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„Wir haben gar keine Inflation“ – Fremdschäm-Video über Heiner Flassbeck

Wenn Ideoologie das Hirn vernebelt..

Inflation Flassbeck Fremschämen

In Deutschland liegt die Teuerung bei knapp 8% – aber der Ökonom Heiner Flassbeck sagt: „wir haben immer noch nicht das, was man eigentlich unter Inflation versteht„. Die Inflation sei, so Flassbeck, nur eine Preissteigerung: „Inflation ist ein Prozess, der sich aus sich selbst heraus beschleunigt„.

Großartig, Herr Flassbeck: wir nennen das Kind einfach nicht beim Namen, dann existiert es auch nicht! Fakt ist: wir haben Inflation, da hilft auch Flassbecks seltsame Dialektik nichts.

Was aber ist dann eiegntlich Inflation? Nur wenn die Löhne steigen, sieht der Ökonom Flassbeck eine „echte“ Inflation. Aber die Gewerkschaften, so Flassbeck, seien schwach, starke Lohnzuwächse daher nicht wirklich in Sicht.

Wirklich? Sehen wir uns einmal die Erzeugerpreise in Europa an, dann sieht man klar, dass die Unternehmen in erheblichem Umfang ihre gestiegenen Preise an die Konsumenten weiter geben werden:

Wenn also die Löhne nicht deutlich steigen, dann verlieren die Konsumenten weiter an Kaufkraft. Faktisch aber steigen die Löhne schon stark, auch wenn die Gewerkschaften mit ihren Forderungen noch hinterhinken. Aber die Gewerkschaften spielen in der Gegenwart ohnehin nicht mehr eine große Rolle – schon weil sich die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer auch ohne Gewerkschaften stark verbessert hat.

„Wir haben immer noch 3,5 Millionen Arbeitslose in Deutschland“, sagt Flassbeck. Wirklich? Unternehmen suchen händeringend Abreitskräfte, die wiederum nur zu sehr guten Löhne bereit sind, neue Jobs anzutreten. Wer wirklich arbeiten will, hat allerbeste Chancen, einen Job zu finden, wenn er es denn wirklich will. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Abstimmung der Arbeitnehmer mit den Füssen zu einer Lohn-Preis-Spirale führen wird.

Flassbeck und die Inflation: Ideologie und Erkenntnis

Im Dezember 2020 konnte Flassbeck in einem Interview bei „Mission Money“ noch herzlich lachen können über den Begriff Ketchup-Effekt der Inflation, den Hans-Werner Sinn beschrieben hatte.

Wir schrieben damals dazu in einem Artikel:

„Während sich die Vertreter der EZB wie das letzte gallische Dorf im Widerstand gegen die Römer fühlen dürften, kommt nun in Gestalt von Heiner Flassbeck Hilfe: ja, die Inflation sei vorübergehend, so der Ökonom in einem Interview mit „Mission Money“. Es ist durchaus herzerfrischend, wie Flassbeck über den Begriff der „Ketchup-Inflation“ lachen kann in dem Interview – aber vielleicht wird ihm das Lachen ja bald vergehen!

Denn Flassbeck argumentiert nach ganz alter Schule, nämlich den Lehren von John Maynard Keynes. Für diese Lehre dreht sich alles um die Nachfrage, die notfalls durch den Staat stimuliert werden müsse. Eine wirkliche Inflation komme nur dann zustande, wenn auch die Löhne steigen würden..“.

Flassbeck und der Wunder-Glaube: Inflation wird bald wieder verschwinden

Der Wunderglaube ist bei Flassbeck gut verankert – und läßt sich auch durch Fakten nicht erschüttern. Der Großteil der Preisanhebungen durch Unternehmen steht erst noch bevor, weil die Kosten der Unternehmen zuletzt massiv gestiegen sind – vor allem durch den Ukraine-Krieg. Je länger der Ukraine-Krieg dauert, desto heftiger werden sich Lieferengpässe und Materialmangel auswirken. Und desto heftiger die dann folgende Inflation.

