Folgen Sie uns

Allgemein

Wird China überschätzt?

Warum China meilenweit davon entfernt ist, den Westen zu überholen!

Redaktion

Veröffentlicht

am

Ein Beitrag von Thomas Müller

 

Wie Japan in den 1980er-Jahren?

Ich muss gestehen, meine persönlichen Erinnerungen an die Zeit sind eher dünn, aber soweit mir bekannt, gab es in den 1980ern eine weit verbreitete Angst im Westen und speziell in den USA vor dem Aufstieg Japans. Mittlerweile wissen wir, dass diese Angst nicht nur unbegründet, sondern geradezu lächerlich war. Japan ist heute ein wohlhabendes Land und eine recht große Volkswirtschaft, aber weit davon entfernt, die USA als größte Volkswirtschaft zu überholen oder eine Gefahr für den Westen darzustellen. Ähnliche Ängste gibt es heute in Bezug auf China. Ich stand diesen Ängsten schon bisher mit gemischten Gefühlen gegenüber –  seit ich nun mehrere Wochen in China unterwegs war, sehe ich dies noch einmal mit anderen Augen.

Sicherlich hinkt ein 1:1 Vergleich zwischen Japan damals und China heute aus zwei Gründen. Zum einen ist China eine Diktatur, die eine Totalüberwachung der eigenen Bevölkerung anstrebt und keine Demokratie wie Japan. Zum anderen war Japans Einwohnerzahl in den 1980ern gut halb so groß wie die der USA, während China in etwa viermal mehr Einwohner hat als die USA heute. Dennoch ist es sinnvoll, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich die Fakten anzusehen. Zudem möchte ich meine eigenen, sicherlich subjektiven Eindrücke, widergeben.

 

Überholt China den Westen?

Wenn häufig behauptet wird, China würde den Westen sehr bald abhängen oder dies sei bereits geschehen – letzteres wird glaube ich niemand behaupten, der mal dort war – müssen m. E. (mindestens) zwei Aspekte auseinandergehalten werden. Auf der einen Seite sprechen wir da von der Wirtschaftskraft der gesamten Volkswirtschaft, auf der anderen Seite vom Wohlstand.

Bei allen Unzulänglichkeiten ist das BIP sicherlich die gängigste und beste Größe für einen Vergleich der Wirtschaftskraft als auch in Kombination mit anderen Größen für das Wohlstandsniveau verschiedener Volkswirtschaften. Anders als oft angewendet, ist es jedoch sinnlos, die Wirtschaftskraft über das kaufkraftbereinigte BIP zu vergleichen. Weil ein Friseurbesuch in China billiger ist als in den USA oder Deutschland, wird das kaufkraftbereinigte BIP Chinas nach oben adjustiert. Auf die tatsächliche Wirtschaftskraft hat dies jedoch keinerlei Einfluss. Umgekehrt verhält es sich beim Vergleich des Wohlstandsniveaus. Hier macht es in einer pro-Kopf-Betrachtung wenig Sinn, das unbereinigte BIP zu verwenden. Der erwähnte günstigere Friseurbesuch erhöht zwar nicht die Wirtschaftskraft, durchaus aber den Wohlstand.

Um es direkt vorwegzunehmen: In beiden Betrachtungen hat China in den letzten Jahrzehnten deutlich aufgeholt. Ende 2017 betrug das nominale BIP der USA ca. 19,5 Bio. USD, das Chinas 12,2 Bio. USD, also rund 63% des US-Niveaus; zehn Jahre zuvor lag China noch bei rund einem Drittel des US-Niveaus. Wenn wir den offiziellen chinesischen Zahlen Glauben schenken und diese in die Zukunft fortschreiben, ist es nicht unrealistisch, dass China in 15 bis 20 Jahren eine größere Wirtschaftskraft aufweist als die USA. Allerdings schwächt sich das chinesische BIP-Wachstum auch nach offizieller Lesart ab, so dass auch auf Basis dieser Zahlen ein längerer Zeitraum realistisch ist.

 

Stimmen die Zahlen Chinas?

Und seit meiner Chinareise misstraue ich den offiziellen Zahlen noch mehr als zuvor; zu meinen Einwänden komme ich später. Beim kaufkraftbereinigten BIP pro Kopf sind die Verhältnisse natürlich noch einmal ganz anders. Egal welche Kalkulation wir verwenden (Weltbank, IWF, CIA, OECD, …), Chinas BIP pro Kopf betrug 2017 rund 17.000 USD und damit weniger als etwa in der Dominikanischen Republik, dem Irak, Turkmenistan oder Thailand. Das BIP Deutschlands oder auch der Niederlande, Österreichs, Schwedens, Australiens ist etwa dreimal so hoch, das pro Kopf BIP der USA 3,5x so hoch. Selbst wenn China dauerhaft schneller wächst als die westlichen Staaten, würde es ca. ein halbes Jahrhundert dauern, bis das westliche Wohlstandsniveau erreicht ist.

Ein Teil des chinesischen Wachstums in der Vergangenheit beruhte aber nicht auf Produktivitätsfortschritten, sondern schlicht auf eine, starken Wachstum der Bevölkerung im Erwerbsalter. Diese Entwicklung ist aber nicht nur zu Ende gegangen, sondern hat sich um das Jahr 2012 herum gedreht. China erlebt also nun noch als Schwellenland den demographischen Wandel, den Japan seit Mitte der 1990er erlebt. Die Zahl der Personen im Erwerbsalter sinkt und das kostet sowohl direkt Wachstum, weil weniger Menschen als Arbeitskräfte bereitstehen, als auch indirekt, weil die arbeitende Bevölkerung mehr Menschen versorgen muss und weil eine ältere Bevölkerung vermutlich weniger innovativ ist. Eine ähnliche Entwicklung sehen wir in Europa auch, in den USA aber nur sehr eingeschränkt. Es spricht also viel dafür, dass sich die Wachstumsdifferenz zwischen China und den USA in Zukunft weiter verringern wird.

Auf meiner Chinareise, die mich auch abseits der üblichen Touristenpfade durchs Land geführt hat, bin ich zudem zu Eindrücken gelangt, die der landläufigen Meinung, China habe hohe Wachstumsraten und stehe so oder so kurz davor, den Westen zu überholen, klar entgegenstehen.

 

Warum wird so wenig gebaut in China?

Zunächst einmal war ich überrascht, wie wenig gebaut wird. Ich hatte überall Großbaustellen erwartet. Stattdessen habe ich in Peking ganze vier Kräne an zwei eher kleineren Baustellen gesehen. In anderen Städten wurde mehr gebaut, allerdings standen dort auch sehr viele fertige Häuser leer oder blieben direkt als Bauruine unvollendet.

Von Leuten vor Ort habe ich dann erfahren, dass solche Eigentumswohnungen in Hochhäusern oft einfach von reichen Chinesen als Anlage erworben, aber nie genutzt werden. An vielen Stellen wurde aber deutlich, dass in der jüngeren Vergangenheit viel gebaut wurde: sechsspurige Straßen mit breiten Grünstreifen in der Mitte und getrennten Extra-Spuren für Mopeds/Fahrräder selbst in kleinen Dörfern. In Deutschland wären das wohl alles Fälle für das Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler. Vielleicht war ich simpel in den falschen Regionen unterwegs, aber überall wo ich war, war der Eindruck letztlich, es wird eher wenig gebaut und das nicht einmal nachhaltig.

Abgesehen von sechsspurigen Straßen in kleinen Dörfern kann ich nicht behaupten, dass die Verkehrsinfrastruktur in China besser ist als in Europa. Die Flughäfen sehen so aus wie überall in der Welt, die Bahnhöfe sind ähnlich sauber/dreckig wie bei uns (außer den Toiletten, die überall in China eine Katastrophe sind), die Überlandstraßen sind gut, aber auch nicht besser als in Mitteleuropa.

 

Technik?

Ich hatte mir China zudem viel technisierter vorgestellt, im Grunde wie Japan. In Deutschland höre ich als Beispiel häufig, dass man in China überall mit dem Handy bezahlen kann. Das ist auch grundsätzlich richtig. Lassen wir die Bedenken gegen die Bargeld-Abschaffung mal beiseite: Zum einen geht das in Schweden durchaus auch, zum anderen kann ich zwar über Handy oder bar bezahlen, aber nicht über Karte. In Deutschland (oder Frankreich oder Australien oder den USA) kann ich mittlerweile fast überall kontaktlos mit Karte bezahlen.

Ob das Bezahlen per Handy nun fortschrittlicher ist als das Zahlen per Karte, muss jeder selbst entscheiden, ich sehe da keinen relevanten Unterschied. Auch in anderen Bereichen war der Alltag nicht technisierter als bei uns, gefühlt waren es die gleichen Fahrkarten-, Geld- oder Getränkeautomaten wie bei uns. Und ausgerechnet beim öffentlichen W-Lan liegt das vielgescholtene Deutschland m. E. vor China. In den Hochgeschwindigkeitszügen, mit denen ich gefahren bin, gab es ebenso wenig W-Lan wie in den Überlandbussen und das W-Lan an den Flughäfen war so instabil, wie ich es in den letzten Jahren selten irgendwo erlebt habe.

 

Wo ist die Dynamik?

Was mich aber wohl am meisten gewundert hat, ist das Fehlen jeglicher, gefühlter Dynamik. Klar, das ist rein subjektiv und muss nichts bedeuten. Ich bin mir jedoch mit vielen Leuten, die häufiger in Südostasien unterwegs waren einig, dass man zum Beispiel in Vietnam die wirtschaftliche Dynamik mit Händen greifen kann. Auch in Thailand oder Malaysia geht mir das so. China wirkte hingegen auf mich in weiten Teilen wie eine gesättigte Volkswirtschaft nur eben auf einem deutlich niedrigeren Wohlstandsniveau.

Wenn ich also alles zusammennehme, die vermutlich ohnehin geschönten Regierungszahlen, die schrumpfende Erwerbsbevölkerung, die eher geringe und zudem fehlallokierte Bautätigkeit und all die verschiedenen Eindrücke, komme ich zum dem Ergebnis, dass China den Westen in einer pro Kopf Betrachtung sicherlich nicht innerhalb einer Generation einholen wird. Ich würde sogar fast soweit gehen und hier von niemals einholen sprechen und entgegen einer weit verbreiteten Ansicht wäre es keineswegs der historische Normalfall, wenn China wohlhabender wäre als der Westen, sondern eine historische Ausnahme.

 

(BIP-Vergleich USA-China, durch anklicken vergrößern; Quelle:http://www.ggdc.net/maddison/oriindex.htm)

 

(BIP pro Kopf-Vergleich USA-China – Quelle:http://www.ggdc.net/maddison/oriindex.htm

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Simply

    22. Dezember 2018 11:27 at 11:27

    Danke für diese Sichtweise!

  2. Avatar

    pigeon

    22. Dezember 2018 12:35 at 12:35

    Interessanter Aritkel. So ganz überzeugt bin ich noch nicht. Ich war 1995 in China. Damals war das normale Einkommen eines Chinesen in der Größenordnung 400-500 Yuan pro Person, das war umgerechnet 40-50 Mark, d.h. rund 25 Euro. Heute wären das wohl eher 1000 Euro. Dieses Wachstum eher dem Bevölkerungswachstum zuzuschreiben als dem Produktivitätswachstum erscheint mir doch etwas gewagt. In der Sicht, dass China den Westen überholt geht es auch nicht um das Pro Kopf BIP. Das spielt einfach keine Rolle, wenn man 1,3 Mrd Chinesen mit 330 Mio. Amerikanern vergleicht. Außerdem ist das Beispiel mit dem Frisör eigentlich ein Argument FÜR den Ansatz des kaufkraftbereinigten BIPs. Denn ob der Frisör nun 30 Yuan oder 30 USD kostet: Die erbrachte wirtschaftliche Leistung ist dieselbe. Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einfach in Dollar zu messen, d.h. in Schuldeinheiten, ist daher nicht so sinnvoll.
    Die Dynamik Chinas sieht man vielleicht im Moment weniger in den Baukränen als mehr in den Menschen. Während viele Amis chipsfressend vor der Glotze hängen und ein erhbelicher Teil der deutschen Jugend am Handy Spinnweben ansetzt, ackern die Chinesen was das Zeug hält und trietzen schon ihre Kinder zu Höchstleistungen (nicht, dass ich das für ein gutes Vorbild halte, aber in Punkto wirtschaftliche Leistungsfähigkeit entwickeln sich hier einfach Welten auseinander).
    Man versteht China nicht, wenn man seine Geschichte nicht kennt. Was da passiert ist mit der Reform und Öffnungspolitik Deng Xiaopings ist ein gigantischer Befreiungsschlag, der erheblich klüger angefangen wurde als die Öffnung in Russland. China stand in der Vergangenheit immer nur sich selbst im Weg und ist im Moment sozusagen entfesselt. (Ich empfehle sehr den Film „Leben“ (Huozhe) von Zhang Yimou für Leute, die Chinas Geschichte verstehen wollen)

    Die eigentlichen Probleme Chinas spricht der Artikel nur wenig an: Der gigantische Schuldenberg des Firmensektors, der im Zuge des Infrastrukturbooms aufgehäuft wurde und die überbordende Umweltverschmutzung. Hier steht eine große Bereinigungskrise an. Danach geht es aber weiter und dann entfaltet China erst sein richtiges Potenzial.
    Aber es gibt hier ein wesentliches Risiko: So wie in der Vergangenheit könnte China auch diesmal wieder sich selbst im Wege stehen. Der gegenwärtige autoritäre Wandel, der sich gerade vollzieht wird m.E. zu wenig im Kontext der kommenden Bereinigungskrise gesehen: Die Kommunisten legitimierten früher ihre Herrschaft durch die Ideologie, heute aber durch das Wachstum und den Wohlstand. Wenn nun die unvermeidliche Wirtschaftskrise beides gefährdet, dann muss sie zu einer stärker diktatorischen Gangart zurückkehren, wenn sie die Macht behalten will. Das erklärt m.E. die Machtfülle Xi Jinpings. Dieser politische Rückfall in alte Zeiten könnte bedeuten, dass nach der Krise nicht etwa der Anfang eines langen Aufstiegs kommt, sondern Chaos. Ich hoffe sehr, dass das nicht passiert, aber dazu müsste die KP bereit sein, die Macht zu teilen und echte Schritte in Richtung Demokratisierung zu gehen.

