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Wie Nvidia zwei weitere Jahre Marktdominanz absichern will!

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Beispielfoto - Nvidia Chips stecken in vielen verschiedenen Geräten

Nvidia wollte die neue Ampere-Chiparchitektur eigentlich schon vor Wochen vorstellen. Die dazu gedachte Veranstaltung wurde Coronakrisen-bedingt abgesagt. Die als Ersatz geplante Online-Konferenz ebenfalls, weil Nvidia keine Mitarbeiter beim Videodreh in Gefahr bringen wollte. Am Donnerstag schließlich wurden die Details des neuen Super-Rechenbeschleunigers vorgestellt. Nvidia verkauft auch gleich einen kompletten Server mit dem Chip, der ausgerechnet mit Technik des Konkurrenten AMD läuft. Es war ein genialer Schachzug von Nvidia, die eigenen Grafikchips auch als Rechenbeschleuniger anzubieten. Denn Grafikchips sind inzwischen flexibel programmierbare, hochgradig parallel arbeitende Prozessoren, die bestimmte Anwendungen deutlich schneller abarbeiten können als gewöhnliche Computerprozessoren.

Während der kerne-stärkste Prozessor von AMD auf 64 und der von Intel auf 28 Prozessorkerne kommt, bringt es Nvidias Ampere-Architektur auf 6.912. Die können zwar nur bestimmte Berechnungen in hoher Geschwindigkeit durchführen. Doch für viele Anwendungen zum Beispiel aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz ist das völlig ausreichend. Hat Nvidia anfangs einfach die eigenen Grafikchips verwendet und als KI-Beschleuniger zu deutlich höheren Preisen verkauft, kam 2017 mit der Volta-Architektur erstmals ein Chip auf den Markt, den Nvidia explizit für KI-Anwendungen entwickelte und der sich deutlich vom ein Jahr später erscheinenden Turing-Chip für Grafikkarten unterschied.

Neuer Monster-Rechenchip dürfte traumhafte Gewinnmargen einbringen

Die neue Ampere-Architektur ist insofern der Nachfolger der schon zweieinhalb Jahre alten Turing-Architektur und nicht der jüngeren Volta-Chips. Mit 826mm2 ist der Chip der größte, den Nvidia jemals herstellen ließ. Er beherbergt 54,2 Milliarden Transistoren. Ein wahres Monster. Je größer Chips werden, umso größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass nicht zu vermeidende Fertigungsfehler die Funktionsfähigkeit des Chips beeinträchtigen. Trifft der Fehler einen Teil, den Nvidia abschalten kann, so ist dieser Chip noch in günstigeren Produkten mit weniger Funktionseinheiten absetzbar. Trifft es jedoch einen nicht redundant ausgelegten Teil des Chips, handelt es sich um Ausschuss, der umso mehr schmerzt, je größer der zu entsorgende Chip ist. Bereits der Vorgänger war mit 815mm2 einer der größten produzierten Chips.

Letztendlich wird aber auch eine niedrige Produkionsausbeute für Nvidia verschmerzbar sein, da die Chips in grundsätzlich sehr margenstarken Produkten eingesetzt werden. Der von Nvidia gleichzeitig präsentierte DGX A100 Server beinhaltet acht dieser Chips und zwei von AMDs leistungsstärksten Server-Prozessoren. Ein solcher Server wird von Nvidia für knapp 200.000 US-Dollar angeboten. Um den Preis in Relation zu setzen: Eine Grafikkarte mit einem vergleichbar großen Chip wird von Nvidia für 3.300 Euro angeboten. Die beiden AMD-Prozessoren kosten rund 16.000 Euro. Es würde mich nicht wundern, wenn Nvidia mit dem Produkt auf mehr als 75% Marge käme.

Das Besondere an diesem System ist, dass Nvidia auf AMDs Epyc Prozessoren setzt. Bisher kam bei Nvidia Intel zum Zuge. Doch Intel kann keine Produkte liefern, die den neuen PCI Express 4.0 Standard unterstützen, den Nvidia benötigt. Intels Unfähigkeit führt nun dazu, dass Nvidia in ihrem Topprodukt ausgerechnet ihren Konkurrenten AMD unterstützen muss. AMD ist zwar in Sachen KI-Beschleunigern kein ernstzunehmender Konkurrent, sehr wohl aber bei Grafikchips.

Neben der neuen Ampere-Architektur und dem darauf aufbauenden Server konnte Nvidia auch gleich einige Kunden für das System präsentieren. Darunter befinden sich auch deutsche Universitäten, die mit dem Produkt Supercomputer ausstatten bzw. aufbauen möchten. Nvidia gibt an, dass sich mit dem neuen Server zu einem Elftel des Kaufpreises und einem Zwanzigstel der Energiekosten ein ähnlich leistungsfähiges System bauen lässt wie mit dem Vorgänger.

Nvidia-Chip soll auch Autos vollständig autonom fahren lassen

Auch in autonom fahrenden Autos sieht Nvidia einen Einsatzbereich für den Chip. Die Rechenleistung sei laut Nvidia ausreichend, um Level-5-Autonomie zu erreichen. Das sind Autos, die nicht einmal ein Lenkrad benötigen. Dafür sind jedoch gleich zwei der Riesen-Chips nötig, die allein 800W Leistung benötigen. Bedenkt man, dass ein Elektroauto in der Stadt im Sommer durchaus einen Verbrauch von nur 12kWh/100km erreichen kann und mit einem Durchschnittstempo von 25km/h fährt, so würde allein Nvidias Computer den Verbrauch um gut ein Viertel erhöhen. Bis voll autonome Fahrzeuge im Masseneinsatz sind, dürften jedoch noch einige Produktzyklen vergehen, in denen naturgemäß Kosten und Stromverbrauch der Chips sinken werden.

Mit Ampere legt Nvidia den Grundstein für den Unternehmenserfolg der kommenden zwei Jahre. Später im Jahr wird noch die Präsentation eines Grafikchips erwartet, der kaum weniger beeindruckend sein dürfte als Ampere. Angesichts dessen, was Nvidia nun mit Ampere vorlegte, dürfte AMD wieder auf respektablen Abstand gehalten werden können. Da Nvidia Ampere zusammen mit AMD-Technik einsetzt, profitiert davon aber letztendlich auch der kleinere Konkurrent, der seinen neuen Epyc-Prozessor nun sicher noch leichter im Server-Markt etablieren kann.

Schwer wird es jetzt für Intel, die in diesem Jahr ihren ersten selbst entwickelten KI-Beschleuniger seit 2016 vorstellen wollen. Die Intel Xeon Phi Produktlinie war als KI-Beschleuniger nie wirklich erfolgreich. Bereits 2018 war klar, dass Intel das Projekt noch einmal von Grund auf neu starten wolle. Dazu wurde ein neuer Grafikchip entwickelt, der in diesem Jahr als Grafikkarte und KI-Beschleuniger präsentiert und ab kommendem Jahr verkauft werden soll. Ob Intel dieses Mal gegen Nvidia einen Stich machen kann, bleibt abzuwarten. Nvidia hat auf jeden Fall den Vorteil des Skalen-Effekts, den Intel mit einem neuen Produkt nicht haben wird.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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