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Wenn man in Japan nicht mehr weiter weiß, holt man sich Experten aus den USA

Japan ist das mit weitem Abstand am höchsten verschuldete Land der Welt mit mehr als 200% Staatsschulden bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt. Die Notenbank druckt Geld, und als Tandem versuchen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Japan ist das mit weitem Abstand am höchsten verschuldete Land der Welt mit mehr als 200% Staatsschulden bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt. Die Notenbank druckt Geld, und als Tandem versuchen Regierung + Notenbank mit immer mehr Geld die Wirtschaft anzukurbeln. Aber das funktioniert nicht. Sollte das ein warnendes Beispiel sein für die EZB und Mario Draghi? Aber nein, wir schweifen ab vom Thema. Was tut man, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß? Richtig, man holt sich externe Ratschläge.

Japan Bernanke
Bis 2014 war Ben Bernanke Chef der US-Notenbank. Foto: Federal Reserve / Gemeinfrei

So holte man sich unlängst den weltweit bekanntesten Ökonomen Paul Krugman nach Japan, um von ihm evtl. Handlungsvorschläge zu erfahren, die man selbst bisher übersehen hatte. So war Krugman im Frühjahr in Japan um Ministerpräsident Abe vor dem in Japan stattfindenden G7-Treffen zu beraten. Krugman´s (völlig überraschendes) Statement:

„I would call for another round of fiscal stimulus.“

Er sprach damals davon, dass Japan den „deflationären Zyklus“ noch nicht durchbrochen habe. Daher müsse der Staat seine Ausgaben erhöhen. Sensationell, dass man Krugman für solche Aussagen extra einfliegen lies. Da hätte es auch gereicht seine Bücher zu lesen oder seine Reden auf YouTube anzuschauen, denn der gute Mann hat eh nur eine festgezurrte Meinung – Geld drucken, Schulden machen, so lange bis die Konjunktur anspringt. Jetzt aber holt man sich auch Rat vom bis 2014 amtierenden US-Notenbankchef Ben Bernanke, der laut Finanzkreisen aus Tokyo in Kürze in Japan eintreffen wird um sich nächste Woche mit Notenbankern und auch Ministerpräsident Abe auszutauschen.

Worum es bei diesen Treffen geht, ist offensichtlich. Genau wie von Krugman erhofft man sich wohl neue sensationelle Erkenntnisse, warum es in Japan nicht vorangeht und was man dagegen tun kann. Auch soll es ganz konkret darum gehen zu schauen was man in Japan tun kann um den Yen wieder zu schwächen. Denn als Exportnation braucht Japan eine schwächere Währung. Und nun, durch den Brexit, setzte ab 24. Juni die Flucht in den vermeintlich „sicheren Hafen“ namens Japanischer Yen ein. Der US-Dollar wertete gegen den Yen ab von knapp unter 105 auf nun um die 101 herum, wie man im Chart gut sehen kann. Der Yen wertete also auf. Genau das braucht man in Japan nicht.

Was also erhofft man sich von Bernanke? Auskünfte, wie man dem entgegenwirken kann. Bernanke zeichnete als Fed-Chef verantwortlich für die in den USA durchgezogenen Anleihekaufprogramme QE1-QE3. Also, was wird Bernanke den Japanern wohl empfehlen? „Mensch, druckt doch einfach noch mehr Geld“ oder „Mensch, senkt doch einfach die Zinsen noch weiter“. Ganz leise schwirrt das Gerücht durch die Gegend Bernanke könnte hier in Japan versuchen die Helikoptergeld-Idee in der Realpolitik unterzubringen. Er hatte diese Idee, dass eine Regierung einfach Geld an seine Bürger verschenkt um die Konjunktur anzukurbeln, vor seiner Zeit als Notenbanker schon ins Spiel gebracht.

Die Bank of Japan hatte bereits gesagt so etwas sei nicht denkbar für Japan – aber verdammt nochmal, was sind solche Aussagen heute noch wert? Man sehe hierzu die Beteuerungen der Schweizer Nationalbank kurz vor dem 15. Januar 2015 man werde die 1,20 Schwelle im Euro vs Franken aufrecht erhalten. Das hatten damals auch alle geglaubt. Die Wahrscheinlichkeit für Helikoptergeld in Japan mag irgendwo knapp über 0% liegen, aber irgendwann ist immer das erste Mal. Und wenn nicht in Japan, wo dann? Denn hier ist die finanzpolitische Lage in Sachen Deflation so verzweifelt wie nirgendwo sonst in entwickelten Industrienationen. Also hätte man hier als Verfechter dieser Gelverschenkung die größten Chancen Gehör zu finden. Denn wer verzweifelt ist, ist gewillt sich alle, wirklich alle Ideen anzuhören.

USDJPY Japan
USDJPY seit dem 21. Juni.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    leser

    8. Juli 2016 10:00 at 10:00

    Bei den Experten kann eigentlich nichts schief gehen ;-).
    Es ist aber ein schönes Beispiel dafür, dass auch die japanische Notenbank fremdgesteuert ist.
    Der wahre Wert des Yen erschließt sich beim Blick auf den Langfristchart XAU/JPY, http://www.goldseiten.de/kurse/Goldcharts-JPY.php.
    2001 bekam mein eine Unze Gold noch für 3000 Yen. Heute müssen 14000 Yen, also mehr als viermal so viel, auf den Tisch des Hauses gelegt werden. Der Yen ist also nicht stark, sondern äußerst schwach und krank.

    • Avatar

      joah

      8. Juli 2016 10:35 at 10:35

      Der Yen ist keinesfalls schwächer oder kränker als beispielsweise der Euro. Dies ist eine sehr weit verbreitete Fehleinschätzung vieler, die den ganzen Wald sehen, aber nicht das Brett, welches vor die eigene Stirn genagelt wurde.
      Nehmen wir einfach Ihr Beispiel an und verdeutlichen es anhand Faktorenverhältnissen zum Euro in bezug zum Goldpreis für 1oz:
      14000 Yen : 3000 Yen = 4,666 (Verhältnisfaktor)
      1355 Euro : 260 Euro = 5,212 (Verhältnisfaktor)

      Ich behaupte mal ganz „rotzfrech“, dass der Euro die schlechter verwaltetste Währung ist.

  2. Avatar

    joah

    8. Juli 2016 10:19 at 10:19

    Das soll man in Japan schon einmal in der Vergangenheit unternommen haben, indem die Regierung ihnen Gutscheine mit Ablaufdatum (quasi geschenkte Verfallsbonds zur Wirtschaftsstimulation) auf breiter Front zugesteckt hat, jedoch haben die Leute diese eingelagert und einfach verfallen lassen [1]. Genützt hat es also nichts, denn wenn das Volk in deflatorischer Lethargie über Dekaden hinweg erzieht, kommt nur eine menschliche Depression und Verfall heraus – die Ökonomen unterschätzen die menschliche Psychologie.

    [1] bin gerade noch am suchen, woher ich das hatte

  3. Avatar

    M.

    17. Juli 2016 02:41 at 02:41

    1. Sozialausgaben erhöhen. 2. Mindestlohn einführen/erhöhen.

    Selbst, wenn das japanische Volk dann noch eine Weile weiter vor sich hin spart (was kaum zu erwarten ist, wenn man das Geld auf diese Weise immerhin den Bedürftigsten gibt), sollte es wenigstens den Unternehmen irgendwann zu bunt werden mit den steigenden Lohnkosten und sie beginnen, zu investieren, um Arbeitsplätze wegzuautomatisieren. Eine gute Sache, denn die Maschinen dafür müssen auch erst mal gebaut werden (die Japaner können das!), was an anderer Stelle wieder Arbeitsplätze schafft. Wenn man diese Politik einfach immer weiter durchhält, kommt man wieder in eine Wachstumsdynamik. Eine Verlagerung der Arbeitsplätze ist kaum zu erwarten, da die Japaner recht heimatverbunden sind.

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Sparverträge: BaFin rät Kunden zu aktivem Vorgehen gegen Banken

Redaktion

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Sparverträge sind seit Jahren ein heißes Thema bei Banken, und zwar wegen den in den „guten alten Zeiten“ versprochenen hohen Zinszahlungen. Heute dann der Hammer! Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang ist das, was von Seiten Deutschlands oberster Finanzaufsicht BaFin da heute veröffentlicht wurde. Es geht um Prämiensparverträge, welche die Bankkunden sorgfältig überprüfen sollen. Viele ältere Verträge enthalten laut BaFin Zinsanpassungsklauseln, mit denen Banken die zugesicherte Verzinsung einseitig abändern könnten. Diese Klauseln sind laut Bundesgerichtshof (BGH) seit 2004 unwirksam.

