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Märkte

Wie die Saudis den Krieg ums Öl verloren

Claudio Kummerfeld

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am

Wieso stürzte Öl (WTI) vor vier Jahren von über 100 auf 26 Dollar? Im Chart sieht man den eindrucksvollen Absturz. Was war damals passiert? Und warum haben das die meisten „Experten“ nicht vorhergesehen? Und was passierte danach? Die Amerikaner entdeckten bei Preisen um und über 100 Dollar die Möglichkeit ihre eigene Öl-Produktion drastisch hochzufahren, und zwar durch das Fracking, das Aufbrechen von Schiefergestein, wodurch man enorm viel Öl und Gas fördern kann.

Dadurch steigt die Öl-Fördermenge der USA seit Jahren an. Allen voran die Saudis (seit dem 2. Weltkrieg verlässlicher Lieferant der Amerikaner) sahen ihren Platz an der Sonne gefährdet, und wollten den Frackern keine Marktanteile zugestehen. Und so wollten sie mit einer zusätzlichen Überflutung des Ölmarktes die Fracker in den USA kaputt machen – in dem man den großen Preissturz herbeiführte. Aber die Fracker hielten durch – mit jeder Menge Investorengeld, massiven Gehaltskürzungen für ihre Mitarbeiter, und vor allem mit technologischen Verbesserungen, wodurch sie immer günstiger produzieren konnten.

Letztlich schossen sich die Saudis ins eigene Knie, da sie für die Finanzierung ihres Staatshaushalts hohe Ölpreise benötigen. Saudis und der Rest der OPEC gaben zuerst nach, und so folgte die berühmte Fördermengen-Reduzierung. Den großen Kampf ums Öl hat die folgende aktuelle Doku sehr gut nachgezeichnet. Auf jeden Fall sehenswert!

https://youtube.com/watch?v=EZOpKLu6n6s

Öl
Der WTI-Ölpreis seit 2003.

Öl-Pumpe
Beispielfoto für Ölquellen. Foto: Arne Hückelheim / Wikipedia (CC BY-SA 3.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Beobachter

    29. November 2018 19:47 at 19:47

    Schlussfolgerung: Der Ölmarkt ist der verrückteste Markt u. total verpolitisiert.Leider sind wir jetzt soweit, dass auch die Zinsen u.Aktienkurse von Politikern gesteuert werden.Immerhin reagiert der Ölmarkt noch nach dem Schweinebauch-Effekt , so dass bei tiefen Preisen weniger gefördert wird u.die Preise steigen lässt.Zum Glück sind sich die grossen Anbieter nicht immer einig, sonst könnten sie nämlich die Preise monopolmässig hoch halten.Ein Glück auch, dass die Notenbanken kein Kunstöl pumpen können, sonst wäre Alles noch viel schlimmer.Trotz den chaotischen Bewegungen der Ölpreise kann man feststellen, dass der Markt im Gegensatz zu den Zins- u.Aktienmärkten noch funktioniert.

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

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Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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