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Wie Apple-Chef Cook rechtfertigt, dass man in Irland praktisch keine Steuern zahlt

Was Cook alles nicht sagt..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Armer Apple-Konzern! Da kommt eine EU-Kommission daher, die sich daran stört, dass Apple Steuern zahlt, die sie mit der irischen Regierung so vereinbart hat – und nun soll man auf einmal 13 Milliarden Euro (plus Zinsen) Steuern an Irland nachzahlen, das eben diese Steuern gar nicht haben will? Einfach schrecklich!

Nachdem gestern das Urteil der EU-Kommission bekannt geworden war, sah sich Apple-Chef Tim Cook veranlaßt, einfallsreich eine Erwiderung zu formulieren, warum das alles furchtbar ungerecht ist.

Tim Cook
Tim Cook
Foto: Valery Marchive
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Tenor: wir haben alles richtig gemacht, 1,5 Millionen Jobs geschaffen (neben Apple-Mitarbeitern bei externen Programmierern, Zulieferer etc.), und sei daneben noch der größte Steuerzahler, in Irland, in den USA und überhaupt auf der ganzen Welt (darunter machen es die Amerikaner ja bekanntlich nicht..):

„As responsible corporate citizens, we are also proud of our contributions to local economies across Europe, and to communities everywhere. As our business has grown over the years, we have become the largest taxpayer in Ireland, the largest taxpayer in the United States, and the largest taxpayer in the world.“

Und überhaupt halte man sich streng an die Steuergesetze in Irland, das auf Apple zugegangen sei, um zu erklären, wie man sich in Irland in Sachen Steuern verhalten solle:

„Over the years, we received guidance from Irish tax authorities on how to comply correctly with Irish tax law — the same kind of guidance available to any company doing business there. In Ireland and in every country where we operate, Apple follows the law and we pay all the taxes we owe.“

Sprich: der extrem niedrige Steuersatz sei keine Idee Apples, sondern eben Irlands:

„The European Commission has launched an effort to rewrite Apple’s history in Europe, ignore Ireland’s tax laws and upend the international tax system in the process. The opinion issued on August 30th alleges that Ireland gave Apple a special deal on our taxes. This claim has no basis in fact or in law. We never asked for, nor did we receive, any special deals“.

Das dürfte schon die erste kleine Unwahrheit sein – kaum vorstellbar, dass der Konzern brav wartet, dass Irland auf die Amerikaner zukommt – viel wahrscheinlicher ist doch, dass man diesen extrem geringen Steuersatz hart verhandelt hat, weil man eben um seine Macht weiß als großer Arbeitgeber in Irland (über 6000 Apple-Mitarbeiter in dem kleinen Land).

1980 eröffnete Steve Jobs in Cork die erste Apple-Niederlassung in Europa – und liest man die Schilderungen von Cook über diesen Schritt, kommen einem fast die Tränen vor Rührung! Denn Cork, so Cook, ging es damals richtig dreckig, aber Apple glaubte an das tolle Talent der Menschen dort (und vielleicht auch an die niedrigen Löhne, die man dort nur bezahlen mußte??):

„At the time, Cork was suffering from high unemployment and extremely low economic investment. But Apple’s leaders saw a community rich with talent, and one they believed could accommodate growth if the company was fortunate enough to succeed.“

Reinste Menschenfreunde, die Apple-Amerikaner. So viel Talent, da mußte man doch helfen, oder?

Aber jetzt wird zurück geschossen – denn damit werde die Souverenität europäischer Länder (mindestens in der Steuergesetzgebung) ignoriert, ausserdem Rechtsunsicherheit geschaffen, weswegen man nun klagen werde:

„The Commission’s move is unprecedented and it has serious, wide-reaching implications. It is effectively proposing to replace Irish tax laws with a view of what the Commission thinks the law should have been. This would strike a devastating blow to the sovereignty of EU member states over their own tax matters, and to the principle of certainty of law in Europe. Ireland has said they plan to appeal the Commission’s ruling and Apple will do the same. We are confident that the Commission’s order will be reversed.“

Und in folgendem Satz steckt durchaus eine Drohung:

„Beyond the obvious targeting of Apple, the most profound and harmful effect of this ruling will be on investment and job creation in Europe.“

Warum aber fehlt bei Cook praktisch jedes Wort darüber, dass der Konzern 2014 auf einen Gewinn von einer Millionen nur 50€ bezahlt hat? Und damit nicht nur Irland, wohin man die Profite verschob, sondern praktisch alle Bürger der EU betrogen hat – plus der Bürger in den USA, denen man die Segnungen seiner Profite entzieht und das Cash in Irland hortet?

Übrigens: laut Insidern hat die Firma Netflix die Steuermodelle solcher Firmen wie Apple in Europa als „auf Dauer nicht tragfähig“ bezeichnet und eben vor solchen Nachzahlungen gewarnt. Bei Konzernen wie Google oder Amazon jedenfalls, die ähnliche Modelle fahren, dürften man jetzt nervös werden..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    V

    31. August 2016 12:19 at 12:19

    Wieder mal ein Beispiel wie aggressiv die USA und ihre Firmen die Welt ausbeutet um ihre Vormachtsstellung mit allen Mitteln zu erhalten. Da werden ausländische Firmen mit regelmäßig mit Rekordstrafen gemolken (Banken, Autokonzerne wie VW, …). Die eigene Industrie wird aber aufs Äußerste protektioniert. So schaltet sich sogar Obama ein um die EU Kommission zu disziplinieren, da ja jetzt die US Steuerzahler für die Nachzahlungen bluten dürften (Was für eine Logik!). Der Gearschte ist wie immer der dumme Europäer, der nur noch ein Spielball der Amis ist. Die EU hat sich nach der Finanzkrise nicht getraut die Ami-Banken mit noch höheren Strafen zu übersähen, was angesichts des angerichteten Schadens zwingend notwendig gewesen wäre. Nun sind diese Banken wieder top, die europäischen liegen am Boden, wieso wohl…? Und zudem lässt man sich Ausplündern, da man in Europa ohne Steuerzahlungen verkaufen kann. Irland, Niederlande, Luxemburg und wie sie alle heißen haben sich darauf spezialisiert, die anderen Länder der EU für den eigenen Vorteil und den Vorteil der Großkonzerne zu betrügen. Diese EU ist lange keine Gemeinschaft mehr und war es nie… es ist nur ein großer gemeinsamer Geldtopf von dem alle am meisten abbekommen wollen, egal ob es auch wie hier zum massiven Schaden der anderen ist. 13Milliarden EUR verweigern wegen 6000 Arbeitsplätzen, das sagt doch schon alles wie irrational das ist. Mit 13Milliarden könnte ich ganze Industrien aufbauen mit noch viel mehr Arbeitsplätzen. Und Apple wird, wenn es weiter in Europa verkaufen will, nicht alle Arbeitsplätze plattmachen können.

    Wo man hinschaut ist diese Wirtschaft einfachnur noch eine Farce. Korrupt, politisch verseucht, von der Weltmacht erpresst und der normale Bürger wird ausgesaugt….

  2. Avatar

    gerd

    31. August 2016 13:13 at 13:13

    Vielen Dank an V

    „So schaltet sich sogar Obama ein um die EU Kommission zu disziplinieren, da ja jetzt die US Steuerzahler für die Nachzahlungen bluten dürften (Was für eine Logik!).“

    Regt mich auch schon die ganze Zeit auf.
    Wenn Apple in Irland zahlen muss, bekommt Apple in USA eine Rückzahlung, weil die im Ausland gezahlten Steuern in USA angerechnet werden. (Das ist gemeint mit der Steuerzahler in USA müsste bluten)
    Damit verlangen die Amis nichts anderes, als dass die europäischen Steuerzahler doch bitteschön lieber bluten sollen. So eine Anmaßung müsste von unseren Politikfuzzis
    doch sofort knallhart erwidert werden.

    Aber Irland möchte skandalöserweise das Geld ja gar nicht. (Hatte die Redaktion hier vor Tagen schon als ebenfalls voll daneben gebrandmarkt.)

  3. Avatar

    frank.trg

    31. August 2016 13:53 at 13:53

    Ich würde anders argumentieren. Apple verkauft einen Großteil seiner Produkte in Europa. Der Umsatzanteil Europas beträgt rund 25 Prozent, nach Amerika der zweitgrößte Markt. 2015 hat Apple in Europa Produkte für ca. 60 Mrd. USD verkauft. Unser Europa und der Marktzugang zu Europa ermöglicht es Apple überhaupt erst Umsätze zu machen. Wir gewähren Apple freien Marktzugang und ermöglichen somit hohe Umsätze und Gewinne. Diese Gewinne sollten angemessen versteuert werden. Wenn Apple keine Steuern zahlen will, können wir den Marktzugang zu den vielen Millionen zahlungsfähigen Europäern versperren. Die Konkurrenz dürfte sich freuen…

  4. Avatar

    Ecki

    31. August 2016 14:05 at 14:05

    Leider werden bei diesen Steuerdiskussionen die hohen Kosten für die Unternehmen vergessen: wie da Parteienspenden, Vortragshonorrare, Aufsichtsratposten-Gehälter und Beraterhonorrare. Bitteschön, damit wirts doch teuer für die Unternehmen.

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    Gixxer

    31. August 2016 15:04 at 15:04

    Man braucht sich wirklich nicht wundern, warum es den Brexit gab und warum populistische Parteien, egal ob links oder rechts Zulauf bekommen, wenn so was in der EU möglich ist.

  6. Avatar

    leser

    31. August 2016 15:34 at 15:34

    Einfach eine höhere Märchensteuer auf Produkte von Firmen erheben, die zu kreativ beim Steuersparen sind. Dann kommen die Einnahmen da an, wo die Produkte abgesetzt werden.

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Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Von

Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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