  3. Avatar

    RMA29

    22. Dezember 2018 17:00 at 17:00

    Sorry, nach einer Chinareise (waren es 3 Tage / 3 Wochen / 3 Monate ??) wollen Sie China verstanden haben…

    Ich habe 10 Jahre in Thailand gelebt & gearbeitet. War in Indien und geschäfte seit 2006 mit China – und zwar im Maschinenbau, dem Stolz der Deutschen! Seit 2015 bin ich „zurück“ in Europa und dies hat mir die Augen geöffnet.
    Sie schreiben die Infrastruktur in China sei dieselbe wie in Deutschland – ergo ist China gemäss Ihnen immer noch hinten? Meine Frage ist eher, wo ist der Vorsprung Deutschlands heute?

    Es stimmt, China und Thailand werden beide von der Überalterung der Gesellschaft „gestoppt“, wo Vietnam sicher noch ein Pluspunkt hat. NUR in China hat man die Probleme erkannt und gerade im Maschinenbau, werden deswegen heute überall Roboter installiert (Kuka lässt grüssen…). DE und USA sind bezüglich der Roboterinstallationen bereits abgehängt…

    Sicher ist China keine Demokratie wie DE – nur fühlen Sie sich in DE als Bürger noch ernst genommen? Hat die Regierung nach dem Cum-Ex, Dieselskandal, usw. hart durchgegriffen? Nein! Wenn es in einem 3.-Weltland passiert wäre, hätte jeder typisch Deutsche von einer korrupten Regierung gesprochen…
    Haben Sie während Ihrer Chinareise von den „Säuberungen“ 2017/18 gehört, als tausende von Firmen geschlossen wurden, weil diese den Umweltvorschriften nicht mehr entsprachen? Oder bei den Babymilch Skandalen als über die betroffenen Manager das Todesurteil (!) verhängt wurde?

    Ich denke, es braucht ein paar Dimensionen mehr, um beurteilen zu können, ob uns China bereits überholt hat oder nicht…

  4. Avatar

    Paul

    23. Dezember 2018 09:18 at 09:18

    …..bin seit 16.12.1992 in Thailand und seit 15 Jahren durchgehend…
    Ich kann den CHINA-SCHROTT nicht mehr sehen,vorallem wenn man ein Handwerk in Bayern gelernt hat!
    Wennst die chin.“Denke“mal gefressen hast,so wie ich die thailaendische,dann weisst was los ist….
    Bis man aber es wirklich gefressen hat,vergehen Jahre wenn nicht Jahrzehnte!
    Geschaefte mit einem Thai-Chinesen?
    Never more….

  5. Avatar

    Paul

    23. Dezember 2018 09:54 at 09:54

    Es trifft zwar nicht direkt das Thema aber lest selbst:
    https://www.wochenblitz.com/index.php/home/wochenblitz/2013-09-11-06-44-59/item/2068-bei-woechentlicher-x-ray-outlaw-foreigner-operation-hunderte-weitere-auslaender-verhaftet

    Es gibt sog.“rote Linien“und Die sollte man beherzigen und dann gibts auch keine Probleme,aber in DE!?

    Bei diesem Thema,lebt DE noch in der Steinzeit und da kann man von den Aseaten noch lernen!

    Wenn ich seit 2015 immer nur von „Fachkraeften“hoere/lese…..in den 1960igern waren es „Hilfs/Gastarbeiter“und Die sind es auch heute noch und keine FACHKRAEFTE,wie von den Politclowns hervor beschworen.

    Apropo Joint Venture in China/Thailand…..geil oder?…aber nicht mit mir!
    Entweder die Firma gehoert mir zu 100%(so wie in DE),oder man bekommt schlaflose Naechte.

    U.a.der europ.Aussenwert des EUROS,merkt man jeden Tag hier,vorallem wenn man dt.Produkte in jeder Art kaufen will/muss!
    Nur ein Beispiel:
    Wollte mir in BKK einen 4G Surfstick „Made in China“besorgen,als ich den Preis sah und in Euro umrechnete,dann ist es vorteilhafter,den Stick beim Saturn in Muenchen zu kaufen(auch Made in China)!!
    Die Zeiten der alten starken DM und zu anfangs des Euros,sind leider vorbei!
    Thank you very much,Mr.Draghi…

    • Avatar

      Michael

      23. Dezember 2018 12:53 at 12:53

      @Paul bzw. @Bauer unter neuem Pseudonym: Sie sitzen seit 15 Jahren durchgehend in Thailand, wissen aber sehr genau, was seither in DE Sache ist. Auch die chinesische Denkweise kennen Sie angeblich sehr genau, obwohl Sie doch noch nie in China gelebt haben… Erstaunlich, wo Sie doch selbst schreiben, dass Jahre wenn nicht Jahrzehnte vergehen, bis man aber es wirklich gefressen hat!
      Woher nehmen Sie Ihr sensationelles, immer aktuelles Wissen über die deutsche und chinesische Volksseele? Vom Wochenblitz, von BILD online oder dem COMPACT Magazin?

      Wenn Sie beim Saturn in München chinesischen „Schrott“ günstiger als in Bangkok entdecken, sollten Sie mal überlegen, ob das tatsächlich an der Schwäche des EUR liegt. Oder könnte es sein, dass Importe umso günstiger werden, je stärker die Währung des Importlandes ist?
      Ein schwacher EUR würde Sie hingegen mit günstigen Weißbierpreisen in Thailand beglücken ;)

      • Avatar

        Paul

        24. Dezember 2018 05:46 at 05:46

        Is ja klar @Michael…der Oesterreicher(Nachbarland v.DE,solltest Sie es noch nicht wissen) denkt ebenfalls wie der Deutsche!
        Glauben Sie,dass zw.China u.Thailand ein gravierender Unterschied besteht,was die Denkweise/Geschaeftspraktiken betrifft?!
        Aber wie ich an ihrem Komment.feststellen muss,Sie sind halt nur Urlauber…wenn ueberhaupt!
        Sollten Sie sich wirklich mal von DE fuer ca.20 Jahre nach Asien ect.verpissen wollen und sie es auch ohne Probleme ueberstehen,dann wuerden sie ihren Komment.wahrscheinlich in die Tonne werfen!
        Aber Sie kennen DE in & auswendig, oder!?
        Sind sie jeden Tag in DE an einem anderen Flecken unterwegs?
        Was sehen sie denn,was ich nicht sehe bzw.schon weis,was DE betrifft?
        Muss man ueberhaupt von DE irgendetwas zu sehen bekommen,um DE verstehen/beurteilen zu koennen,so wie SIE?
        Der Spruch v.Ihnen,der waere vor 20 Jahren noch OK gewesen,aber heute?

        Ich will damit nur anmerken,dass der China-Schrott keineswegs „sooo guenstig“ist,wie es in vergangener Zeit einmal war….

        >>>Ein schwacher EUR würde Sie hingegen mit günstigen Weißbierpreisen in Thailand beglücken>>>
        Ja ja..v.wg….Ich kenne z.B.keinen Ort in Muc,wo das Weissbier in der Kneipe so teuer ist,wie hier in BKK!
        Nicht einmal im teuertsten Biergarten in MUC geschweige denn auf der Wiesn!
        Aber sie wollen mir von Asien bzw.Weissbierpreisen etwas erklaeren??
        Sie waeren fuer einen Oberlehrer in Bayern, gerade der Richtige Ansprechpartner….

      • Avatar

        Engei

        24. Dezember 2018 14:18 at 14:18

        @Michael. Sie haben es zuerst bemerkt. Jetzt ist er wieder da, der Bauer (Thailänder) mit seinen schwachsinnigen Kommentaren, geprägt von dürftigem Halbwissen, aber voller Vorurteile. Zudem gespickt mit ständigen Beleidigungen der blöden „Michels“, die in Deutschland arbeiten, während er in seiner Militärdiktatur scheinbar das Leben genießt, für das er aber die Voraussetzungen in Deutschland geschaffen hat. Was waren viele froh, als der Schwaller sich verabschiedet hatte. Jetzt ist er wieder da und das Niveau im Forum sinkt. Leider!

        • Avatar

          Michael

          24. Dezember 2018 21:03 at 21:03

          @Engei, ich habe es bisher immer als erster bemerkt, inzwischen etwa zum 5. Mal ;)
          Was heißt hier „schwachsinnige Kommentare und Halbwissen“? Ein Nachbarland denkt wie das andere, wo also ist der Unterschied zwischen China und Russland, Nepal, Kasachstan oder Indien? Zur Militärdiktatur Thailand gibt es zwar keine direkte Grenze/Nachbarschaft, aber man muss ja nicht alles so penibel genau nehmen.
          Ja mei, was soll man sagen? Arbeitende Michels mag er nicht, schwarz arbeitende Michels schätzt er eher. Die einen sind dumm, die anderen schlau. Als E(Migrant) mag er keine Im(Migranten), den China-Schrott, über den wir hier alle hier in Form von Computer-Chips bis hin zu kompletten Geräten und Systemen kommunizieren, weiß er und nur er, einzig richtig einzuschätzen :)

    • Avatar

      ralf

      24. Dezember 2018 17:13 at 17:13

      Ich lebe seit 20 Jahren für 6 Monate im Jahr abwechselnd in Brasilien und Deutschland. In Brasilien sind Produkte auch oft teurer als in Deutschland, selbst die in Brasilien hergestellten Sachen.Immobilien sind am einfachsten zu vergleichen, da ja fester Bestandteil eines Landes und nicht Exportfähig. Genau gesehen, sind das Bruchbuden in Brasilien, völlig wertlos auf deutsche Verhältnisse bezogen.Mal schlicht gesagt, ein Haus in Brasilien entsteht mit 100 Sack Zement und in Deutschland mit 1000 Sack..nun vergleicht man den Preis, in Brasilien ein Haus (welches eigentlich gar nicht den Namen verdient) umgerechnet 150 000 Euro, in Deutschland 300 000 Euro…nun der Zement wieder….1 zu 10 Verhältnis..der Preis aber nur 1 zu 2….nun wird es noch extremer….Lohn in Brasilien 10 000 Euro im Jahr , Deutschland 40 000 Euro …hier entsteht nochmals ein Missverhältnis von 1 zu 4….
      Denke, in China wird das ähnlich sein, mit den Preisen sind diese Länder vergleichbar mit Deutschland, bei Qualität, Produktivität und Einkommen fehlt noch einiges…Deutschlands Industrie provitiert vom Euro, deren Bürger haben aber an Ansehen und Kaufkraft ohne die deutsche Mark verloren…

  6. Avatar

    Prognostiker

    23. Dezember 2018 13:24 at 13:24

    Man kann rätseln , wie schlecht oder gut China ist, eines ist sicher, die haben noch grosses Aufhol- u.Verbesserungspotential.In DE suggeriert man dem Volk täglich in welch reichem Land man wohnen darf.
    Wenn man wöchentlich in TV- Sendungen die Probleme der steigenden Altersarmut aufzeigt ,habe ich Mühe das zu verstehen. Mindestens hier sind die schwer kritisierten Medien ehrlicher als die Politiker.Die Nebenwirkungen des einmaligen Notenbankexperimentes werden durch eine lange Tiefzinsphase dieses Problem für Jahrzehnte noch verstärken.Den Profiteuren u. Befürwortern dieser irrwitzigen Umverteilungspolitik ist zu gratulieren. ( Hinweis: ich habe auch profitiert, bin trotzdem dagegen ) Haben sie doch Leute, die ein solches Aufblähen der Vermögenswerte durch hochgebildete Leute für nicht möglich hielten, als Crashpropheten kritisiert.Am eindrücklichsten zeigt sich diese Tendenz in den USA, wo die Löhne der Unter- u. Mittelschicht seit Jahren stagnieren, während sich die Oberschicht grosse Vermögen anhäuft.
    Dass es durch die Globalisierung Allen besser geht ,wird die grosse Masse nicht mehr glauben, u.daher wird der zu beobachtende Trend zu mehr Nationalismus sich verstärken.Trump ist nicht der Erfinder dieses Trends, er ist nur ein Beschleuniger.Neben vielen ungelösten Problemen ( von Griechenland redet doch schon niemand mehr) wird das im nächsten Abschwung vermehrt als Problem Nr.1 die westliche Welt beschäftigen.Die Fabriken der gelben Westen ( in China) werden einen Boom erleben.

  7. Avatar

    Karriereplaner

    23. Dezember 2018 13:51 at 13:51

    @Paul, ich bin kein Chinakenner, aber geil ,in DE gehört dir die Firma zu 100%, du trägst das Risiko zu hundert Prozent, du kannst keine Leute entlassen, u. wenn am Schluss nach einem Riesenaufwand etwas Gewinn übrig bleibt nimmt der Staat davon 50 bis 70% .Wenn du von deinem kleinen Gewinn bewusst oder unbewusst ( oder durch einen Fehler)dem Staat zuwenig ablieferst, wirst du wie ein Verbrecher behandelt.
    Der gleiche Staat der beim Geldeinehmen sehr strikte Gesetze verfolgt, ist beim Ausgeben ( Verschwenden)
    tolerant über die Massen.Wenn heute ein junger Mensch eine Karriereplanung macht, müsste er sich für eine
    Politiker oder Beamten -Laufbahn entscheiden.Umsomehr, da diese Klasse unverständlicherweise nichts in die immer teurer werdende Altersvorsorge einzahlt.

    • Avatar

      Paul

      24. Dezember 2018 06:16 at 06:16

      No risk no fun…is doch klar,dass man in DE Verantwortung uebernehmen sollte,sogar muss!
      Aber bei 49% sich den Arsch aufreissen zu muessen,ist nicht mein Ding.

      >>>> wenn am Schluss nach einem Riesenaufwand etwas Gewinn übrig bleibt nimmt der Staat davon 50 bis 70% .>>>>
      Dann macht ihr irgend etwas verkehrt,denn ich hatte damals nur die 16%Mwst.abgedrueckt,der Rest ist in die Tasche gewandert!
      Von wg.10,5Monate/Jahr buckeln in DE,nee neee…es waren nicht mehr als 9 Monate,dann Urlaub v.3 Monaten.
      Aber 10Mille waren jedes Monat immer in der dunklen Tasche und keine 50 bis 70% Abzuege!(ja wie hat der das wohl gedreht)
      Wenn man nat. auf eine“gutmenschliche Art“ beim dt.Fiskus abrechnet,dann darf man sich ueber 50 – 70% nicht beschwerden.
      Wer es noch nicht wahr haben will….Buckeln wie vor 40-50 Jahren,rentiert sich nicht mehr!
      Buckel mit Hirn,sehr wohl….
      Das wichtigste Gut im Leben,ist die Freiheit & Frei sein und das ist in DE unmoeglich…(ich gehoere nicht zu den oberen 10% der Reichen,denn die koennten sich eine „gewisse“Freiheit in DE leisten,aber sind sie auch Frei in der Birne?)
      Da faengts dann schon mal beim Nachbarn an und das wars dann mit der FREIHEIT der FREIEN!
      In DE hat man nur Plichten aber keine Rechte,denn Recht haben,ist nicht gleich zu setzen mit Recht bekommen in DE!
      Ausserdem ist die dt.Bunt-Gesellschaft mental am abtriften und das faengt dann schonmal an der Bushaltestelle an!
      Hier in Thailand hast eh keine Rechte,aber auch keine Pflichten….
      Es gibt nur eine Altersversorge:
      phys.GOLD und KEIN PAPIER

      Lasst euch von einem alten Knacker im „Land der aufgehenden Sonne“ was erklaeren,denn im „Abendland“ist es mir zu Dunkel geworden.

      A guats neues verpflichtendes Jahr 2019

  8. Avatar

    Paul

    24. Dezember 2018 11:41 at 11:41

    In Kanada zeigt sich, was dem Westen unter der Supermacht China drohen könnte — es ist beunruhigend
    https://www.businessinsider.de/kanada-zeigt-was-dem-westen-unter-supermacht-china-drohen-koennte-xi-jinping-2018-12

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Konsumklima stürzt ab, Aussichten am Arbeitsmarkt besser – wie kann das sein?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Menschen in Schlange mit Einkaufswagen

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat heute ihre Meldung für das Konsumklima in Deutschland (Verbraucherstimmung) veröffentlicht. Dem normalen Menschenverstand folgend sinkt das GfK-Konsumklima. Für Dezember zeigt man einen Wert von -6,7 Punkten, und damit 3,5 Punkte weniger als im November. Es ist logisch, dass die Stimmung der Konsumenten sinkt, wenn der zweite Lockdown voll in Gange ist – sei es auch nur ein sanfter Lockdown mit geschlossener Gastronomie. Der Lockdown light habe die Verbraucherstimmung im November laut GfK spürbar gedämpft. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen – wie schon im Vormonat – Einbußen hinnehmen. Hier ein Auszug aus der Meldung der GfK:

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Stimmung am Arbeitsmarkt verbessert sich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein aktuellstes Barometer für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Demnach verbessert sich die Stimmungslage sogar. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer (besteht aus zwei Komponenten, aktueller Beschäftigung und Entwicklung der Arbeitslosigkeit) ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator im leicht positiven Bereich. Warum? Nun, dazu gibt die IAB eine klare Aussage. Die Beschäftigung werde im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen. Wichtig hierfür seien die (staatlichen) Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen zuversichtlicher.

Das verstärke noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten. Dennoch belaste die weltweite zweite Corona-Welle die Erholung, und die sich durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft würden große Herausforderungen darstellen. Und relativ günstige Aussichten zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Zu beachten sei, dass der Befragungszeitraum schon in der ersten Novemberhälfte endete, als eine Verlängerung des Lockdowns noch nicht absehbar war.

Also: Die staatlichen Arbeitsmarkt-Forscher sehen die Stimmung deswegen verbessert, weil auf der einen Seite die Befragung schon endete, bevor eine Lockdown-Verlängerung absehbar war – und weil auf der anderen Seite die Wirtschaft vom Staat mit Rettungsgeldern geflutet wird, sodass Entlassungen nicht notwendig sind.

Arbeitsmarkt-Barometer der IAB steigt

weiterlesen

Allgemein

Old Economy: Gewinnexplosion voraus – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

welche Unternehmen werden zwischen 2020 und 2022 die größten Gewinnzuwächse verbuchen? Netflix, Amazon, SAP oder etwa Nvidia? Was ist Ihre Prognose?

Ich lehne mich aus dem Fenster: In den kommenden 2 bis drei Jahren werden die großen „Gewinndynamiker“ nicht aus der Technologie-Branche kommen, sondern – ja Sie lesen ganz richtig – aus der Old Economy. Alt eingesessene Unternehmen, die wir alle schon seit Jahrzehnten kennen, stehen vor einem beispiellosen Gewinnschub. Hier steht eine Erholung bevor, wie wir sie selbst in den Boomjahren der Nachkriegszeit nicht gesehen haben. Ich habe Ihnen drei Beispiele aus der DACH-Region mitgebracht.

Beispiel BASF: Der deutsche Chemie- und Ölkonzern wird aller Voraussicht nach das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust von mindestens 1 Euro je Aktie abschließen. Dann wird BASF allerdings eine mächtige Aufholjagd starten und im Geschäftsjahr 2022 einen Gewinn je Aktie von rund 3,70 Euro ausweisen. Das ist noch weit entfernt vom Niveau der Vorkrise, als man rund 9 Euro je Aktie verdiente. Aber von unter Null auf 3,70 Euro je Aktie ist sehr viel Holz.

Beispiel Wienerberger: Die Österreicher haben in diesem Coronajahr auch nur wenig Spaß gehabt. Das Unternehmen der Baustoff-Branche wird den Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr wahrscheinlich fünfteln. Aber danach wird man wieder mächtig durchstarten. So erwarten die Analysten, dass Wienerberger seinen Gewinn bis 2022 um rund 360 % steigern wird.

Ein kleiner Vergleich: Der Video-Streaming Spezialist Netflix erwartet bis 2022 eine einfache Gewinnverdopplung. Auch das natürlich eine großartige Zahl, aber verglichen mit den erwarteten Gewinnzuwächsen von BASF oder Wienerberger nimmt sich die eher bescheiden aus.

Beispiel Swatch: Der Schweizer Uhrenhersteller litt ebenfalls erheblich unter der Pandemie und erlebte einen Gewinneinbruch wie noch nie zuvor in seiner Unternehmensgeschichte. Das klingt nicht gut, oder? Nun, die Swatch Group erwartet eine mächtige Gewinnexplosion. So wird man in den…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Allgemein

Umsätze der Wirtschaft genau so hoch wie im Februar? Ziemlich erstaunlich!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Arbeiter in der Metallverarbeitung

Die Umsätze in der gewerblichen Wirtschaft (Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen) lagen im Oktober nur noch 0,3 Prozent unter dem Niveau aus Februar, als direkt vor Ausbruch der Coronakrise. So sagt es heute das Statistische Bundesamt. Der folgende Chart zeigt die Umsätze als Index. Es ist eine fast V-förmige Erholung. Von September auf Oktober stiegen die Umsätze um 1,5 Prozent. Gut, man darf annehmen, dass sie nun im November dank dem Lockdown für die Gastronomie wieder schrumpfen werden. Aber dass man bis Oktober die Delle quasi komplett aufgeholt hat, ist doch erstaunlich.

Die Statistiker sprechen bei ihrer heutigen Veröffentlichung von einem Frühindikator. Was wichtig sein könnte: Diese Betrachtung der Umsätze in der gewerblichen Wirtschaft wurde von den Statistikern aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen ermittelt. Dazu muss man wissen: Viele kleine Unternehmen melden nur quartalsweise an die Finanzämter. Und das gigantische Heer an Solo-Selbständigen reicht gar keine Umsatzsteureerklärungen (und somit auch keine Voranmeldungen) ein, weil die Einnahmen unter der Mindestschwelle liegen. Es ist also unklar, in wie weit die oft völlig erodierten Umsätze dieser Selbständigen in dieser Statistik mitgezählt oder geschätzt werden.

Man müsste doch eigentlich annehmen, dass diese dramatischen Umsatzausfälle von Millionen von Ein-Personen-Dienstleistern immer noch eine riesige Lücke gegenüber Februar reißen. Oder man darf in diesem Fall eher annehmen, dass die Statistiker nur jene Umsätze mit früheren Umsätzen vergleichen, die auch schon damals umsatzsteuerpflichtig waren. Dann allerdings hätte diese Statistik wenig Aussagekraft, weil sie das gesamte Bild der Umsatzentwicklung der deutschen Wirtschaft nicht vollständig darstellt.

Chart zeigt Umsätze der Wirtschaft in den letzten Jahren

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage