Allgemein

Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sinkt weiter

Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie gegenüber dem Nicht-EU-Ausland sinkt weiter. Eine dramatische Entwicklung.

Industrieanlagen
Grafik: ChatGPT

Warum dürfte die deutsche Industrie gerade jetzt zur Einschätzung kommen, dass ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ländern außerhalb der EU stark nachlässt? Na klar – die goldene Verhandlungsführung von Ursula von der Leyen. Ihr „Sensationsdeal“ mit Donald Trump belastet EU-Exporte in die USA nun mit 15 % Zoll, während US-Exporte in die EU mit 0 % bezollt werden. Da muss ein deutscher Industriebetrieb schon ganz schön schnaufen und versuchen irgendwie die Produktivität und Effizienz nochmal kräftig zu steigern? Irgendwann geht das aber nicht mehr. Entsprechend fallen aktuelle Umfragen unter deutschen Unternehmen aus!

Im Juli meldete rund jedes vierte Industrieunternehmen einen Rückgang seiner Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ländern außerhalb der EU. Die folgende Grafik zeigt den Anteil der verschlechterten Position – je höher die Linie ansteigt, desto schlechter die Wettbewerbsfähigkeit. Der Wert blieb im Vergleich zu einer vorherigen Umfrage im April unverändert hoch. Auch im innereuropäischen Wettbewerb ist keine Trendwende in Sicht: Der Anteil der Firmen mit nachlassender Wettbewerbsfähigkeit gegenüber EU-Mitgliedstaaten sank nur leicht von 13,4 auf 12,0%. Dies ergeben Umfragedaten des ifo-Instituts. „Die deutsche Industrie kämpft mit strukturellen Nachteilen – etwa bei Energiepreisen, Regulierung und Investitionsbedingungen. Viele Unternehmen verlieren dadurch im globalen Vergleich an Boden“, so die ifo-Aussage.

In keiner Industrie-Branche hat sich die Wettbewerbsfähigkeit zuletzt verbessert. Besonders stark betroffen ist der Maschinenbau: Dort stieg der Anteil der Unternehmen mit sinkender Wettbewerbsfähigkeit von 22,2 auf 31,9 %. Das ist der höchste bisher gemessene Wert. Auch in der Elektroindustrie nahm der Wettbewerbsdruck weiter zu. In der Automobilbranche hingegen schätzen deutlich weniger Unternehmen ihre Position negativer ein als im Vormonat. Der Anteil halbierte sich von 33,0 auf 16,1%.

„Die Herausforderungen für die deutsche Industrie im internationalen Wettbewerb bleiben gewaltig. Deutsche Unternehmen müssen nach der vorläufigen Einigung im Zollstreit mit einem strukturellen Aufschlag von 15% gegenüber Wettbewerbern in den USA leben. Noch ist unklar, ob dies durch neue Handelsbeziehungen kompensiert werden kann“, so ifo.

FMW-Kommentar: Warum die deutsche Autoindustrie ihre Wettbewerbsfähigkeit jetzt so viel besser einschätzt? Nun, vor dem 15 % Deal mit Trump lag der US-Autozoll gegen die EU bei 27,5 %. Jetzt runter auf 15 %, da sieht die Katastrophe nur noch halb so schlimm aus! Allerdings könnte sich auch in der Autoindustrie die Stimmung bald wieder drehen? Denn ob die Trump-Administration die Zölle wirklich auch bei Autos und Autoteilen absenkt, war zuletzt noch nicht klar, so zeigen es zumindest die letzten Berichte.

Grafik zeigt wie sehr sich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie verschlechtert



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

18 Kommentare

  1. Ein JCPOA-Deal würde den Export deutscher Maschinen in die Islamische Republik Iran stimulieren. Hierbei nutzen aber keine alleinigen Verhandlungen von seiten Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit Teheran, da der 47. US-Präsident Donald John Trump über die Sanktionen gegen den Iran entscheidet.

  2. Da muss Deutschland nun durch.
    Was in etwa 30 Jahren versaut wurde, muss nun durch ein sehr tiefes Tal gehen.
    Wer kann, sollte sich, seine Familie und sein Geld in Sicherheit bringen.
    Diejenigen die in Deutschland bleiben müssen, dürfen oder wollen, sollten sich trotz massiv steigender Abgaben, auf Kürzungen in allen Bereichen einstellen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Ich habe dem vor Jahren schon einen Namen gegeben:

      Das Made im Speck Syndrom

      Gekennzeichnet durch die absolute Krönung: Schwarze Null. Mit völliger Ignoranz und Arroganz meinte man hier unsere unbesiegbare Überlegenheit im Sparhaushault des ewigen Wirtschaftswunders zementieren zu können.

      Man hat millionen zusätzliche Bürger aber keine Wohnungen gebaut. Stattdessen wurden Einfallmilienhäuser oder teure Wohnbezirke gebaut. Wollte wohl keiner haben??? Jedenfalls der Staat hat nichts gemacht. Ich behaupte mal, wenn ein Gefäß nur 5 L fasst, ich aber 6 L aufnehmen will, muss ich das Gefäß anpassen. Gleiches gilt für die überlasteten Sozialsysteme sinngemäß.

      Arroganter kann man kaum mehr agieren.

      Ich glaube nicht an eine prohezeiten Kürzungen. Höchstens bei Einfamillienhäuser oder in den oberen Etagen (sinngemäß). Die BRD braucht die nächsten 30 Jahre dringend Arbeiter. Wenn sie denen noch mehr nimmt, gibt es keinen Reiz mehr hierherzukommen. Wenn sie an die Rente gehen, wird die nächste Wahl die ohnehinschon alamierten auf die allerhöchsten Bäume treiben. Dann ist die Mitte auch politisch weg.

      Die müssen dahin greifen, wo noch was ist und wo man sich schwer wehren kann. Das könnten Beamte und „Reiche“ sein. Vermutl. lieber Beamte als Reiche…

      1. Henriette Deutelmoser

        zum Märchen „wir brauchen Einwanderer“ – es hilft ein Blick nach Südkorea, das seinem sehr starken Geburtendefizit den Einsatz von Industrierobotern und Bildung entgegensetzt und fast ohne Zuwanderung erfolgreich ist. By the way – das schreib jemand der absolut nichts gegen Ausländer hat (muss man ja heute immer hinzufügen)

        1. So ist es: Die Antwort ist Investitionen in mehr Produktivität. Allerdings passiert das gerade nicht. Vielleicht weil es billige Hilfsarbeiter aus dem Ausland gibt? Ein Blick auf den Bau zeigt genau das: Keine Steigerung der Produktivität, stattdessen setzt man auf Pfusch am Bau. Für die Unternehmen lohnt sich das, denn Investitionen kosten Geld, welches man sich stattdessen in die eigene Tasche stecken kann. Übrigens, deshalb gibt es auch keine staatlichen Investitionen, da man das Geld lieber an die Wähler oder künftigen Wähler verteilt (womit nicht Kinder oder Jugendliche gemeint sind).

  3. Hallo @ Großer Bär
    Meine liebe Frau und ich haben Deutschland lieber vor 25 Jahren verlassen.

    Gott sei Dank

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. Realitätsverlustmut-Fan

      Die Brände in Spanien sehen echt schlimm aus.

      „Spanien ächzt unter einer Hitzewelle – immer wieder brechen Waldbrände aus.“

      https://www.tagesschau.de/ausland/europa/spanien-waldbraende-tarifa-100.html

      Dürre, Überflutungen, Stromausfälle und jetzt Brände. Das lässt sich nur noch von Helmut schönreden.

      1. Realitätsverlustmut-Fan

        Heute 33 Grad, Morgen 31 Grad, dann 31
        Genau die richtige Temperatur für den Pool
        Heute morgen mit 22 Grad, und daher sogar etwa kühl für den Pool.
        Das ist die reale Welt.

        https://www.wetter.com/wetter_aktuell/wettervorhersage/16_tagesvorhersage/spanien/almogia/ES0MG0011.html

        Ja- Brände gibt es im Sommer überall.
        I

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

      2. Realitätsverlustmut-Fan
        Haaa, haah
        Sonst fällt Dir nichts ein?

        Die spanische Wirtschaft wird für 2025 ein Wachstum von etwa 2,6% erwartet. Dies ist eine leichte Verlangsamung im Vergleich zu 2024, aber immer noch ein robustes Wachstum, das über dem Durchschnitt der Eurozone liegt.

        https://www.google.com/search?q=Wirtschaftswachstum+Spanien+2025&gs_ivs=1

        Die deutsche Wirtschaft wird für das Jahr 2025 mit einem verhaltenen Wachstum von etwa 0,0% bis 0,2% erwartet, wobei einige Institute auch von Stagnation ausgehen.

        https://www.google.com/search?q=Wirtschaftswachstum+Deutschland+2025&gs_ivs=1

        Die Realität ist also, dass das Wirtschaftswachstum in Spanien mind. 10 mal höher ist als in Spanien.
        Mal sehen ob unsere Renten im nächsten Jahr dann auch wieder um 9 % in Spanien erhöht werden.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. „…Die Realität ist also, dass das Wirtschaftswachstum in Spanien mind. 10 mal höher ist als in Spanien…“

          @Helmut, du solltest dich etwas beruhigen. Geh es langsamer, weniger nervös an.
          Du versäumst ja nichts.
          So ein Kommentar-Tag ist doch lange genug, wenn man sonst keine Beschäftigung hat.

        2. Realitätsverlustmut-Fan

          Was hat das mit den Bränden und den immer stärker aufkommenden Naturkatastrophen in Spanien zu tun?

  4. Ja @ Henriette
    Und ganz bestimmt holen sie sich nicht Millionen Facharbeiter uns Land, die dann von Sozialleistungen leben und tausende Südkoreaner abstechen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  5. Hallo Columbo,
    warum nervös?
    Natürlich ist hier viel zu tun, wenn die Hütte voll wird. Meine liebe Frau hat heute Geburtstag und da kommen eine Menge Nachbarn.
    Zum feiern Samstag, aber zum gratulieren heute.
    Aber das wird sich auch wieder den ganzen Tag heute hinziehen.
    Hexenschuss geht auch wieder.
    Das Wetter ist ideal.
    27,5 Grad auf der Terrasse um 10:45.
    Alles im grünen Bereich.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut, du machst halt schon viele Schreibfehler, ich kenn das so von keinem hier.
      Schreib einfach langsamer, unaufgeregter.
      Du möchtest hier ja ernstgenommen werden, nicht wahr?

    2. @Helmut, kümmere dich heute mal um deine liebe Frau, statt hier verwirrte Beiträge zu posten, die leider – wie immer – keinen Menschen etwas bringen. Das ist auch eine gewisse Wertschätzung deiner lieben Frau gegenüber, wenn du heute mal das Handy beiseite legst, auch wenn der innere Drang bzw. die Sucht immer sehr stark ist.

  6. Hallo, arbeite in der chemischen Industrie in einen Privatunternehmen, dass hat Vorteile gegen über den Börsen Unternehmen, wir müssen nicht sofort Leute kündigen/ Anlagen schliessen.
    jedoch wenn die immer weiter steigende CO2 Steuer nicht verschwindet , wird nix mehr von der Margen schwachen Basis Chemie überbleiben. (keine kunstoffherstellung/kracker/Raffinerien…) alles wird aus dem Ausland kommen und die Job sind nicht wech die arbeiten nur wo anders, genau wie das CO2

  7. Wie könnte das neue Handelsabkommen zwischen der EU und den USA umgestaltet werden, um weiteren Schaden für deutsche Kernindustrien zu verhindern?

  8. Wie lässt sich der Deal zwischen Brüssel und Washington nachverhandeln, damit die deutsche Industrie nicht noch stärker unter Zöllen und Marktzugangsbeschränkungen leidet?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage