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Wie Donald Trump seine Wiederwahl retten will

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

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Donald Trump

Mit den Aktienmärkten fallen auch die Umfragewerte für Donald Trump. Um seine Wiederwahl im November zu retten, kündigte der US-Präsident „sehr dramatische“ Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft an. Doch wie realistisch ist das?

Der Dow zieht Donald Trump mit runter

Donald Trump selbst war es, der seinen Anhängern empfahl, seine Leistung als Präsident am Stand des Dow Jones zu messen. Seit Beginn seiner Amtszeit eilte der aus nur 30 Werten bestehende Aktienindex von Allzeithoch zu Allzeithoch, was der US-Präsident auch genüsslich via Twitter kommentierte. So zum Beispiel in diesem Tweet, in dem er sich zu den steuervergünstigten Aktiensparplänen 401 (k) äußerte: „The average 401(k) balance has SOARED since the bottom of the market – 466%. Wow!“.

Seit der Amtseinführung von Donald Trump gewann der Dow Jones Industrial Average 23 Prozent an Wert. In der Spitze waren es gleichwohl vor drei Wochen schon einmal knapp 50 Prozent. Und genau hier liegt das Problem für den Präsidenten: Wer sich den „Boom“ am Aktienmarkt ans Revers steckt, der wird auch für den „Bust“ verantwortlich gemacht. Und so wundert es nicht, dass sich die Zustimmungswerte für den US-Präsidenten seit Ende Februar parallel zu den heftigen Abverkäufen an der Wall Street auf Talfahrt befinden. Noch ist der Rückgang seiner Beliebtheit überschaubar: Gemäß der aktuellen Sammelstatistik von Real Clear Politics ist mit 53 Prozent die Mehrheit der befragten Amerikaner unzufrieden damit, wie Donald Trump seinen Job macht.

Noch 44,3 Prozent zeigen sich zufrieden mit der Amtsführung des 45. Präsidenten der USA. Im Vergleich zu den ersten drei Jahren seiner Amtszeit sind das noch relativ gute Werte. Setzt sich jedoch der Rückgang der Aktienpreise fort, könnte das seine Popularität und damit auch die Chancen für seine Wiederwahl am 3. November deutlich schmälern. Selbstverständlich trägt Donald Trump keine Verantwortung für den Ausbruch der Coronavirus-Epidemie, die ein wesentlicher Grund für den Einbruch der Kurse beim Dow Jones ist. Er hätte sich dennoch zurückhaltender zur Rekordjagd am Aktienmarkt äußern können, anstatt seine Mitbürger auch noch dazu zu animieren, mit einzusteigen in die Party am Aktienmarkt.

Donald Trump plant „sehr erhebliche Erleichterungen“ für die US-Wirtschaft

Da die US-Regierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus bisher wenig unternommen hat und bis vor Kurzem nicht einmal ansatzweise ausreichend Testmöglichkeiten für das Virus zur Verfügung standen, ist in den kommenden Monaten auch in den USA mit einer epidemischen Entwicklung wie in Asien und Europa zu rechnen. Das wiederum droht die US-Wirtschaft und den Aktienmarkt weiter zu belasten.

Also versucht Donald Trump im Wahljahr alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Konjunktur und den Aktienmarkt zu stützen. Die US-Notenbank Fed hat er bereits unmissverständlich dazu aufgefordert, die Zinsen sofort auf null herabzusetzen und ein umfangreiches QE-Programm zu starten. Zu beidem wird es wohl bis zum Wahltermin auch kommen. Die Märkte rechnen bis zum Ende des ersten Halbjahres mit genau diesem Szenario und die US-Notenbank Fed hat bereits vier Mal die Zinsen gesenkt, zuletzt im Rahmen einer Notzinssenkung um 0,5 Prozent. Die nächste Zinssenkung folgt in gleicher Höhe dann wohl am kommenden Mittwoch. Damit befände sich der effektive US-Leitzins nur noch bei 0,55 Prozent im Vergleich zu effektiv 2,3 Prozent im Dezember 2018. Doch dass diese geldpolitischen Maßnahmen nicht ausreichen, ist der Trump-Administration offenbar klar. Deshalb möchte man jetzt auch auf Ebene der Fiskalpolitik richtig Gas geben.

