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Wie Griechenland ohne Euro und ohne Drachme Gehälter und Pensionen zahlen könnte…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Wie bezahlt Griechenland seine Rentner und seine Staatsangestellten, wenn die Rettung scheitern sollte? Denn bei einem Grexit würde es Monate dauern, bis man neue Geldscheine entwirft, druckt und in Umlauf bringt. Egal ob Griechenland im Euro bleibt oder nicht: Gibt´s kein neues Geld, kann man Angestellte und Rentner nicht mehr bezahlen. Zu welcher Alternative kann man greifen?

Schuldschein heißt das Zaubertwort. Denn letztlich ist ein Geldschein nichts anderes als ein Schuldschein. Die jeweilige Notenbank (beim Euro die EZB) verspricht, dass dieses Stück Papier einen bestimmten Wert hat. Die griechische Regierung könnte statt Banknoten einfach Schuldscheine drucken, wo sie einfach raufschreibt „gegen Vorlage dieses Schuldscheins zahlt der Staat Griechenland am 01.01.2016 (Beispiel) 100 Euro aus“.

Das wäre de facto der Einstieg in eine Parallelwährung zum Euro. Das reale Problem bei so einer Ausgabe von Schuldscheinen ist: wenn man damit seine Miete bezahlen oder Obst einkaufen will, werden Vermieter und Obstverkäufer dieses Stück Papier als werthaltiges Zahlungsversprechen anerkennen? Wenn der Obstverkäufer mit diesem Schuldschein seinen Großhändler bezahlt, würde dann sein ausländischer Obstlieferant diesen Schuldschein als Bezahlung akzeptieren? Wohl kaum.

Als Arnold Schwarzenegger 2009 Gouverneur im US-Bundesstaat Kalifornien war, gab es eine wochenlange Phase der totalen Blockade im Parlament, und der Staat Kalifornien konnte Angestellte und Dienstleister wie Handwerker nicht bezahlen. Was machte man? Man bezahlte mit Schuldscheinen. Nach einem relativ kurzen Zeitraum war der Stillstand beendet und die Inhaber der Schuldscheine bekamen ihr Geld gegen dessen Vorlage mit Zinsen ausbezahlt. Weil viele Menschen der Werthaltigkeit der Schuldscheine (aus verständlichen Gründen) misstrauten, verkauften sie sie an findige Geschäftsleute weiter, natürlich mit einem kräftigen Abschlag. Diese lösten die Schuldscheine dann beim Staat ein und erhielten 100% Rückzahlung.

In Griechenland wäre es natürlich anders, denn man ist nicht Teil eines Staates mit übergeordneter Zentralregierung. Das Vertrauen in die tatsächliche Werthaltigkeit so eines Papiers wäre kaum vorhanden. Was wäre die Folge? Jemand, der für 10 Euro im Supermarkt einkaufen möchte, muss z.B. mit Schuldscheinen im Wert von 15 Euro bezahlen. Die 5 Euro Differenz nimmt der Einzelhändler als Risikoaufschlag, weil er ja nicht weiß, ob er dafür tatsächlich irgendwann vom Staat echtes Geld erhält. Alle die nur in Schuldscheinen ihr Gehalt oder ihre Pension erhalten, verarmen durch diesen Effekt in Rekordzeit.

Alle, die irgendwie noch Euros haben oder aus dem Ausland erhalten, können ihren Lebensstandard noch aufrechterhalten.

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Einzelhandelsumsätze boomen in der Coronakrise – bis auf ein Segment

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum als Symbol für die Coronakrise

Wenn man in der Coronakrise schon kein Geld für Restaurants, Theater, Kinos oder Urlaubsreisen ausgeben kann, dann kann man doch immerhin noch sein Haus, seine Wohnung oder den Garten verschönern? Und zuhause gut essen ist ja auch drin. Dementsprechend wandeln sich die Einzelhandelsumsätze in den letzten Monaten.

Unterm Strich geben die Deutschen deutlich mehr aus als noch im Vorjahr, und auch mehr als direkt vor Ausbruch der Coronakrise. Dies wird untermauert durch die vor wenigen Minuten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für Oktober. Sie steigen im Vergleich zu Oktober 2019 um 8,2 Prozent, und im Vergleich zu Februar 2020 um 5,9 Prozent. Das ist eindeutig. Der Onlinehandel boomt am Stärksten, die Heimwerkermärkte boomen, und auch der Lebensmitteleinzelhandel. Ein klarer Wink hin zu mehr Konsum in den eigenen vier Wänden. Nur der stationäre Einzelhandel mit Bekleidung ist spürbar rückläufig. Klar, wenn man deutlich weniger ausgeht, hat man auch weniger den Drang neue Klamotten zu kaufen. Hier die Detailangaben der Statistiker über die Einzelhandelsumsätze im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Oktober 2020 real 7,3 % und nominal 10,3 % mehr um als im Oktober 2019. Dabei lag der Umsatz der Supermärkte, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkte real 7,9 % und nominal 10,9 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 3,0 % und nominal 6,5 % mehr um.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im Oktober 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 9,0 % und nominal um 9,4 %. Das größte Umsatzplus mit real 29,8 % und nominal 31,1 % erzielte der Internet- und Versandhandel. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 14,2 %. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau waren dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren und der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -6,4 % und -2,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Grafik zeigt Einzelhandelsumsätze für Oktober im Detail

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Autoindustrie: Die Stimmung hat sich brutal verfinstert!

Claudio Kummerfeld

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Riesiger Parkplatz mit unzähligen Autos

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie (Hersteller und Zulieferer) hat sich brutal verfinstert. Laut heute früh veröffentlichten Umfrageergebnissen des ifo-Instituts ist die aktuelle Geschäftslage der Branche zwar noch akzeptabel mit einem Wert von +7,2 Punkten nach -2 Punkten im Oktober. Aber die Geschäftserwartungen der Autoindustrie sinken aktuell dramatisch ab, von +16,3 im Oktober auf -4 Punkte im November! Der Chart zeigt den Absturz der Stimmungslage in der Autoindustrie in den letzten Monaten. Im Moment läuft es noch, aber der Blick in die Zukunft macht die Firmen gegenwärtig nicht glücklich, so ifo aktuell in seiner Headline-Aussage. Weitere Aussagen hier im Wortlaut:

„Im Oktober haben wir einen Einbruch bei den gewerblichen Neuzulassungen gesehen. Das wird sich wahrscheinlich fortsetzen, aufgrund der großen Unsicherheit bei den Unternehmen“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

Die Unternehmen gaben an, ihre Produktion deutlich drosseln zu wollen. Der Indikator sank von plus 38,6 Punkte auf minus 0,5 Punkte. Die Exporterwartungen fielen deutlich von plus 19,0 Punkten im Oktober auf minus 5,0 Punkte. Auch gab immer noch die Mehrheit der Unternehmen an, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu verringern. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 34,6 Punkte.

Der Auftragsbestand konnte zuletzt nicht mehr so stark zulegen. Der entsprechende Indikator sank deutlich auf 6,2 Punkte, nach 29,3 im Oktober. Der Bestand im Fertigwarenlager ist allerdings weiterhin geringer als saisonüblich. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 4,9 Punkte.

Chart zeigt Verlauf der Geschäftserwartungen der Autoindustrie

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