Während der Corona-Zeit hieß es nur noch: Disruption, neue Geschäftsmodelle, das Neue ersetzt das Alte. Hippe, angesagte, innovativ wirkende Fondsmanager, die viel über disruptive Geschäftsmodelle redeten, waren gern gesehene Interviewpartner im US-Wirtschaftsfernsehen. Ganz vorne dabei war Cathie Wood. Ihre ARK-Fonds liefen auch eine Zeit lang gut. Jahre später zeigt sich: Vom Hype ist nichts mehr geblieben. Die Performance nach Corona ist mies, Kunden ziehen Gelder ab. Man kann es auch so ausdrücken: Wer in der Hype-Phase auf die ARK-Fonds setzte und jetzt frustriert verkauft, schaut in die Röhre. Nur wer schon viel früher investiert war, schaut auf gute Renditen.
Cathie Wood-ARK-Fonds mit Rekord-Verlustserie
Dazu berichtet Bloomberg: Jahre nachdem Cathie Wood zum Gesicht der Investitions-Euphorie in Zeiten der Pandemie wurde, erlebt ihr Flaggschiff-Fonds nun einen herben Rückschlag. Der ARK Innovation ETF (Ticker ARKK) beendete Anfang des Monats eine zehntägige Verlustserie – die längste in seiner Geschichte. Über die vergangenen fünf Jahre — eine Phase, die das späte Stadium der Pandemie, den sprunghaften Anstieg der Zinsen und die anschließende Markterholung umfasst — liegt ARKK mehr als 50% im Minus. Der Nasdaq 100 verzeichnete im selben Zeitraum hingegen ein Plus von 80%.
Renditen fallen je nach Betrachtungszeitraum unterschiedlich aus. Über den breiteren Nach-Pandemie-Zyklus hinweg ist die Lücke zu den großen Vergleichsindizes jedoch deutlich. Anhänger von Woods Vision von “disruptiver Innovation” – darunter Elektrofahrzeuge, Genomik und Finanztechnologie – mussten zusehen, wie diese Wetten mit steigenden Zinsen und einer selektiveren Haltung des Marktes gegenüber spekulativen Wachstumswerten ins Straucheln gerieten.
Das verwaltete Vermögen stieg im Februar 2021, dem Höhepunkt der Corona-Euphorie, auf rund 28 Milliarden Dollar an. Inzwischen liegt es bei etwa 6 Milliarden Dollar — ein Rückgang von rund 80% gegenüber dem Rekord. Seit Jahresbeginn steht der von Cathie Wood verwaltete Fonds 9% im Minus und verzeichnete Nettoabflüsse von rund 120 Millionen Dollar, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen.
Die Zahlen verdeutlichen, wie schnell sich Marktführerschaft drehen kann — und wie schmerzhaft ein solcher Wechsel für spät einsteigende Investoren ist. Wer seit Auflegung investiert blieb und alle Schwankungen durchstand, erzielte solide Erträge. Die Kapitalflussdaten erzählen jedoch eine andere Geschichte: Der Großteil der Mittel kam nahe dem Höchststand hinzu.
“Es ist außerordentlich selten, dass ein aktiver Manager über einen langen Zeitraum hinweg ‘richtig’ liegt”, sagte Dave Nadig, Präsident und Research-Direktor bei ETF.com. “Die grundlegende Mathematik des aktiven Managements zeigt, dass der durchschnittliche Anleger den Markt unterperformt.”
Vergleiche mit Technologieindizes sind üblich, obwohl sich das Portfolio von ARKK deutlich von traditionellen Sektorindizes unterscheidet. Der Fonds weist erhebliche Engagements in Genomik und digitalen Vermögenswerten auf – Bereiche, die im Nasdaq 100 nur gering vertreten sind.
Auf ganz lange Sicht besser
Cathie Wood betont zudem die entscheidende Rolle des Timings. Ihr Flaggschiff ARKK erzielte in den vergangenen drei Jahren eine durchschnittliche Jahresrendite von mehr als 18% und rangiert damit unter den besten 8% der von Morningstar erfassten Mid-Cap-Growth-Fonds. Auf Fünfjahressicht liegt die Performance zwar nahe dem unteren Ende der Vergleichsgruppe. Über zehn Jahre hinweg erzielte der Fonds jedoch eine jährliche Rendite von mehr als 17% und gehört damit zu den besten 5%.
“Unser Prozess wird nicht durch Stilkategorien definiert, aber die langfristigen Ergebnisse sprechen für sich: ARKK, ARKQ und ARKW rangieren über ihre gesamte Geschichte hinweg im Vergleich zu Morningstar-Konkurrenten im obersten Dezil, wobei ARKQ und ARKW sogar im obersten Perzentil liegen”, erklärte Cathie Wood in einer Stellungnahme. “Das Herausgreifen kürzerer Zeiträume kann das Bild verzerren; annualisierte Renditen seit Auflegung bleiben der fairste Industriestandard.”
Morningstar vergab für Woods Strategie ein negatives Rating. Der Fonds werde voraussichtlich risikobereinigt hinter seinem Referenzindex und den meisten Wettbewerbern zurückbleiben. Zwar übertraf die Rendite in den vergangenen zehn Jahren die Mehrheit der Vergleichsgruppe, allerdings bei einer etwa doppelt so hohen Volatilität.
Woods konzentrierte Wetten funktionierten während des durch Konjunkturprogramme befeuerten Booms spektakulär. Mit der Straffung der Geldpolitik und der Fokussierung des Marktes auf wenige Mega-Cap-Titel wurden dieselben Positionen jedoch zur Belastung.
Investoren strömen weiterhin in große wie kleine Technologieunternehmen. Die breite Begeisterung für spekulative Wachstumswerte, die die Niedrigzinsära prägte, ist jedoch abgeflaut. ARKK bleibt stark auf Unternehmen konzentriert, deren Bewertungen maßgeblich von künftigen Gewinnerwartungen abhängen und die daher besonders sensibel auf höhere Finanzierungskosten reagieren. Diese Ausrichtung verstärkte die Kursschwankungen. Tesla, mit einem Anteil von rund 11% am Portfolio, liegt in diesem Jahr ebenso im Minus wie unter anderem Tempus und Roku.
Mittelabflüsse
Die reine Kursentwicklung spiegelt nicht vollständig wider, wie Anteilseigner tatsächlich abgeschnitten haben. Seit Auflegung zog ARKK netto fast 12 Milliarden Dollar an, wie Bloomberg-Daten zeigen. Ende Januar verwaltete der Fonds jedoch Vermögen von rund 6,2 Milliarden Dollar — etwa 6 Milliarden Dollar weniger, als Anleger im Laufe der Zeit eingezahlt haben. Die Differenz spiegelt Kapital wider, das in Phasen starker Performance zufloss und anschließend vom Abschwung erfasst wurde. Nach diesem Maßstab zählt ARKK zu den größten Diskrepanzen zwischen Anlegerzuflüssen und verbleibendem Vermögen im rund 14 Billionen Dollar schweren US-Markt für börsengehandelte Fonds — ein Zeichen für Vermögensvernichtung.
Cathie Wood argumentiert seit Langem, ARKK solle breite Marktindizes ergänzen und nicht spiegeln. Seine Rolle in einem diversifizierten Portfolio hänge von diszipliniertem Rebalancing ab – also vom Abbau von Positionen nach Kursanstiegen und dem Aufbau in Schwächephasen. Für Anleger, die während des Booms einstiegen und den Abschwung durchhielten, funktionierte diese Strategie wie vorgesehen – nur mit der falschen Art von Volatilität.
“Auch wenn sich einige ihrer Prognosen nicht bewahrheitet haben, war Cathie Wood stets sehr transparent darüber, in was die ETFs investieren, und ist davon nie abgewichen”, sagte Eric Balchunas, Senior-ETF-Analyst bei Bloomberg Intelligence. “Die ‘Touristen’ sind gegangen, und die echten Fans sind geblieben, was für ihre Art von Strategien wahrscheinlich eine gute Sache ist.”
FMW/Bloomberg
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Fast so gut wie der Dirk Müller Fonds 😉
Gegen einen etf verlierst du immer. Verhungern muss die Dame ja nicht. Nur das Ego dürfte ramponiert sein.
Muh
Ich behaupte das Gegenteil: gegen einen ETF gewinnst Du immer. Man muss ja nur die offensichtlich schwachen Aktien weglassen. Außerdem konnte man z.B. seine Aktien im Corona-Crash einfach behalten, weil man allein entscheidet. Bei einem ETF geht das nicht, und die Masse verkauft immer zum falschen Zeitpunkt, so dass der ETF auch verkaufen muss. Er kann erst wieder kaufen, wenn die Massen zurückkommen. Dann steigt er zwar wieder, aber besser wäre natürlich gewesen, im Crash zu kaufen.
Und was den Dirk Müller – Fonds angeht: selbstgewähltes Schicksal. Er bietet ein Spezialprodukt an. Seine Bench ist nicht der S&P500, sondern „1929“. Es gibt also keinen Grund, sich zu beschweren, weil 1929 nicht kommt.
Messen kann man ihn aber nur daran, ob er es schafft das Vermögen seiner Anleger zu retten, wenn 1929 doch kommt. Alles andere ist unsachliches Bashing. Prospekt nicht gelesen und nicht zugehört aber sich lustig machen oder rummeckern – das gehört sich nicht.
Genauso gut könnte man sich beschweren, dass FMW nicht über die neuesten Modetrends berichtet oder Herrn Fugmann abqualifizieren, weil er immer die gleichen Sachen anhat.