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Wie kaputt sind Europas Banken? So kaputt, dass die EZB wohl handeln muß..

Warum die EZB gute Gründe hat, im Alarm-Modus zu sein!

Laut Insiderkreisen wir die EZB heute ankündigen, dass es neue Liquiditätsspender (TLTROs; targeted longer-term refinancing operations) geben wird für Europas sklerotische Banken. Dabei dürfte auf der heutigen EZB-Sitzung die „staff projections“, also die Prognsoen über Wachstum und Inflation durch die wissenschaftlchen Mitarbeiter der EZB, als Begründung herhalten, nach dem Motto: seht her, die Konjunkur kühlt sich ab, also müssen wir etwas dagegen tun, dass die Kreditvergabe der Banken nicht einbricht. Denn die Idee hinter diesen TLTROs ist, dass die Banken die von der EZB gespendete Liquidität als Kredit an Firmen und Konsumenten weiterreichen (so die Theorie, die Praxis sieht aber anders aus..).

Stets hatte die EZB, allen voran aber Mario Draghi, behauptet, dass die Geldpolitik der EZB maßgeblich zum Wirtschaftswachstum der Eurozone beigetragen habe – eine jüngst erschienene Studie zeigt jedoch, dass diese Behauptung schlicht nicht belegbar ist (siehe dazu den Artikel „Wirkung der EZB-Anleihekäufe „nicht bewiesen“ – Chefvolkswirt warnt vor Teufelskreis“).

Wenn die EZB nun also den Banken wieder Liquidität zuführen will, dann hat das wohl trifftige Gründe: einer davon ist, dass alleine im Juni 2020 fast 400 Milliarden Euro von den Banken refinanziert werden müssen, weil bereits bestehende TLTROs auslaufen.

Der andere – noch wichtigere – Grund aber ist geradezu paradox: denn es ist eben die ultralaxe Geldpolitik der EZB mit Nullzinsen bzw. negativen Einlagezinsen, die den Banken das Geschäft kaputt gemacht hat, weil damit die sogenannte „Fristentransformation“ zerstört ist – also die Differenz zwischen dem Zinssatz, den eine Bank zahlt für die (kurzfristige) Aufnahme von Kapital und dem Zinsssatz, den sie einnimmt bei der Vergabe langfristiger Kredite. Mit anderen Worten: die EZB hat das Geschäftsmodell der Banken zerstört. Und spielt sich jetzt als „Retter“ der Banken auf, die sie doch eigentlich zerstört hat!

Und diese Zerstörung wird in den nächsten beiden Jahren erst richtig zum Tragen kommen, wie Markus Krall eindrucksvoll in folgendem Video zeigt, das wir wärmstens empfehlen! Ab Minute 36 geht es um die die deutschen Banken, die im Grunde dem Tode geweiht sind. Und mit ihnen die von den Banken kreditierten „Zombiefirmen“, die nur deshalb überleben konnten, weil Geld nichts mehr kostet:


Bankentürme in Frankfurt. Foto: Christian Wolf, www.c-w-design.de CC BY-SA 3.0 de



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8 Kommentare

  1. Der Zweck der TLTRO´s ist einfach der, das man den wackeligen Banken damit Eigenkapital zuführt und nicht wie EZB behauptet die Kreditvergabe ankurbeln will. Denn so rein zufällig können die vorherigen TLTRO´s aufgrund der kurzen Restlaufzeit nicht mehr als aufsichtsrechtliches Eigenkapital anerkannt werden.
    Hier zeigt sich doch ganz deutlich der Zielkonflikt zwischen der Aufsichtstätigkeit und der Geldpolitk: Die EZB verschafft den Banken Eigenkapital und setzt somit weiterhin faktisch den Geldmarkt außer Kraft wo die Refinanzierung üblicherweise stattfindet. Das die TLTRO´s nur dazu dienen marode Banken über Wasser zu halten, ist ein offenes Geheimnis. Somit ist die EZB maßgeblich dafür verantwortlich dass das europäische Bankensystem nicht saniert werden kann.

