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Die WHO-Amazon-Euphorie – so reagieren Goldpreis, Ölpreis, Aktien

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Gestern Abend, da war noch was los. Goldpreis, Ölpreis und US-Aktien bewegen sich plötzlich. Erst hielt die Weltgesundheitsorganisation WHO um 20:45 Uhr ihre PK zum Coronavirus ab. Man erklärte wie erwartet den globalen Gesundheitsnotstand. In dem Zusammenhang hätte man beispielsweise erwartet, dass die WHO Reisewarnungen ausspricht, und empfehlen würde Reisebeschränkungen einzuführen. Aber nein. Man lobte sogar noch ausdrücklich die tolle Arbeit der chinesischen Regierung. Der Notstand sei eher eine präventive Verkündung, um den Blick zu schärfen für die Länder, die organisatorisch nicht so gut wie China reagieren könnten auf so eine Krise. Dabei soll es wohl um Drittewelt-Länder gehen, auf die sich die Augen richten würden, wenn auch dort der Coronavirus ankommt.

Markus Fugmann besprach die Lage vorhin mit einer kritischeren Betrachtungsweise (siehe hier). Die Äußerungen der WHO wurden am Markt gestern Abend nach einigen Minuten Nachdenken als entspannend und harmlos bewertet. Dann kam kurz nach 22 Uhr noch Amazon mit seinen Quartalszahlen. Der Gewinn wurde 50% höher vermeldet als erwartet. Wow, tolle Zahlen! Nachbörslich stieg die Aktie um 9,8%. Sie wird also heute im offiziellen Börsenhandel deutlich höher eröffnen. Aber schauen wir uns mal die Märkte genauer an. Wie hat man auf WHO und Amazon in den großen Kursbarometern reagiert?

Goldpreis fällt, Aktien und Ölpreis steigen

Tja, der Markt zeigt sich erleichtert, dass zumindest laut WHO-Wohlfühl-PK und Amazon-Jubelzahlen die Welt doch (oberflächlich) ganz gut da steht. Läuft doch alles? Und so ist der Dow 30 von 28.600 auf 28.932 Punkte in der Nacht geklettert. Bis jetzt kam er wieder auf 28.786 zurück, aber liegt somit immer noch im Plus. Die tollen Amazon-Zahlen waren auch ein Push-Faktor für diesen Anstieg. Der Dax notiert vom Zeitpunkt kurz vor der WHO-PK bis jetzt unterm Strich 20 Punkte höher. Der Ölpreis konnte ganz klar profitieren. WTI-Öl stieg von 52,16 auf 53,33 Dollar in der Spitze heute Nacht, und notiert jetzt immer noch gut im Plus bei 52,81 Dollar. Gut, vorher ist er auch tagelang kräftig gefallen. Da war so ein kleiner Anstieg eh mal überfällig? Der Goldpreis als „Sicherer Hafen“ für Krisenzeiten zeigte von allen Assets am Deutlichsten, dass der Markt dank der WHO-PK erstmal durchschnauft nach dem Motto „Ja super, ist doch alles nicht so schlimm mit dem Coronavirus“.

Der Goldpreis fiel nämlich ab 20:45 Uhr gestern Abend von 1.577 auf bis zu 1.570 Dollar heute Nacht. Er ist aber jetzt schon wieder auf 1.577 Dollar gestiegen. Gold hat also anders als Aktien und Öl die kleine WHO-Euphorie schon wieder ganz bei Seite geschoben. Folgen Aktien und Öl auch noch, und fallen auf ihr Niveau von gestern Abend zurück? Die Aktienmärkte zumindest könnten sich noch an der Amazon-Euphorie berauschen! Wichtig: Heute Mittag (ca 13 Uhr) meldet der Gigant unter den Baumaschinen-Herstellern Caterpillar seine Quartalszahlen. Sehr wichtig für die US-Konjunktur und die Aktienmärkte! Im folgenden Chart sehen wir die Bewegung im Goldpreis seit gestern Mittag (rot-grün) gegen den Dow 30 in blau.

Goldpreis vs US-Aktien seit gestern Mittag

Drei Analystenkommentare

Hier noch ein aktueller Marktkommentar von Milan Cutkovic, Marktanalyst bei AxiTrader. Zitat:

Die Hoffnungen der Investoren ruhen jetzt auf der Weltgesundheitsorganisation. Nachdem die WHO gestern Abend eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen hatte, drehte die Wall Street ins Plus. Zuvor war sie noch wegen der Angst vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung des Coronavirus und den negativen wirtschaftlichen Folgen zusammen mit den europäischen und asiatischen Börsen nach unten gerauscht. In Erwartung von durch die WHO koordinierten internationalen Maßnahmen setzt nun wieder eine leichte Erholung an den Märkten ein.

Und hier im Wortlaut der Kommentar von Jasper Lawler, Head of Research bei der London Capital Group. Zitat:

Oil bounced back yesterday after taking a drubbing that took prices back to the lows reached in October. The WHO recommendation that travel continues is great news for oil. Brent crude oil bounced back above $59 per barrel yesterday and we are eyeing a move over the key $60 threshold on Friday. Gold prices failed at $1585 per oz and closed down and near lows of the day. Gold will be the punching bag in any risk-recovery but for its outlook we just need to monitor the extent of the declines.

Hier der aktuelle Kommentar von Jochen Stanzl von CMC Markets:

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Goldpreis steigt deutlich – Überraschung bei stark steigendem Dax

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Der Goldpreis steigt heute deutlich. Und das bei gleichzeitig deutlich steigenden Aktienkursen! Der Dax zum Beispiel notierte am Freitag um Niveaus von 9.500 Punkten herum. Aktuell sehen wir Kurse von knapp über 10.000 Punkten. Der Dow 30 hat mit aktuell 22.112 Punkten gegenüber Freitag Abend mehr als 1.100 Punkte zugelegt. Was ist da los?

Goldpreis aktuell mit Stärke

Der Goldpreis notiert jetzt bei 1.646 Dollar. Das ist gegenüber Freitag Nachmittag ein Plus von gut 30 Dollar. Dax, Dow und Co steigen heute, weil sich vor allem in Südeuropa die Lage rund um das Coronavirus zumindest etwas zu entspannen scheint (hier mehr Details). Also hat der Aktienmarkt Hoffnung auf die Wende, die man (wie an der Börse üblich) schon mal versucht umgehend vorwegzunehmen. Erholung der Wirtschaft in sechs Monaten, vielleicht? Zack, dann können wir Dax und Dow ja heute schon mal steigen lassen? So einfach kann die Börse sein.

Das Edelmetall fungiert normalerweise als Krisenwährung, als Sicherer Hafen. Herrscht Unsicherheit, flieht man unter anderem in Gold. Und umgekehrt gilt das selbe. Geht man also nach dieser plumpen Idee von Risk On und Risk Off, dann müsste der Goldpreis heute eher fallen, oder zumindest nicht steigen. Also sehen wir heute eine eigene Stärke im Gold? Wichtige Schweizer Golfraffinerien haben die Produktion wieder aufgenommen, was die Angebotsklemme bei Gold etwas entspannen dürfte. Daher könnte es erst einmal weniger Aufwärtsdrang für den physischen Goldpreis geben?

Kein Drang mehr zu Zwangsverkäufen bei Gold?

Gestern hatten wir die Marke von 1.700 Dollar im Goldpreis besprochen, die charttechnisch wichtig ist. Derzeit scheint der Markt nach und nach in diese Richtung zu laufen, nachdem man die letzten Tage eher einen müden Seitwärtstrend beobachten konnte. Aktuell ist bei den steigenden Kursen kein Drang von institutionellen Anlegern mehr vorhanden Zwangsverkäufe im Gold vorzunehmen, weil man im Crash schnell Cash benötigt. Dies zusammen mit dem ausgedehnten Umfeld an Nullzinsen und weltweiten Gelddruck-Orgien der Notenbanken dürfte generell den Drang hin zum Gold verstärken. Wo keine störenden Faktoren mehr da sind, bricht nun der grundlegende Drang zum Gold wieder durch? Der Goldpreis könnte als ultimativer Schutz vor Inflation nun immer interessanter werden für Anleger, die die Gelddruckerei betrachten, und daran glauben, dass die Verbraucherpreise in den nächsten Monaten extrem stark zunehmen werden. Geldentwertung ohne mich, ich habe Gold gekauft – so die einfache Denkweise?

Der US-Dollar (ablesbar im US-Dollar Index) zeigt sich übers Wochenende unverändert. Er bietet also keinen Impuls für den Goldpreis in US-Dollar. Morgen um 16 Uhr deutscher Zeit wird es interessant. Dann werden in den USA die JOLTS-Daten veröffentlicht, oder um es klarer auszudrücken, die Zahl der offenen Stellen. Auch hier dürfte man die Coronakrise in den USA ablesen können, was die Aktienindizes und den Goldpreis bewegen könnte. Im Chart sehen wir in blau den Goldpreis-Verlauf seit dem 4. Februar, im Vergleich zum Dow 30 auf CFD-Basis. Gold konnte sich in der Krise wesentlich besser halten, und tendiert aktuell zumindest weiter aufwärts.

Goldpreis vs Dow 30 im Kursverlauf seit Anfang Februar

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Gold: Warum die Rally wohl vorerst enden könnte

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Ein Stapel Gold Barren

Der Preis vor allem für physisches Gold schoss in den vergangenen Tagen durch die Decke. In New York verbrannten sich gleich mehrere Großbanken beim ungedeckten Leerverkauf die Finger, weil sie das zu liefernde Gold am Markt nicht auftreiben können. Doch mit der Party dürfte es vorerst vorbei und die Goldknappheit in Kürze wieder beseitigt sein. Goldbugs konnten sich in der vergangenen Woche zurecht in ihren jahrzehntelangen Vorwürfen bestätigt sehen:

– Großbanken verkaufen Gold, das sie gar nicht besitzen, um den Preis zu drücken
– Es gibt mehr Papiergold als physisches Gold, was früher oder später zu einer Entkopplung von Preisen für physisches Gold vom Börsenpreis führen wird
– In der Krise gehören Goldanleger zu den Profiteuren

Morgen startet ein neuer Gold-Future, der die Situation entspannen wird

All das ist richtig, und doch war der Sieg der Goldfans nur von kurzer Dauer. Die US-Börse Comex änderte nicht wie gewünscht kurzerhand die Bedingungen und erlaubte nicht die Lieferung von 400 Unzen Goldbarren an Käufer, denen man eigentlich 100 Unzen schwere Barren versprach. Das forderten die Banken von der Börse. Die Comex wird auch nicht darauf bestehen, dass die Banken um jeden Preis die versprochenen Barren liefern müssen. Stattdessen legt die Börse am 6. April einen neuen Future auf, dessen Spezifikation auch die Lieferung von 400 Unzen schweren Barren aus London oder den bei Privatanlegern üblicheren 1kg schweren Barren erlaubt.

Das löst das Lieferproblem jedoch höchstens mittel- und langfristig. Kurzfristig haben die Kunden den alten Kontrakt im Depot, der die Lieferung von 100 Unzen schweren Barren des Edelmetalls vorsieht. Doch der neue Kontrakt dürfte für all die Kunden attraktiv sein, die nicht die kurzfristige Lieferung physischen Goldes anstreben. Die können den alten Kontrakt aller Voraussicht nach zu einem höheren Preis verkaufen, als sie für den neuen Kontrakt bezahlen müssen. Sie können also einen Rollgewinn erzielen. Wer dann noch im alten Kontrakt bleibt, kann wahrscheinlich aus den Lagerbeständen bedient werden.

Gleichwohl bleibt die Marktlage angespannt. Die billionenschweren Hilfsprogramme von Regierungen und Notenbanken machen Anleger nervös. Die informierten Anleger wissen, dass hier nichts anderes geschieht als Inflationierung. Und dagegen wollen sich nun mehr Menschen mit dem Kauf von Gold schützen als noch vor einigen Wochen. Es werden also möglicherweise noch immer mehr Käufer auf die physische Bedienung ihrer gekauften Futures bestehen, als die Banken an physischem Gold in den Lagern der Comex haben.

Drei Raffinerien in der Schweiz stellen ab morgen wieder Barren her

Für deutliche Entspannung wird die Wiedereröffnung dreier Goldraffinerien in der Schweiz sorgen. Die waren in den vergangenen Wochen im Zuge der Corona-Eindämmungsmaßnahmen geschlossen worden und sorgten mit für die Knappheit an physischem Gold in handelsfähiger Form. MKS Pamp sagte bereits am Freitag, dass die Produktion wieder angefahren wird. Argor-Heraeus und Valcambi informierten am Sonntag, dass am Montag wieder Gold verarbeitet werden kann. Da alle drei mit Ausnahmegenehmigungen operieren, wird der Output jedoch deutlich unter dem üblichen Level liegen. Pamp und Valcambi gaben an, dass sie mit weniger als 50% der normalen Produktionsmenge rechnen.

Wenn Gold bis jetzt nicht ausbrach, wird das nichts mehr!

Dass der Goldpreis an der Börse seinen Aufwärtstrend in den kommenden Wochen fortsetzen wird, ist nicht ausgeschlossen, wurde jetzt aber deutlich unwahrscheinlicher. Wenn es selbst unter dem Eindruck globaler Lieferschwierigkeiten in Zeiten von weltweiter Inflationierung bei gleichzeitig gebremsten Leerverkäufern keinen Ausbruch nach oben gab, wann dann? Ab morgen werden die Banken einen neuen Kontrakt haben, in dem sie gefahrloser ungedeckte Leerverkäufe tätigen können als im alten Kontrakt und gleichzeitig entspannt sich die Liefersituation. Ich rechne daher mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung oberhalb von 1.550 US-Dollar im Goldpreis.

Für Anleger aus dem Euroraum kann es gleichwohl noch Gewinnsteigerungen geben. Die würden dann jedoch aus einem abwertenden Euro herrühren. Schon heute notiert Gold in Euro relativ zum alten Allzeithoch gesehen höher als in US-Dollar. Während in US-Dollar noch etliche hundert US-Dollar zum Allzeithoch fehlen, markiert Gold in Euro gerechnet im Januar ein neues Allzeithoch und befindet sich derzeit nur 65 Euro davon entfernt.

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Goldpreis: Kommt im April der Durchbruch über 1700 Dollar?

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Wird der Goldpreis im April nach oben ausbrechen und die symbolisch wichtige Marke von 1700 Dollar überwinden?
Die Coronavirus-Pandemie und der derzeitige wirtschaftliche Stillstand haben den amerikanischen Arbeitsmarkt schwer getroffen und im April 2020 weitere Gewinne für Gold ausgelöst. Ein historischer Höchststand in den USA von 6,6 Millionen wöchentlichen Arbeitslosenanträgen ließ den Goldpreis an nur einem Tag um 2% steigen. Dieser erschütternde Anstieg der Arbeitslosenquote erwies sich als höher als ursprünglich erwartet. Und es ist wahrscheinlich, dass die Quote in sehr naher Zukunft über 10% liegen wird –  und das wird sich höchstwahrscheinlich auf den Goldpreis auswirken.

Traditionell wurde Gold in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit immer als sicherer Hafen angesehen. Und nun sind wir wieder erstmals nach der Finanzkrise wieder in einer Situation großer Unsicherheit –  daher wird der Aufwärtstrend beim Goldpreis höchstwahrscheinlich noch einige Zeit anhalten. Der Goldpreis hat am Freitag die Marke von $1.626 pro Unze überschritten, und einige Analysten sehen den Bereich von $1.640 als wichtigen Widerstand an, dessen Bruch weitere Aufwärtsdynamik auslösen dürfte..

Sollte sich die wirtschaftliche Situation jedoch weiter verschlechtern, könnte Gold sehr wohl auf viel höhere Niveaus steigen. Tatsächlich könnte der Goldpreis über die Marke von 1.700 Dollatr steigen. Und auf der Grundlage der aktuellen charttechnischen Ausgangslage wird dies wahrscheinlich die Hauptwiderstandszone sein, bevor die Preise dann in den Bereich historischer Höchststände emporschnellen werden.

Goldpreis: Zwischen hoher physischer Nachfrage und felationärem Schock

Wichtig: die Nachfrage nach physischem Gold ist enorm hoch – so können etwa Banken in New York kein physisches Gold mehr liefern, sodass der Preis für physisches Gold stärker steigt als das über Derivate gehandelte „Papiergold“.

Derzeit erleben wir eine Art „Credut Crunch“: Kredite werden nicht bedient, Mieten nicht bezahlt – es ist ein deflationärer Schock, die sich wie kippende Dominosteine durch das Wirtschaftssystem walzt. Nach diesem deflationationären Schock aber kommt der Umschlagspunkt, an dem „Cash Trash“ wird, wie der Hedgefondsmanager Ray Dalio im Januar verkündet hatte. Und das dürfte dann den Goldpreis in neue Dimensionen katapultieren – als ultimativer Schutz vor Inflation.

David Jones, chief market startegist bei capial.com, analsysiert die charttechnische Lage für den Goldpreis – und geht davon aus, dass schon im April die wichtige Marke von 1700 Dollar überwunden werden sollte:

Der Goldpreis in der Phase eine deflationären Schocks

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