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Wer sind die „Verlierer“ von Trumps Steuerplänen?

Im mitunter doch sehr "dreckigen" Wahlkampf konnte der neue Präsident der USA Donald Trump mit seinen Planungen für neue Steuersenkungen die US-Wähler überzeugen. Aber was ist dran an diesen...

Von Heba Traboulsi

Im mitunter doch sehr „dreckigen“ Wahlkampf konnte der neue Präsident der USA Donald Trump mit seinen Planungen für neue Steuersenkungen die US-Wähler überzeugen. Aber was ist dran an diesen Versprechungen? Und wer ist am Ende der Leidtragende ?


Donald Trump. Foto: Michael Vadon / Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

Donald Trump hat mehrfach damit geworben, dass unter seiner Präsidentschaft, die er am 20.01.2017 offiziell übernahm, Topverdiener stärker zur Kasse gebeten werden. Doch Experten zufolge gibt es allgemein für die Weltwirtschaft keine guten Aussichten, denn ab nächster Woche liegt die weltgrößte Volkswirtschaft in den Händen eines Mannes, der bisher nur durch Unwissen und zum Teil doch sehr menschenverachtende Kommentare in sozialen Netzwerken wie Twitter von sich hören ließ.

Man spürt wahrlich die Verunsicherung, die Trump bei vielen Experten, Politikern und Managern schürt. Und diese Unsicherheit wurde in seiner ersten offiziellen Pressekonferenz nur noch gestärkt. Man fürchte, dass durch Trumps Steuerpläne der Unterbietungs-Wettbewerb bei Unternehmenssteuern zulegt. Die Folgen sind bereits in Ländern wie Mexiko zu beobachten. Im US-Nachbarland hat Trump bereits einen Kurssturz der Währung als auch Turbulenzen in der Wirtschaft ausgelöst.

Seinen US-Bürgern hatte er beispielsweise in einem TV-Interview versprochen „Für die Reichen werden die Steuern hochgehen“ und gleichzeitig kündigte er für die Mittelklasse „massive Senkungen“ auf allen Lohnstufen an. Grund für uns der Sache genauer auf den Grund zu gehen. In einer Analyse der US-Thinktanks „TAX Policy Center“ wurde genau berechnet, wer nun wirklich von den Steuerplänen profitiert.

Im derzeitigen Steuermodell der USA sind die Bürger in sieben Klassen eingeteilt, wo sie zwischen 10% und 40 % ihres Einkommens versteuern müssen. Die Höhe ist zudem auch abhängig davon, ob man alleinstehender „Haushaltsvorstand“ oder verheiratet ist. Trump will aber in seinen neuen Steuerplänen nur noch drei Steuerklassen haben. Die Kategorie „Haushaltsvorstand“ und den Steuerfreibetrag (engl. „personal exemption“) in Höhe von 4.050 $ will er sogar ganz aufheben.

Die US-Bürger mit dem niedrigsten Gehalt (also das unterste Fünftel) würden dann durchschnittlich 0,6 % weniger Steuern zahlen. 1,7 Prozentpunkte weniger wären es dann bei den mittleren Löhnen. Das reichste Fünftel könnte jedoch im Schnitt mit bis zu 3,2 Prozentpunkten weniger Steuern rechnen. Das bedeutet also, je höher die Einkommensklasse, desto mehr Nutzen.

Bei den Bestverdienenden zeigt sich diese Erkenntnis noch einmal deutlich. Das reichste Prozent der Amerikaner könnte von Senkungen von 6,5 Prozentpunkten profitieren. Die absoluten Topverdiener sogar von 7,3 Prozentpunkten. Das könnte damit im Zusammenhang stehen, dass Trump auch die Erbschaftssteuer, die in Amerika nur die reichsten Steuerzahler betrifft, abschaffen möchte.

Im Großen und Ganzen heißt das für verheiratete Paare mit wenig Kindern, dass sie profitieren können. Große Familien und alleinerziehende Eltern müssen aber mit Steuererhöhungen rechnen, weil zum Beispiel durch die Streichung der Steuerfreibeträge Abgaben erhöht werden, und weil Kinderbetreuungsabzüge wegfallen würden. Laut der Prognose des TAX Policy Center würden der Regierung durch Trumps geplanter Steuerreform und der hohen Budgetdefizite in den ersten zehn Jahren nach der Änderung um die 6,2 Billionen $ nur an Steuereinnahmen entgehen.



Quelle: TaxPolicyCenter.org / Website Donald Trump



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1 Kommentar

  1. Aber er hatte doch im „..Interview versprochen „Für die Reichen werden die Steuern hochgehen““

    Da er seine Versprechen hält – wenn ihm die Senats- und Kongressleuet keinen Knüppel zwischen die Beine werfen – würde das die von TAX Policy Center aufgeschlüsselten Zahlen doch Lügen strafen.

    Das heißt, seine Steuerpläne werden ganz anders ausgestaltet werden, als es TAX Policy Center jetzt noch darlegt.

    Warten wir es ab.

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