    1. @Marcus, das ist, sorry wenn ich das sage, nicht richtig. Die Gelder aus den TLTROs sind kein Eigenkapital (dazu äußert sich auch Markus Krall in dem Video).

      1. Das mag durchaus sein @Markus Fugmann, aber in der Realwirtschaft als Kredit landen sie auch nicht. Und wenn sie nicht mit dem Eigenkapital in Verbindung stehen, warum weißt man dann immer wieder darauf hin das sie wegen der kurzen Restlaufzeit regulatorisch nicht berücksichtigt werden können ?
        Schauen Sie sich zudem doch mal die deposit facility an: Die steht seit Monaten zwischen 600 und 650 Mrd. Euro. In der Bilanz steht unter „Longer Term Refinancing Operation“ ein Betrag von 722 Mrd. Euro. Alleine daraus ist ja schon ersichtlich das die TLTRO Liquidität überhaupt nicht in der Realwirtschaft landet.

        Also lässt das meiner Ansicht nach nur den Schluss zu das damit a) Banken Staatschulden mit Zentralbankgeld monetarisieren oder b) die Banken das Geld selbst halten oder c) es wieder zur EZB bringen.

  2. Egal, jedenfalls wieder mal ein Zeichen, daß die EU das Gegenteil von Paradies ist.

    Da haben Leute eine riesige Macht (haben diese vorher ohne Wahl d.h. ohne Demokratie den Ländern abgenommen!) und nutzen sie zur Zerstörung des freien Marktes, zur Verhinderung einer Gesundung des Marktes usw. Schon Marc Faber sagt, die Pläne der Notenbanken gehen nie auf, nur das sie immer Blasen aufpumpen. Das gelingt. Und beim Platzen helfen sie dann wie der feuerlegende Feuerwehrmann, der sich bei der Brandbekämpfung immer feiert und feiern lassen will.

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 7. März 2019 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

  4. Mindestens 12 Billionen Schulden haben die Südländer-wenn die nicht mehr zahlen können muss Deutschland haften,hat man in Brüssel so beschlossen!

  5. Die EZB Strategie kann eigentlich kein Wirtschaftswachstum bewirken: Die Mittelschicht, von denen bald viele in Rente gehen, die sogenannten Babyboomer, sehen, daß sie auf Ihre Ersparnisse keine Zinsen mehr bekommen und müssen daher sparen, was das Zeug hält, zumal die Rente auch nicht wirklich reicht. Das ist zumindest meine Erfahrung in meinem Umfeld.
    Wenn man auf seine Ersparnisse fast keine Zinsen erhält ist es auch äußerst riskant Aktien zu kaufen, weil jeder Crash den finanziellen Spielraum dramatisch verringern würde.

    Anstatt also die Bevölkerung zum Konsum und zum Investieren zu animieren, was Draghi angeblich will um die Wirtschaft anzukurbeln, passiert das Gegenteil.
    Draghi´s einziges Ziel ist eventuell nur, daß er in Italien nach seiner Pensionierung wie ein Held dasteht, weil er das marode italienische System einige Jahre länger vor dem Untergang gerettet hat.

  6. Die grösste Verschuldung in der grössten Tiefzinsphase wird sich als grösster Fehler in der Wirtschaftsgeschichte herausstellen. Während nach dovischen Notenbankmeldungen in den letzten Jahren die Börsen längere Zeit haussierten, haben die Geldflut der Chinesen im Januar u.die kürzlichen „doofischen“ Ankündigungen der FED u.der EZB nur noch kurze ,heftige Rallys erzeugt ,die jetzt von den Tatsachen erstickt werden.Durch die Tiefstzinsen wurde die grösste je gesehene Umverteilung geradezu provoziert, was dem Ziel der Notenbanken, dem Wirtschaftswachstum, diametral entgegenwirkt.
    Gemäss eines Kenners wird das Scheitern dieses Projekts auch noch soziale Probleme hervorrufen, wenn die Mehrheit der Leute es nicht mehr ohne zu meckern hinnehmen. Die Gelbwestler sind im Aufwind.

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