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Wie läuft die wirtschaftliche Corona-Bewältigung in der Schweiz?

Bergpanorama

In einer Zeit wo wir alle mehr oder weniger gezwungen sind zu Hause bleiben, ist es angebracht mal den berühmten Helikopterblick auf die Welt einzuschalten um zu sehen, wo wir eigentlich stehen – um besser verstehen zu können, wie sich die Dinge entwickeln. Es ist eine sehr gute Zeit inne zu halten. Wir werden durch das Coronavirus schon fast dazu gezwungen. Getreu des Lebensmottos „immer das positive aus jeder Situation machen“, sollte man versuchen sich zuhause um seine Kinder zu kümmern, und wenn möglich noch geschäftlich aktiv sein.

An dieser Stelle soll mal der Vergleich gezogen werden zwischen der Schweiz und den umliegenden EU-Ländern, was bei einer Betrachtung von oben aber auch mit der Erfahrung aus dem Tagesgeschäft nicht wirklich als wissenschaftlich und/oder objektiv bezeichnet werden kann – aber wohl oder übel einen interessanten subjektiven Einblick gibt, wie wir ihn heute eher nicht in den Massenmedien finden.

Die Situation in Europa, im speziellen Österreich und Deutschland, ist nach einer relativ schnellen Zusage von sehr hohen Milliardenbeträgen zur Stützung der eigenen Wirtschaft, leider in der Realität keine richtige Soforthilfe, so sagt es derzeit der Schweizer Beobachter Samuel Gauro. In Österreich würden bis dato die Wirtschaftskammern und Banken noch nicht genau wissen, wie das von statten gehen solle. Einzig sei zu vernehmen, dass der Banken-Ombudsmann auf schnelle Ausführung dränge, aber die Administration des Staates hingegen gebe zu, dass die Verordnung in der Verwaltung stecken geblieben sei! Hilferufe von kleinen mittleren und aber auch recht großen Unternehmen verhallen in den Mühlen der Bürokratie. In Deutschland sieht die Situation nicht wirklich anders aus – wenigsten hat man hier einige konkretere Fälle im Parlament inzwischen durchgepeitscht. Jedoch wird auch hier befürchtet, dass die bekannte Gangart der KfW eine bürokratische Verarbeitung von 4-8 Wochen nach sich ziehen wird. In der Zwischenzeit werden wohl sehr viele Betriebe pleite gehen.

Schauen wir uns mal die Schweiz als Vergleich an

Auch in der Schweiz laufen viele Dinge suboptimal. Ein großes Problem sei die schon lange bemängelte Ungerechtigkeit, dass Selbstständige welche sehr wohl in die Kassen der Wohlfahrt einzahlen müssen, jedoch weder Anspruch auf Kurzarbeit noch auf Arbeitslosen-Entschädigung haben, so erwähnt es Herr Gauro. Fast schon prophetisch habe ein Parlamentarier noch vor Auflösung des Nationalrates eine Eingabe gestartet gehabt, um diese Ungerechtigkeit endlich gesetzlich zu ändern. Er hoffe, dass dies nun endlich für alle Zeiten Erledigung finden werde, in dem dies auf Grund der nun erfahrenen Situation geändert werde.

Der schweizerische Bundesrat, wohl bemerkt ein Gremium von 7 Vertretern aller großen Parteien, regiere die Schweiz nun über das Notrecht. Natürlich ist nicht alles richtig, was in diesen Tagen entschieden und gemacht wurde – aber Gauro möchte es nicht unterlassen sein Lob auszusprechen. Aber Lob wofür? Die Massnahmen welche in Windeseile und in Zusammenarbeit mit der Nationalbank und der FINMA umgesetzt wurden, seien wahrlich eine extrem schnelle und effektive Hilfe. Dazu zählen:

– seit letzter Woche können die Schweizer Unternehmen einen Kredit zu Nullzinsen mit 100-prozentiger Staatsbürgschaft beantragen
– die Abwicklung soll über die Banken laufen, welche sich das Geld zu -0.75% bei der Nationalbank holen können
– es gibt max. 10% vom letztjährigen Umsatz (entweder 2018 oder provisorisch 2019) und/oder limitiert auf max. 50.000 Franken
– als Sicherung gegen Missbrauch haftet der Unternehmer bei falsch Auskunft mit einer Strafe in Höhe von 100.000 Franken

Diese Sofortmassnahme ist wohl gemerkt seit letzter Woche in Kraft – das Antragsformular habe eine einzige Seite – und aus Erfahrung könne er bestätigen, dass es gut funktioniere. Und hier würden vor allem die Kantonalbanken zeigen, dass sie sehr gut vorbereitet sind, so Samuel Gauro. Er müsse den Schweizer Bundesrat loben – aber auch unbedingt auf einen Umstand hinweisen, der eben von besagter Helikopterperspektive Folgendes aufzeige.

Die EU-Staaten hätten eine überbordende Bürokratie, welche wohl oder übel von der Einstellung herrühre, dass die Bürger im Grundsatz schlecht sind und deshalb kontrolliert werden sollten. Diese Grundhaltung ziehe sich übrigens bei fast allen Themen durch, sei dies die Verhängung der Ausgangssperre und oder der Handhabung in Sachen Steuern – in welchen es der Staat sich herausnehme mit Zwangsmassnahmen Unternehmer wie Kriminelle da stehen zu lassen, und ganze Existenzen vernichte.

In der Schweiz verstehe sich der Staat als Verwalter und als Beauftragter des Volkes – also werde dem Volk die Selbstbestimmung wie aber auch die Selbstverantwortung belassen – und diese werde auch gestärkt. Denn nur schon der Fakt, dass der Bundesrat sich sehr schwer tut eine Ausgangssperre zu verordnen beweise dies. Beleg dafür sei auch, dass die Regierung die schnelle Staatshilfe so einfach und mit viel Vertrauen herausreiche.



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