Der vielleicht wichtigste Faktor für den steigenden Goldpreis in den letzten Jahren war der Kaufrausch der Zentralbanken. Unsichtbar, nicht greifbar. Nur zu gewissen Zeiten melden bestimmte Zentralbanken oder auch der Branchenverband Wold Gold Council Statistiken, die die Dimension des Aufkaufens von Gold offenbaren. Auch zuletzt sah man kein Nachlassen des Kaufdrangs, und das trotz der immens hohen Preise! Der folgende XAUUSD Chart zeigt den Verlauf im Goldpreis in den letzten fünf Jahren. Der große Anstieg erfolgte ab Anfang 2024 bei Preisen um die 2.030 Dollar, bis jetzt rauf auf 4.426 Dollar. Normalerweise gilt: Entweder Risikoanlagen oder defensive Anlagen (der sichere Hafen). Also Gold oder Aktien. Aber seit geraumer Zeit läuft die globale Aktienrally, und Gold haussiert gleichzeitig! Daran haben die Zentralbanken offenkundig einen großen Anteil.
.
.
China-Zentralbank kauft 14 Monate in Folge Gold
Chinas Zentralbank hat ihre Goldkäufe auf 14 Monate in Folge ausgeweitet und damit die anhaltende Nachfrage der Regierung nach Gold unterstrichen, während die Preise auf Rekordniveau steigen. Dazu meldete Bloomberg gestern: Die Goldreserven der People’s Bank of China (PBOC) stiegen im letzten Monat um 30.000 Feinunzen, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten hervorgeht. Damit belaufen sich die Gesamtkäufe seit November 2024, als der aktuelle Kaufzyklus begann, auf rund 1,35 Millionen Unzen oder 42 Tonnen.
Gold verzeichnete im letzten Monat des Jahres 2025 eine volatile Entwicklung und stieg auf ein Rekordhoch, bevor es einige Gewinne wieder abgab. Dennoch erzielte das Edelmetall aufgrund der Käufe der Zentralbanken, geopolitischer Ängste sowie der Abwertung von Staatsanleihen und Währungen zugunsten alternativer Wertanlagen seine beste Jahresperformance seit 1979.
Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie des World Gold Council kauften die Zentralbanken Ende 2025 fast so viel Gold wie in den ersten acht Monaten des Jahres. Die Daten unterstreichen die Nachfrage des öffentlichen Sektors als wichtige Stütze für die Goldpreise in diesem Jahr, da die Länder Gold weiterhin als Absicherung gegen den Dollar betrachten.
Das tatsächliche Ausmaß der Käufe der PBOC ist nach wie vor schwer zu bestimmen, da zahlreiche Schätzungen von höheren tatsächlichen Käufen ausgehen. Goldman Sachs schätzt, dass China im September 15 Tonnen Gold zu seinen Reserven hinzugefügt hat, während das Land offiziell nur etwa 1 Tonne Gold gemeldet hat.
Goldreserven der philippinischen Zentralbank steigen um 70 %
Der Wert der Goldreserven der philippinischen Zentralbank stieg im vergangenen Jahr aufgrund des Goldpreis-Anstiegs um fast 70 % auf ein Rekordhoch. Laut den am späten Mittwoch veröffentlichten Daten der Zentralbank stiegen die Goldreserven Ende 2025 auf einen historischen Höchststand von 18,6 Milliarden US-Dollar. Sie machten etwa 17 % der Devisenreserven aus – ein Anteil, der laut offiziellen Angaben über dem Idealwert liegt.
Der Anstieg der Goldreserven der Zentralbank spiegelt den Anstieg des Goldpreises wider, der im letzten Jahr um mehr als 60 % gestiegen ist. Die Bangko Sentral ng Pilipinas gibt die Höhe ihrer Goldreserven nicht bekannt. Idealerweise sollte der Anteil des Edelmetalls zwischen 8 % und 12 % der Gesamtreserven liegen, sagte Benjamin Diokno, Mitglied des Währungsausschusses, im Oktober.
FMW/Bloomberg
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Die Frage ist doch, warum die Zentralbanken Gold kaufen. Ich denke, dass die ausufernde Geldmenge eine Rolle spielt und die Frage, ob das globale Währungssystem in der jetzigen Form noch tragfähig ist…..
Es kaufen hauptsächlich Staaten, die der aggressiven US Hegemonie kritisch gegenüber stehen. Und die jederzeit vom Dollar abgehängt werden könnten, siehe Russland. Diese Staaten wollen autark vom Schulden-Dollar sein. Aber auch Polen kauft massiv, trotz US-nähe. Dort geht es um Absicherung gegen ein vollkommen überschuldetes Währungssystem.
Die US-Staatsverschuldung beträgt mittlerweile 39 Billionen $, wovon 10 Billionen $ im Laufe der nächsten zwölf Monate refinanziert werden müssen – damit hat sich der Betrag innerhalb von nur vier Jahren verdoppelt. Das Haushaltsdefizit ist auf 2 Billionen $ angewachsen und allein die Zinszahlungen auf die Staatsschulden belaufen sich auf 1,4 Billionen $ – jährlich- dreimal so viel wie vor zehn Jahren und doppelt so viel wie vor drei Jahren. Diese Rückzahlungen verschlingen 20 % der Einnahmen, 3 Milliarden $ pro Tag.
Die Zentralbanken, die für Dollars Gold gekauft haben, konnte in 2025 alleine knapp über 66% Zunahme ihrer Devisenbestände nur durch den Anstieg des Goldpreises verbuchen.
Bei Dollabeständen dagegen nahm die Kaufkraft weiter ab.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Könnte sich der Trend entgegen der Erwartungen sogar beschleunigen angesichts der jüngsten Statements aus der USA zu Leitzinsen?
Was will man mehr vom Goldpreis erwarten?
Etwa 46 % Preissteigerung in 2025 (in Euro) und alleine in den ersten Tages im neuen Jahr etwa 4 %.
Es ist noch nicht lange her, das waren 4 % Preissteigerungen in 6 Monaten schon bemerkenswert.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut