Mit dem Zitat „Wir präsentieren: die Deindustrialisierung“ meldete sich gestern Abend der Branchenverband Gesamtmetall, der die Metall- und Elektro-Industrie vertritt, auf X zu Wort. Dort berichtete er vom massiven Arbeitsplatzabbau in der deutschen Industrie. Die Zahlen sprechen dabei für sich. Hochwertige gut bezahlte industrielle Wertschöpfung verlässt Deutschland. Ersetzt werden diese Stellen wohl oft durch deutlich schlechter bezahlte Jobs in Dienstleistungsbranchen oder beim Staat. Langfristig bedeutet das schwindende Kaufkraft und schwindenden Wohlstand für die breite Masse der Bevölkerung.
Und wer jetzt denkt „Ich bin davon ja nicht betroffen“, dem sei gesagt: Indirekt über mehrere Zwischenstufen sind wir letztlich alle davon betroffen. Denn am Anfang des Wohlstands einer großen Volkswirtschaft stehen diese hochwertigen Industrie-Arbeitsplätze und Unternehmen, von denen die Dienstleistungsbranchen letztlich leben.
Aber zu den Zahlen: Gesamtmetall bezieht sich auf Daten des Statistischen Bundesamts für die Metall- und Elektro-Industrie, wonach die zahl der Beschäftigten in der Metall- und Elektro-Industrie im Mai um gut 10.000 auf 3,83 Millionen sank. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet dies einen Rückgang um 2,5 Prozent bzw. 98.400 Beschäftigte. Damit war der Mai der 18. Monat in Folge mit einem Personalrückgang. Gegenüber 2023 sind bereits 140.000 Arbeitsplätze in Deutschlands größter Industriebranche verloren gegangen, allein 60.000 davon seit Jahreswechsel. Wenn das keine Deindustrialisierung ist, was dann? Seit dem Höchststand 2019 sind es sogar 230.000 Arbeitsplätze weniger. Auch Pläne zum Personalabbau nehmen wieder spürbar zu: Jedes 2. Unternehmen aus dem Bereich Automotive plant eine Personalreduzierung in den nächsten Monaten.
Gesamtmetall appelliert aktuell an die Bundespolitik, dass man nach der Sommerpause dringend weitere und tiefgreifendere Reformen auf den Weg bringen müsse – insbesondere bei Bürokratie und im Bereich der Sozialversicherung. Die Frage, inwieweit Deutschland Industriestandort bleibt, sei eng verknüpft mit dem Thema Arbeitskosten. Die Sozialversicherungsbeiträge dürfen lau Gesamtmetall daher auf keinen Fall weiter steigen (aktuell 41,9 Prozent bzw. 42,5 Prozent für Kinderlose) und müssen auf 40 Prozent zurückgeführt werden. Es dürften jedenfalls keine weiteren Steigerungen ab 1. Januar 2026 geben.“
Meine Meinung: Die Krankenkassen schreien doch jetzt schon nach weiteren Erhöhungen der Beiträge. Die Kosten für die Sozialversicherungen dürften weiter ansteigen. Eine große strukturelle Entlastung für Unternehmen und Bürger kann es nicht geben, wenn staatsgläubige Apparate wie die SPD sich nach immer mehr Bürokratie sehnen – was sie auf Nachfrage sicherlich sofort abstreiten würden. Aber wer erst einmal ein warmes Plätzchen in der Bürokratie eingenommen hat, wird es sicherlich kaum freiwillig wieder hergeben. Von daher bräuchte es jemanden von außerhalb der Politik-Blase (siehe Milei), der bei Bürokratie, Sozialversicherungen, Steuern etc kräftig frischen Wind reinbringt. Man sieht es ja: Zwar hat Friedrich Merz extra ein neues Digitalministerium eingerichtet, das auch Bürokratie abbauen soll. Aber ist da bisher irgendetwas geschehen, oder ist irgendetwas Bedeutendes in Aussicht? Fehlanzeige. Der wirklich große Impuls wird ausbleiben, vor allem weil die SPD als Bremsklotz fungiert.
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Maximilian Krah könnte Deutschland retten. Er ist ein brillanter Analytiker und bereit die Kettensäge rauszuholen. Leider kapiert das der Michel nicht. Er glaubt lieber der Tagesschau.
