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„What a difference a day makes“ – und hat sich nach den letzten Wirtschaftsdaten die Verhandlungsposition von Donald Trump verschlechtert?

Die Verhandlungssituation nach den neuesten Wirtschaftsdaten hat sich für Donald Trump im Zollpoker mit den Chinesen nicht gerade verbessert..

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Auch wenn man einzelnen Wirtschaftsdaten eines Monats nicht allzu viel Relevanz zuschreiben sollte (eine Schwalbe macht noch keinen Sommer), so waren die Daten zum US-Einzelhandel für den Monat Dezember schon ein kleiner Schock. Minus 1,2% und damit der stärkste Rückgang seit der Finanzkrise 2009.

 

Ein Erklärungsversuch

Auch wenn sich die Wirtschaftsdaten in den USA im Spätherbst etwas abgekühlt hatten, stand das Verbrauchervertrauen doch auf hohem Niveau, die Löhne waren über 3% gestiegen, die Verbraucher zuversichtlich. Dann kam die Fed mit ihrer extrem hawkishen Projektion für 2019 und 2020 – und die Aktienmärkte brachen ein (bis -19,78% beim S&P 500 am 27. Dezember). Für die US-Konsumenten, die mehrheitlich Aktionäre sind (zumindest über die Altersvorsorge), ein Grund auf die Bremse zu treten, denn zu dieser Zeit war der große Einbruch medial ein Hauptthema.

Ich hatte am 14. Januar in einem Kommentar („Das Billionen-Dollar-Risiko“) dargelegt, was ein Vermögensverlust von 20% und mehr für den Verbraucher zwangsläufig haben muss. Die Wall Street war von ihrer Gesamt-Marktkapitalisierung von über 39 Billionen Dollar ca. 20% gefallen, ein unglaublich hoher Vermögensverlust „auf dem Papier“ – was blieb den Konsumenten anderes übrig, als konsumtiv ein bisschen leiser zu treten? Eine Rezession wäre bei weiteren Kursverlusten in einer 70%-Konsumökonomie unausweichlich geworden. Die großen Geldanleger waren auch schon panisch aus dem Markt geflohen. Dann kam Anfang Januar die 180-Grad-Wende der Fed und das ganz große Unheil für die Aktionäre war erst einmal abgewendet.

Dies mein Erklärungsansatz, neben weiteren Punkten wie Government Shutdown u.w.

Die Wirkung der Chinazölle auf den US-Konsumenten

Auch wenn sich die Lage im Januar durch den besten Start seit dem Jahr 1991 deutlich gebessert hat, gibt es ein großes Damoklesschwert über den Köpfen der Konsumenten. Sollte es im Handelsstreit zwischen den USA und China zu keiner Einigung kommen, mit automatischer Zollanhebung auf 25%, würde dies gerade der US-Konsument zu spüren bekommen Die großen Handelsketten (Walmart u.Co.) beziehen über 70% ihrer Produkte aus China und hatten schon ihre liebe Mühe die 10% Zölle zu verkraften, dabei war ihnen die chinesischen Lieferanten mit Preissenkungen sogar noch entgegengekommen. Bei 25% wäre es vermutlich vorbei mit dem Kaufrausch, der Kaufkraftverlust beträfe gerade die unteren Einkommensschichten und damit viele Stammwähler Donald Trumps.

Folge: Ein sehr wahrscheinlicher Einbruch in den Einzelhandelsumsätzen

 

Was macht dann die Fed?

Damit verbunden wäre natürlich ein Anstieg der Inflation, die dann die Fed wiederum zwingen würde die Zinsen anzuheben – das Ende der Aktienmarktrallye.

Was man an der Wall Street immer wieder zu hören kriegt, ist, dass die wichtigsten Wirtschaftsdaten derzeit die Erzeuger- und Konsumentenpreise (PPI und CPI Numbers) sind. Diese sind derzeit am Fallen, also kann die Fed die Füße stillhalten und die Märkte haussieren. Alles Makulatur bei hohen Zöllen

 

Fazit

Wie ich bereits viele Male geschrieben habe, hat für den US-Präsidenten seine Wiederwahl 2020 höchste Priorität, nicht „America first“, sondern „Trump first“. Ich bin deshalb davon überzeugt, sollte es durch den Zollstreit zu rezessiven Tendenzen in der US Wirtschaft kommen, wird Trump sofort umschalten – eben aus dem oben genannten Grund. Er würde vermutlich dann die China-Hardliner Robert Lighthizer und Peter Navarro zurückpfeifen, auch das Thema „Schutz geistiges Eigentum“ sollte dann zurückgestellt werden.