Aber kurz ein Schritt zurück. Die letzte Zeit hat die BaFin alles andere als geglänzt. Das Wirecard-Desaster war nur die Spitze. Die BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele spielte zum Beispiel beim CumEx-Skandal eine zweifelhafte Rolle. Sie war vor ihrer BaFin-Zeit Chefjuristin der Dekabank, als diese auf Gewinne aus Cum-Ex-Geschäften klagte (mehr Details dazu hier). Von daher kann man es als Image-Maßnahme ansehen, dass gerade Frau Roegele explizit mit Namen zitiert wird, wenn die BaFin heute betroffenen Sparern dazu rät, jetzt selbst aktiv auf ihre Banken zuzugehen und sich erläutern zu lassen, welche Klausel ihre Sparverträge ganz konkret enthalten.

Runder Tisch über Sparverträge gescheitert – BaFin rät Kunden zur Offensive gegen Banken

Der nächste Schritt müsse dann laut heutiger Aussage der BaFin sein zu prüfen, ob diese Klauseln rechtskonform seien. Bei Fragen zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche oder zur Unterbrechung etwaiger Verjährungsfristen rät Frau Roegele den Kunden, sich bei Bedarf an eine Verbraucherzentrale oder auch einen Rechtsanwalt zu wenden. Das ist echt der Hammer. Die BaFin rät aktiv Bürgern dazu sich im Kampf gegen Banken an Anwälte oder Verbraucherschützer zu wenden? Bislang hielt sich die BaFin aus sowas doch raus?

Die BaFin geht davon aus, dass Banken und Sparkassen oft falsche Zinsklauseln verwendet und den Kunden zu wenig Zinsen gutgeschrieben haben. Betroffen seien laut BaFin-Statement insbesondere langfristig variabel verzinste Sparverträge aus 2004 und früher. Ein Runder Tisch, den die BaFin zum Thema Prämiensparen Ende November 2020 unter anderem mit den Verbänden der Kreditwirtschaft und Verbraucherschutzorganisationen einberufen hatte, habe leider keine kundengerechten Lösungen gebracht. Neben ihrem Verbraucheraufruf prüfe man deshalb jetzt auch konkrete verwaltungsrechtliche Optionen, mit denen das Ziel ausreichender Kundeninformation erreicht werden könne. Bereits im Februar 2020 hatte die BaFin die Banken aufgefordert, auf die betroffenen langjährigen Kunden zuzugehen und ihnen eine Lösung anzubieten.

Was soll man dazu sagen? Der gute Herr Hufeld (BaFin-Chef) und die gute Frau Roegele wollen wohl in der Öffentlichkeit endlich auch mal Pluspunkte sammeln, als oberste Beschützer der kleinen Leute mit Sparkonto? Zum Thema Prämiensparverträge liefert die BaFin auch folgende Erläuterung, im Wortlaut:

Ein Prämiensparvertrag ist eine langfristige Sparform mit variabler Verzinsung und gleichbleibender Sparleistung. Kunden erhalten zusätzlich zum Zins eine Prämie, die meist nach der Vertragslaufzeit gestaffelt ist. Viele Kreditinstitute verwendeten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Zinsanpassungsklauseln, die ihnen einräumten, über Änderungen der vertraglich vorgesehenen Verzinsung mit unbegrenzt einseitigen Ermessensspielräumen zu entscheiden. Diese Praxis erklärte der BGH 2004 für unwirksam und äußerte sich auch in späteren Entscheidungen in 2010 und 2017 zu den Anforderungen an solche Klauseln. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie Kreditinstitute mit den Anforderungen der BGH-Rechtsprechung umzugehen haben. Hinweise dazu liefert ein Urteil, welches das Oberlandesgericht (OLG) Dresden im April 2020 auf die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen getroffen hat. Es stellt etwa klar, dass die Verzinsung sich an einem angemessenen, langfristigen, öffentlich zugänglichen Referenzzinssatz orientieren muss und monatlich anzupassen ist. Als angemessen sieht das OLG Dresden beispielsweise die 9- bis 10-jährige Zeitreihe der Deutschen Bundesbank WX 4260 (damalige Bezeichnung) an. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig; es wurde Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Weitere Musterfeststellungsklagen sind anhängig.

Sparverträge werden oft in Beratungsgesprächen abgeschlossen
Beispielfoto einer Beratung in einer Volksbank. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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Deutschland: Restaurants und Hotels bis 10.Januar geschlossen

Markus Fugmann

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In Deutschland werden laut einem Insider sowohl Gastronomie als auch Hotels bis zum 10.Januar geschlossen bleiben – darauf haben sich laut diesem Insider die Bundesregierung und die Bundesländer verständigt. Am 04.Januar sollen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen kommen um das weitere Vorgehen zu beraten. Diese Entscheidung soll heute Nachmittag verkündet werden.

Also die nächste Hiobsbotschaft für Gastro und Hotels..

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

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