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Wer Staatsanleihen und Bankanleihen kauft, kann sich nicht mehr auf dem heiligen Versprechen ausruhen!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Jahrzehntelang galt das heilige Versprechen: Staatsanleihen und Bankanleihen sind sicher. Den Profi-Anlegern ist inzwischen längst klar, dass das nicht mehr gilt. Es gibt diesen sicheren Hafen nicht mehr. Einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, und was das auch für den braven deutschen Kleinsparer und Inhaber von Lebensversicherungen bedeuten kann…

Frankfurt Staatsanleihen
Die Frankfurter Bankenszene stellt sich auf das neue Risiko ein. Foto: Christian Wolf / Wikipedia (CC BY-SA 3.0 de)

Staatsanleihen

Die Zeiten haben sich endgültig geändert. Bis vor wenigen Jahren galt das eiserne Gesetz, dass die Anleihen von Industrieländern und zumindest von namhaften Emerging Markets-Ländern eine sichere Bank waren – vom Empfinden her wie ein Sparbuch bei der Sparkasse. Immer mehr handfeste Beispiele zeigen, dass auf Staaten als Schuldner kein Verlass mehr ist.

Argentinien gilt als Klassiker. Man war pleite, konnte nicht zahlen, und vereinbarte mit fast allen Anleihe-Gläubigern eine Umschuldung, was zu Teilverlusten für die Anleiheinhaber führte. Die Gläubiger, die nicht zustimmten, bangen noch heute in gerichtlichen Scharmützeln darum, ob sie alles zurückerhalten oder alles verlieren.

Puerto Rico, ein US-Außengebiet in der Karibik, dass weder eigener Staat noch regulärer US-Bundesstaat ist, darf aber in Eigenregie Schulden machen, was direkt und indirekt zu insg. 73 Milliarden Dollar Schulden führte. Seit wenigen Wochen ist die Staatspleite auf der 3,5 Mio Einwohner-Insel eingetreten. Man zahlt jetzt nur noch die wichtigsten Anleihen zurück, die offiziell den höchsten Schutz-Status genießen – aber auch für die wird das Eis immer dünner. Die Möglichkeit ist durchaus gegeben, dass in den nächsten Monaten ein Weg gefunden wird, durch den Puerto Rico Zugang zu einer Art staatlicher Insolvenzordnung erhält. Dann verlieren die Anleihe-Besitzer (in dem Fall Fonds und Hedgefonds) große Teile ihrer Investitionen. Falls es nicht zu so einer Insolvenz kommt, kann es ein jahrelanges Ringen um einzelne Anleihe-Rückzahlungen geben.

Die Ukraine ist ebenfalls seit Ende Dezember 2015 de facto in der Staatspleite, weil man eine 3 Milliarden US-Dollar-Anleihe an Russland nicht zurückgezahlt hat. Die Kassen chronisch leer, Streit in der Regierung und im Parlament, Korruption, Wirtschaftseinbruch usw. Private Gläubiger, wozu als größter Einzelposten Templeton Investments zählt, hatten sich letzten Herbst mit der Ukraine auf eine Umschuldung mit Schuldenschnitt (20% Verlust für die Gläubiger) geeinigt, damit zumindest die Möglichkeit besteht, dass durch kleinere Rückzahlungstranchen die Ukraine mehr Luft zum Atmen hat, und die Gläubiger an ihr Geld kommen.

Der große Schuldenschnitt von 2012 in Griechenland ist der sogenannte Präzedenzfall, und das innerhalb der EU. Griechische Staatsanleihen im Wert von gut 200 Milliarden Euro wurden umgetauscht in neue Anleihen, wobei die Gläubiger auf 53,5% des Nennwerts verzichteten. In diesem Fall waren es größtenteils französische und deutsche Banken, die aus Angst vor noch mehr Verlusten diesem Schnitt zustimmten. Von der breiten Öffentlichkeit wurde dieser große Schritt schnell vergessen, aber gerade indirekte Investoren, Privatkunden, die einem normalen Fonds, einem Dachfonds oder einer Lebensversicherungsgesellschaft Geld geben ohne genau zu wissen wo es investiert wird, werden mit großer Wahrscheinlichkeit die zukünftigen Leidtragenden sein, wenn ihre angelegten Gelder vielleicht sogar Verluste aufweisen.

