimmungslage nicht entnehmen, ob wir vor der Wiederaufnahme der Rallye beim Dax noch einen Rücksetzer verkraften müssen, oder nicht. Ich weiß also nicht, ob Sie jetzt schon investiert sein sollten, oder noch eine bessere Gelegenheit dafür bekommen. Daher bleibe ich auch hier bei meiner Standard-Empfehlung: Schrittweise vorgehen :-). Jetzt gibt es bei einzelnen Werten schon Kaufkurse. Wir haben in den vergangenen Wochen bereits neue Positionen aufgebaut. Aber Sie sollten noch Pulver trocken halten, falls es noch einen Rücksetzer gibt.

Die Stimmung zum Dax ist neutral

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