Um zum eigentlichen Thema zurückzukehren. Jedwede Verschlechterung der Lage für den US-Konsumenten ist kontraproduktiv für die Chancen auf eine Wiederwahl des jetzigen Amtsinhabers. Ein alter Haudegen an der Wall Street, Art Cashin, hat das Treffen Donald Trumps mit Xi Jinping so beschrieben: „This is the beginning of the 2020 election!“

Alles in allem hat sich die Verhandlungssituation nach den neuesten Wirtschaftsdaten für Donald Trump im Zollpoker mit den Chinesen nicht gerade verbessert.

 

Von Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38720271

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    joralari

    15. Februar 2019 10:09 at 10:09

    Danke! Alles verständlich und nachvollziehbar.
    Für mich stellt sich die Frage, wie der Dollar diese Akrobatik auf der Messers Schneide ausbalancieren wird. Eventuell mit der Hilfe vom Ölpreis.

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Bitcoin als Warnsignal für die Aktienmärkte? Videoausblick

Sind die Kurtsverluste bei Bitcoin eine Art Warnsignal für die Aktienmärkte, dass die Party zumindest kurzfristig erst einmal vorbei ist?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Sind die Kurtsverluste bei Bitcoin eine Art Warnsignal für die Aktienmärkte, dass die Party zumindest kurzfristig erst einmal vorbei ist? Bitcoin ist ja eben nicht ein Hedge, sondern vielmehr ein Liebling der Retail-Investoren – und verhält sich damit faktisch wie zyklische Aktien. Daher ist es auch kein Zufall, dass Bitcoin im März 2020 in der ersten Corona-Welle ebenso wie die Aktienmärkte deutlich gefallen ist. Die Aktienmärkte zeigen derzeit ein ähnliches Muster wie 2020: Tech steigt, aber die Marktbreite fehlt wieder – das war bis zur Impfstoff-Meldung am 09.November 2020 das dominante Muster gewesen. Die Luft nach oben scheint dünner zu werden, ohnehin ist die Beste aller Welten lämngst eingepreist, da darf also nichts schief gehen..

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DAX daily: Die 14.000 ist wohl eine Nummer zu groß für den Dax

Stefan Jäger

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am

Im gestrigen Handel zeigt sich der Dax weiterhin richtungslos und unentschlossen. Nach einem starken Auftakt verfällt der Leitindex wieder in Lethargie. Zwar gelingt ihm zunächst der Anstieg über die Marke von 14.000 Punkten, aber halten konnte er sich darüber nicht. Über der runden Marke haben die Anleger erneut kalte Füße bekommen, infolgedessen konsolidierte der Dax bis in den Bereich bei 13.900. Diesmal fehlte auch die Unterstützung der Wall Street, die sich nach der Vortagsrally auf neue Rekordstände eine Verschnaufpause gegönnt hat.

Im Gegensatz zum Dax läuft es bei den Nebenwerte-Indizes MDax und TecDax prima, diese rennen immer weiter nach oben. Der Dax ist schließlich kaum verändert (-14 Punkte) bei 13.906 aus dem Handel gegangen. Das Tageshoch lag abermals am vorherigen Zwischenhoch bei 14.029 Punkten. Damit hat sich an dieser Stelle eine Make or Break-Marke herauskristallisiert, erst ein Sprung über die Hürde würde vermutlich zu einem neuen Rekordhoch führen. Unterhalb der 14.000 müssen Anleger jedoch mit Rücksetzern bis in den Bereich bei 13.800 rechnen.

News und fundamentale Daten

Der gestrige Zinsentscheid der EZB hat erwartungsgemäß nichts Neues hervorgebracht und war für den Dax somit ein Non-Event. Der expansive geldpolitische Kurs wird wie gehabt fortgesetzt, aufgrund der Schuldenproblematik und der Corona-Einschränkungen in vielen EU-Staaten, bleibt der Europäischen Zentralbank auch nichts anderes übrig.

