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Wie die Saudis sich reformieren wollen, und Theresa May als soziale Margaret Thatcher (VIDEOS)

Saudi-Arabien hat mit seiner "Vision 2030" ein großes Ziel ausgerufen, nämlich die Wirtschaft zu erneuern und wegzukommen von der Öl-Abhängigkeit. Der saudische Öl-Minister und auch andere anwesende...

FMW-Redaktion

Saudi-Arabien hat mit seiner „Vision 2030“ ein großes Ziel ausgerufen, nämlich die Wirtschaft zu erneuern und wegzukommen von der Öl-Abhängigkeit. Der saudische Öl-Minister und auch andere anwesende Minister erklärten heute beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos im folgenden Video ab Minute 4 (vorher das übliche Gelaber, wie toll jetzt schon alles läuft) den saudischen Zukunftsplan. Man will diversifizieren, unter anderem in Gebiete wie Bergbau, Dienstleistungen, Tourismus, Finanzen und vor allem Logistik. Das Land sei einer der besten zentral gelegenen Umschlagsorte zwischen Europa und Asien. Ein 2 Billionen Dollar- Fonds werde bald geschaffen für Investitionen. Eine extrem umfangreiche Privatisierung des staatlichen Sektors in Saudi-Arabien stehe bevor.

Auch sei ein weicher Faktor sehr wichtig für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Man wolle Saudi-Arabien zu einem „sanfteren und angenehmeren Ort zum Leben“ machen, mehr Toleranz und mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Gesellschaft schaffen. Man wolle auch mehr Frauen in Arbeit bringen. Man will auch versuchen den riesigen Überschuss an Warenimporten zu verringern, und künftig mehr Produkte des alltäglichen Lebens im Inland herzustellen (das würde weniger Kapitalabfluss ins Ausland bedeuten). Man darf gespannt sein. Ob man das alles so glauben will, dass es funktioniert, ist so eine Sache. Aber sehenswert ist das Video allemal um zu gucken, was die Gedankenansätze von saudischen Offiziellen sind, zumindest offiziell in der Außendarstellung.


Theresa May. Foto: UK Home Office/Wikipedia (CC BY 2.0)

Auch hat heute Großbritanniens Premierministerin Theresa May beim Weltwirtschaftsforum in Davos gesprochen. Vor allem betont sie (erstaunlicherweise) die großen Vorteile des freien Handels, und welche Vorteile er weltweit schon gebracht habe. Die großartigen vorteilhaften Kräfte des freien Handels würden aber vielen Geringverdienern in Industriestaaten keine Vorteile bringen (nett formuliert). Die Vertreter des „Mainstreams“ hätten die Probleme vieler Bürger zu lange ignoriert. Auch sprach sie populistische Parteien an, die mir ihren einfachen Antworten werben würden, und immer jemanden parat hätten, der an etwas schuld sei. Sie wolle einen Appel aussenden, dass der „Mainstream“ die benötigten Antworten liefern könne.

Großbritannien werde zukünftig weltweit der Vorreiter für Geschäfte, freie Märkte und freien Handel sein (das hilft den Armen in UK?). Sie sprach von sinkenden Löhnen und Jobabwanderung in UK als negative Folgen von Freihandel – darum müsse man sich kümmern, so fassen wir mal viele ihrer Aussagen sinngemäß zusammen. Wie genau man das aber machen will, verriet sie nicht. Gefühlt benutze sie das Worte „Freihandel“ 5.000 Mal… wenn man die Rede ganz anschaut, hat man fast das Gefühl „Margaret Thatcher 2.0“ steht auf der Bühne und versucht ihre Deregulierungspolitik als sozialen Fortschritt für die Niedriglohnempfänger und Arbeitslosen in UK zu verkaufen. Aber warten wir mal ab, welche Errungenschaften die unteren Schichten in UK wieder von den Populisten loseisen sollen. Hier die Rede in voller Länge ab Minute 3. Vorher spricht der Veranstalter des WEF Klaus Schwab.



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