Und so verkündete Trump gestern auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus, dass seine Regierung plant, heute nach Rücksprache mit den Kongressabgeordneten einen Katalog vorzustellen, der „sehr dramatische Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft“ beinhalte. Trump sagte gestern wörtlich: „Ich werde morgen Nachmittag hier sein, um Sie über einige der wichtigsten wirtschaftlichen Schritte zu informieren“. Unter anderem gibt es die Idee, die Lohnsteuern zu senken und Tagelöhner, die ihre Arbeitsplätze nicht mehr erreichen können, für Verdienstausfälle zu entschädigen. Sowohl die Demokraten als auch einige republikanische Abgeordnete haben auch Maßnahmen ins Spiel gebracht, die Arbeitnehmern zugutekommen sollen, die nicht krankenversichert sind.

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4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    joachim

    10. März 2020 19:31 at 19:31

    @ Herr Zipfel: Woher wollen Sie so genau wissen, dass Präsident Trump nicht für das Virus verantwortlich ist?
    In China hält sich das Gerücht recht stark, dass das Virus zu den Militärmeisterschaften in Wuhan Ende 2019 den Weg zum Menschen fand…

    Umfangreiche/flächendeckende Virentests sind im amerikanischen Gesundheitssystem weit weniger durchführbar als in Deutschland, wo es anscheinend, abgesehen von ein oder zwei
    „Vorzeigekranken“ auf NTV, massive Probleme bei der Durchführung von Tests schon jetzt in der Anlaufphase des Virus gibt.

    Fakt ist jedenfalls, dass es maximal nur so viele Erkrankte an Corona gibt, wie Tests durchgeführt werden…das deutsche Gesundheitssystem ist schon mit der Diagnose/Test schwerstens überfordert!…und wenn ein Arzt keine Diagnose stellen kann, dann…

    Mein Fazit: Trump ist jetzt angezählt, egal was er macht. Sich jetzt auf ein fehlendes Gesundheitssystem zu berufen ist sein erster Fehler, der fatalste seiner Fehler wäre jedoch, wenn er zuerst „Helikoptergeld für Virenkranke“ verspricht und sein Versprechen nicht halten kann. Das ist einfach nicht sein Film!

    Eigentlich sollte es das dann gewesen sein mit der 2. Amtszeit, wenn das nicht Biden (warum sollte er es diesmal schaffen, und das gegen Trump?) und der stark polarisierende Sanders (nicht nur lt. FOX-News ein eingefleischter Kommunist..geht gar nicht) wären…

  2. Avatar

    Kritisch on fire

    13. März 2020 16:21 at 16:21

    Na ja, vielleicht kommt er ja gar nicht dazu, sollte er sich tatsächlich angesteckt haben, wie vermutet wird. Er jedoch weigert sich sich testen zu lassen – wie sollte es auch anders sein?
    https://www.tagesspiegel.de/politik/coronavirus-erreicht-weisses-haus-bolsonaro-soll-infiziert-sein-am-7-maerz-schuettelte-er-haende-mit-donald-trump/25641210.html

  3. Avatar

    Wirrologe

    13. März 2020 18:15 at 18:15

    Ein Virus hat es probiert aber die heisse Luft aus seinem Mund soll es vernichtet haben.
    Nicht vorstellbar, Trump in Quarantäne, Amerika würde es besser gehen, aber was würde der DOW Jones machen ohne den DüPraZ ?

    • Avatar

      Lausi

      13. März 2020 19:48 at 19:48

      Als Virus wäre ich auch nicht scharf drauf in Trumps Innereien einzutauchen! :-)

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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