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Windeln.de und Adler Modemärkte – das maue Schicksal der „Highflyer“

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Die Aktien von Windeln.de und Adler Modemärkte sind die letzten Tage in Vergessenheit geraten. Dabei waren die beiden doch tagelang die absoluten Highflyer im täglichen Trading für deutsche Privatanleger. Es waren Zockereien, die dem Muster der US-Titel wie AMC und Gamestop entsprechen – nämlich vorher vom Gesamtmarkt nicht beachtete Papiere, die Privatanleger kräftig beeinflussen können, wenn sich nur genug von ihnen gleichzeitig zusammentun.

Adler Modemärkte siechen vor sich hin Richtung Null-Linie

Laut jüngsten Berichten sollen die Gläubiger der Adler Modemärkte dem Insolvenzplan des Unternehmens bis Ende Juli zustimmen. Das Insolvenzverfahren könnte bereits Ende August 2021 wieder beendet werden. Dann würde das Unternehmen wie bereits angekündigt Tochter des Berliner Logistik-Konzerns Zeitfracht werden. Entscheidend für die bisherigen Aktionäre: Ihre Papiere würden dann planmäßig wertlos verfallen, wie man am 21. Juni erfuhr. So ist das eben in der Insolvenz. Bekannt wurde jüngst, dass die Adler Modemärkte im Zuge der geplanten Sanierung bis zu 500 Arbeitsplätze streichen wollen. 40 von 142 Filialen in Deutschland sollen geschlossen werden.

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Und was macht die Aktie? Sie müsste eigentlich schon knapp über Null stehen? Im Mai bei 20 Cents, ging es schnell rauf auf 2 Euro, und jetzt ist man wieder im Keller. Aber noch immer ist es ein Zockerpapier mit einem Kurs von 0,19 Euro. Im Chart sehen wir in orange den Kursverlauf der Adler Modemärkte seit dem 14. Mai. Erst die wilde tagelange Aufwärts-Zockerei, dann der Absturz. Je näher der Zeitpunkt des De-Listings rückt (und wenn kein Wunder geschieht), müsste die Aktie weiter vor sich dahin siechen Richtung Null-Linie. Oder gibt es doch noch eine schnelle wilde Zockerei? Der Chart jedenfalls zeigt, dass das Papier der Adler Modemärkte jetzt genau da ist, wo es vor der wilden tagelangen Zockerei im Mai auch war.

Windeln.de

Die Aktien von Winden.de explodierten in einer reinen Zocker-Rallye ab dem 4. Juni von 70 Cents auf über 5 Euro, um dann zügig wieder in den Keller zu rauschen. Es ist letztlich das selbe Schicksal wie bei den Aktien der Adler Modemärkte. Ohne substanzielle besondere Story im Hintergrund droht so ein gigantischer prozentualer Anstieg schnell wieder in sich zusammenzubrechen – so wie es in diesen beiden Fällen auch passiert ist. Schaut man heute auf die Aktie, dann legt sie um 7,4 Prozent zu. Aber vom Radar der breiten Masse der Trader ist sie mangels großer Handelsaktivität verschwunden.

Mit aktuell 1,86 Euro kann die Aktie zwar noch ein erhöhtes Niveau gegenüber der Zeit vor dem großen Anstieg halten – aber der Großteil der Zocker-Rallye ist verpufft. Anders als bei den Adler Modemärkten steht aber bei Windeln.de reales Geschäft hinter der Aktie. Man war sogar so clever, dass man den gestiegenen Aktienkurs nutzte, um am 15. Juni eine Kapitalerhöhung zu verkünden. Gerade bei Windeln.de, wo die Aktie nicht in wenigen Tagen vom Kurszettel verschwinden wird, sollte man (wie bei AMC und Gamestop) nicht ausschließen, dass die Privat-Trader die Aktie wie aus dem Nichts wieder für sich entdecken.

Chart zeigt Kursverlauf bei Adler Modemärkte und Windeln.de
TradingView Chart zeigt Kursverlauf von Windeln.de und Adler Modemärkte seit dem 14. Mai.



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