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Wie reagiert Russland auf die Ignoranz von Google, Facebook und Twitter?

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Russland ist zunehmend sauer auf die Ignoranz von Google, Facebook und Twitter, weil diese Unternehmen der russischen Medienaufsicht nicht die verlangten Daten über russische Blogger zur Verfügung stellen.

Russland Präsident Vladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin.
Foto: Kremlin.ru/Wikipedia (CC BY 3.0)

Russland und die Sozialen Medien

Wie allgemein bekannt ist, hat Russland ein ganz anderes Rechtsverständnis als „der Westen“. Mit „unserer“ subjektiven westlichen Sichtweise mag man das befremdlich finden, aber Russland hat nun mal eine andere Kultur, Tradition und Auffassung von Staat und Gesellschaft. Vladimir Putin geht restriktiv gegen Kritiker vor, verstärkt auch in den Sozialen Medien. So hat die Medienaufsichtsbehörde „Roskomnadzor“ (Föderaler Dienst für die Aufsicht im Bereich der Kommunikation, Informationstechnologie und Massenkommunikation) am Montag einen Brief verschickt an Google, Facebook und Twitter, weil sich die Unternehmen fast vollständig weigern mit ihr zu kooperieren. Konkret verlangt man die Herausgabe von Daten von russischen Bloggern, deren Inhalte mehr als 3.000 Mal pro Tag gelesen werden – und sie sollen Seiten von Bloggern offline schalten, die zu nicht genehmigten Demonstrationen aufrufen. Laut russischem Gesetz darf die Behörde Webseiten ohne richterlichen Beschluss sperren, die zu nicht genehmigten Demonstrationen aufrufen. Nur das Problem bei diesen drei Social Media-Plattformen ist: die Protestler betreiben dort Seiten innerhalb des Systems, d.h. man müsste z.B. Facebook in Russland komplett sperren, was ein ziemlich großer Schritt, wenn nicht gar der große Schritt wäre. Oder, wenn die drei Firmen die gewünschten Daten aushändigen, könnte die Behörde identifizieren, wer gegen Gesetze verstößt und dann an die Firmen die Anweisung geben diese Unterseiten innerhalb Russlands zu sperren.

Ungleichbehandlung?

In westlichen Ländern ist es Gang und Gebe, dass diese drei Social Media-Konzerne staatlichen Stellen nach offiziellen Ersuchen Nutzerdaten übergeben, z.B. zur Strafverfolgung bei Volksverhetzung uvm. Da kann man sich fragen: dürfen diese Firmen entscheiden, welches staatliche Aushilfsersuchen aus welchem Land jetzt gut oder schlecht ist? Kann so eine Firma so eine Klassifizierung in guten Staat und bösen Staat vornehmen? Wenn man das bedenkt, ist die Empörung der Russen gerechtfertigt. Natürlich ist es aus unserer subjektiven westlichen Sichtweise ein Unding, dass Putin mit der Medienaufsicht eine Zensur-ähnliche Kontrolle aufbaut, aber er wurde gewählt, und die Abgeordneten, die diese Gesetze verabschiedet haben, wurden auch gewählt. Soll unsere „moralische Überlegenheit“ also so weit gehen, dass wir Russland sagen können „führt bitte Demokratie ein – und wenn ihr gewählt habt, sagen wir euch, ob diese Politiker und deren Gesetze gut oder schlecht für euch sind“ ?

Man mag kritisieren, dass es um die Demokratie in Russland nicht so bestellt ist wie in Europa. Man mag auch den autoritären Führungsstil von Wladimir Putin kritisieren. Aber letztendlich hat das Volk ihn gewählt. Und vom Parlament verabschiedete Gesetze ermächtigen die Behörde „Roskomnadzor“ nun mal dazu Medien extrem streng zu beaufsichtigen und auch Verbote auszusprechen, wenn sich z.B. Blogger nicht bei der Behörde registrieren. Man kann das kritisieren, aber man kann nun mal nicht in Frage stellen, dass am Ende eines (relativ) demokratischen Prozesses eine Behörde steht, die demokratisch legitimierte Regierungsanweisungen umsetzt.

Was nun?

Die spannende Frage zum Schluss: Was nun Herr Putin? Der Leiter der Medienaufsichtsbehörde Alexander Zharov drohte den Unternehmen bereits mit Konsequenzen. Es ist aber kaum davon auszugehen, dass Google, Facebook und Twitter ihre Politik gegenüber Russland ändern werden. Wird Vladimir Putin die „großen Drei“ in Russland ganz sperren lassen? Oder will er sonst irgendeine Art von Strafe aussprechen? Eine totale Sperre wäre ein unfassbar großer Schritt. Die Reaktionen sind nicht abschätzbar – im Inland würde es ihm vermutlich einen Sympathieschub geben, da alle drei ja US-Unternehmen sind. Für die Unternehmen wäre es ein realer wirtschaftlicher Rückschlag. Aber die Wahrscheinlichkeit einer Totalsperre ist doch eher minimal.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Fred

    22. Mai 2015 17:56 at 17:56

    Etwas besseres als eine Total-Sperrung der Dienste könnten diese sich gar nicht wünschen.

    Denn damit würden diese Dienste umso interessanter werden.

    Politisch wird Putin sich das sicher nicht antun wollen
    denn er würde mit einer sochen Maßnahme ein riesiges, negatives Sentiment erzeugen
    welches seiner Popularität im Inland sicher nicht förderlich wäre.

    Eine drastische Maßnahme wäre politisch zu kostspielig
    und würde inner-russische Gegenreaktionen provozieren
    die sehr schlecht abzuschätzen sind.

  2. Avatar

    KK

    22. Mai 2015 22:13 at 22:13

    Würden Sie Sich auch mal bei Frau Merkel im Ton vergreifen, bitte, also etwa

    was nun Frau M e r k e l (und bitte ganz fett) !
    oder
    was nun Herrrr Obama ( und das erst recht fett )

    Jedenfalls würden weder Deutschland noch die USA ein ru-twitter, ru-google, ru-face…… dulden – da wären dann schnell einige ganzgefährliche Sachen in Ru zu entdecken , die schnellstens in Grund und Boden zu bomben wären, meinungsmachend kräftig unterstützt durch seifige Film, TV, Radio-Duschen verschwörerischter Qualität.

  3. Avatar

    Chris

    23. Mai 2015 09:59 at 09:59

    Wladimir könnte Walter Ulbricht zitieren:Ist es denn wirklich so,dass wir jeden Dreck,der aus dem Westen kommt,nu kopieren müssen?Die Monotonie des Laik,laik,laik,oder wie das alles auch immer heisst!Andererseits ist z.B.Gesichtsbuch die kaum weiterzuentwickelnde höchste Form der Stasi!Ich,jedenfalls verteidige meine Privatsphäre mit allem,was mir zur Verfügung steht!

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – „Ob gut oder schlecht – Sell the News!“

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Auch wenn es wie bei Microsoft gute Zahlen gab – der Markt ist derzeit negativ eingestellt.

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Boeing-Quartalszahlen: Desaster, aber der Verlust ist kleiner als erwartet

Claudio Kummerfeld

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Die Boeing-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Boeing ist als Industrieunternehmen mit seiner gigantischen Zuliefererkette derart wichtig für die US-Volkswirtschaft, dass man mit starken Absatzrückgängen sogar das US-BIP in spürbare Bewegung bringen kann. Aber nun zu den wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 14,14 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,98/erwartet für heute 14,5). Laut Boeing sinken die Umsätze bei den zivilen Maschinen wegen der 737-Probleme, was teilweise durch höhere Umsätze in der Militärsparte ausgeglichen werde. Der Ergebnis liegt bei -1,39Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,45/erwartet für heute -2,32).

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Gegenüber Airbus ist Boeing doppelt hart getroffen. Nicht nur Corona trifft die Geschäfte des Flugzeugbauers, sondern immer noch das 737 Max-Desaster mit den zwei Abstürzen.

Der operative Cash Flow liegt bei -4,8 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +1,0 Prozent – wohl weil der Verlust nicht so schlimm ausfiel wie erwartet.

Boeing betont, dass man noch in den Büchern noch Aufträge habe für 4.300 kommerzielle Flugzeuge im Volumen von 393 Milliarden Dollar.

Boeing soll Ende 2021 noch 130.000 Mitarbeiter haben, wo es Anfang 2020 noch 160.000 waren.

CEO-Statement:

“The global pandemic continued to add pressure to our business this quarter, and we’re aligning to this new reality by closely managing our liquidity and transforming our enterprise to be sharper, more resilient and more sustainable for the long term,” said Boeing President and Chief Executive Officer Dave Calhoun. “Our diverse portfolio, including our government services, defense and space programs, continues to provide some stability for us as we adapt and rebuild for the other side of the pandemic. We remain focused on the health and safety of our employees and their communities. I’m proud of the dedication and commitment our teams have demonstrated as they continued to deliver for our customers in this challenging environment. Despite the near-term headwinds, we remain confident in our long term future and are focused on sustaining critical investments in our business and the meaningful actions we are taking to strengthen our safety culture, improve transparency and rebuild trust.”

