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Wer hat die Macht in den deutschen Medien?

Konsum von Medien über den Fernseher

Diese Frage stellen sich viele, heute mehr denn je. Wer hat eigentlich das Sagen bei den großen Medien, wie zum Beispiel dem Springer-Verlag, Bertelsmann oder den Öffentlich Rechtlichen in Deutschland?

Deutsche Medien – KKR engagiert bei Axel Springer-Verlag

Großaktionär des Springer-Konzerns ist die US-Investmentfirma KKR (Kohlberg Kravis Roberts & Co), unter der Firmenleitung von Henry R. Kravis und seinem Cousin George Rosenberg. Wer ist Henry R. Kravis? Er ist Republikaner-nah und spendete einen Millionenbetrag nach dem Amtsantritt von Donald Trump an dessen Partei. Er war auch Großspender von Präsident George W. Bush und vorher für dessen Vater. Im Dezember 2014 stellte Henry R. Kravis den pensionierten US-General und ehemaligen CIA-Chef David Howell Petraeus ein, um das KKR Global Institute von Henry R. Kravis zu leiten. David Howell Petraeus leitet die KKR Global Institute zusammen mit Vance Serchuk.

Vance Serchuk ist Geschäftsführer des KKR Global Institute, der geopolitischen Analyseeinheit der globalen Investmentfirma KKR. In dieser Funktion arbeitet er an den Investitionen von KKR in den Bereichen Verteidigung, Luft- und Raumfahrt und Schwellenmärkte. Vance Serchuk ist noch nebenberuflich beim Center for a New American Security in Washington tätig. Das Unternehmen bezeichnet sich als Denkfabrik, die 2007 von den Mitbegründern Michèle Flournoy und Kurt M. Campbell gegründet wurde. Es ist auf Fragen der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten spezialisiert.

Bevor er 2013 zu KKR kam, war Vance Senior National Security Advisor (Nationaler Sicherheitsberater) von Senator Joseph Lieberman (I-Connecticut) und professioneller Mitarbeiter im Senate Homeland Security Committee. In dieser Funktion arbeitete er an einem breiten Spektrum internationaler Sicherheitsfragen, darunter Sanktionen gegen den Iran und Russland, die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie die Asien-Pazifik-Strategie. Er hat in über 8 Jahren als Geheimdienstoffizier in der US Navy Reserve gedient. Ein weiterer Kopf der KKR Global Impact ist Kenneth Brian Mehlman. Im Jahr 2000 wurde er zum Direktor des Büros für politische Angelegenheiten des Weißen Hauses ernannt. Bei so einem Stab an Militär und Geheimdiensterfahrung lag es auf der Hand, sich unter anderem an Medienunternehmen und an Rüstungsunternehmen zu beteiligen.

Durch ihr Portfolio hat man allein in Deutschland ein Mitspracherecht bei Welt.de, Welt TV (ehemals N24), Bild, Bild TV usw… Ob sie von dem Mitspracherecht Gebrauch machen, konnten wir nicht herausfinden, denn Finanzmarktwelt hat leider keine Geheimdienstabteilung. (Noch nicht)

Doch ich erinnere mich an ein Telefonat, welches ich mit einem Journalisten aus New York während des US-Wahlkampfs führte. Er erzählte mir, dass er bei der Bild-Zeitung anrief und nachfragte, wie die Bild darauf kam, dass Donald Trump nach dem Schlagabtausch gegen Biden bei den US-Wählern vorne lag, obwohl die breite Medienlandschaft in den USA Joe Biden vorne sah. Antwort der Bild: „Wir haben es anders interpretiert“. 2016/2017 Kaufte der Axel Springer-Investor Airbus knapp 75 Prozent seines Rüstungselektronikgeschäfts ab. Es gab zwar kritische Stimmen im Hause Airbus, denn 2016/2017 zeichneten sich schon weltweit steigende Militärausgaben ab, aber am Ende gab auch der Bund grünes Licht für diesen kopflosen und ungewöhnlichen Schritt. Zumal eben dieser Bereich zuvor auch durch Übernahmen ausgebaut worden war. Es erfolgte durch die KKR die Umfirmierung des erworbenen Airbus-Rüstungselektronikgeschäfts in Hensoldt.

Durch den Druck des Ukraine-Kriegs und der aktuell desolaten Ausrüstung der Bundeswehr sah sich die Bundesregierung gezwungen, nicht zuletzt auch durch den Druck der USA und der Medien, 100 Milliarden Euro für Investitionen in Rüstungsvorhaben bereitzustellen. Schnell wurden 35 Tarnkappenflugzeuge aus den USA für gut 2,5 Milliarden US-Dollar geordert. Hoffentlich haben wir auch die Piloten dafür, nicht dass noch Herr Ronzheimer die Maschinen fliegen muss.

Bundeskanzler Scholz will die Verteidigungsausgaben auf das Zwei-Prozent-Ziel der Nato erhöhen. Er will auch das Sondervermögen im Grundgesetz verankern. Die Hensoldt-Aktie verzeichnete in den letzten 6 Monaten ein Kursanstieg von über 75 Prozent. Erst im September 2020 brachte KKR ihre Firma Hensoldt an die Frankfurter Börse. Durch den jetzigen Kursanstieg nutzte das Unternehmen die Gelegenheit zu einem weiteren Teilausstieg.

Die Gründer von KKR gaben die Führung Ende 2021 an Scott Nuttall und Joe Baeab ab, wobei Henry R. Kravis und seinem Cousin George Rosenberg weiterhin im Verwaltungsrat sitzen werden. An der Strategie der US-Beteiligungsgesellschaft wird sich sicherlich nichts ändern. Sie werden wohl weiterhin in Energie, Rüstung und Medien Investieren.

RTL

Wie sieht es bei der RTL Group aus? Zur RTL Group gehören RTL, VOX, Super RTL, RTL Nitro, RTL Plus, n-tv und RTL 2. Wem gehört die RTL Group?
75 Prozent der Aktien der RTL Group S.A. gehören Bertelsmann. Im April 1971 wurde Bertelsmann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Aus dem Familienunternehmen wurde damit ein Großunternehmen, das nach deutschem Aktienrecht vom Management geführt und vom Aufsichtsrat sowie der Hauptversammlung kontrolliert wird. Am 20.08.2012 folgte die Umwandlung in eine SE & Co. KGaA. Seit April 2019 ist Thomas Rabe Chief Executive Officer der RTL Group. 5 % gehören einer britischen Investmentgesellschaft, namens Silchester International Investors. Der Rest der Aktien befindet sich im Streubesitz.

1835 wurde der C Bertelsmann Verlag von Carl Bertelsmann in Gütersloh gegründet. 1921 war Heinrich Mohn in Geschäftsführung der Firma, er war Förderer der SS und wollte das Unternehmen zu einem nationalsozialistischen Musterbetrieb machen. Zwischen 1939 und 1941 stieg der Umsatz des C.-Bertelsmann-Verlags stark an. Nach Kriegsende stellte sich das Unternehmen vor den alliierten Kontrollbehörden als christlicher Widerstandsverlag dar. 1950 wurde, aufgrund der Währungsreform von 1948, der Bertelsmann Lesering gegründet, um den Umsatz zu steigern. In den Folgejahren wurde das Unternehmen umstrukturiert und dehnte die Aktivitäten aus. 1971 firmierte Bertelsmann als Aktiengesellschaft. Die heutigen Unternehmensbereiche im Einzelnen:

2020:
RTL Group: Umsatz ca. 6,0 Mrd. EUR
Penguin Random House: Umsatz ca. 3,8 Mrd. EUR
BMG: https://www.bmg.com/de/ Umsatz ca. 0,6 Mrd. EUR
Arvato: Umsatz ca. 4,4 Mrd. EUR
Bertelsmann Printing Group: Umsatz ca. 1,4 Mrd. EUR
Bertelsmann Education Group: Umsatz ca. 0,3 Mrd. EUR
Bertelsmann Investments: Umsatz ca. 0,012 Mrd. EUR

Wie Läuft das bei ARD , ZDF und Co?

Die Liste der öffentlich-rechtlichen Programme in Deutschland umfasst 21 TV-Sender und 73 Radio-Sender. Die GEZ-Einnahmen betrugen 2020 satte 8,1 Milliarden Euro. Monatlich sind das pro Haushalt 18,36 Euro. Das ist ein Dorn im Auge vieler deutscher Haushalte, wenn man bedenkt, dass die privaten Sender mit gleicher oder besserer Qualität wesentlich weniger Kapital einsetzten und dies zu 100 Prozent durch Werbung finanzieren.

Wie unabhängig sind die Sender? Der Rundfunkstaatsvertrag verpflichtet unter anderem zur politischen Ausgewogenheit. Wer sind die Vorstände/ Intendanten bei ARD und ZDF? ARD-Vorsitzende ist Patricia Schlesinger – sie bezieht für ihren Posten ein Grundgehalt von satten 261.000 EUR/Jahr. ZDF-Intendant ist Norbert Himmler. Das Gehalt seines Vorgängers Thomas Bellut lag bei 368.000 EUR/Jahr. Das Gehalt von Norbert Himmler dürfte in einer ähnlichen Klasse liegen. Zum Vergleich: Der Bundeskanzler bekommt ein Grundgehalt von 230.000 pro Jahr.

Die Frage, die sich aber jeder stellt: Wer kontrolliert denn die Berichterstattung, und wenn tatsächlich mal ein Bericht in die Hose geht, wer hält den Kopf dafür hin? Hier ein par Bespiele: In einer Comedy-Sendung des ZDF ist der FAZ aufgefallen, dass man Äußerungen als antisemitisch bewerten kann. Oder beim ZDF: Die „Fake-News“-Produktion „Giftgasangriff in New York“. Hierzu fällt mir auf: Wenn Journalisten, die im Auftrag des ZDF arbeiteten, die Wahrheit sagten, sind wir wohl das einzige Land, wo man auch noch für Fake News zahlen muss!

Schauen wir einmal in die neutrale Schweiz, was der Chefredakteur der Neuen Zürcher Zeitung für einen Eindruck unser Staatssender hat. «Der andere Blick»: Manipulationen aufgedeckt – doch der öffentlich-rechtliche Rundfunk beweihräuchert sich selbst. Die staatlich alimentierten Sender haben sich mit Moral gepanzert: Wir sind die Guten, die für die Demokratie sorgen… an diesem Schutzwall prallt alle Kritik ab. Es ist Zeit, das zu ändern. Bitte lesen Sie hier seinen Artikel. Ich hoffe ich habe Ihnen nun den Spaß am Konsumieren einiger Medien nicht genommen!

Herzlichst Ihr Stefan Kasper-Behrs



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1 Kommentar

  1. Beim ÖRR fehlen um die 850Millionen Euro, weil die Bürger den Beitrag nicht zahlen wollen. Ich habe den Link nicht mehr, aber fande die Zahl beindruckend. (Alles ohne Gewähr)

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