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Aktien

Wer profitiert von der gestrigen EZB-Entscheidung?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die heutigen Marktreaktionen zeigen, wer von der gestrigen Entscheidung am meisten profitiert: Banken aus der Euro-Peripherie!

Sehen wir uns einmal griechische Banken an, hier etwa die Alpha Bank mit einem Plus von 10%:

AlphaBank

Auch italienische Bank-Aktien steigen stärker, ebenfalls spanische Bankaktien. Der Grund ist klar: sie sind am stärksten auf die Liquiditäts-Unterstütuzng der EZB angewiesen, daher sind die gestern beschlossenen vier neuen LTROs faktisch eine Quersubvention dieser Banken.

Weniger deutlich der Anstieg bei den Banken Kern-Europas, aber in den letzten Minuten zieht auch die Deutsche Bank an:

Deutsche Bank 110316

Die Deutsche senkt, großzügig wie sie nun einmal ist, die Boni nur marginal:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Die Begründung der Deutschen Bank für die geringe Senkung der Boni ist lustig:

„Auch wenn bei der Bestimmung des Pools die negativen Ergebnisse und die Gesamtrendite eine wesentliche Rolle spielten, war gleichwohl zu berücksichtigen, dass die Erträge solide sowie die negativen Ergebnisse für 2015 in erster Linie durch Einmaleffekte bedingt sind“.

Is klar, logisch. Man lebt halt nur einmal, und Einmaleffekte, verstehen wir doch alles.

Zurück zu den Profiteuren: die zweite Branche, die die gestrige EZB-Entscheidung positiv sehen dürfte, sind die Versicherer. Der Grund: der Bereich Unternehmensanleihen stellt für die Versicherer faktisch das größte Risiko in ihren Portfolios dar. Und wenn mit der EZB ein großer Käufer in den Markt kommt, wird dieses Risiko deutlich geringer: die Risikoaufschläge für diese Unternehmensanleihen sinken, der Wert der Anleihen steigt, Ausfallrisiken sinken.

Es sollte also nicht wundern, wenn das Jammern der Versicherungsbranche über die Geldpolitik der EZB in nächster Zeit deutlich leiser werden sollte. Von den Banken der Europeripherie ist ohnehin keine Berschwerde zu erwarten..

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Marko

    11. März 2016 16:09 at 16:09

    Hallo,

    dass die Länder der Euro-Perpherie steigen, ist nicht seit der EZB-Zinsentscheidung um 13:45 Uhr bekannt.
    „Die da unten“ wurden auch schon 1 Tag vorher gekauft.

    Und die Maßnahmen (Aufkauf von Unternehmensanleihen) sind gut für die Aktienmarkt (auf die Euro-Perpherie kommts an/Versicherungen werden entlastet).
    Der Dax wurde allerdings als „Opfer“ genommen – ist natürlich längst nicht so liquide wie z.B. der Eurostoxx und viel leichter manipulierbar über die Futures.
    Den Eurostoxx konnte man gar nicht so „in den Keller treten“, weil ein gesamteuropäischer Index.

    Viele Grüße

  2. Avatar

    Marko

    11. März 2016 16:14 at 16:14

    Aber das gestern waren beim Dax schon große Adressen, Algos, Hedge-Fonds, Banken, die Ihren Spaß hatten ?
    Deswegen ist meiner Meinung der Dax, der verrückteste und schwierigste Markt der Welt.

    Dagegen ist der S&P „der Dicke“ schwerfällig, weil viel viel liquider und größer.

  3. Avatar

    Marko

    11. März 2016 16:43 at 16:43

    Jetzt lehne ich mich auch mal „aus dem Fenster“, das wars.

    Von wegen „schwarzes Loch“, eine ganz fiese Nummer gestern von den Big-Boys…

    Ein Crash kann das doch gestern gar nicht gewesen sein, weil : die anderen haben nicht so übertrieben wie bei uns…

    Aber, wie ich schon sagte :der März wird interessant, FED, großer Verfall, Asien-Daten. Noch ist für die Bären nicht alles verloren…

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Aktien

IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

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Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

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