Christoph
Jetzt geht das noch nicht.
Dafür muss Deutschland weiter unten im Tal sein.
Die Menschen müssen erst alles verloren haben und sich um ein Hähnchen im Supermarkt mit den Messeträgert streiten.
Das wird noch Jahre dauern.
Es gibt für die Sozialisten noch zu viel in Deutschland zu enteignen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Das ist doch alles nur der Anfang.
Jetzt bricht die Gewerbesteuer in den Gemeinden weg, weil auch noch Gewerbesteuer für das Jahr 2024 zurückgezahlt werden muss.
Ohne Deindustrialisierung ist die Klimaneutralität eben nicht zu erreichen.
Und ohne Entdemokratisierung wird das den Menschen nicht aufgezwungen werden können.
Nicht umsonst sollen die linksversifften Richterinnen beim BVG eingesetzt werden, die dann alles in letzter Instanz durchwinken werden.
Ich hatte hier seit vielen Monaten immer mal wieder geschrieben, dass alles sehr, sehr teuer werden wird in Deutschland.
Korrektur:
Es wird alles so viel Geld kosten, dass es ohne Enteignungen nicht mehr finanzierbar sein wird.
Wer kann, sollte seine Firma, sich selbst und sein Geld, in Sicherheit bringen
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Bei dem verlinkten Artikel geht es um 2024 und da vergleicht man das zum Jahr 2023. Im Ergebnis kommt dann zB eine Inflation von etwa 100% raus. Tatsächlich dürfte sie aktuell bei etwa 10% yoy liegen. Auch bei der Armut ist Milei erfolgreich. Die stieg nach der Wahl von etwa 40% auf 50% und liegt jetzt bei etwa 30%. Die Dollarisierung kommt nicht, weil die Dollars dazu fehlen. Ich glaube hier bei fmw gab es einen Artikel dazu.
Letztlich ist das alles aber nicht relevant, weil Deutschland dann doch nicht Argentinien ist. Trotzdem bräuchte es die Kettensäge bei uns, denn es geht nichts in die Richtung weniger Staat. Das gilt übrigens auch da wo die FDP dabei ist.
Übrigens, ein großer Produzent von Bürokratie ist die EU, wo wir mit Wahlen fast Null beeinflussen können. Der andere große Faktor ist die Justiz, die zum Rot-Grünen Bollwerk wurde und weiter ausgebaut wird. Man sieht letzteres bsw bei der Einwanderung, die Dank der Justiz nicht gestoppt werden kann und extrem viel Geld kostet – für den Staat und die Bürger (zB Mieten in Großstädten).
Beim Thema Justiz denke ich auch an die EZB, die vom EuGH grünes Licht für den Kauf von Anleihen bekam, mit der Folge von 10% Inflation in der Spitze. Allerdings lag das nicht an der parteipolitischen Ausrichtung des Gerichts, sondern dass es alles in Richtung mehr EU entscheidet, egal was in den Verträgen steht.
Wenn ich mir die Pläne der EU-Kommission angucke, dann dürfte die mit ihrer Schuldenpolitik nicht durch kommen. Lustigerweise sind die großen Profiteure der EU die Länder Osteuropas, die gerade die EU handlungsfähig machen.
Also, ich denke das vieles in den kommenden Jahren an sein Ende kommen wird – was allerdings nicht heißt das es deshalb besser wird. Bei Argentinien hat der Abstieg des Landes viele Jahrzehnte angehalten und ob Milei mehr als eine Pause sein wird, muss sich erst noch zeigen.
Moin, moin,
sehr guter Kommentar, so ist es.
Die Uhr ist 5 vor 12, Zeit für Handlungen?
Fazit: Rot-Grün und generelles Problembewusstsein ist der Elefant im Raum
„Wenn wir das als schwarz-rote Regierung nicht hinbekommen, werden irgendwann Leute mit der Kettensäge an die Macht kommen. Das können wir als Demokraten nicht wollen.“ Das sagte Lars Klingbeil kürzlich.
