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Wie Aktionäre und Unternehmer von Amazons stetigem Wachstum profitieren

Amazon gehört zu den wenigen Unternehmen, die während Corona ihre eigenen Umsatzrekorde brechen konnten. Unglaubliche 125,52 Milliarden USD betrug der bisher höchste Quartalsumsatz im vierten Quartal 2020. Aber auch vor Corona war Amazon eines der am stärksten wachsenden Unternehmen. Das zeigt auch der Aktienkurs, der zwischen 2011 und 2021 von ca. 142 € auf 2.575 € angestiegen ist.

Aber wieso wächst Amazon immer weiter? Vor allem durch das breite Angebot, die schnellen Lieferzeiten und die günstigen Preise werden immer mehr Kunden angezogen. Wer einmal auf Amazon bestellt, wird das nächste Mal mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt auf Amazon nach dem gewünschten Produkt suchen. Anstatt seine Daten einzugeben, reicht nun ein einfacher Klick und das Produkt wird am nächsten Tag geliefert. Wenn es einem doch nicht gefällt, kann man es zu sehr kulanten Bedingungen wieder zurückschicken.

So hat es Amazon in den letzten Jahren geschafft, mit einem Markenwert von 415 Mrd. USD an die Spitze der weltweit wertvollsten Marken zu klettern. Diese Position ist aber nicht nur Jeff Bezos und seinen Grundsätzen zu verdanken, sondern den vielen Unternehmen und Gründern, die Amazon als Marktplatz für ihre eigenen Produkte nutzen und das Wachstum, auch mit Eigennutzen immer weiter ankurbeln.

Dieses System wird auch als Amazons Flywheel bezeichnet, da es sich um einen ständig wiederholenden Prozess handelt. Drittanbieter werden durch Amazons Versandbedingungen, den starken Traffic und das bereits vorhandene Kundenvertrauen auf die Plattform aufmerksam und beginnen ihre Produkte auf Amazon zu listen. Dadurch erhöht sich die Produktauswahl, was wiederum mehr Kunden anzieht. Der wachsende Besucherstrom zieht wiederum weitere Händler an, womit sich der Kreislauf wiederholt. So wächst Amazon immer weiter und lässt Kunden, Unternehmen und Anleger von diesem Wachstum profitieren.

Chancen als Existenzgründer

Damit möglichst viele Unternehmen und Gründer ihre Produkte auf Amazon anbieten, wird der Einstieg so einfach wie möglich gestaltet. Um Amazon als Marktplatz nutzen zu können, ist nicht viel mehr als eine unkomplizierte Registrierung erforderlich. Besonders interessant ist das sogenannte Amazon FBA Programm, über welches Händler den gesamten Logistikprozess (Lagerung, Verpackung, Versand) an Amazon abgeben können. Damit ist es auch Gründern mit wenig Startkapital möglich, in den Online-Handel einzusteigen und sich über Amazon ein großes Unternehmen aufzubauen.

Inzwischen machen Online-Händler sogar den größten Teil der Produktauswahl, und damit vom Umsatz aus. Im Jahr 2019 lag der insgesamt in Deutschland erwirtschaftete Umsatz im Online-Handel bei 59,2 Mrd. Euro. Von dieser Summe wurden 19 % über den Amazon Eigenhandel und 29 % über den Marktplatz, also Drittanbieter generiert. Damit hatte Amazon im Jahr 2019 insgesamt 48 % Anteile am gesamten E-Commerce Umsatz in Deutschland.

Als Dritthändler auf Amazon profitiert man aber nicht nur von hohen Besucherströmen und logistischer Arbeitsentlastung, sondern vielen internen Möglichkeiten, um seine Produkte sichtbar zu machen. Das ist auch wichtig, da es für die meisten Produkte viele Anbieter, aber nur eine begrenzte Anzahl an Listings auf der ersten Seite gibt.
Dazu gehören auch eigens kreierte Aktionszeiträume wie der Prime Day oder die Cyber Monday Week, deren Bekanntheit virale Ausmaße annimmt. An diesen Tagen generiert Amazon zum Teil Milliarden Umsätze pro Tag und gewinnt viele neue Prime-Mitglieder, welche durch die exklusiven Rabatte angezogen werden. Verkäufer können in diesem Zeitraum sogenannte Blitzangebote schalten und während einem begrenzten Zeitraum eine limitierte Anzahl an Produkten mit starker Vergünstigung anbieten.

Natürlich profitiert auch Amazon von den Marktplatzverkäufen und erhält verschiedene Gebühren für Verkauf, Logistik und Werbung. Da die meisten dieser Gebühren nur anfallen, wenn man aktiv Produkte verkauft, hat Amazon ein großes Interesse an hohen Verkaufszahlen von Marktplatzprodukten. Entsprechend hat man als Gründer mit einem guten Produkt ideale Wachstumsmöglichkeiten und kann so mit Amazon FBA Geld verdienen.

Aber wie sieht die Zukunft aus? Ein Kurswechsel in die andere Richtung ist nicht in Sicht, denn Amazon expandiert immer weiter und investiert stetig in neue Technologien und innovative Geschäftskonzepte. Eines davon ist AWS (Amazon web Services), eine der größten Cloud-Plattformen, die bereits von großen Unternehmen wie Netflix, Nasa oder Airbnb genutzt wird.

Ein weiteres Projekt ist der Einsteig in den stationären Handel mit Amazon Go. Klingt zwar seltsam, ist aber keineswegs ein Schritt zurück. Ein Vergleich der Umsatzahlen aus dem Jahr 2020 zeigt, dass der stationäre Handel mit 577 Mrd. Euro dem Online-Handel mit 77 Mrd. Euro noch weit voraus ist, und das trotz Corona-Krise. In diesem Bereich will Amazon mit seinen Grundsätzen neue Maßstäbe setzen das stationäre Einkaufserlebnis kundenfreundlicher und weniger Zeitintensiv gestalten.

Amazon hat großen Einfluss in verschiedenen Bereichen und bietet in jedem Bereich attraktive Möglichkeiten für Kunden und andere Unternehmen. Gründer oder existierende Marken können ihre Produkte auf Amazon verkaufen, digitale Unternehmen profitieren von Amazon AWS und es bleibt abzuwarten, welche weiteren Möglichkeiten hinzukommen. Solange Kunden, Gründer, Unternehmen und Amazon voneinander profitieren, steht Amazons Wachstum nichts im Weg.

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