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Deindustrialisierung in 2025: Deutschland verlor 392 Industrie-Jobs – pro Tag!

Die Deindustrialisierung läuft auf Hochtouren. In 2025 verlor die Industrie jede Menge Arbeitsplätze. Hier die Jahreszahlen für 2025.

Bundesagentur für Arbeit in Hamburg. Foto: Claudio Kummerfeld

392 Arbeitsplätze hat Deutschland in der Industrie in 2025 im Schnitt pro Tag verloren. Insgesamt waren es 143.000 Arbeitsplätze weniger im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe). Das ist im Vergleich zu 2024 ein Minus von 1,8 % auf 7,9 Millionen Beschäftigte. Glas halb voll oder halb leer? Denn immerhin haben die Dienstleistungsbranchen im letzten Jahr 164.000 neue Jobs geschaffen. Also ist doch alles in bester Ordnung? Denn Arbeit ist Arbeit, Hauptsache Geld kommt aufs Konto? Eben nicht!


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Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Jahresstatistik für 2025 zeigt, dass die neuen Jobs in Dienstleistungsbranchen vor allem beim Staat und in staatsnahen Branchen geschaffen wurden! Versorgung von Kranken und Alten in Krankenhäusern, Pflegeheimen etc – das ist eine extrem wichtige Aufgabe, und dass dort mehr Arbeitsstellen geschaffen werden, ist gut und richtig. Aber: Die industrielle Wertschöpfung bringt den Wohlstand in eine Volkswirtschaft. Sie ist das Fundament, auf dem alles beruht. Unzählige Dienstleister leben von Aufträgen aus der Industrie. Und dort wird das Steueraufkommen erwirtschaftet, das letztlich die Gehälter bei Staat und in staatsnahen Branchen finanziert! Von daher ist das Ausmaß dieser laufenden Deindustrialisierung ein Desaster!

Im Jahr 2025 verhinderten ausschließlich die Beschäftigungsgewinne in den Dienstleistungsbereichen einen stärkeren Rückgang der Erwerbstätigenzahl, so sagen es heute die staatlichen Statistiker. 75,9 % aller Erwerbstätigen in Deutschland arbeiteten 2025 in den Dienstleistungsbereichen (2024: 75,6 %). Die Zahl der dort Beschäftigten wuchs im Vorjahresvergleich um 164.000 (+0,5 %) auf 34,9 Millionen Personen.


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Einen großen Zuwachs gab es wie in den Vorjahren im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit +205.000 Personen (+1,7 %), wobei der Gesundheitsbereich den größten Anteil an diesem Zuwachs hatte. Zunahmen gab es auch in den Bereichen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+16.000 Personen; +1,5 %) sowie bei den sonstigen Dienstleistungen (unter anderem Verbände und Interessenvertretungen) mit +26.000 Personen (+0,8 %). Demgegenüber ging die Erwerbstätigenzahl bei den konjunkturempfindlichen Unternehmensdienstleistern, zu denen auch die Arbeitnehmerüberlassung zählt, weiter zurück (-64.000 Personen; -1,0 %). Im Bereich Information und Kommunikation endete mit einem Rückgang um 10.000 Personen (-0,6 %) der zuvor neun Jahre und auch über die Corona-Krise hinweg anhaltende Beschäftigungsaufbau. Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe sank die Zahl der Erwerbstätigen erneut leicht, und zwar um 15.000 Personen (-0,1 %).

Weil die Deindustrialisierung und der damit verbundene Arbeitsplatzabbau in der Industrie durch die Dienstleistungssektoren mehr als ausgeglichen wurde, sind diese heutigen Headline-Aussagen der Statistiker auch nicht verwunderlich: „Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 46,0 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach einer ersten Schätzung lag die jahresdurchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2025 damit geringfügig um 5.000 Personen unter dem Niveau des Vorjahres. Im Jahr 2024 hatte es so viele Erwerbstätige wie noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 gegeben. Mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 war die Erwerbstätigenzahl seit 2006 durchgängig gewachsen. Allerdings hatte der Anstieg seit Anfang 2024 deutlich an Dynamik verloren.“



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. Industriepräsident Peter Leibinger spricht sich dafür aus, daß die Potenziale der deutschen Industrie auf den Weltmärkten bestmöglich zu erkennen sind. Entsprechend aufgestellt ist die deutsche Industrie im Bereich der Laserindustrie. Der kompetenten deutschen Maschinenbauindustrie fehlt der iranische Markt. Im Zusammenhang mit dem Bundesland Rheinland-Pfalz hat die Bundesrepublik Deutschland Medienkompetenz vorzuweisen. Hierbei gilt es also, mit den US-Techriesen Facebook, Instagram und der Amazon Prime Video-App auch in Sachen KI zu kooperieren, und dies mit Mainz in Sachen journalistische Leitplanken des Medienstaatsvertrags und dem jahrzehntelangen rheinland-pfälzischen Vorsitz der Rundfunkkommission der Länder zu verknüpfen. Forschung und Weiterentwicklung diverser Satelliten aus den Bereichen Navigation, Nachrichtendienste und Internet auf der Internationale Raumstation ISS. Und in Sachen KI-Start-Ups, welche Flugbuchungen vorhersagen können, hat der Koalitionsausschuss der Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition am 13.11.25 immerhin vereinbart, die Luftverkehrssteuer ab dem 01.06.26 zu senken.

  2. Es geht ja auch nicht anders, wenn der Stromverbrauch gesenkt werden soll.
    Einmalig auf der ganzen Welt.
    Ein Land schafft ganz bewusst seinen Wohlstand ab.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Wirtschafts- Azubi mit Südamerika Erfahrung

    Sehr guter Artikel. Eine Erkenntnis die jedem Bürger mit durchschnittlicher Bildung bekannt sein müsste. Leider haben dies viele Profipolitiker ohne Wirtschaftserfahrung nicht begriffen.Viele Dienstleister sind als Hilfsdienste für die echten Wertschöpfer nützlich und wichtig, andere Dienstleister sind Luxus und leben nur
    von einer gesunden Wirtschaft. Auch Beamte braucht es in einem gesunden Verhältnis, aber teure Beamte, die die Wertschöpfer schikanieren und behindern sind tödlich für eine Wirtschaft. Diesbezüglich sollten in der EU schon sämtliche Alarmglocken läuten, denn wenn der Unter- und Mittelschicht nach Steuern und Fixkosten nichts mehr bleibt werden alle ins Bürgergeld gehen, das dann niemand mehr erwirtschaftet.

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