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Wie die Saudis den Krieg ums Öl verloren

Wieso stürzte Öl (WTI) vor vier Jahren von über 100 auf 26 Dollar? Im Chart sieht man den eindrucksvollen Absturz. Was war damals passiert? Und warum haben das die meisten „Experten“ nicht vorhergesehen? Und was passierte danach? Die Amerikaner entdeckten bei Preisen um und über 100 Dollar die Möglichkeit ihre eigene Öl-Produktion drastisch hochzufahren, und zwar durch das Fracking, das Aufbrechen von Schiefergestein, wodurch man enorm viel Öl und Gas fördern kann.

Dadurch steigt die Öl-Fördermenge der USA seit Jahren an. Allen voran die Saudis (seit dem 2. Weltkrieg verlässlicher Lieferant der Amerikaner) sahen ihren Platz an der Sonne gefährdet, und wollten den Frackern keine Marktanteile zugestehen. Und so wollten sie mit einer zusätzlichen Überflutung des Ölmarktes die Fracker in den USA kaputt machen – in dem man den großen Preissturz herbeiführte. Aber die Fracker hielten durch – mit jeder Menge Investorengeld, massiven Gehaltskürzungen für ihre Mitarbeiter, und vor allem mit technologischen Verbesserungen, wodurch sie immer günstiger produzieren konnten.

Letztlich schossen sich die Saudis ins eigene Knie, da sie für die Finanzierung ihres Staatshaushalts hohe Ölpreise benötigen. Saudis und der Rest der OPEC gaben zuerst nach, und so folgte die berühmte Fördermengen-Reduzierung. Den großen Kampf ums Öl hat die folgende aktuelle Doku sehr gut nachgezeichnet. Auf jeden Fall sehenswert!

Öl
Der WTI-Ölpreis seit 2003.

Öl-Pumpe
Beispielfoto für Ölquellen. Foto: Arne Hückelheim / Wikipedia (CC BY-SA 3.0) – Ausschnitt aus Originalfoto



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1 Kommentar

  1. Schlussfolgerung: Der Ölmarkt ist der verrückteste Markt u. total verpolitisiert.Leider sind wir jetzt soweit, dass auch die Zinsen u.Aktienkurse von Politikern gesteuert werden.Immerhin reagiert der Ölmarkt noch nach dem Schweinebauch-Effekt , so dass bei tiefen Preisen weniger gefördert wird u.die Preise steigen lässt.Zum Glück sind sich die grossen Anbieter nicht immer einig, sonst könnten sie nämlich die Preise monopolmässig hoch halten.Ein Glück auch, dass die Notenbanken kein Kunstöl pumpen können, sonst wäre Alles noch viel schlimmer.Trotz den chaotischen Bewegungen der Ölpreise kann man feststellen, dass der Markt im Gegensatz zu den Zins- u.Aktienmärkten noch funktioniert.

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