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Wie es mit Air Berlin weitergeht: Die Reihen lichten sich

Nach der Air Berlin-Insolvenz läuft die Zeit, vermutlich viel schneller als so mancher denken mag. Der 150 Millionen Euro-Notkredit der Bundesregierung wird umso schneller aufgebraucht sein, je mehr die Kunden fern bleiben. Und mal ehrlich, wer will…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nach der Air Berlin-Insolvenz läuft die Zeit, vermutlich viel schneller als so mancher denken mag. Der 150 Millionen Euro-Notkredit der Bundesregierung wird umso schneller aufgebraucht sein, je mehr die Kunden fern bleiben. Und mal ehrlich, wer will jetzt schon buchen über Air Berlin? Vor Kurzem noch schien gefühlt die halbe europäische Luftfahrtszene interessiert zu sein Air Berlin oder Teile davon aus der Insolvenz herauszukaufen.

Die Reihen der Interessenten lichten sich aber nach und nach. Gestern stieg Ryanair aus. In seiner Veröffentlichung sagte man, dass man einfach kein Interesse habe an so einem Bieterverfahren teilzunehmen, welches eh ein unfaires abgekartetes Spiel sei, bei dem die Lufthansa gewinne. Bei Ryanair glaubt man nach wie vor an ein Komplott von Air Berlin, Lufthansa und Bundesregierung, die Airline kurz vor der Bundestagswahl pleite gehen zu lassen, damit der Bund aus Imagegründen gezwungen ist Air Berlin (und damit letztlich die Urlauber) zu retten!

Erneut übt Ryanair Druck auf das Bundeskartellamt und die EU-Kommission aus diese mögliche Übernahme durch die Lufthansa zu prüfen, da hiermit in Zukunft an wichtigen deutschen Flughäfen wie Berlin, Hamburg, München etc eine quasi Monopolstellung von 80% für Lufthansa herrschen werde. Dann wäre da noch der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der vor hatte Air Berlin als Ganzes zu kaufen. Überraschend hört man heute, dass er von einem Kauf Abstand nehme.

Wie bei Bieterverfahren üblich, müssen alle Interessenten eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben. Das ist sinnvoll, da sonst alle Interna des zu kaufenden Unternehmens einfach so an die Öffentlichkeit oder Dritte durchgereicht werden könnten. In einem speziellen Raum dürfen Interessenten die internen Firmenzahlen von Air Berlin einsehen, aber eben nur, wenn sie diese Vertraulichkeitserklärung unterschreiben – das ist eigentlich eine normale Formalie. Aber anscheinend nicht für Wöhrl.

Denn gerade diese Erklärung könne er nicht unterschreiben. Sein Konzept sieht zwar vor Air Berlin als Ganzes zu kaufen. Er hat dann aber vor die einzelnen Maschinen und Crews an andere Airlines zu vermieten, die dann unter dem Flugnamen der anderen Airlines fliegen, mit dem Zusatz „operated by Air Berlin“. Das kennt man ja inzwischen von zahlreichen Airlines. Plötzlich fliegt man mit einer ganz anderen Airline, als man es eigentlich gebucht hatte. Möglichen Partnern müsse Wöhrl Infos zukommen lassen, was aber mit so einer Vertraulichkeit nicht geht.

Aktuell sagt Wöhrl dazu, dass die eigene Lösung derart einfach sei, dass man nun doch weiter interessiert bleibe, und erst einmal auf einen Zugang zum Datenraum bei Air Berlin verzichte. Der werde erst wichtig, wenn der eigene Vorschlag später angenommen werde. Aber mal ehrlich: Wird sich der Sachwalter von Air Berlin auf sowas einlassen, auf einen Investor, der die Zahlen noch nicht einmal geprüft hat?

Was noch bleibt

Bleiben tun Gerüchte, dass easyjet weiter im Rennen ist, wenn es um die Übernahme einiger Maschinen von Air Berlin geht. Und da ist die Condor. Laut BILD werde geprüft, ob man einzelne Flugzeuge oder die ganze Airline kaufen wolle. Was für Condor spricht: Im landesweiten Maßstab spielt die Airline an keinem wichtigen Airport eine auch nur ansatzweise beherrschende Rolle. Kartellrechtlich könnten also weder Ryanair, das Bundeskartellamt noch die EU-Kommission gegen Condor als Käufer etwas einwenden. Condor prüfe derzeit im Datenraum von Air Berlin die Bücher.

Und natürlich bleibt final noch die Lufthansa. Das Gerücht beziehungsweise die Verschwörungstheorie wird nicht leiser, dass hinter dem Niedergang von Air Berlin und dem bevorstehenden Ausschlachten der Reste eine ausgeklügelte Strategie der Lufthansa steht, um sich möglichst günstig Flugzeuge, Slots und Mitarbeiter einzuverleiben. Von so einer Theorie darf jeder halten, was er will. Wahrscheinlich ist, dass die Lufthansa sich einen bedeutenden Teil von Air Berlin sichert. Um die Kartellwächter glücklich zu machen, gehen weitere Teile an Condor und/oder easyjet. So zumindest sieht ein relativ wahrscheinliches Szenario aus.

Die immer noch im laufenden Handel zu findende Air Berlin-Aktie fällt weiter, während Lufthansa sich wieter stark zeigt. Das zeigen die beiden Aktien im folgenden Vergleich.


Die Kurse Der Air Berlin-Aktie gegen die Lufthansa-Aktie im Vergleich seit dem 4. August.

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Aktien

Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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