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Wer glaubt noch an die Rettung? Niemand – außer Varoufakis..

Von Markus Fugmann

Was nicht genannte Offizielle nach dem Treffen in Riga den Journalisten gesteckt haben, ist eindeutig: Varoufakis sei ein Amateur, ein Spieler, ein Zeitverschwender. Riga, das wird immer klarer, hat keine Fortschritte gebracht, sondern die Gläubiger einmal mehr desillusioniert. Inzwischen scheint sich die Auffassung durchzusetzen, dass die Sache mit Griechenland kein gutes Ende mehr nehmen kann.

Nur einer glaubt noch daran: der griechische Finanzminister Varoufakis. Soeben sagte er gegenüber Medienvertretern, dass Griechenland bereit sei, Kompromisse zu machen. Aber wie sollen die Kompromisse aussehen? Bei den Pensionen, das hat Varoufakis nach dem Treffen in Riga klar gemacht, könne es keine Kürzungen geben. Genau das aber fordern die Gläubiger!

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Der einzig verbliebene Optimist: Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis
Foto: Jörg Rüger / Wikipedia (CC BY 3.0)

Dennoch bleibt Varoufakis – vermutlich als einziger Beteiligter in Riga – optimistisch: er glaube an einen Deal in letzter Minute. Griechenland, so sagte Varoufakis vor wenigen Minuten, habe Reformpläne, die die Eurogruppe noch nicht gesehen hätte. Fragt sich nur, warum die Eurogruppe diese Reformpläne noch nicht zu Gesicht bekommen hat, nachdem sie die gefühlt zwanzigste Deadline für eben diese Reformpläne ausgerufen hatte.

Man müsse, so Varoufakis weiter, die Art der Gespräche zwischen Griechenland und der Eurogruppe ändern – das zeigt, dass die Stimmung insbesondere bei der Eurogruppe offenkundig tief im Keller ist. Aber Varoufakis wäre nicht Varoufakis, wenn er nicht noch eine latente Drohung im petto hätte: ein Scheitern der Gespräche sei nicht nur für Griechenland kostspielig, sondern für alle Beteiligten. Da wird er sicherlich auf breite Zustimmung auch bei jenen stoßen, die ihn heute als Amateur und Zeitverschwender bezeichnet haben..



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