Von Fakten aber bleibt Flassbeck unbeeindruckt: wenn Fakten der Ideologie widersprechen, sind eben die Fakten falsch. Flassbeck spricht daher immer wieder von „Spekulation„, die zu den steigenden Preisen führen würden. In einem aktuellen Interview mit „Mission Money“ sagt Flassbeck sogar einen denkwürdigen Satz: „es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Ölpreise noch einmal 20% steigen werden„.

Woher will Flassbeck das wissen? Gerade in der aktuellen  Lage, in der ein Energie-Embargo durch den Westen immer wahrscheinlicher wird oder vielleicht auch Putin den Hahn bei Gas und Öl zudreht, ist ein solcher Satz – vorsichtig formuliert – ziemlich gewagt.

Wer hat uns die Inflation eingebrockt? EZB und Flassbeck..

Warum haben wir derzeit eine so hohe Inflation? Voraussetzung dafür war die massive Geldmengen-Ausweitung durch die EZB – die dann im Gefolge von Corona und Ukraine-Krieg zu Inflation durch immer weniger Angebot (Lieferenpässe, Materialmangel) bei gleichzeitig durch Notenbanken und Staat stimulierter hoher Nachfrage und hoher Geldmenge führte.

Es sind Menschen wie Flassbeck und die fast schon lächerliche EZB, die uns das mit eingebrockt haben – und nun herzerfrischend ein „weiter so“ fordern. Es ist daher Zeit, Flassbeck in den Ruhestand zu verabschieden – wie kaum ein anderer vereint er Ignoranz und Arroganz in einer Person. Wohin uns seine keynesianischen Rezepte geführt haben, erleben wir aktuell: massive Verschuldung bei  einer immer höhere Staatsquote (in Deutschand 51%), die die Wirtschaft zunehmend erstickt. Flassbeck aber will noch mehr Staat – und niedrige Zinsen, denn die seien doch so schädlich für Investitionen.

Was Flassbeck verschweigt: gerade die Null-Zinsen fördern Fehl-Investitionen und lassen Zombie-Firmen am Leben. Man könnte daher sagen: je mehr Flassbeck wir bekommen, umso weniger Luft hat die Wirtschaft zum Atmen!

Aber sehen Sie selbst – das „Fremd-Schäm-Interview“ mit Heiner Flassbeck bei „Mission Money“:

 



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28 Kommentare

  1. Was der Herr Flassbeck von sich gibt grenzt an Scharlatanerie. Viele Menschen werden auf solche „Experten-Aussagen“ vertrauen obwohl die Wirklichkeit was anderes sagt. Es ist eine Schande. Der Schaden durch solche Aussagen wird unermässlich sein. Ist sowas juristisch verwertbar Herr Fugmann ? Sicher nicht….. schlimm, schlimm, ist ja nur das Vermögen der kleinen Leute. Wen kümmert es ??? Ihn wird es nicht jucken mit seinem Gehalt im ÖD…..

  2. Wer ist Heiner Flassbeck? Noch nie von dem gehört.
    Wen ich ich nicht kenne der ist nicht wichtig.

    1. Oha, du musst ja ein richtig wichtiges Tier sein. Bin beeindruckt.

      1. mir ist der Mann noch nicht weiter aufgefallen – den Moderator von Mission Money kannte ich :))

        Ps: bischen Spass muss sein

  3. Habe ich mir bei diesem Interview auch gefragt, wie man so arrogant gegen die offensichtliche Inflation argumentiert. Da drehts einem den Magen um. Was mich aber schon am meisten geärgert hat, dass der Yuppi-Interviewer den Schwachsinn ohne große Gegenrede stehen gelassen hat. Aber was soll man von diesen Leuten halten, die die Aktienmärkte bis jetzt nur im Buy the Dip Regime kennen gelernt haben. Die wissens einfach nicht besser.

    1. Mission Money bringt praktisch wöchentlich ein Interview-Video. Einerseits wäre es da blöd, es sich mit bestimmtem Menschen zu verschärzen, andererseits – und das halte ich für viel wichtiger – ist es ja gerade das Konzept dieses Formates dass JEDER Ökonom seine Meinung frei äußern darf und man ihn auch aussprechen lässt, damit er seine Gedanken umfänglich darlegen kann.
      Teilweise kommen kritische Nachfragen von Mario Lochner, manchmal auch etwas subtil, aber nochmal: Sinn ist es nicht, ein hitziges Streitgespräch zu entfachen, sondern die Meinung des jeweiligen Experten zu hören.
      Letzten Endes liegt es am Zuseher, die einzelnen Meinungen zu bewerten, was man bei einem Finanzkanal aber durchaus erwarten kann. Weiterhin steckt da mit Focus Money eine Redaktion dahinter, bei der ich davon ausgehe, dass sie nicht Hinz und Kunz einladen, sondern Leute, die ungefähr wissen von was sie sprechen.
      Kontroverse Diskussionen gab es übrigens bisher bei vielen Videos, gerade Bitcoin war da immer prädestiniert.

    2. @Zimmermann – Herr Flassbeck war vor längerer Zeit schon mal bei Mission Money gewesen. Da hat er sich über die Ketchup-Flasche halb schief gelacht. Der Mann muss natürlich seiner Linie treu bleiben…

  4. Wenn man geistig so verwirrt ist, dass man 25 % Mindestlohnerhöhung vergessen hat, dann sollte man sich öffentlich nicht mehr äußern.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  5. Mission Monet schau ich von Anfang an.
    FLASSBECK IST IN DER STIMMLAGE HALT SEHR VON SICH ÜBERZEUGT.
    MIR IST SINN SINNLICHER.

  6. Ich habe den Eindruck, da wird „Inflation“, „Geldmenge“, Zinsen“ und deren Zusammhange unterschiedlich betrachtet. Mir, als Konsument, ist es egal, was die Preissteigerung ausmacht.

    Hier eine kurze Definition:

    Unter Inflation verstehen wir eine Verminderung des Geldwertes oder eine Steigung des allgemeinen Preisniveaus. Wörtlich übersetzt heißt Inflation „aufblasen“ oder „aufblähen“. Wächst die Geldmenge in einem Land schneller ….“

    Zeitvergleiche sind auch immer problemtisch. Die Kontexte sind kaum vergleichbar…

    1. Ich denke auch. Hier wird das gleiche Problem aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
      Herr Flassbeck sagt ja selbst, dass er die Teuerung durchaus sieht, nur er das eben nicht als Inflation bezeichnen würde, weil dies alles durch externe Effekte (Lieferkettenprobleme, Embargos) ausgelöst werde. Letzten Endes ist das eine Spitzfindigkeit innerhalb der Definition und den meisten Konsumenten wahrsch. tatsächlich egal, wie ja auch Herr Lochner im Interview treffend angemerkt hat.
      Die darauf folgende Erklärung, dass momentan die Preise extrem steigen, dann aber auf diesem hohen Niveau verharren und die Inflationsrate dadurch automatisch wieder absinkt, klingt auch erstmal schlüssig.
      Und hier treffen dann die Paradigmen des Herrn Fugmann und Flassbeck aufeinander. Die Frage ist, ob, wie von Herrn Fugmann vorhergesagt, die Löhne wirklich in dem Maße steigen, dass tatsächlich die Lohn-Preis-Spirale richtig in Schwung kommt. Nur weil Unternehmen die Preise anheben, zahlen sie nicht automatisch mehr Lohn. Nach meiner persönlichen Erfahrung kann man bei seinem Chef nur moderate Erhöhungen aushandeln, wirklich Geld fließt erst, wenn man den Arbeitgeber wechselt, und das ist mit Aufwand und Risiken verbunden, die nicht jeder möchte.
      Für großflächige Lohnerhöhungen sehe ich wirklich eher die Gewerkschaften in der Pflicht, bezweifle aber genau wie Herr Flassbeck, dass diese einen 100%igen Inflationsausgleich durchdrücken können. Ich denke letztlich werden die meisten Menschen einfach ärmer werden.

  7. „Warum haben wir derzeit eine so hohe Inflation? Voraussetzung dafür war die massive Geldmengen-Ausweitung durch die EZB – die dann im Gefolge von Corona und Ukraine-Krieg zu Inflation durch immer weniger Angebot (Lieferenpässe, Materialmangel) bei gleichzeitig durch Notenbanken und Staat stimulierter hoher Nachfrage und hoher Geldmenge führte.“
    Diese Begründung ergibt keinen Sinn. Wieso soll die EZB hierfür die VORAUSSETZUNG geschaffen haben? Angenommen die EZB hätte in den Jahren seit 2009 bis Heute keine expansive Geldpolitik betrieben, also absolut keinerlei Geldmengenausweitung. Dann hätten wir heute trotzdem die beschriebenen Angebotsengpässe, welche zu höheren Preisen führen und damit zu hoher Inflation. Wenn die Energie- und Rohstoffpreise teurer werden, dann wird eben alles teurer, was Energie braucht. Verwunderlich ist, dass teilweise genau die Leute auf die hohe Inflation schimpfen, die auch ein sofortiges Energie Embargo fordern. Man sollte sich entscheiden was mann will. Die Situation mit Krieg + Corona mit anhaltenden Lockdowns in China ist bescheiden und das spürt der Bürger eben auch am eigenen Geldbeutel.
    Zudem hätte die Zentralbank gar nicht wirklich anders handeln können, da wir seit 2009 bis 2020 stets zu niedrige Inflationsraten hatten und in eine Deflation abzurutschen drohten, was sicherlich nicht die bessere Option gewesen wäre – Aber das ist ein anderes Thema.

    1. @PP Na ja, die Immobilien Preisexplosion wurde mal wieder klammheimlich nicht erwähnt, diese ist Folge der EZB Politik, die Inflation hat schon vor Corona und Ukraine angezogen. Hätte länger gedauert aber das Resultat wäre das gleiche, nur eben 2024 oder später.

  8. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Eine Inflation die nicht bekämpft wird erzeugt automatisch eine noch höhere Inflation. Das ist empirisch bewiesen.
    Beispiele gibt es zur Genüge: Inflation in Deutschland 1914 bis 1923,Inflation in Amerika während der Siebziger bevor Paul Volcker FED Chef wurde usw.
    Wie es anders und besser geht zeigt unsere Deutsche Bundesbank Anfang der Neunziger, Stichwort Wiedervereinigungsboom.
    Die Inflation die im Jahre 92 noch bei 5 Prozent lag,sinkt durch hohe Zinsen, wieder unter die Marke von unter aber nahe zwei Prozent.

  9. Flassbeck bashing bringt auch nicht wirklich viel, ausser viele clicks natürlich. Ich finde es Schade, dass sich, oft sogenannte, Experten so aggressiv gegenseitig des Unfugs bezichtigen, war allerdings schon immer so – so auch heute. Es ist gerade z.B auf Youtube sehr erfrischend völlig unterschiedliche Meinungen zu erfahren, diese werden oft sehr detailliert begründet. In Fernseh Talkshows ist dafür kaum bis nie Zeit, daher sind sie oft langweilig oder sogar irreführend. Am Ende muss jeder seine eigene Meinung finden, und das mit Hilfe von Fakten und der Vielfalt anderer Meinungen. Flassbeck hat in der Vergangenheit viel Schlüssiges z.B. über die deutsche-, europäische-, Dritte Welt Wirtschaft, die Rolle der WHO in der Welt usw. referiert. Wer am Ende Recht hat über der Dauer und Heftigkeit der Inflation zeigt, wie immer, die Zukunft. Jeder von uns ist nur ein Beobachter der Gegenwart mit mehr oder weniger Fach- und Hintergrundwissen, oft herausgebildet aus vergangenen Ereignissen. Und, jeder kann nach besten Wissen und im Ramen eigenen Möglichkeiten Massnahmen treffen – und viel herumschimpfen…

    1. Erfrischende Meinungen bei YouTube von Experten sind aber gefährlich wenn sie fachlich falsch sind und eher ideologisch bedingt.

      Ps: und später heisst es wieder “das konnte ja keiner vorher sehen”

  10. Als Satire-Sendung nicht schlecht, vor allem in Kombination mit dem Gesichtsausdruck des Interviewers Mario, aber defintiv zu lang.

  11. Beim Thema Inflation wird einiges durcheinander gebracht. Auch wenn Flassbeck durch seine Arroganz unsympathisch wirkt, so geht fmw nicht wirklich auf die Hauptargumentation von Flassbeck ein. Die Hauptargumentation ist, dass eine Inflationsniveau nicht das Gleiche ist wie eine Inflationsrate. Was Flassbeck sagt ist, steigen die Löhne nur um 2 % und die Rohstoffpreise verharren nach dem aktuellen Schub, dann ist das Inflationsniveau zwar 6-7 % in 2022 höher als 2021 aber die Inflationsrate in 2022 ist dann in einem niedrigeren Bereich 0-2 %. Aber eben nur unter den Vss die Flassbeck aufstellt (weiterer Energiepreisschub bleibt aus und Löhne steigen nicht stark). Ob es so kommt, kann Flassbeck nicht wissen. Aber fmw weiss leider auch nicht. Also ist die Prognose einer steigenden Inflation von fmw eben genauso spekulativ wie Flassbecks Projektion.

    1. @richmode – nicht soviel Alkohol trinken am Nachmittag – wirre Aussagen

      1. Das hat nichts mit Alkohol zu tun, ich habe das Interview auch genauso verstanden, wie es „richmode“ geschrieben hat.
        Natürlich bedeuten Preissteigerungen bei nicht mitziehenden Löhnen letztlich eine Absenkung des Lebensstandarts, und das ist es ja wovor sich die Menschen fürchten. Das wird im Video leider nicht direkt aufgegriffen, sondern eher implizit kommuniziert.
        Flassbeck gibt dazu aber erstmal keine Beurteilung ab, sondern skizziert lediglich seine Prognose. Insofern – Töte nicht den Boten der Nachricht!

    2. Young Global Leader

      @richmode, hier bringt niemand etwas durcheinander.

      Flassbeck erfindet seine eigenen Begriffe oder definiert andere um. „Inflationsniveau“ ist ein Fall für den Duden, nicht fürs Lexikon. Wir haben aktuell eine Inflationsrate von 7.3% gegenüber dem Vorjahr und wenn die Preise nun stabil bleiben, haben wir im April 2023 eine von 0%. Das ist keine Projektion. Das eine kann man nachschauen und das andere ist die Anwendung der Definition.

      Zur Frage, was die Inflation getrieben hat, kann man unterschiedlicher Meinung sein. Alle ZBs haben die Geldmengen in 2020 + 2021 erhöht, aber die einen mehr und die anderen weniger. Die SNB hat seit der Corona-Krise die Bilanzsumme um 23% erhöht und die Inflation in der Schweiz liegt bei 2.4%. Die EZB hat flotte 60% geschafft. Die Rohstoffpreise werden am Weltmarkt in USD gefixt, also wie kann man die Differenz in den Inflationsraten erklären? Da die Geldmenge direkt in die Quantitätsgleichung eingeht, die man nach der Preissteigerung / Inflationsrate umformen kann, gibt es nicht viele Optionen.

  12. Lieber Herr Fugmann,

    danke, daß Sie dieses unsägliche Interview aufgegriffen haben. Ich erspare mir jeden Kommentar zu Flassbeck, ich mag ihn wegen seiner großspurigen Art ohnehin nicht. Andererseits kann ich mich auch nicht daran erinnern, daß dieser Mensch neben seinen Pöbeleien gegen Berufskollegen jemals etwas Substantielles zum Diskurs hätte beitragen können. Zum Glück informiere ich mich aus vielen Quellen, versuche mich allseits zu informieren und falle deshalb auf solche Rattenfänger seltener herein.

  13. So sieht’s aus. Wer kann sich anmaßen, genau beurteilen zu können, was fachlich absolut falsch oder richtig ist bei komplexen Systemen wie zu finden in Wirtschaft, Finanzen, Politik? Dazu würde man alle Daten und Fakten benötigen, die niemand kennt, und müsste ein korrektes Model anwenden, das keiner hat. Also hilft man sich, in dem man aus den Meinungen von vielen verschiedenen(!) „Experten“ seine eigene Meinung bildet und immer wieder mit der Welt abgleicht. Youtube ist nur ein Beispiel. Literatur zu bemühen hilft auch. Ansonsten wird man rasch selbst zum Ideologen oder Schwarz-Weiß-Denker. Am Ende bringt es nichts auf Experten einzudreschen, als Arrogant, Ideologen usw. (siehe Hauptbeitrag) zu beschimpfen, weil dieser vermeintlich im falschen (Gedanken-)Lager sitzt. Das verärgert wiederum nur andere, die sich dann genötigt fühlen, einen Kommentar zu schreiben. Aus dem Blickwinkel des Experten könnte er recht haben. Wenn jemand etwas behauptet und es auch gut begründen kann ist das legitim. Das hat nichts mit Ideologie zu tun. Nachdem man darüber nachgedacht hat kann man ein gut begründetes Gegenargument liefern. So entsteht eventuell ein Konsens und im besten Fall eine neue, bessere Meinung. Verbal eindreschen ist einfach und kann jeder. Generell ist es sowieso eher selten, dass man in allem was ein Experte sagt übereinstimmt. Und, Bei komplexen Prozessen kann niemand genau wissen was kommt, immer nur annehmen und spekulieren. Manche sind besser im Raten als andere, häufig ist es aber Zufall. Wie heisst es: „Vorhersagen sind immer recht schwierig vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“.

  14. Wann gab es denn die 25% Mindestlohnerhöhung? Meinen Sie die 12€ Mindestlohn der wahrscheinlich erst ab diesen kommenden Sommer in Kraft tritt? Hier wird in den Kommentaren fast durchgängig der Quatsch den Herr Fugmann schreibt „intellektuell“ weiter verbreitet. Die Geldmenge ist es – klar – man unterscheidet nicht mal zwischen notwendiger und hinreichender Voraussetzung. Das man gegen die externe Preissteigerung seitens der EZB gar nichts machen kann, sondern durch Zinserhöhungen die Investitionstätigkeit, die sowieso schwach ist, nur zusätzlich zunichte macht, egal? Klar die Löhne sind hier massiv gestiegen?? – auch ohne Gewerkschaften? Sobald die Preissteigerungen die externe Ursachen hat, Öl, Gas, Getreide… – massiv verstärkt durch Spekulationen – verschwindet, gibt es keine Inflation mehr, weil die Lohnstückkosten sich nicht entsprechend nach oben bewegt haben und sich aufgrund schwacher Gewerkschaften auch nicht stark nach oben bewegen werden.

    1. Hallo Uwe,

      der Mindestlohn wird ab Oktober 12,00 Euro betragen. Das sind genau 22, 19 % Erhöhung.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

      1. Hallo Helmut,
        und wie soll der Mindestlohn ab Oktober dann jetzt zur Inflation beitragen haben?

        1. Hallo Uwe, ab Oktober ist die zweite Stufe der Mindestlohnerhöhung.
          Jetzt ist die Inflation ja auch noch nicht das große Problem, denn die Menschen glauben ja den Regierenden und der EZB.
          Und die 22,1 % sind ja auch ein Signal für z. B. Facharbeiter, die wollen dann auch 22,1 %.
          Kann man ja auch nichts gegen haben.
          Und wenn die Hersteller mit Lidl und Aldi, Anfang des Jahres, neue Preisverhandlungen für 2022 getroffen haben, dann wurde der erhöhte Mindestlohn da schon eingerechnet.
          Anders geht es ja auch schlecht.
          Ich denke es wird einen heißen Herbst geben, hinsichtlich Lohnverhandlungen.

          Viele Grüße aus Andalusien Helmut

      2. Laut stat. Bundesamt hatte die BRD 2019 45Mio Erwerbstätige. Davon verdienten 1,4Mio (ca. 3.1%) den Mindestlohn. – die Zahlen sind nicht ganz aktuell, zeigen aber ganz gut das Verhältnis.

        Der DGB hatte 2021 5,7Mio Mitglieder (das sind schon 12,7% aller Erwerbstätigen).

        Ich möchte damit ausdrücken, dass uns allein der Mindestlohn keine Lohn-Preis-Spirale bescheren wird. Ohne die Gewerkschaften geht es nicht! Und dann gibt es in unserer Volkswirtschaft ja auch noch ganz viele Arbeitnehmer ohne jegliche Interessenvertretung – einige wenige werden gegenüber ihrem Chef eine 10%-Lohnsteigerung durchsetzen können, aber ganz viele andere eben nicht.

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