Zum Wochenabschluss stehen nochmal ein paar interessante Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Den Auftakt macht um 9:30 Uhr der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe aus Deutschland. Der EMI-Index misst die Lage in der Industrie und gilt als einer der einflussreichsten Indikatoren, weil er die Wirtschaftsentwicklung eines Landes frühzeitig abbildet. Die Prognose liegt bei einem Wert von 57,5 (vorher 58,3), was auf einem hohen Niveau liegt, ein Indexwert über 50 signalisiert eine positive Entwicklung. Zeitgleich wird zudem der EMI-Index für den Dienstleistungssektor veröffentlicht. Dieser ist aufgrund der Corona-Situation immer noch sehr niedrig und wird auf 45,3 prognostiziert (vorher 47). Die Daten können je nachdem wie sie ausfallen für Volatilität im Dax sorgen.

Anschließend folgen um 10:00 Uhr die Einkaufsmanagerindizes aus der Euro-Zone sowie um 15:45 Uhr aus den USA. Um 16:00 Uhr werden schließlich noch die US-Verkäufe bestehender Häuser und die US-Rohöllagerbestände veröffentlicht. Die Berichtssaison bietet heute keine nennenswerten Daten, dafür wird es in der kommenden Woche umso spannender. Dann sehen wir die Quartalszahlen von Tech-Riesen wie Microsoft und Apple, aber auch von Value-Unternehmen wie Boeing und McDonalds.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der deutsche Leitindex hat sich vorbörslich wieder an der Marke von 13.900 eingependelt. Um erneut einen Versuch in Richtung der 14.000er Marke zu starten, muss der Dax zunächst das Nachthoch bei 13.911 überwinden. Ein Anstieg darüber könnte ihn wieder in den Bereich bei 13.945/960 führen. Erst ein Sprung über die 13.960 würde den Dax wieder zur Marke von 14.000 führen. Dort geht es dann um den markanten Widerstand bei 14.030. Oberhalb von 14.030 liegen die nächsten Ziele bei 14.115 und dem Rekordhoch bei 14.131.

Fällt der Dax jedoch unter das gestrige Tagestief bei 13.878 und unterschreitet dabei noch die Unterstützung bei 13.868, dann könnte sich der Abwärtsdruck erhöhen. Der nächste wichtige Unterstützungsbereich befindet sich dann an der 13.800. Ein Rutsch unter 13.800 würde die Konsolidierung in Richtung der 13.700 ausweiten. Findet der Dax dort auch keinen Halt, dann könnte ein Test des Tiefs von letztem Freitag bei 13.670 anstehen.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Ausblick 22.01. - H1-Chart - 14.000 eine Nummer zu groß

Dax Unterstützungen (US):

13.870 – mehrfache US

13.804 – Punkt 1 Topbildung (H4)

13.700 – Punkt 2 Bodenbildung (H1)

13.672 – Tagestief 15.01.

13.600/630 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

Dax Widerstände (WS):

13.958 – 61,8% Retracement (14.131 – 13.672)

14.000 – psychologische Marke

14.029 – 161,8% Extension (13.670)

14.049 – Gap 08.01.

14.115 – 127,5 % Extension

14.131 – Tageshoch 08.01.

14.167 – 261,8% Extension (13.672)

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktien: „Janet Yellen macht euch reich!“ Marktgeflüster (Video)

„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Wirklich?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Die Logik dahinter: Yellen und die Fed würden Dollar ohne Ende drucken, daher werde der Dollar stark fallen, daher sei die einzige Möglichkeit sich davor zu schützen und sogar reich zu werden, Aktien oder Assets wie Bitcoin zu kaufen. Solche Aussagen kommen häufig unmittelbar vor Korrekturen – Korrekturen wie heute etwa bei Bitcoin. Auffallend: auch heute laufen die Tech-Werte wieder besser, der „Reflations-Trade“ erleidet den nächsten Rückschlag. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Erholung der Konjunktur vielleicht doch nicht so bombastisch ausfallen könnte wie erhofft?

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