Man muss dazu wissen, dass die OECD für Argentinien für 2025 ein Wirtschaftswachstum von 5,7 Prozent und für 2026 von 4,8 Prozent vorhergesagt hat. Milei schadet Argentinien offenbar kein bißchen, aber er schadet den Linken massiv. Rot-Schwarz hat übrigens die Lösung im Koalitionsvertrag dergestalt gefunden, dass man die Wirtschaftsschwäche nicht durch eine Kostenreduktion beheben will, sondern durch staatliche Subventionen und mehr staatliche Aufträge. Das hat noch nie funktioniert – auch anderswo nicht. Egal, vier weitere Jahre an der Macht und dann hilft vielleicht die Justiz weiter?
@Robert
Klar, wenn man unter „Argentinien“ und unter „Schaden“ nur den Aktienindex an der Börse von Buenos Aires und einen selektiven Ausschnitt der reinen Wirtschaftsdaten versteht, mag das in Teilen zutreffen.
https://www.iwd.de/artikel/die-politik-von-praesident-milei-bedroht-die-argentinische-industrie-642878/
Dabei muss aber jedem klar sein, dass dem negative Entwicklungen bei Reallöhnen, Kaufkraft der ohnehin verarmten Rentenbezieher, Beschäftigungsquote, Daseinsvorsorge, Bildungspolitik, Forschung, Kultur, öffentlicher Infrastruktur etc. entgegenstehen.
Libertäre Sozialdarwinisten interessiert das natürlich nicht. Sog. „Linke“ (und dazu zählt inzwischen offenbar alles links von Rechtslibertären und Ultrarechten) mit einem Minimalverständnis für soziale Verantwortung allerdings schon.
Unter realer Kaufkraft versteht man die Auswirkungen der Inflation. Die war vor Milei auf untragbarem Höchststand und ist seit dem stark gesunken. Das spricht schon mal für reale Verbesserung. Die Wohnungssituation hat sich dramatisch verbessert, durch böse liberale Politik. Plötzlich werden Wohnungen wieder angeboten und die Mieten sind deutlich gefallen.
Es sind auch nicht nur die Börsen gestiegen, es wird auch allgemein wieder im Land investiert. Auswanderer kehren heim und eröffnen Geschäfte. Es läuft um Grunde nach Lehrbuch. Das es anderswo nicht so läuft, liegt daran, dass man sich nicht ans Lehrbuch hält.
Alles das, was Sie als Daseinsvorsorge nennen, ist unstrittig wichtig. Nur ist es in den letzten 50 Jahren zu weit ausgedehnt worden und ist inzwischen in Teilen ein Selbstbedienungsladen de politischen Klasse geworden. Ich nenne nur staatsfinanzierte NGOs. Das ist ja wohl ein zynischer Witz. Eine NGO die Geld vom Staat nimmt ist keine NGO sondern ein rechtlich äußerst fragwürdiger Fall für den Rechnungshof und ggf. für den Staatsanwalt.
Sorry, meine Antwort ist oben bei Helmut gelandet. Sorry, ich weiß nicht warum das immer wieder passiert.
Wegen Zölle ist die Wettbewerbsfähigkeit des Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg-Clusters Medizintechnik im Bereich der satellitengestützten Telemedizin gefährdet. Ein Grund mehr für Forschung und Weiterentwicklung diverser Satelliten aus den Bereichen Navigation, Nachrichtendienste und Internet auf der Internationale Raumstation ISS. Daran sollte auch Bayerischer Ministerpräsident Dr. Markus Söder im Zusammenhang mit dem Länderfinanzausgleich im Rahmen der Bund-Länder-Finanzbeziehungen ein Interesse haben.
Ja, es wird sehr, sehr teuer werden.
…150-Milliarden-Lücke – Klingbeils Geldnot wird immer größer
Nach Informationen des Handelsblatts ist das Haushaltsloch bis 2029 um einen zweistelligen Milliardenbetrag gewachsen. Gleichzeitig wird Klingbeil zum Eine-Billion-Euro-Schulden-Minister…
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundeshaushalt-150-milliarden-luecke-klingbeils-geldnot-wird-immer-groesser/100143646.html
Dazu noch ein Video eines Steuerberaters
https://www.youtube.com/watch?v=sQ6iN9LMmeQ
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut