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WeWork sagt Börsengang ab

Mangels Anlegerinteresse wurde der Börsengang von WeWork, genauer gesagt der Firma „We Company“ (man bietet Co-Sharing Arbeitsplätze an etc), letzte Woche verschoben. Jetzt hat man den Börsengang abgesagt. Laut Berichten hat das Management gegenüber den Mitarbeitern verkündet, dass man grundsätzlich an der Idee eines IPO festhalte. Aber man wolle diesen Schritt richtig angehen.

Im August berichteten wir über den IPO-Prospekt von WeWork. Wir sprachen von einer Verlustmaschine, was das Unternehmen ja auch ist mit 904 Millionen Dollar Verlust im ersten Halbjahr. Aber zuletzt kamen noch Personalprobleme hinzu. Letzte Woche wurde der Firmenchef Adam Neumann gegangen (so formuliert man es wohl). Er ging unter dem Druck von Investoren.

Tja, andere Unternehmen haben trotz miesen Finanzkennzahlen in den letzten Jahren noch schnell „erfolgreich“ den Börsengang hingelegt (Snapchat etc), auch wenn die Kursverläufe der Aktien danach mehr als enttäuschend verliefen. Waren es zu viele Enttäuschungen in den letzten Jahren? Hatten zu viele Investoren jetzt keine Lust mehr zum x-ten Mal in so einem IPO erneut ihr Geld zu versenken? Und dürfen wir mal vermuten? Das Geschäftsmodell von WeWork ist besonders in einer globalen Wirtschaftskrise extrem anfällig.

Denn das Merkmal des Unternehmens ist es ja schnell und flexibel Büroarbeitsfläche anzubieten, klein, mittel und groß. Wer also als Unternehmen oder als kleiner Selbständiger in einer Rezession Geld sparen muss, kann als WeWork-Kunde schnell aus seinem Mietvertrag raus, und das Problem liegt dann bei WeWork. Denn die Einnahmen brechen schnell weg. So weit das Szenario. Offenbar scheint die Nachfrage von möglichen Investoren im Vorfeld des IPO wirklich schwach gewesen zu sein.

Auch die Bewertung von einst 47 Milliarden Dollar sank zuletzt auf nur noch 10 Milliarden Dollar, je näher der Börsengang rückte. Da war klar, dass der Chef seinen Hut nehmen musste. Nun will das neue Management sich erst einmal auf das eigentliche Kerngeschäft konzentrieren. Der Börsengang könne dann ja irgendwann später stattfinden. Vielleicht vor einem oder zwei Jahren, als von global einbrechender Industrieproduktion und Konjunkturabschwung noch nicht die Rede war, hätte man bei dem Geschäftsmodell von WeWork ohne Probleme das IPO durchbekommen?

WeWork Office Beispielfoto
Foto: WeWork



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