Grafik zeigt Detaildaten zu den aktuellen Quartalszahlen von Boeing

Hauptwerk nahe Seattle - Boeing-Quartalszahlen veröffentlicht
Das Boeing-Hauptwerk nördlich von Seattle. Foto: Jeremy Elson CC BY-SA 3.0

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So sichern Sie in unruhigen Marktphasen Ihr Depot ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

es ist wieder soweit. Deutschland fährt erneut runter und geht in einen moderaten Lockdown. Voraussichtlich noch im Verlauf des Tages werden Bund und Länder entsprechende Maßnahmen beschließen. In der Diskussion sind unter anderem: Verbot von Verwandtenbesuchen, Aufenthalt in der Öffentlichkeit mit maximal einer Person eines anderen Haushaltes, die Gastronomie soll wieder komplett heruntergefahren werden, touristische Übernachtungen im Inland sollen jetzt auch ausbleiben.

Zwischen den Zeilen lese ich heraus, dass die Maßnahmen bis weit in die Adventszeit aufrecht erhalten werden sollen. Die Politik konzentriert sich offenbar auf das Weihnachtsfest. Am Weihnachtsbaum sollen wir also wieder Verwandte treffen dürfen und dabei möglicherweise auch wieder ein Restaurant besuchen dürfen. Es überrascht also nicht, dass der DAX bereits seit Tagen butterweich ist. Zuletzt sackte der deutsche Leitindex mit großer Dynamik unter die Marke von 12.000 Punkten ab. Noch hält sich der US-Markt wacker und hat noch kein Verkaufssignal generiert.

Es gibt folglich zwei Optionen. Die optimistische Variante: Der US-Markt wird die europäischen Börsen stützen, sodass die Korrektur bei DAX und Co. rasch auslaufen wird. Die pessimistische Variante: Die US-Märkte kippen nächstens „hinterher“ und leiten damit eine globale Korrekturphase ein.

Vor diesem Hintergrund fragen sich jetzt natürlich viele Investoren, wie kann ich mein Depot einmal absichern, wie kann ich meine schönen Gewinne der vergangenen Monate und Jahre kurzfristig festmachen.

Es gibt hier zwei anerkannte Methoden: So können Sie nun die Aktienpositionen Ihres Depots einfach vollständig oder weitgehend abverkaufen. Diese Lösung ist einfach, hat aber in der Praxis ihre Tücken. Zunächst kann diese Maßnahme vor allem bei etwas größeren Depots durchaus zeitaufwändig sein. Außerdem produzieren Sie dadurch für Ihr Depot eine gewisse Spesenbelastung, die sich am Ende, wenn Sie die Titel wieder zurückkaufen, quasi verdoppelt.

Außerdem dürfen wir getrost davon ausgehen, dass uns der Wiedereinstieg in der Praxis kaum optimal gelingen wird. Denn wenn dann die Börse plötzlich dreht, sind wir eben erst einmal nicht dabei. Und oftmals sind die Kursgewinne der ersten Erholungsphase, die auf eine Korrektur folgen, besonders großzügig. So zeigen alle Studien, dass man mit einem Totalverkauf langfristig Rendite verliert, selbst wenn Aus- und Wiedereinstieg halbwegs gut bewerkstelligt werden.

Machen Sie keine halben Sachen, sondern sichern Sie proaktiv ab

Sinnvoller ist in unruhigen Marktphasen die sog. aktive Absicherung. Bei diesem Verfahren halten Sie im Wesentlichen an Ihren bestehenden Aktienpositionen fest, stellen allerdings vorübergehend sog. Shorts oder Puts gegen diese Aktienpositionen.

Wie funktioniert die proaktive Absicherung in der Praxis? Die Deutsche Börse berechnet nicht nur den DAX, sondern auch den sog. Short-DAX. Dieser Index verhält sich exakt spiegelverkehrt oder invers zum „echten“ DAX. Zu Deutsch: Wenn der DAX an einem Tag um 1 % fällt, dann steigt der Short-DAX exakt um 1 %. Wenn Sie also DAX-Aktien im…..

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