Bankanleihen

Wir nutzen an dieser Stelle mal den Oberbegriff „Bankanleihen“. Es gibt viele Begriffe, die in die selbe Kategorie fallen. Bringt ein Kunde Geld zu seiner Bank und deponiert es dort als Sparbuch, Termingeld, auf dem Girokonto, kauft Sparkassenbriefe, Bankobligationen oder Zertifikate, wird er in allen Fällen zum Gläubiger der Bank. Ja, auch bei Zertifikaten, denn die sind trotz des schön klingenden Namens nichts anderes als ein Schuldschein der Bank. Nach den neuen Richtlinien der EU werden bei der Sanierung von Banken zukünftig zuerst die Eigentümer (Aktionäre) und die Gläubiger der Banken in Haftung genommen, damit die Steuerzahler nicht einspringen müssen.

Ausgenommen davon sind sogenannte Sichteinlagen, also Girokonto, Sparbuch und Termingelder bis zu 100.000 Euro europaweit. Die meisten deutschen Banken sind auch noch zusätzlich für Sichteinlagen abgesichert, aber beim Crash einer wirklich großen Bank in Deutschland hilft das am Ende auch wenig. Wer auf jeden Fall voll zur Kasse gebeten wird bei einem zukünftigen Bankendebakel, sind die Kunden, die Bankanleihen und Zertifikate kaufen, oder hohe Sichteinlagen ab 100.000 Euro bei einer Bank haben. Sie sind Gläubiger, deren Forderung gegen die Bank entwertet wird um die Bank zu entschulden.

Bei der im Jahr 2012 stattgefundenen Bankenpleite auf Zypern wurde dieses Muster zum ersten Mal in der Realität in der EU angewandt. Also ist dies kein Märchen oder theoretisches Szenario mehr! EU-Institutionen und IWF schossen zwar Milliardensummen zu, aber große Teile von Bankguthaben über 100.000 Euro wurden entwertet – betroffen waren in diesem Fall viele reiche Russen, die auf Zypern ihr Geld geparkt hatten.

Was heißt das für den deutschen Privatanleger?

Sie sind Kunde bei einer ganz normalen deutschen Bank oder Sparkasse? Sie besitzen Sparkassenbriefe, Bankobligationen, Zertifikate? Oder zahlen Sie vielleicht fleißig in eine Lebensversicherung ein? Wenig Rendite, ist schon klar, aber egal, LV ist LV, nicht wahr? Was haben Staatspleiten, Schuldenschnitte usw am Arsch der Welt mit mir zu tun? Mein Geld liegt doch bei der ABC Bank bei mir um die Ecke oder bei der XYZ-Versicherung in Frankfurt. Ist doch alles in Ordnung, richtig? Falsch.

Lebensversicherungen können ihren Kunden überhaupt nur Renditen ermöglichen, wenn sie die eingezahlten Kundengelder am Kapitalmarkt arbeiten lassen. Damit diese Geldanlagen trotzdem relativ risikoarm bleiben, werden große Teile der investierten Gelder in sogenannte „mündelsichere Geldanlagen“ investiert, also z.B. in Staatsanleihen, die als sicher gelten. Der deutsche Staat emittiert aktuell sogar Anleihen mit einer Minusverzinsung – de facto müsste also das Versicherungsunternehmen Geld drauf legen, wenn es diese Anleihen kauft. Also bleibt überhaupt nur die Möglichketi auszuweichen auf risikoreichere Anleihen, die besser verzinst sind.

Das Risiko steigt. Die LV muss für die Kunden Rendite erwirtschaften, deutsche Staatsanleihen bringen aber jetzt sogar Verluste ein. Also muss Risiko her, und nur auf französische Anleihen auszuweichen würde für die Rendite auch kaum etwas bringen. Die Gefahr wird also zunehmend größer, dass man bereit ist für überhaupt irgendeine Art von Verzinsung auf noch risikoreichere Staaten als Emittenten auszuweichen. Gehen die pleite oder kommt es zu Umschuldungen/Schuldenschnitten, wird es sehr schmerzhaft, letztlich für den Kunden, der in die LV einzahlt.

Man nehme eine Landkarte und markiert überall auf dem Planeten Fälle, in denen namhafte Länder Schulden nicht mehr so richtig zurückzahlen oder umschulden. Von den Pleiten mehrerer US-Kommunen sprechen wir jetzt mal gar nicht. Auch in der EU wurden Bankkunden schon zur Kasse gebeten, und in Griechenland gab es schon einen großen Schuldenschnitt. Die Tabus sind alle gefallen, die alten unausgesprochenen Versprechen gegenüber dem Käufer von Schulden sind nichts mehr wert.

Es ist wie beim Autokauf. Niemand rennt ohne vorher zu überlegen in einen Autosalon und sagt zum Verkäufer „ich will ein Auto haben, ich vertraue ihnen, machen sie mal, irgendein Auto, egal…“. Nein, der deutsche Autokäufer überlegt, vergleicht, informiert sich, wochen- und monatelang. Schon seit der Finanzkrise, aber jetzt an erst recht seit den jüngsten Vorkommnissen bei Staatsschulden, die das Vertrauen in Anleihen endgültig zerstört haben, muss sich der Privatanleger genau überlegen, worin er investieren will. Das kostet nun mal Zeit! Auch von Hochglanzprospekten und vorgegaukelter Sicherheit wie „Mischfonds“, „Dachfonds“, „Zertifikat“ oder „Lebensversicherung“ sollte man sich nicht blenden lassen, sondern das Kleingedruckte lesen und sich in Ruhe informieren, wessen Schulden man da kauft und wie groß das Ausfallrisiko ist. Wohin fließt mein Geld letztlich? Das ist die Frage, die man seinem „Berater“ stellen sollte. Die Finanzkrise 2008 und marode Staatsfinanzen zeigen: Ratingagenturen ducken sich weg, wenn es um Haftung geht, Bankberater und alle anderen ebenso. Der Verlust bleibt ganz am Ende der Kette hängen, bei Ihnen!


3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Emm wie Meikel

    7. Januar 2016 15:10 at 15:10

    Sehr schöne Zusammenfassung. Ich fürchte auch, daß am Ende wieder alles auf die Kleinsparer abgewälzt wird. Entweder direkt über Bailins oder indirekt über Verluste bei publikumsstarken Anlagevehikeln, wie Renten- und Lebensversicherungen oder verschiedenen Fonds, die allesamt auf einem riesigen Berg an Staatsanleihen sitzen. Sollte die Regierung erneut die Banken retten (man weiß ja nie), schlägt sich das außerdem in höheren Steuern, Sozialabgaben und Leistungskürzungen im Bereich Soziales nieder. Da bleibt nur zu hoffen, daß die Nahe-Null-Zinsphase noch ewig anhält, sonst brennt die Hütte.

  2. Avatar

    joah

    7. Januar 2016 22:54 at 22:54

    „Nach den neuen Richtlinien der EU werden bei der Sanierung von Banken zukünftig zuerst die Eigentümer (Aktionäre) und die Gläubiger der Banken in Haftung genommen, damit die Steuerzahler nicht einspringen müssen.“

    Ich glaube, das wird noch von der Position heraus etwas zu sehr unterschätzt: was glaube man, warum man lediglich Depotinhaber und nicht -eigentümer ist? Aktien in jedem Bankdepot sind nur Schuldscheine nach außen, da nur eine Inhaberschaft für den Käufer besteht – gute Frage: wer ist dann der Besitzer/Eigentümer? Viel Spass beim Nachdenken…

    (PS.: „Geld“ muss vernichtet werden – Aktien sind überschüssiges Spielkapital)

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Ölpreis: Aufwärtstrend geht weiter? Was macht Biden? API-Daten lassen aufhorchen

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit dem 5. Januar im Aufwärtstrend. Nach einer Mini-Pause ging es Anfang dieser Woche weiter nach oben, von unter 48 Dollar im WTI-Öl am 5. Januar bis auf derzeit knapp unter 53 Dollar. Zahlreiche Gründe für die jüngst gestiegenen Preise und womöglich auch weiter anziehenden Preise hatten wir die letzten Tage genannt.

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Positiv für den Ölpreis zu werten waren die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März).

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl veröffentlicht mit einer Wochenveränderung von +2,6 Millionen Barrels. Die API-Daten gelten stets als Vorschau auf die am folgenden Tag vermeldeten offiziellen Lagerdaten. Diese Woche verschieben sich viele Konjunkturdaten in den USA um einen Tag nach hinten, weil am Montag Feiertag war. Die offiziellen Lagerdaten aber verschieben sich aufgrund der gestrigen Amtseinführung von Joe Biden um noch einen weiteren Tag nach hinten auf Freitag Nachmittag. Bis dahin könnte der Ölpreis also zittrig bleiben, in der Vorschau auf möglicherweise steigende Lagerbestände in den USA.

Was bringt Joe Biden für den Ölpreis?

Positiv für die Öl-Bullen ist zu werten, dass Joe Biden gestern im Rahmen diverser präsidialer Dekrete die Keystone XL Pipeline gestoppt hat, deren Bau in den USA noch nicht begonnen hat. Damit wird zukünftig nicht noch mehr Öl aus Kanada in Texas ankommen. Grundsätzlich ist dies vorsichtig positiv für den Ölpreis zu werten, da die Angebotsmenge geringer ausfallen dürfte. Aber na ja… werden die Kanadier ihr Öl dann nicht anderweitig auf dem Weltmarkt anbieten?

Also, bringt Joe Biden tendenziell für die nächsten Jahre dank dem Pipeline-Stop und sicherlich diversen schärferen Umweltgesetzen die Öl-Förderung in den USA zu einem Wachstumsstop, oder sogar zu einer Schrumpfung? Das wäre gut für alle Trader, die einen höheren Ölpreis sehen wollen. Aber da gibt es noch die andere Seite der Medaille. Man darf annehmen, dass sich die Beziehung zwischen den USA und dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten entspannt. Sollten die US-Sanktionen gelockert werden, dürfte der Iran wohl zügig mehr Öl fördern und auf dem Weltmarkt verkaufen. Denn das Land braucht wohl jeden Petro-Dollar. Dies wäre folglich schlecht für den Ölpreis. Also ist es nicht so einfach zu beantworten, ob Joe Biden nun gut oder schlecht für einen potenziell weiter steigenden Ölpreis zu betrachten ist. Schaut man auf den Chart 30 Tage zurück, dann ist der Ölmarkt noch im Aufwärtstrend. Die Grundstimmung ist vor allem wegen dem möglichen anstehenden Mega-Stimulus in den USA positiv.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

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Christine Lagarde: Headlines der PK der EZB: entscheidende Fragen unbeantwortet

Markus Fugmann

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Hier die wichtigsten Aussagen von Christine Lagarde auf der heutigen Pressekonferenz der EZB – im offiziellen Statement bislang wenig Neues:

– Lagarde beginnt mit warmen Wünschen für 2021

– Impfungen wichtiger Meilentstein

– Industrie weiter robust, Dienstleistung weiter schwach, wenngleich weniger schwach als in der ersten Corona-Welle

– Inflation bleibt niedrig

– Kurzfristig überwiegen die Risiken

– Wirtschaft der Eurozone dürfte auch im 4.Quartal geschrumpft sein

– Pandemie wird auch 1.Quartal 2021 belasten

– es wird trotz Impfungen noch dauern, bis Herdenimmunität erreicht ist

– Impfungen und Brexit-Deal sind ermutigend, aber übergeordnet bleiben die Risiken bestehen

– Headline-Inflation dürfte bald ansteigen, auch wegen deutscher Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer

– Inflation dürfte mittelfristig anziehen, Inflationserwartungen sind gestiegen

– Kreditvergabe: Banken etwas vorsichtiger geworden

– Europäische Länder sollen schnell beschlossene EU-Hilfsmaßnahmen in ihren Parlamenten beschließen, um Erholung anzuschieben

– Lagarde „hat fertig“, jetzt Fragen

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– Lagarde: positiv sind Impfungen, dass der Brexit-Dealk zustande gekommen ist, dazu bessere Aussichten auf Kooperation mit der neuen US-Regierung

– schärfere Lockdowns wegen Mutationen durchaus möglich

– Frage nach Zombiefirmen: bislang weicht Lagarde einer Antwort aus – da redet sie minutenlang herum, aber die Frage zielte letztlich auf die negativen Konsequenzen der EZB-Politik, und das ließ sie (wieder einmal!) unbeantwortet!

– Frage nach (unausgesprochener) yield curve control der EZB (Berichte darüber, dass EZB versucht, die Renditen für Anleihen vor allem italienischer Anleohen nicht zu stark gegenüber deutschen Anleihen als Benchmark steigen zu lassen:: wieder keine konkrete Antwort von Lagarde!

– Frage nach digitalem Euro: was soll der für die Menschen bringen? Lagarde: ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen (FMW: echt??)
Lagarde: wir wollen in Sachen Digitaleuro sehr transparent sein (FMW: wohl eher pseudo-transparent..)
Lagarde:Einführung des digitalen Euros würde noch Jahre dauern; viele Fragen darüber noch offen und schwierig, wenn er käme, wäre er für alle gut, nicht nur für Elite

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